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Was tun im Verdachtsfall? Bitte das zuständige Gesundheitsamt (www.service.berlin.de) oder den Hausarzt telefonisch benachrichtigen. Ein Anruf bei der  Corona-Hotline des Senats (Tel. 9028 2828, von 8-20 Uhr) hat wegen Überlastung meist wenig Erfolg. Lange Wartezeiten gibt es auch bei der KV-Hotline (Tel. 116117).

Aktuelle Entwicklungen auf einen Blick

  • Mehr als 1,1 Millionen Corona-Infizierte weltweit
  • Johns-Hopkins-Uni: Weltweit bereits mehr als 65.000 Coronavirus-Tote
  • Zahl der Intensivpatienten geht in Italien zurück
  • Ausgangssperre in Spanien wegen Corona-Krise bis Ende April verlängert

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+++ 6. April +++

Mehr als 100.000 Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland haben sich inzwischen mehr als 100.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Laut der in der US-Stadt Baltimore ansässigen Johns-Hopkins-Universität wurden bis Sonntagabend 100.024 Infektionsfälle in Deutschland gemeldet. 1576 Menschen starben demnach an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin gab die Zahl der Infizierten am Sonntag noch mit 91.714 an. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung nur einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 1342 Todesfälle.

Deutschland zählt zu den Ländern mit den meisten bestätigten Corona-Fällen weltweit. Nur die USA, Italien und Spanien haben mehr Infektionen gemeldet. Die Sterberate in Deutschland ist aber deutlich niedriger als in diesen Ländern. (AFP)

Trump: So schnell wie möglich wieder Profisport in den USA 

US-Präsident Donald Trump hofft auf eine baldige Wiederaufnahme des Spielbetriebs in den großen amerikanischen Ligen. Das erklärte Trump nach einer Telefonkonferenz mit den Liga-Chefs und weiteren Verantwortlichen aus dem Profisport am Samstag (Ortszeit) in Washington. «Ich möchte die Fans zurück in den Arenen. Sobald wir bereit sind», sagte Trump danach. «Ich kann Ihnen kein Datum nennen, aber ich denke, das wird eher früher als später sein», ergänzte der US-Präsident. (dpa)

Apple entwickelt Atemschutz 

Neben Smartphones und Computern jetzt auch Masken: Apple hat angesichts der Coronavirus-Pandemie einen Atemschutz entwickelt. Die Masken aus durchsichtigem Plastik decken das gesamte Gesicht ab und sind für Krankenhauspersonal bestimmt, wie Konzernchef Tim Cook am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Das Unternehmen werde in der Lage sein, eine Million Masken pro Woche herzustellen.

Der US-Technologiekonzern gehört damit zu einer ganzen Reihe von Unternehmen, die ihre Produktpalette der Corona-Krise angepasst haben. So stellen beispielsweise auch der italienische Luxusauto-Bauer Lamborghini und die italienische Luxusmodemarke Prada inzwischen Atemschutzmasken her. (AFP)

UN-Generalsekretär warnt vor Gewalt gegen Frauen in Corona-Krise 

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat vor einer «schrecklichen Zunahme» häuslicher Gewalt während der Corona-Pandemie gewarnt. In einer am Sonntag (Ortszeit) auf Twitter verbreiteten Videobotschaft rief er die Regierungen weltweit dazu auf, dagegen vorzugehen.

«Wir wissen, dass Ausgangssperren und Quarantäne entscheidend sind, um Covid-19 zu bekämpfen. Aber sie können Frauen mit Partnern, die sie missbrauchen, einsperren», sagte Guterres. «Viele Frauen und Mädchen sind dort am meisten bedroht, wo sie am sichersten sein sollten: Bei sich zuhause.»

In einigen Ländern habe sich die Zahl der Frauen, die deswegen Hilfsdienste anriefen, verdoppelt. Gesundheitsdienste und Polizei würden überschwemmt und seien unzureichend ausgestattet. Örtliche Hilfsgruppen seien «paralysiert» und knapp bei Kasse, warnte der UN-Generalsekretär. Er rief die Regierungen weltweit auf sicherzustellen, dass Gewalttäter weiter verfolgt würden. Zudem sollten Warnsysteme in Apotheken und Geschäften eingerichtet werden. Zufluchtsorte sollten zu unverzichtbaren Einrichtungen erklärt werden. (dpa)

Boeing verlängert Produktionsstopp im Bundesstaat Washington 

Der angeschlagene US-Luftfahrtriese Boeing unterbricht die Arbeit in seinen Werken in der Region Puget Sound und Moses Lake im Bundesstaat Washington aufgrund der Coronavirus-Krise für unbestimmte Zeit. Dieser Schritt hänge unter anderem mit der Ausbreitung von Covid-19 in der Region und Unterbrechungen in den Lieferketten zusammen, teilte Boeing in der Nacht zu Montag mit. Während der Schließung würden weitere Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Mitarbeiter umgesetzt. (dpa)


+++ 5. April +++

Premier Johnson ist im Krankenhaus

Der britische Premierminister Boris Johnson.  
Foto. Tolga Akmen/AFP

Der britische Premierminister Boris Johnson ist wegen seiner Covid-19-Erkrankung vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden. Das teilte der Regierungssitz Downing Street in London am Sonntagabend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. „Es handelt sich um einen vorsorglichen Schritt, da der Premierminister noch zehn Tage, nachdem er positiv auf das Coronavirus getestet wurde, Symptome hat“, hieß es in einer Mitteilung der Regierung.

Der 55 Jahre alte konservative Politiker hatte am Freitag vergangener Woche seine Infektion bekannt gemacht und sich in Selbstisolation in seiner Dienstwohnung zurückgezogen. Doch noch eine Woche später klagte er über Fieber. Ob er seine Amtsgeschäfte weiterführen kann, war zunächst unklar. Sein Stellvertreter wäre nach Medienberichten Außenminister Dominic Raab.

Auch Johnsons schwangere Verlobte Carrie Symonds, hat nach eigenen Angaben eine Woche mit Symptomen der Lungenkrankheit Covid-19 im Bett verbracht. Das teilte die 32 Jahre alte ehemalige Kommunikationschefin der Konservativen Partei am Samstag per Twitter mit. Getestet worden sei sie aber nicht. „Nach sieben Tage Ausruhen fühle ich mich stärker und bin auf dem Weg der Besserung“, so Symonds. Schwanger zu sein mit Covid-19 sei offensichtlich beunruhigend, fügte sie hinzu und teilte eine Online-Infobroschüre mit ihren Followern. Johnson und Symonds hatten erst Ende Februar ihre Verlobung und die Schwangerschaft bekannt gegeben.   

Trump schwört die USA auf harte Zeiten ein: „Es wird viele Tote geben“

US-Präsident Donald Trump hat die Vereinigten Staaten angesichts steigender Opferzahlen der Coronavirus-Epidemie auf harte Zeiten eingeschworen. Es werde in den nächsten zwei Wochen „viele Tote geben, leider“, sagte Trump im Weißen Haus. Die kommende und die darauffolgende Woche würden vermutlich die schlimmsten sein, sagte Trump. Der oberste Gesundheitsbeamte, Vizeadmiral Jerome Adams, fügte am Sonntag im Gespräch mit Fox News hinzu: „Das wird ein Test unserer Widerstandskraft. Das wird die Prüfung unseres Lebens.“ Nun müssten sich alle Amerikaner einen Monat lang an die Schutzmaßnahmen halten und auch in der Öffentlichkeit Masken tragen, forderte er. Die Zahl der bekannten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in den USA überschritt am Wochenende die Marke von 320 000 - das waren deutlich mehr als in jedem anderen Land der Welt. Nach Angaben der Universität Johns Hopkins kamen infolge der Lungenerkrankung Covid-19 bis Sonntagmittag (Ortszeit) bereits über 9000 Menschen ums Leben.

In Italien sinkt die Zahl der Toten erneut

In Italien ist am Sonntag bereits den zweiten Tag in Folge die Zahl der an den Folgen des Coronavirus gestorbenen Menschen gesunken. Der Zivilschutz zählte 525 Todesopfer am Sonntag, nach 681 am Samstag. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten in Italien auf nunmehr 15 887, die aktuell höchste Zahl weltweit. Die Zahl der Menschen in Italien, die sich nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert haben, stieg am Sonntag um rund 3,5 Prozent auf 128 948. Das ist in etwa die gleiche Steigerungsrate wie an den Tagen zuvor, es wird allerdings mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle gerechnet.

