Bereitet sich durch eifrigen Lachsfang auf die „Fat Bear“-Konkurrenz vor: ein Braunbär.
Foto: dpa/Katmai National Park and Preserve

Her mit dem Winterspeck! In Alaska stehen wieder die „Fat Bear“-Wahlen an. Es geht um die Kür des fettesten Braunbären. Wird es Holly wieder schaffen? Vor einem Jahr überragte sie die Konkurrenz im Katmai-Nationalpark. „Sie ist fett, sie ist fabelhaft“, gratulierten damals die Ranger dem stattlichen Pelztier. Nun ist die „Königin der Körperfülle“ neben elf weiteren Kandidaten erneut im Rennen. Zum sechsten Mal veranstaltet der Park im Südwesten von Alaska die „Fat Bear Week“. Online können Besucher und Bären-Fans eine Woche lang für die dicksten Prachtexemplare stimmen. Der Gewinner wird am Dienstag (6. Oktober) gekürt.

Die Namen verraten es schon: Chunk (zu Deutsch „Klotz“) bringt etwa 500 Kilo auf die Waage. Kandidat „747“, auch als Jumbo Jet bekannt, wurde vor einem Jahr auf rekordverdächtige 630 Kilo geschätzt. Auch in diesem Jahr sei er „sehr fett mit einem tiefhängenden Bauch“, heißt es in der Beschreibung. Als Basis dienen Vorher-Nachher-Fotos aus dem Juni und aus dem September. Sie zeigen, wie sich dünne, abgemagerte Bären innerhalb von nur drei Monaten in dicke, wohlgenährte Kugeln verwandeln. Das ist überlebenswichtig. „Während des Winterschlafs können die Bären bis zu 40 Prozent ihrer Körperfülle verlieren“, sagt Rangerin Amber Kraft.

Diese Region hat mithin die größten Lachsvorkommen der Welt. Wegen ungewöhnlicher Hitze seien die Lachszüge im vorigen Sommer aber erst viel später gekommen, erklärt Kraft. Die Braunbären hätten zwar genug Fressen gefunden, doch die Folgen des Klimawandel seien eine Sorge. Vor diesem Hintergrund erweist sich der lustige „Fat Bear“-Wettstreit auch als eine Aufklärungskampagne über das Ökosystem und den Lebensraum der rund 2200 Braunbären im Katmai-Park. Über 80.000 Besucher lockt der 1980 eingerichtete Park jedes Jahr an, vor allem an die Wasserfälle des Brooks River, wo Dutzende Braunbären von Juni bis Oktober Lachse fangen.