Berlin/PotsdamBerlinerinnen und Berliner sind in den ersten acht Monaten des Jahres aus psychischen Gründen länger krankgeschrieben gewesen als im Vorjahreszeitraum. Das hat eine Auswertung der Krankenkasse AOK Nordost ergeben. Im Schnitt fehlten die Versicherten 25,1 Tage bei der Arbeit. Dieser Durchschnittswert stieg gegenüber dem Vorjahr um rund 16 Prozent an.

Brandenburgerinnen und Brandenburger sind im Schnitt 27,7 Tage aus psychischen Gründen krankgeschrieben gewesen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg der Wert um rund 13 Prozent. Die Kasse verglich die Krankmeldungen der Versicherten von Januar bis August.

Corona-Pandemie könnte Auslöser sein

Alexander Kugelstadt, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im AOK-Ärztehaus „Centrum für Gesundheit“, vermutet, dass der Anstieg mit der Corona-Pandemie zu tun habe. „Bei vielen Patienten mit Angsterkrankungen haben sich die Symptome seit Beginn der Pandemie verschlimmert“, so der Arzt. Auslöser seien unter anderem Sorgen vor einer Ansteckung mit dem Virus, Ängste um Angehörige oder vor einem Verlust des Arbeitsplatzes.

Bundesweit waren es aber noch mehr Fehltage: 29,3 Tage fehlten psychisch erkrankte Versicherte im Schnitt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum lag der Anstieg demnach bei rund 16 Prozent.

Nach eigenen Angaben ist jeder Vierte in Brandenburg bei der AOK Nordost versichert. Die Krankenkasse ist demnach in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit etwa 1,75 Millionen Versicherten die größte regionale Krankenkasse.