BerlinDie Hauptstädter leiden deutlich seltener an Asthma als Bewohner vieler anderer Großstädte. Das zeigt der neue „Gesundheitsatlas Asthma“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK. Für die Studie wurde die Häufigkeit einer Asthma-Erkrankung in allen deutschen Landkreisen analysiert. In Berlin sind demnach 148.000 Menschen betroffen.

Insgesamt liegt die Hauptstadt im Ranking der am wenigsten von Asthma betroffenen Großstädte auf Platz fünf von 13. Besonders wenige Asthmatiker wohnen in Stuttgart (3,7 Prozent), besonders viele in Dortmund (5 Prozent). Erstaunlich, sind doch Berlin und Stuttgart aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens eher nicht für gute Luft bekannt.

Umweltzonen erleichtern das Atmen

Dass der Autoverkehr für Asthmatiker eine erhebliche Rolle spielt, legte eine im Mai veröffentlichte Studie des Mercator-Instituts nahe. Dort wurde untersucht, wie sich die Einführung von Umweltzonen auf die Gesundheit ausgewirkt hat. Diese wurden 2008 in 58 Städten eingerichtet. Das Ergebnis: In den Städten sanken nicht nur die Feinstaubwerte, es wurden auch deutlich weniger Asthma-Sprays gekauft. Die Ausgaben für Asthma-Sprays von AOK-Versicherten sanken um knapp 13 Millionen Euro. Weniger Schadstoffe in der Luft erleichtern also vielen Menschen das Atmen, schlussfolgert die Krankenkasse.

Im bundesweiten Durchschnitt sind 4,2 Prozent der Bevölkerung an Asthma erkrankt. In Mecklenburg-Vorpommern sind es nur rund 3,4 Prozent – bundesweiter Spitzenwert. Brandenburg liegt mit einer Asthma-Quote von 4,0 leicht unter dem Durchschnitt. Zu den beeinflussbaren Haupt-Risikofaktoren für Asthma gehören der AOK zufolge Allergien, Rauchen und Übergewicht. Der wichtigste Risikofaktor sei jedoch die genetische Veranlagung, die nicht beeinflussbar sei.