Fast 95.000 Corona-Infizierte in Deutschland

In Deutschland sind bis Sonntagnachmittag mindestens 94 927 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: über 89 300 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Mindestens 1384 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag: 1103). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 24 350 nachgewiesenen Fällen und mindestens 411 Toten sowie Nordrhein-Westfalen mit mehr als 20 523 Fällen und mindestens 258 Toten. Gerechnet auf 100 000 Einwohner, verzeichnet Bayern mit einem Wert von 186,2 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 114,2. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Maas ruft zur Einhaltung des Kontaktverbots über Ostern auf

Angesichts der weltweit dramatisch wachsenden Todeszahlen der Corona-Pandemie hat Bundesaußenminister Heiko Maas eindringlich dazu aufgerufen, das in Deutschland geltende Kontaktverbot einzuhalten. «Ein Blick über unsere Grenzen zeigt noch viel dramatischer als bei uns, wie tödlich der Corona-Virus ist», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Daraus müsse man Konsequenzen ziehen: «Wir müssen weiter alles tun, um eine zu schnelle Ausbreitung in Deutschland zu vermeiden. Das gilt leider auch für die Ostertage - so bitter das für viele Familien und Freundeskreise ist.» (dpa)

RKI-Zahlen: 91.714 Corona-infizierte Menschen in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Sonntag mit 91.714 angegeben - ein Plus von 5936 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 96.092 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 1342 Todesfälle, die JHU 1444 Tote. (AFP)

Johns-Hopkins-Uni: Weltweit bereits mehr als 65.000 Coronavirus-Tote

Weltweit sind US-Experten zufolge bereits mehr als 65 000 Menschen infolge der vom neuartigen Coronavirus verursachten Lungenkrankheit gestorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 stieg bis Sonntagmittag auf mehr als 1,2 Millionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins hervorging. In Italien starben demnach 15 000 Corona-Infizierte, in Spanien 12 000 und in den USA 8500.

Unter den am stärksten von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Ländern registrierte die Universität den höchsten Anteil an Corona-Toten bislang in Spanien und Italien. In beiden Ländern starben rund 25,5 Menschen pro 100 000 Einwohner. In Deutschland waren es dagegen 1,7 Todesfälle pro 100 000 Einwohner, in China 0,24.

Die Webseite der Forscher der Universität Johns Hopkins wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC. (dpa)

Papst Franziskus ruft zu Mut in Corona-Krise auf

Papst Franziskus hat in seiner Predigt zum Palmsonntag zu Mut in der Corona-Krise aufgerufen. "Heute, in dieser dramatischen Situation der Pandemie, angesichts so vieler zerbröckelnder Gewissheiten, angesichts so vieler enttäuschter Erwartungen, in diesem Gefühl bedrückender Verlassenheit, sagt Jesus zu einem jeden: 'Nur Mut! Öffne dein Herz meiner Liebe'", sagte Franziskus.

Der Pontifex sprach nicht wie üblich auf dem Petersplatz zu den Gläubigen, sondern wandte sich per Livestream an sie. Damit brach der Vatikan angesichts der Pandemie mit einer jahrhundertealten Tradition zum Auftakt der Karwoche. Der Palmsonntag erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem vor seiner Kreuzigung. Am Ostersonntag feiern die weltweit 1,3 Milliarden Katholiken seine Auferstehung.

Der 83-jährige Papst appellierte an die Gläubigen, ihre Ängste zu überwinden. "Wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen, wenn wir uns in einer Sackgasse befinden, ohne Licht und ohne Ausweg, und wenn es scheint, dass selbst Gott nicht antwortet", sollten wir "uns daran erinnern, dass wir nicht allein sind", sagte er.

Franziskus wurde nach Angaben des Vatikans zwei Mal auf das Coronavirus getestet, nachdem sich sieben Menschen im Vatikan mit dem Virus infiziert hatten. Sein Gesundheitszustand ist den Angaben zufolge gut. (a)

Tokio mit Rekord an neuen Coronafällen - Schon über 1000 Betroffene

Tokio sind am Sonntag weitere 143 Coronavirus-Fälle bestätigt worden, der bislang höchste Anstieg innerhalb eines Tages. Am Vortag waren 118 Menschen positiv auf das neue Coronavirus getestet worden und damit erstmals mehr als 100 Menschen innerhalb eines Tages. Damit zählt die japanische Hauptstadt bereits mehr als 1000 Infektionsfälle. Mit den inzwischen täglich steigenden Zahlen nehme zugleich der Druck auf Ministerpräsident Shinzo Abe zu, möglicherweise den Ausnahmezustand auszurufen, um eine weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern, so lokale Medien. Wegen des weltweit grassierenden Erregers waren kürzlich die in diesem Sommer in Tokio geplanten Olympischen Spiele um ein Jahr verschoben worden.

Bis Samstagabend (Ortszeit) befanden sich 817 infizierte Menschen in Tokioter Krankenhäusern. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden bislang rund 900 Betten für Coronavirus-Patienten reserviert. Tokios Gouverneurin Yuriko Koike erklärte, man werde voraussichtlich an diesem Montag zusätzlich weitere 100 Betten bereitstellen. Es gibt allerdings Zweifel, ob die Behörden bezüglich der Sicherstellung von Klinikbetten mit dem rasanten Anstieg der Fälle mithalten können.

Die Millionen-Metropole Tokio ist das am schlimmsten von Infektionen mit dem neuen Coronavirus betroffene Gebiet in Japan. (dpa)

Zahl der Corona-Toten sinken in Spanien den dritten Tag in Folge

Aus Spanien kommen Zeichen der Hoffnung in der Krise: Bereits den dritten Tag in Folge ist die Zahl der Corona-Toten zurückgegangen. Wie die Behörden am Sonntag in Madrid mitteilten, starben 674 Menschen in den vergangenen 24 Stunden an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Am Donnerstag hatte das Land noch den traurigen Rekord von 950 Toten an einem einzigen Tag gemeldet.

Insgesamt starben in Spanien bislang mehr als 12.400 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion; das sind die meisten Todesfälle in einem Land weltweit nach Italien. Auch die Zahl der Neuinfektionen ging zurück, was auf eine Verlangsamung der Virusausbreitung hindeutet. Die Ansteckungsrate betrug 4,8 Prozent. Vor zehn Tagen lag sie noch bei 14 Prozent.

Insgesamt sind in Spanien mehr als 130.700 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Mehr als 38.000 Menschen gelten inzwischen wieder als genesen. Besonders schlimm ist die Lage im Großraum Madrid. An zweiter Stelle folgt Katalonien.

Trotz des positiven Trends der vergangenen Tag hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Samstag die verhängten Notfallmaßnahmen und Ausgangssperren um weitere zwei Wochen bis zum 25. April verlängert, um die Coronavirus-Ausbreitung in den Griff zu bekommen. (AFP)

Hilfsorganisation: Corona-Maßnahmen für Arme in Afrika problematisch

In den Armenvierteln Afrikas könnten die Maßnahmen gegen das Coronavirus nach Einschätzung von Helfern zur tödlichen Falle werden. Nach Angaben der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer vom Sonntag müssen Arme rausgehen, um Geld zu verdienen. Denn die meisten lebten von der Hand in den Mund. Doch würden die Ausgangssperren, die eine Verbreitung des Coronavirus eindämmen sollen, teils mit massiver Gewalt durchgesetzt. Dies sei lebensbedrohlich für den ärmsten Teil der Bevölkerung. «Ihnen bleibt nur die Wahl: am Coronavirus oder am Hunger zu sterben», sagt Salimane Issifou, Leiter der SOS-Kinderdörfer im westafrikanischen Staat Benin.

