Beziehungskiller: Was Sie keinesfalls zu ihrem Partner sagen sollten

Köln - Es muss nicht immer der große Betrug, der verheimlichte Seitensprung oder der theatralische Streit sein. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die uns besonders verletzen und unsere Beziehung langsam vergiften. Nach Erkenntnissen der Psychologie bleibt uns ein negativer Kommentar des Partners viel stärker in der Erinnerung als ein positiver.

Der Psychologe Rick Hanson dazu: „Negative Ereignisse bleiben in unserer Erinnerung haften wie an einem Klettband, positive Ergebnisse und Komplimente hingegen prallen an uns ab wie Teflon.“

Fünfmal so viele positive Momente

Darum meinen Forscher: um eine stabile Beziehung zu führen, müssen die positiven Momente die negativen überlagern. Auch numerisch. So fand Dr. John Gottman in seinen Studien heraus, dass wir fünfmal mehr positive Momente für einem negativen brauchen, um eine stabile Beziehung zu führen. Sehr unglückliche Paare hätten demnach numerisch mehr negative als positive Interaktionen. Der renommierte US-Psychologe erklärt weiter, „ein gewisses Niveau an Negativität ist aber nötig in einer stabilen Beziehung, die Positivität jedoch schürt die Flamme der Liebe.“

Die Psychologin Alexandra Solomon hat drei Sätze identifiziert, die man wirklich niemals zu seinem Partner sagen sollte. Denn auf ihre Botschaft reagiert der Empfänger meist mit einer Abwehrhaltung und genervt. Das entfernt uns weiter von unserem Partner. Das Klima wird kälter, der Ton rauer und es wird schwer, diese Lücke wieder zu kitten.

Wenn du mich wirklich lieben würdest, dann…

Wenn wir diesen Satz sagen, möchten wir, dass der Partner etwas Bestimmtes (für uns) tut oder sagt. Das Problem dabei ist, dass wir den Partner damit emotional erpressen, indem wir ihm unterstellen, er oder sie würde uns nicht lieben. Wir stellen also die Grundlage unserer Beziehung in Frage. Wird er in demselben Tonfall vom Partner gekontert, sind Spannungen vorprogrammiert. Denn eine mögliche Antwort des Partners könnte sein: „ Und wenn du mich lieben würdest, würdest du mich nicht bitten, das zu tun“ – Autsch!

Besser: Intimität herstellen und offen formulieren, was in einem vorgeht. Dabei gilt: Jammern verboten. Eine Formulierung könnte sein: „Es ist schwierig für mich zu verstehen, was dich davon abhält, XY zu tun.“

Warum ist es zwischen uns nicht so wie früher?

Wenn Menschen diesen Satz zu ihrem Partner sagen, dann haben sie offensichtlich Probleme anzuerkennen, dass sich Liebe und eine Beziehung über die Jahre verändern. Doch der ersten Verliebtheit jahrelang nachzutrauern, wertet die Beziehung als solche ab.

Besser: Formulieren Sie, was Sie jetzt gerade denken, brauchen und wollen. Wie: „Ich hätte jetzt gerne eine Massage“ oder „Lass uns am Wochenende etwas Schönes unternehmen“.

Du bist wie deine Mutter/dein Vater

Ganz ehrlich, für wen wäre dieser Spruch kein Schlag ins Gesicht? „Solange diese Feststellung nicht mit einem absoluten Kompliment verbunden ist, lassen Sie es einfach! Auch wenn es Anhaltspunkte gibt, die dafür sprechen“, empfiehlt Alexandra Solomon. Der Partner fühle sich in jedem Fall angegriffen und gehe automatisch in eine Abwehrhaltung.

Besser: Sprechen Sie Verhaltensweisen des Partners an, die Sie konkret stören, wie: „Du wirst gerade wieder sehr laut. Das frustriert mich und ich möchte nicht in deiner Nähe sein.“