BrüsselDie EU-Kommission wird 36 Millionen Euro zuschießen, um Blutspenden genesener Covid-19-Patienten für die Behandlung Kranker einsetzen zu können. Hierbei wird Blutplasma gewonnen, das Antikörper gegen das Coronavirus enthält. In den Blutkreislauf der Erkrankten gebracht, soll es helfen, die Immunabwehr gegen Sars-CoV-2 zu stärken.

Europaweit 150 Blutspendestationen sollen es ermöglichen, viel Plasma zu gewinnen, das entweder den Kranken injiziert oder der Industrie für die Herstellung von Covid-19-Medikamenten zur Verfügung gestellt werden soll. Erste Forschungsergebnisse deuteten darauf hin, dass das sogenannte Rekonvaleszentenplasma bei frühzeitigem Einsatz die Sterblichkeit bei Covid-19-Patienten verringere, erklärte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides in einer Mitteilung.

Der Vorteil der direkten Plasmagewinnung gegenüber der Separierung aus herkömmlichen Blutspenden ist laut Kommission, dass ein Mensch alle zwei Wochen Plasma spenden kann, statt einmal alle drei bis vier Monaten Blut zu spenden. Bei der „Plasmapherese“ bekommt der Spender außerdem einen Großteil seiner anderen Blutbestandteile zurück.

Im Juli 2020 waren alle öffentlichen und gemeinnützigen Blutspendedienste in EU und Großbritannien aufgerufen worden, Mittel für den Kauf entsprechender Geräte zu beantragen. Jetzt wurden Zuschüsse an 24 Projekte in 14 Staaten der EU, darunter Deutschland sowie Großbritannien, genehmigt. Mit den Zuschüssen werden die Anschaffung einer Reihe von „Plasmapheresegeräten“ sowie der notwendigen Ausrüstung unterstützt.