In den Ländern südlich der Sahara leben den Angaben zufolge 413 Millionen Menschen in extremer Armut - mehr als die Hälfte aller Armen weltweit. Zwar versuchten die meisten Regierungen, die Armen zu unterstützen, aber das seien Tropfen auf den heißen Stein. So hätten dort 565 Millionen Menschen keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen, 330 Millionen kein sauberes Wasser. Abstand halten sei nicht möglich in überfüllten Slums lebten wie in Kibala in Kenia oder in den Townships von Südafrika. (dpa)

Klinik in Tel Aviv erlaubt geschützten Abschied von Corona-Sterbenden

Eines der größten Krankenhäuser Israels will es Angehörigen erlauben, sich in Schutzkleidung am Krankenbett von sterbenden Corona-Infizierten zu verabschieden. Im Ichilov-Krankenhaus in Tel Aviv sei dies bereits Praxis, bestätigte ein Sprecher am Sonntag. Die israelische Zeitung «Haaretz» schrieb, andere Krankenhäuser in Israel suchten ähnliche kreative Lösungen. In Deutschland dürfen Sterbende in vielen Kliniken besucht werden.

Der Ichilov-Leiter Professor Ronni Gamzu sagte: «Die Geschichten von Patienten, die allein sterben, entsetzen mich als Mensch und als Klinikchef, und wir dürfen es nicht zulassen, dass solche Dinge in unserem Gesundheitssystem passieren.» Deshalb dürften nun Angehörige «in voller Schutzausrüstung, die vom Krankenhaus geliefert wird, von ihren geliebten Menschen Abschied nehmen». Dies sei «unsere moralische Pflicht als medizinisches Personal und als Menschen», sagte Gamzu. «Ich glaube, dass der Rest der Welt unserem Beispiel folgen wird.»

Weltweit gibt es schockierende persönliche Berichte von Angehörigen, die sich gar nicht oder nur über Video-Chat von Sterbenden verabschieden konnten. (dpa)

Zweites Flüchtlingslager in Griechenland wegen Corona-Falls abgeriegelt 

Die griechischen Behörden haben ein weiteres Flüchtlingslager wegen eines Coronavirus-Falls abgeriegelt. Ein afghanischer Bewohner des Flüchtlingslagers in Malakasa nahe Athen sei positiv auf das Virus getestet worden, teilte das Migrationsministerium am Sonntag mit. In den kommenden zwei Wochen dürfe niemand das Camp verlassen oder betreten.

Der 53-jährige Afghane hat den Angaben zufolge eine Vorerkrankung. Mit Corona-Symptomen hatte er sich demnach selbst an die medizinische Einrichtung innerhalb des Flüchtlingslagers gewandt. Anschließend sei er in ein Krankenhaus in Athen gebracht worden, wo er positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.

Die Familie des Mannes befindet sich laut dem Ministerium unter Quarantäne. Demnach sollen schrittweise alle Bewohner einem Corona-Test unterzogen werden.

Bereits vor wenigen Tagen hatten die Behörden in der 80 Kilometer von Athen entfernten Stadt Ritsona ein Flüchtlingslager unter Quarantäne gestellt, nachdem bei einer Bewohnerin eine Coronavirus-Infektion festgestellt worden war. Seither wurden nach Behördenangaben 23 Menschen in dem Flüchtlingslager positiv auf das Coronavirus getestet.

Menschenrechtsorganisationen haben angesichts der Corona-Krise zu einer Räumung der griechischen Flüchtlingslager aufgerufen. Besonders katastrophal sind die Bedingungen in den überfüllten Flüchtlingscamps auf den Ägäis-Inseln, wo zehntausende Migranten leben. (AFP)

Queen wendet sich wegen Corona-Krise in Ansprache an ihr Volk

Wegen der verheerenden Corona-Krise wendet sich die britische Königin Elizabeth II. am Sonntagabend mit einer seltenen Ansprache an ihr Volk. "Ich spreche zu Ihnen in einer zunehmend herausfordernden Zeit", heißt es laut vorab veröffentlichten Auszügen aus dem Redemanuskript der Queen. Vertreter des Königshauses sprachen von einer "zutiefst persönlichen" Rede der 93-jährigen Monarchin.

Sie habe großes Vertrauen, dass die Menschen trotz aller Schwierigkeiten mit den Herausforderungen umgehen könnten, heißt es demnach in der Rede weiter, die auf Schloss Windsor westlich von London aufgezeichnet wurde und am Sonntagabend um 21.00 MESZ ausgestrahlt werden sollte. Die Queen spricht von einem "Bruch im Leben unseres Landes: ein Bruch, der einigen Leid gebracht hat, vielen finanzielle Schwierigkeiten und enorme Veränderungen im alltäglichen Leben von uns allen".

Sie hoffe, dass die Menschen in den kommenden Jahren stolz darauf sein könnten, wie sie auf die Herausforderungen reagiert hätten. "Und diejenigen, die nach uns kommen, werden sagen, die Briten dieser Generation waren so stark wie jede. Dass die Eigenschaften von Selbstdisziplin, ruhiger, gut gelaunter Entschlossenheit und Verantwortungsgefühl dieses Land noch immer auszeichnen."

Die Ansprache der Queen soll sich an die Menschen in Großbritannien und im gesamten Commonwealth richten. Traditionell hält die Königin eine Weihnachtsansprache, ansonsten aber hält sie sich mit solchen Auftritten sehr zurück. Außergewöhnliche Ansprachen hielt sie bisher erst drei Mal: 1991 zum Golfkrieg, 1997 zum Tod von Prinzessin Diana und 2002 nach dem Tod ihrer Mutter, "Queen Mum".

Königin Elizabeth und ihr 98-jähriger Ehemann Prinz Philip waren am 19. März als Vorsichtsmaßnahme wegen des Coronavirus aufgrund ihres hohen Alters nach Schloss Windsor umgezogen. Ihr ältester Sohn, Prinz Charles, begab sich nach einer Coronavirus-Infektion in häusliche Quarantäne. (AFP)

Britische Sängerin Marianne Faithfull nach Coronavirus-Infektion im Krankenhaus

Die britische Sängerin und Schauspielerin Marianne Faithfull hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Die 73-Jährige werde in einem Londoner Krankenhaus wegen der Lungenkrankheit Covid-19 behandelt, schrieb der Musikindustrie-Branchendienst Republic Media am Samstag unter Berufung auf Faithfulls Manager François Ravard im Kurzbotschaftendienst Twitter. Ihr Zustand sei stabil und sie spreche auf die Behandlung an.

Faithfull war eine der bekanntesten Sängerinnen der 60er Jahre - nicht zuletzt wegen ihrer Beziehung zu Mick Jagger von den Rolling Stones, der zusammen mit seinem Gitarristen Keith Richards den ersten Hit für die damals 17-Jährige schrieb: "As Tears Go By".

Aber auch später noch feierte Faithfull Erfolge, unter anderem 1979 mit dem Album "Broken English". Ihre Vergangenheit als Drogenabhängige und Depressive habe sie hinter sich gelassen, sagte sie einmal in einem Interview. (AFP)

Kreuzfahrtschiff mit Corona-Patienten und Toten legt in Miami an

Ein weiteres Kreuzfahrtschiff mit Corona-Patienten an Bord hat nach dem Tod zweier Passagiere in einem US-Hafen angelegt. Die «Coral Princess» dockte US-Medienberichten zufolge am Samstag (Ortszeit) im Hafen von Miami. Wann die mehr als Tausend Passagiere und knapp 900 Crew-Mitglieder von Bord gehen dürfen war demnach zunächst noch unklar.

Der Kreuzfahrtanbieter Princess Cruises hatte laut dem Sender CNN bereits am Donnerstag mitgeteilt, dass zwölf Menschen an Bord - sieben Passagiere und fünf Crew-Mitglieder - positiv auf das Coronavirus getestet worden seien. Am Samstag habe das Unternehmen dann bekanntgemacht, dass zwei Passagiere gestorben seien.

Den Angaben zufolge war die «Coral Princess» am 5. März in Chile abgefahren. Die Reise sollte demnach bereits am 19. März in Argentinien enden. Wegen der Coronavirus-Pandemie hätten sich aber mehrere Länder geweigert, die Passagiere an Land gehen zu lassen.

Zuvor hatte am Donnerstag bereits die «Zaandam» im Hafen von Fort Lauderdale in Florida angelegt. Die Passagiere sollten von der Stadt nahe Miami aus zum Großteil ausgeflogen werden. Einige Erkrankte sollten aber auch vor Ort medizinisch versorgt werden oder zur Quarantäne an Bord bleiben. Auf der «Zaandam» waren mehrere Passagiere positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Reederei Holland America Line hatte am Montag mitgeteilt, vier Passagiere seien gestorben, andere seien in Lebensgefahr. (dpa)

+++ 4. April +++

630 Tote im Bundesstaat New York

Im Bundesstaat New York sind binnen 24 Stunden 630 mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Dies sei der höchste Anstieg der Opferzahl innerhalb eines Tages, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Samstag. Insgesamt starben in dem Bundesstaat inzwischen 3565 Menschen an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl der Infizierten in dem Bundesstaat erhöhte sich auf knapp 114.000, das sind nur rund 6000 weniger als in ganz Italien.

