Berlin - Die Sonne lockt die Menschen allerorten ins Freie. Endlich raus aus der Enge des Lockdowns, hinein in die Weite des Vorfrühlings. Eine bisweilen gefährliche Übung, wenn drangvolle Enge die Übertragungswege fürs Coronavirus verkürzt. Doch auch in der Tierwelt sorgt die milde Witterung für Gefahren. Für die Moorfrösche etwa: Sie verlassen ihre Winterquartiere bereits im Februar, sobald die Lufttemperatur an mehreren Tagen hintereinander über zehn Grad beträgt – und sind dann sogleich durch den Straßenverkehr bedroht. 

Der Tod zahlreicher geschützter Tiere ist vorhersehbar

Ein tödliches Spektakel: Moorfrösche gehören zu den „Explosivlaichern“, das heißt, alle Tiere einer Population laichen innerhalb weniger Tage und begeben sich also massenhaft auf Wanderschaft. In der Regel können sie an der Straßenquerung durch Fanggefäße an den Rändern gehindert werden. Weil aber die Böden trotz der Sonne noch vereist sind, lassen sich eben diese Fanggefäße nicht in die Erde verbringen – ebenerdig, sodass die Frösche einfach hineinfallen, dann eingesammelt und schließlich sicher zu ihren Laichplätzen gebracht werden.

„Bislang können wir den Tieren auf ihrem Weg nicht helfen. Der Boden muss erst auftauen“, beschreibt dann auch Rainhard Baier vom Naturschutzbund Brandenburg das Problem. Der Tod zahlreicher der geschützten Tiere im Straßenverkehr sei damit vorhersehbar. Und die Zeit drängt: Da Moorfrösche nicht nur zu den Explosiv-, sondern auch zu den Frühlaichern gehören, gehen sie teilweise schon Anfang März auf Wanderschaft, spätestens aber, wenn das Wasser in den Laichgewässern zwischen zehn und 15 Grad warm ist.

Besonders auf naturnahen Routen gilt: Fuß vom Gas!

Übrigens: Auch andere Frösche sowie Kröten, Molche und Unken erwachen langsam aus dem Winterschlaf. Das Paarungsgeschehen wird also in den nächsten Wochen deutlich zunehmen. Deswegen der alljährliche Appell an die Autofahrer, auf Amphibienwanderstrecken höchstens 30 Kilometer je Stunde zu fahren. Das könne vielen Tieren das Leben retten. Allerdings warnt der ADAC alle Verkehrsteilnehmer davor, die Amphibien in Eigenregie retten zu wollen – das könne besonders in der Dämmerung auf der Landstraße lebensgefährlich sein. (mit dpa)