In den USA haben sich inzwischen mehr als 300.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Landesweit stieg die Zahl der bestätigten Infektionsfälle am Samstag nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität auf 300.915 - weltweit die meisten Fälle in einem Land. Mehr als 8100 Menschen starben demnach an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.  Alleine in New York City gibt es mehr als 63.000 Corona-Fälle. Nach Angaben von Gouverneur Cuomo haben sich 85.000 Freiwillige gemeldet, um den Kampf gegen das Coronavirus in dem Bundesstaat zu unterstützen. Der Bürgermeister von New York City, Bill de Blasio, rief latu AFP alle ausgebildeten Fachkräfte in der Stadt zu Hilfseinsätzen in den Krankenhäusern auf.

Zahl der Intensivpatienten geht in Italien zurück

Erstmals seit gut einem Monat ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Intensivpatienten in Italien gesunken, meldet AFP. 3994 Menschen würden derzeit auf Intensivstationen behandelt, 74 weniger als am Vortag, sagte Zivilschutz-Chef Angelo Borrelli am Samstag. „Das sind sehr wichtige Neuigkeiten, denn das verschafft unseren Krankenhäusern eine Atempause.“ In der besonders schwer betroffenen Region Lombardei konnten demnach etwa 50 Patienten die Intensivstation verlassen. Die Zahl der an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorbenen Menschen in Italien erhöhte sich am Samstag um 681 Tote auf knapp 14.700. Der Anstieg der Opferzahlen schwäche sich stetig ab, sagte Borrelli. Ende März seien noch fast tausend Tote innerhalb eines Tages registriert worden.

US-Regierung empfiehlt nun doch, Schutzmasken zu tragen

Die US-Regierung rät entgegen der bislang geltenden Richtlinien nun doch zum Tragen von Gesichtsmasken als Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus. „Das ist freiwillig“, sagte US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus. Er fügte hinzu: „Ich habe mich entschieden, es nicht zu tun.“ Die Empfehlung gelte für Masken aus Stoff, die man zum Beispiel zu Hause machen könne, nicht aber für medizinische Schutzmasken. Diese müssten dem medizinischen Personal vorbehalten bleiben. Trump betonte, die Empfehlung ersetze die bisher eingeführten Schutzmaßnahmen nicht, sondern ergänze sie.  Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte gesunden Menschen ohne Symptome bislang explizit nicht dazu geraten, Masken zu tragen. Nun heißt es allerdings, Stoffmasken, die Mund und Nase abdeckten, sollten in der Öffentlichkeit getragen werden.

Verbraucherschützer: Finger weg von Corona-Selbsttests

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät von Selbsttests auf das Coronavirus ab. Die Tests erforderten zwei Proben, davon eine aus den unteren Atemwegen, die schwer zu nehmen sei, erklärten die Verbraucherschützer am Samstag. Fehler entstünden auch häufig beim Verschicken der Proben an die Labore, was möglichst schnell und mit einer bestimmten Verpackung passieren müsse. Außerdem seien die Laborkapazitäten begrenzt.

„Alle Menschen auf Coronavirus-Infektionen zu testen, ist nicht möglich“, sagte die Gesundheitsexpertin der Verbraucherzentrale Tanja Wolf. Die knappen Kapazitäten sollten besonders betroffenen Gruppen wie Pflegebedürftigen, Pflegern und Ärzten vorbehalten bleiben. Wer Erkältungssymptome bemerke, solle sich an seinen Hausarzt oder kommunale Corona-Hotlines wenden und die Entscheidung über einen Test Fachleuten überlassen. Im Netz werden Corona-Selbsttests zum Verkauf angeboten. (dpa)

Mehr als 1,1 Millionen Corona-Infizierte weltweit

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus ist weltweit auf mehr 1,1 Millionen gestiegen. Das geht aus aktuellen Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in den USA hervor. Die meisten Fälle wurden demnach in den USA gezählt, wo bis Samstagmorgen mehr als 278.000 Menschen als infiziert gemeldet wurden. An zweiter und dritter Stelle lagen den Angaben nach Italien mit 119.827 und Spanien mit 119.199 Fällen, gefolgt von Deutschland mit 91.159 bekannten Infektionen. 

Das Land mit den meisten Todesfällen ist den Angaben zufolge Italien, wo bisher 14.681 Menschen an Covid-19 starben. In den USA stieg die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit zuletzt binnen 24 Stunden um mehr als 1400. Weltweit starben demnach knapp 60.000 Menschen an den Folgen der Virusinfektion.

Wissenschaftlern zufolge dürfte die Dunkelziffer bei Fall- und Totenzahlen jedoch hoch sein. Zum einen hängt die Zahl der nachgewiesenen Infektionen davon ab, wie viele Menschen überhaupt getestet werden. Zudem haben manche Länder spät mit dem Testen angefangen oder setzen bewusst auf eine selektive Teststrategie. Zum anderen dürften viele Menschen mit Vorerkrankungen oder im hohen Alter durch die Virusinfektion gestorben sein, ohne dass Ärzte das zu dem Zeitpunkt erkannt hatten oder prüfen konnten. (dpa)

Großbritannien meldet mehr als 700 neue Corona-Todesfälle

In Großbritannien ist die Zahl der Corona-Toten auf einen neuen Höchststand gestiegen: Es seien 708 neue Todesfälle binnen 24 Stunden registriert worden, teilte am Samstag das Gesundheitsministerium in London mit. Damit starben im Königreich insgesamt bereits mehr als 4300 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl der Corona-Infizierten stieg den offiziellen Angaben zufolge auf knapp 42.000.

Die britische Regierung hatte im Kampf gegen die Corona-Pandemie restriktive Maßnahmen zunächst abgelehnt, weshalb sie heftig kritisiert wurde. Inzwischen gilt im ganzen Land aber eine Ausgangssperre. (dpa)

Österreich: Anstieg bei Genesenen höher als bei neuen Infektionen

In Österreich ist die Zahl der von Covid-19 genesenen Menschen innerhalb von 24 Stunden erstmals schneller gestiegen als die Zahl der neuen bestätigten Coronavirus-Infektionen. Wie das Gesundheitsministerium in Wien der Deutschen Presse-Agentur am Samstag bestätigte, gab es mit Stand Samstag, 8 Uhr, 11.525 bestätigte Fälle einer Sars-CoV-2-Infektion in der Alpenrepublik - 354 Fälle mehr als am Vortag. Von der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 genesen waren mit Stand Samstag, 9.30 Uhr, insgesamt 2507 Menschen - das sind 485 mehr als am Vortag.

Damit bestätigte sich auch am Samstag der positive Trend beim Kampf gegen das Coronavirus in Österreich. In den vergangenen Tagen war die tägliche Steigerungsrate bei den bestätigten Infektionen deutlich gesunken und lag zuletzt unter fünf Prozent. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) warnte aber vor verfrühter Freude. „Wir haben unsere Ziele absolut noch nicht erreicht. Aber wir sehen, dass wir sie - wenn alle weiter zusammenhalten und mitmachen und konsequent bleiben - erreichen können“, sagte er am Samstag laut einer Mitteilung. (dpa)

Rumänien: Weitere Stadt wegen Corona-Krise gesperrt

In Rumänien ist eine zweite Stadt wegen Häufung von Infektionen mit dem Coronavirus gesperrt worden. Auf Anordnung von Innenminister Marcel Vela vom Samstag wird nun der Ort Tandarei mit rund 13.000 Einwohnern im Südosten des Landes von Polizei und Militär scharf bewacht. Passieren dürfen nur noch Warentransporte und Menschen von außerhalb, die dort in den Bereichen Versorgung, Medizin und Verwaltung arbeiten. In der vorigen Woche waren bereits die nordöstliche Stadt Suceava mit 92.000 Einwohnern sowie acht Nachbardörfer gesperrt worden.

Die Bürgermeisterin von Tandarei, Nicoleta Toma, hatte berichtet, dass sich in ihrem Ort viele Menschen nicht an den gebotenen Abstand voneinander gehalten hätten. Von den bisher 48 Corona-Todesopfern im gesamten regionalen Verwaltungsbezirk waren 31 in Tandarei ansässig.

In Suceava übernahm die Armee auch die Leitung des Kreiskrankenhauses, nachdem dieses zu einem Corona-Infektionsherd geworden war. Landesweit sind in Rumänien bis Samstag 141 Menschen nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 gestorben. Insgesamt 3613 hatten sich seit Ausbruch der Pandemie infiziert, 329 sind inzwischen wieder gesund. 119 Infizierte werden in Intensivstationen behandelt.

Kreuzfahrtschiff „Artania“ in Quarantäne vor Australien

Für das an der Küste Westaustraliens liegende Kreuzfahrtschiff „Artania“ ist wegen Corona-Infektionen eine 14-tägige Quarantäne verhängt worden. Die Quarantäne habe am Freitag um 22.00 Uhr Ortszeit begonnen, teilten der deutsche Reiseveranstalter Phoenixreisen (Bonn) und der Gesundheitsminister des Bundesstaates Westaustralien, Roger Cook, mit.

Das Schiff, bekannt aus der ARD-Dokuserie „Verrückt nach Meer“, liegt seit der vergangenen Woche im Hafen der Stadt Fremantle südlich von Perth. Grund ist, dass auf dem Schiff Coronavirus-Fälle aufgetreten waren. Mehr als 840 Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden nach Deutschland geflogen, 23 Gäste und 13 Crewmitglieder kamen in australische Krankenhäuser, ein 69 Jahre alter Passagier war am Donnerstag gestorben. Einige der mit dem Sars-CoV-2-Virus Infizierten befinden sich australischen Angaben zufolge in kritischem Zustand.

Auf Anweisung der Behörden waren zwölf weitere Passagiere, die eigentlich auf dem Schiff bleiben wollten, in den vergangenen Tagen an Land gebracht und in Hotels für 14 Tage in Quarantäne geschickt worden. Vier Mitarbeiter - zum Beispiel der Chefkoch - die bis dahin mit Passagierstatus mitgereist waren, durften dagegen bleiben. Sie seien jetzt als Crewmitglieder eingestuft worden.

Derzeit liefen Verhandlungen mit den Behörden, möglichst viele der noch gut 500 Besatzungsmitglieder an Bord in ihre Heimatländer auszufliegen, sagte eine Phoenix-Sprecherin. Wann das passieren könne und wie viele Menschen an Bord bleiben würden, sei noch unklar. Rein technisch reichten etwa 20 bis 30 Crewmitglieder aus, um das Schiff zurück nach Europa zu fahren, sagte sie.

Ausgangssperre in Spanien wegen Corona-Krise bis Ende April verlängert

In dem von der Corona-Pandemie schwer getroffenen Spanien wird die Ausgangssperre für die Bevölkerung nochmals verlängert. RegierungschefPedro Sánchez gab am Samstag im Fernsehen die Verlängerung um zwei Wochen bis zum 25. April bekannt. Das Kabinett werde am Dienstag dazu die Zustimmung des Parlaments beantragen. Notfallmaßnahmen und die Ausgangssperre gelten seit dem 14. März.

Spanien ist in Europa nach Italien das am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land. Immerhin gab es am Samstag einen kleinen Hoffnungsschimmer: Die Zahl der neuen Todesfälle in dem Land ging den zweiten Tag in Folge leicht zurück. Wie die Behörden am Samstag mitteilten, starben am Vortag 809 Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Zwei Tage zuvor waren es noch 950 Tote - ein trauriger Rekord an einem einzigen Tag in Spanien.

Insgesamt starben in dem Land bislang mehr als 11.700 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion. Auch die Zahl der Neuinfektionen ging den Angaben zufolge mit rund 7000 leicht zurück. (AFP)

Roboter statt Ärzte: Italien setzt in Pandemie verstärkt auf Technik

Um sich selbst vor einer Corona-Infektion zu schützen, setzen Ärzte und Pflegepersonal im von der Pandemie schwer getroffenen Norden Italiens nun verstärkt auf den Einsatz von Robotern. Die Maschinen, die entfernt an die Statur eines Menschen erinnern, können etwa den Puls der hochansteckenden Patienten messen - die Ergebnisse auf den Bildschirmen erlauben es den Medizinern, sich selbst aus den Patientenzimmern fernzuhalten und die wichtige Daten in einem separaten Raum abzulesen. „Roboter sind unermüdliche Assistenten, die sich nicht anstecken und nicht krank werden können“, sagte der Chef der Intensivstation im Circolo-Krankenhaus im norditalienischen Varese, Francesco Dentali. „Ärzte und Krankenschwestern sind durch das Virus schwer getroffen worden - die Tatsache, dass die Roboter sich nicht infizieren können, ist eine große Errungenschaft.“ Einige der Roboter sind weiß und haben Bildschirme und Sensoren anstatt eines menschlichen Kopfes. Andere sind einfacher gebaut und erinnern ein wenig an einen schwarzen Besenstiel auf Rädern. Nach Angaben der italienischen Ärztevereinigung vom Freitag sind während der Pandemie bereits mindestens 70 Ärzte und Pflegekräfte in dem Land gestorben. Es wird vermutet, dass die Mehrheit von ihnen noch am Leben wäre, wenn sie sich besser hätten schützen können. In Italien sind bereits knapp 14.700 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben - so viele wie in keinem anderen Land der Welt. Ärzte bezweifeln die offiziellen Zahlen aber und gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Toten in der Lombardei doppelt so hoch sein könnte.

Erster Flieger aus Neuseeland mit Deutschen in Frankfurt gelandet

Ein erster Flieger mit in Neuseeland gestrandeten Deutschen ist am frühen Samstagmorgen am Frankfurter Flughafen gelandet. Wie die Bundespolizei auf Anfrage mitteilte, kam die Maschine der Air New Zealand um kurz nach sechs Uhr von Auckland mit Zwischenstopp im kanadischen Vancouver an.

In Neuseeland sitzen zurzeit am meisten Deutsche im Ausland fest - mehr als 12.000 hatten sich nach Angaben der deutschen Botschaft in Wellington wegen der Corona-Krise für das Rückholprogramm registriert. Weitere Evakuierungsflüge soll es in den kommenden Tagen aus Auckland und Christchurch geben. Daran ist die Lufthansa nach eigenen Angaben mit zehn Großraumflugzeugen beteiligt.

Das Auswärtige Amt hatte die Rückholaktion aus Neuseeland am Samstag vor einer Woche gestartet. Nach einem ersten Flug wurden alle weiteren geplanten Flüge zunächst gestoppt. Am Donnerstag kündigte die Regierung in Wellington dann an, anderen Regierungen wieder zu erlauben, Gestrandete auszufliegen. In Neuseeland gelten wegen der Ausbreitung des Coronavirus strenge Ausgangsbeschränkungen. (dpa)

Corona-Zahlen in Spanien stabilisieren sich - aber fast 12.000 Tote

In Spanien stabilisieren sich die Zahlen der Corona-Krise drei Wochen nach Beginn der strikten Ausgehsperre weiter. Die Zuwachsrate der Neuinfektionen ging bis Samstagmittag erneut zurück und lag bei weniger als sechs Prozent. Insgesamt wurden rund 7000 neue Ansteckungen nachgewiesen, die Gesamtzahl belief sich auf mehr als 124.700, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Gleichzeitig wurden den amtlichen Angaben zufolge fast 4000 an Covid-19 erkrankte Patienten innerhalb eines Tages als genesen entlassen. Damit sind schon mehr als 34.000 Betroffene wieder gesund. Spanien ist weltweit eines der am stärksten von der Krise betroffenen Länder. (dpa)

Österreichische Firmen starten Schutzmasken-Produktion

Um den hohen Bedarf wegen der Corona-Krise decken zu können und unabhängiger vom Weltmarkt zu werden, haben in Österreich mehrere Firmen gemeinsam eine Schutzmaske für das Gesundheitspersonal entwickelt. Wie Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) am Samstag in Wien mitteilte, könne die Produktion innerhalb weniger Tage zunächst auf 100 000 Stück pro Tag und im nächsten Schritt auf 500.000 Stück pro Tag hochgefahren werden. Allerdings würden dazu mehrere Hundert Näherinnen gesucht.

Die neue Maske halte 95 Prozent aller Viren ab und sei daher FFP2-zertifiziert. Sie schütze damit auch den Träger vor einer Ansteckung - anders als der Mund-Nasen-Schutz, der seit Mittwoch in österreichischen Geschäften am Eingang an die Kunden ausgeteilt wird.

Laut Schramböck ist die Produktion von Schutzmasken vor Ort wichtig, da die Qualität auf dem Weltmarkt teilweise sehr unterschiedlich sei. Schramböck betonte diesbezüglich auch, dass das Coronavirus ein „Weckruf für Gesamteuropa“ sei. „Nämlich ein Weckruf, dass wir wieder mehr in Europa produzieren sollten, auch in der Pharma-Industrie.“

In Österreich liege der Bedarf an Schutzmasken für vier Wochen bei zwölf Millionen Stück. Für das eigens entwickelte Modell werde auch an einer Möglichkeit der Wiederverwendung gearbeitet. Die Produktion sei bereits mit 15 000 Stück pro Tag angelaufen. (dpa)

Bayer legt großen Vorrat an Chloroquin-Tabletten zum Einsatz gegen Corona an

Im Kampf gegen das Coronavirus setzt der deutsche Pharmakonzern Bayer auf sein bereits vor Jahrzehnten entwickeltes Malaria-Medikament Resochin: Der Konzern ließ insgesamt 600.000 Tabletten, die den Wirkstoff Chloroquin enthalten, nach Deutschland liefern und dort sicher einlagern, wie die „Bild“-Zeitung am Samstag berichtete.

Bayer produziere das Medikament nun „ausschließlich fürs Gemeinwohl“ und gebe es „in der Krise kostenlos an Regierungen weiter“, sagte der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann der Zeitung. Dem Sender n-tv sagte Baumann am Samstag: „Bestehende Medikamente sind die größte Hoffnung.“ Medikamente, die erst noch entwickelt werden müssten, würden nicht rechtzeitig und nicht in ausreichender Menge verfügbar sein. Resochin sei hingegen sofort verfügbar. „Und wir werden alles dafür tun, dieses Medikament in ausreichenden Mengen herzustellen, wenn es tatsächlich wirksam sein sollte“, sagte Baumann in n-tv. Resochin ist der Bayer-Handelsname für den Wirkstoff Chloroquin.

Das bereits in den 30er Jahren entwickelte Medikament zur Malariaprophylaxe ist schon seit einigen Wochen im Gespräch, nachdem Tests an Zellkulturen eine Hemmung der Vermehrung des neuartigen Coronavirus gezeigt hatten, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. (dpa9

Bayern nimmt zehn Corona-Patienten aus Frankreich auf

Bayern will in der Corona-Krise zehn schwerkranke Covid-19-Patienten aus der französischen Hauptstadt Paris zur Behandlung aufnehmen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Samstag bei Twitter mit. Er habe der französischen Botschafterin Unterstützung zugesagt. „In der Not helfen Freunde“, schrieb Söder. „Europa muss zusammenstehen.“ Seit vergangenen Sonntag hat Bayern bereits zehn Corona-Patienten aus Italien zur medizinischen Versorgung aufgenommen.

Frankreich gehört neben Italien und Spanien zu den Ländern in Europa, die vom Coronavirus besonders betroffen sind. Seit dem 1. März starben in Frankreich mehr als 6500 infizierte Menschen. Auch andere Bundesländer nehmen Covid-19-Patienten zur Behandlung auf. (dpa)

Erstmals mehr als 100 Coronafälle in Tokio an einem Tag

Erstmals sind in Tokio an einem Tag mehr als 100 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie japanische Medien am Samstag berichteten, wurden an dem Tag mindestens 118 neue Fälle bestätigt. Damit zählt die japanische Hauptstadt bereits mehr als 890 Infektionsfälle. Mit den inzwischen täglich steigenden Zahlen nehme zugleich der Druck auf Ministerpräsident Shinzo Abe zu, möglicherweise den Ausnahmezustand auszurufen, um eine weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern, hieß es. Wegen des weltweit grassierenden Coronavirus waren kürzlich die in diesem Sommer in Tokio geplanten Olympischen Spiele um ein Jahr verschoben worden.

Bis Freitag befanden sich 704 infizierte Menschen in Tokioter Krankenhäusern. Mit dem Anstieg am Samstag dürften die für Coronavirus-Patienten reservierten Betten ausgelastet sein, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo weiter berichtete. Anders als in der Anfangsphase der Corona-Krise sind inzwischen deutlich weniger Menschen in Einkaufszonen von Tokio und anderen japanischen Städten zu sehen, nachdem die Behörden die Bevölkerung aufgerufen hatten, am Wochenende möglichst zu Hause zu bleiben. Auch blieben diesmal mehr Geschäfte und Restaurants geschlossen als am vergangenen Wochenende. (dpa)

Sängerin Pink mit Coronavirus infiziert

US-Sängerin Pink (40, „Just Like a Pill“) hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Dies gab die zweifache Mutter am Freitagabend (Ortszeit) auf Instagram bekannt. Vor zwei Wochen hätten sie und ihr dreijähriger Sohn Jameson Anzeichen von Covid-19 gehabt. Glücklicherweise hätte ihr Arzt schnell einen Test besorgen können, der bei ihr positiv ausfiel. Die ganze Familie habe sich zwei Wochen isoliert, alle seien nun gesund, teilte Pink mit.

Die Sängerin übte scharfe Kritik an Washington, nicht schnell und umfassend für Tests gesorgt zu haben. „Wir müssten Test kostenlos und breitflächig ermöglichen, um unsere Kinder, Familien, Freunde und Gemeinden zu schützen“, fordert der Star. Sie werde eine Million Dollar für das Gesundheitswesen spenden - zu gleichen Teilen für eine Klinik in Philadelphia, an der ihre Mutter 18 Jahre lang arbeitete, und für eine Krisenkasse der Stadt Los Angeles. Pink dankte den „Helden“ im Gesundheitswesen und ermahnte ihre Fans: „Bitte bleibt Zuhause“. (dpa)

28 Menschen bei Corona-Evakuierungsaktion im Südpazifik von Fähre gespült

Vor den Salomonen im Südpazifik sind bei einem heftigen Sturm mindestens 28 Passagiere über Bord einer Fähre gegangen, die die Menschen wegen der Coronavirus-Pandemie in ihre Heimatdörfer bringen sollte. Überlebende berichteten am Samstag, dutzende Menschen seien von hohen Wellen und starken Winden von Bord gespült worden. Örtliche Medien bezifferten die Zahl der Toten auf 28. Die Polizei erklärte, es sei unmöglich, die Opferangabe zu überprüfen.

Den Medienberichten zufolge bemerkte der Kapitän des Schiffes bis zum Anlegen nicht, dass Passagiere über Bord gegangen waren. Die Fähre war im Rahmen eines Regierungsprogramms für Evakuierungen wegen der Corona-Pandemie auf dem Weg von der Hauptstadt Honiara in das 120 Kilometer entfernte West Are'are. Die Fähre hatte am Donnerstagabend abgelegt, als der Tropen-Zyklon „Harold“ sich auf die Inselgruppe zu bewegte. Der Kapitän ignorierte jedoch Warnungen der Wetterdienste, unnötige Reisen zu unterlassen. Nach Angaben von Regierungschef Manasseh Sovagare wurde eine Suchaktion nach den vermissten Passagieren gestartet.

Der Katastrophenschutz auf den Salomonen, wo es nur eine begrenzte Gesundheitsversorgung gibt, bereitet sich derzeit auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie vor. Zugleich müssen die Behörden mit den Folgen von Zyklon „Harold“ kämpfen. Der Inselstaat mit nur rund 600.000 Einwohnern zählt bislang allerdings zu den wenigen Ländern weltweit, in denen noch keine Corona-Infektionen gemeldet wurden. (AFP)

16 Tote nach Konsum von vermeintlichem Corona-Schutz-Getränk in Peru

Es sollte angeblich gegen eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus helfen: Weil sie als Heilmittel propagierten gepanschten Alkohol tranken, sind in einer abgelegenen Gegend Perus mindestens 16 Menschen gestorben. Die Patienten seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem sie den Alkohol im Glauben getrunken hätten, dieser schütze sie vor einer Infektion mit dem Coronavirus, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Andina am Freitag unter Berufung auf die örtlichen Gesundheitsbehörden. Die Patienten aus der Andenregion Huancavelica wiesen demnach Vergiftungssymptome auf. Die Polizei habe die alkoholischen Getränke beschlagnahmt, die in „einem Etablissement zweifelhaften Rufs“ verkauft worden seien.

In Peru sind nach offiziellen Angaben bislang knapp 1600 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 61 Menschen starben. In dem Andenstaat gelten obligatorische Ausgangsbeschränkungen sowie eine nächtliche Ausgangssperre. Im benachbarten Ecuador halten sich derweil nach Regierungsangaben mindestens 40 Prozent der Corona-Infizierten nicht an die vorgeschriebene Quarantäne. Staatschef Lenín Moreno sagte in einer Fernseh- und Radioansprache, es handele sich dabei um Menschen, die sich entweder „leichtsinnig oder verantwortungslos“ verhielten. Er kündigte an, die Betroffenen künftig technisch überwachen zu lassen. In Ecuador gibt es offiziell bislang mehr als 3300 Corona-Infizierte und 145 Todesfälle. (AFP)

USA wollen Export knapper medizinischer Schutzausrüstung verbieten

Die US-Regierung will den Export knapper medizinischer Schutzausrüstung wegen der Ausbreitung des Coronavirus verbieten. Das kündigte US-Präsident Donald Trump am Freitagabend (Ortszeit) im Weißen Haus in Washington an. Verhindert werden solle etwa der Export von Atemschutzmasken des Typs N95, von Operationshandschuhen und anderen Produkten. „Wir brauchen diese Produkte sofort bei uns im Land“, mahnte er.

Das amerikanische Unternehmen 3M, das unter anderem Atemschutzmasken herstellt, äußerte sich kritisch zu der Anweisung. Diese habe erhebliche humanitäre Auswirkungen für bestimmte Länder. Außerdem könne der Schritt nach sich ziehen, dass andere Staaten ebenfalls den Export solcher Produkte in die USA aussetzten, was in der aktuellen Lage kontraproduktiv wäre.

Als Lehre aus der Coronavirus-Krise will die US-Regierung auch die Herstellung wichtiger medizinischer Produkte wieder verstärkt in die Vereinigten Staaten zurückholen. Die Krise habe gezeigt, wie stark die USA von Lieferungen aus dem Ausland abhängig seien, hatte ein Berater von Trump, Peter Navarro, am Donnerstag gesagt. Als Beispiele führte er unter anderem das Antibiotikum Penizillin und Beatmungsgeräte an.

Trump hatte im März ein Gesetz aus Kriegszeiten aktiviert, um angesichts der Corona-Krise verstärkt in die Privatwirtschaft eingreifen zu können. Damit will er unter anderem die Produktion von Beatmungsgeräten und Atemschutzmasken ankurbeln. (dpa)

Fast 200.000 Deutsche aus dem Ausland zurückgebracht

Die deutsche Regierung sammelt in der Corona-Krise weiter gestrandete Urlauber in aller Welt ein und bringt sie nach Hause. In Neuseeland saßen zuletzt noch die meisten deutschen Reisenden fest. Jetzt konnte das zwischenzeitlich gestoppte Rückholprogramm dort wieder starten. Auch in Südafrika startete am späten Abend ein Flugzeug mit rund 300 Urlaubern nach Deutschland, gab die deutsche Botschaft bekannt. Bei einer weiteren Maschine mit ähnlich viel Passagieren an Bord verzögerten in Johannesburg technische Probleme zunächst den Start.

Insgesamt seien bislang 194.000 deutsche Touristen zurückgebracht worden, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas am Freitag nach Beratungen mit seinen 26 EU-Amtskollegen. Das Auswärtige Amt geht davon aus, dass sich aktuell noch mehr als 40.000 deutsche Reisende im Ausland befinden. Die Angaben beruhen auf Schätzungen, wie das Ministerium der „Rheinischen Post“ (Samstag) mitteilte. Nach Angaben des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell sitzen noch 250.000 EU-Bürger im außereuropäischen Ausland fest. 350.000 seien zurückgeholt worden.

Künftig wollen die EU-Staaten bei der Rückholung von im Ausland gestrandeten Urlaubern enger zusammenarbeiten. Man habe sich darauf verständigt, „dass wir die Daten und die Flüge, die wir buchen, noch enger miteinander abstimmen“, sagte Maas. Bürger anderer europäischer Länder sollten so in den Flugzeugen eines anderen Staates mitfliegen. Deutschland habe bei den Rückholaktionen wegen der Corona-Pandemie schon jetzt mehr als 3000 Bürger anderer EU-Staaten mitgenommen.

Da inzwischen die meisten Pauschalreisenden wieder in Deutschland seien, gehe es jetzt um weiter entfernte Länder oder Staaten, bei denen es komplizierter werde, sagte der SPD-Politiker weiter. „Aber es wird auch Fälle geben, wo jemand im kolumbianischen Urwald ist oder auf den Philippinen auf einer Insel sitzt, wo aufgrund der Ausgangssperre keinerlei Fortkommen mehr möglich ist. Um diese Fälle kümmern wir uns auch.“ (dpa)

China gedenkt der Corona-Opfer mit nationalem Trauertag

Mit einem landesweiten Trauertag gedenkt China am Samstag der Opfer der Corona-Pandemie. Um 10 Uhr morgens (Ortszeit; 04.00 Uhr MESZ) hielten die Menschen drei Schweigeminuten ein, Autos, Züge und Schiffe hupten und Sirenen heulten. Landesweit wurden die Flaggen auf Halbmast gesetzt. Das staatliche Fernsehen zeigte, wie Präsident Xi Jinping und andere Verantwortliche mit weißen Blumen vor einem Regierungsgebäude in der Hauptstadt Peking standen.

Das Gedenken an die Coronavirus-Opfer fällt auf den Totengedenktag Qing Ming, an dem die Chinesen traditionell mit Opfergaben die Gräber ihrer Angehörigen besuchen. Ende Dezember waren in der zentralchinesischen Provinz Hubei mit der Hauptstadt Wuhan erstmals Fälle einer neuartigen Lungenkrankheit gemeldet worden, die inzwischen als Covid-19 bekannt ist. Allein in China starben seither mehr als 3300 Menschen an dem neuartigen Coronavirus, weltweit gab es bisher mehr als 57.000 Todesopfer. (AFP)

+++ 3. April +++

Türkei erlässt Ausgangsverbot für junge Leute

Nach den Senioren ab 65 Jahren und den chronisch Kranken hat der türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogan nun auch den Unter-20-Jährigen ein Ausgangsverbot erteilt. Das solle ab Mitternacht gelten, teilte er am Abend in einer Rede an die Nation mit. Er erklärte auch das Maskentragen an belebten Orten wie Märkten oder in Geschäften für verpflichtend. Außerdem sollten in 31 Städten vorerst für 15 Tage Autos weder ein noch aus fahren dürfen. 

In der Türkei sind offiziellen Angaben zufolge innerhalb der vergangenen 24 Stunden weitere 69 Menschen mit Corona-Infektion gestorben. Damit sei die Gesamtzahl dieser Toten auf 425 gestiegen, teilte Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Freitagabend mit. Zudem seien 2786 weitere Menschen positiv getestet worden - die Zahl der offiziell gemeldeten Fälle stieg damit auf 20 921. In der Türkei mit ihren rund 83 Millionen Einwohnern sind bisher 141.716 Tests durchgeführt worden. (BLZ/dpa)

Mehr als 90.000 Corona-Infizierte in Deutschland

In Deutschland sind nachweislich 90.964 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das meldet die Johns-Hopkins-Universität am Freitagabend (Stand: 21.30 Uhr). 1234 Menschen sind laut der Universität in Deutschland an dem Virus gestorben. Weltweit sind mehr als eine Million Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 58.000 sind gestorben. (BLZ)

Supreme Court verschiebt Anhörungen

Der Oberste Gerichtshof der USA hat wegen der Coronavirus-Pandemie alle für April geplanten Anhörungen verschoben. Einige Fälle würden möglicherweise auf Termine vor der Sommerpause verschoben, „wenn die Umstände dies angesichts der dann geltenden Empfehlungen für die öffentliche Gesundheit und Sicherheit zulassen", hieß es vom Supreme Court.

20 Anhörungen, die für März und April geplant waren, sind damit verschoben. Betroffen sind unter anderem Prozesse um die Herausgabe von Finanzunterlagen von Präsidenten Donald Trump. (BLZ)

Papst spricht Menschen in Corona-Krise Mut zu

Papst Franziskus hat Menschen in aller Welt dazu aufgerufen, in der Corona-Krise den Glauben nicht zu verlieren und einander Trost zu spenden. «Es ist ein schwerer Moment für uns alle. Für viele ist es sehr hart», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in einer am Freitag verbreiteten Videobotschaft. Er forderte die Menschen auf, großzügig zu sein, Bedürftigen zu helfen und sich an die Einsamsten über Telefon oder soziale Medien zu wenden. Er erwähnte in dem Zusammenhang ältere Menschen, Obdachlose, Insassen von Haftanstalten, Hinterbliebene, jene, die sich Sorgen um ihren Job machten sowie «Helden», die in Krankenhäusern arbeiten und wichtige Dienste für die Gesellschaft leisteten. (dpa)

Ganzer Stadtteil im Zentrum von Havanna wegen Coronavirus abgeriegelt

Kuba hat einen bei Touristen beliebten Teil der Innenstadt Havannas wegen der Corona-Pandemie abgeriegelt. Damit solle die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus angehalten werden, berichtete das Staatsfernsehen am Freitag unter Berufung auf die Regierung. Im Stadtteil «El Carmelo» hätten sich besonders viele Menschen durch Kontakt mit Ausländern oder mit Kubanern, die im Ausland gewesen seien, angesteckt.

Die rund 27.000 Bewohner der Gegend dürfen diese ab der Nacht zum Samstag (Ortszeit) vorerst nicht mehr verlassen. Rein und raus kommt den Angaben zufolge nur, wer unerlässliche Dienste zu verrichten hat und nachweisen kann, nicht mit dem Virus infiziert zu sein. In dem sozialistischen Karibikstaat wurden bislang 269 Infektionen und sechs Todesfälle bestätigt. (dpa)

Frankreich meldet mit 588 neuen Höchststand bei Corona-Todesfällen an einem Tag

Mit 588 Todesopfern durch das neuartige Coronavirus binnen 24 Stunden hat Frankreich einen neuen traurigen Rekord registriert. Die Gesamtzahl der in Krankenhäusern gestorbenen Corona-Opfer stieg damit auf 5091, wie die Gesundheitsbehörden am Freitag mitteilten. Die Zahl der Corona-Toten in Altenheimen wird in Frankreich nicht täglich erfasst. Den Behörden zufolge starben bislang 1416 Heimbewohner an dem Virus. Damit liegt die Gesamtzahl der Toten bei mindestens 6507. (AFP)

Coronavirus in den USA: 1169 Tote an einem Tag

Noch nie sind in einem Land binnen 24 Stunden so viele Menschen am Coronavirus gestorben wie jetzt in den USA: Die Johns-Hopkins-Universität verzeichnete von Mittwoch- bis Donnerstagabend 1169 neue Todesfälle. Auch die Zahl der bestätigten Infektionen in den USA steigt immer weiter. Insgesamt zählte die Johns-Hopkins-Universität bis Donnerstagabend 5926 Todesopfer in den USA. Laut den Prognosen der US-Regierung könnten insgesamt zwischen 100.000 und 240.000 Menschen in den USA an Covid-19 sterben. (BLZ)

Bundeswehr holt weitere Patienten aus Bergamo

Die Luftwaffe hat sechs weitere schwer an Covid-19 erkrankte Italiener zur Behandlung nach Deutschland geflogen. Der dazu am Nachmittag in Bergamo eingetroffene Airbus A310 MedEvac sei am Abend mit den Patienten in Köln gelandet, sagte ein Luftwaffen-Sprecher in Berlin. Nach dpa-Informationen sollen die Patienten in Rheinland-Pfalz weiter behandelt werden.  (BLZ)

Beatmungsgeräte werden nächste Woche verteilt

Die ersten zusätzlich vom Bund bestellten Beatmungsgeräte zur Behandlung von Covid-19-Patienten sollen in der kommenden Woche ausgeliefert werden. In einem Schreiben des Bundesgesundheitsministeriums an die Abgeordneten von Union und SPD, heißt es, bis zum kommenden Mittwoch sei geplant, "in einer ersten Tranche mehrere hundert Geräte an die Länder zu verteilen". Durch die frühzeitige Auftragsvergabe seitens des Bundes seien "Kontingente auf einem mittlerweile sehr umkämpften Weltmarkt gesichert" worden. Das Ministerium habe Verträge mit mehreren Anbietern über den Kauf von mehr als 20.000 Beatmungsgeräten geschlossen. (BLZ)

Neymar spendet rund 940.000 Euro für Betroffene der Corona-Krise

Brasiliens Fußball-Star Neymar hat rund 940.000 Euro für Betroffene der Corona-Krise gespendet. Wie der brasilianische Fernsehsender SBT berichtete, spendete der Profi von Paris Saint-Germain einen Teil des Geldes an das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef. Ein weiterer Teil soll an einen von Künstlern geschaffenen Solidaritätsfonds gegangen sein, der von dem mit Neymar befreundeten Moderator Luciano Huck geleitet wird. (dpa)

Von der Leyen sieht langen Weg aus der Corona-Krise

 EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erwartet, dass die schrittweise Aufhebung der Corona-Einschränkungen noch Monate dauert. «Ich denke sicherlich eher in Monaten», sagte die deutsche CDU-Politikerin am Freitag im ZDF auf die Frage, ob sie bei der Bewältigung der Lage eher an Wochen, Monate oder einen noch längeren Zeitraum denke. Die Maßnahmen müssten in umgekehrter Reihenfolge aufgehoben werden, in der sie eingeführt worden seien.

Die EU-Kommission arbeite dafür gerade an Kriterien. Dabei spielten etwa die Infektionsrate und die Zahl der Intensivbetten eine Rolle. Die Behörde werde ihre Exit-Strategie als Empfehlung an die EU-Staaten in Kürze vorlegen - wohl wissend, dass die Pandemie in verschiedenen Regionen unterschiedlich weit fortgeschritten sei. (dpa)

Merkel fordert Bürger auf, sich über Ostern an Kontaktbeschränkungen zu halten

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat alle Bürger erneut aufgefordert, sich auch an Ostern wegen der Corona-Krise an die vorgegebenen Kontaktbeschränkungen zu halten. Die Kanzlerin sagte in ihrem am Freitag veröffentlichten Video-Podcast, sie könne noch keinen Stichtag für ein Ende der Maßnahmen nennen. Dies wäre in der jetzigen Situation auch unverantwortlich. (dpa)

Eilverfahren: Klage gegen Mundschutzpflicht in Jena abgewiesen

Das Verwaltungsgericht Gera hat in einem Eilverfahren die von der Stadt Jena erlassene Maskenpflicht gebilligt. Den Antrag eines Bürgers gegen die Allgemeinverfügung vom Dienstag lehnte das Gericht ab, wie Sprecher Bernd Amelung am Freitag informierte. Dazu verwiesen die Richter unter anderem auf eine Empfehlung des Robert Koch-Instituts zum Tragen von Mundschutz.

Die Maßnahme sei noch verhältnismäßig, entschieden die Richter, da kein zertifizierter Mundschutz verlangt werde, sondern selbstgenähte Masken, Tücher oder Schals erlaubt seien. «Das befristete Tragen des Mund-Nasen-Schutzes wiegt nicht so schwer, wie die möglichen Gefahren, die noch immer von einer weiteren dynamischen Verbreitung des hoch ansteckenden Sars-CoV-2-Virus für das Gesundheitssystem und die Gesundheit der Bevölkerung ausgehen», erläuterte das Gericht. Allerdings müsse die Stadt fortlaufend überprüfen, ob das Tragen von Gesichtsmasken wirksam und geeignet sei, die Infektion einzudämmen.

Den Angaben nach hatte sich ein Jenaer Bürger durch die Vorgabe in seinen Rechten verletzt gefühlt und deren Wirksamkeit bezweifelt. Zudem müsse die Bevölkerung vor Alleingängen einzelner Kommunen geschützt werden, hatte er laut Amelung argumentiert. (dpa)

Nach Unterbrechung: Flieger aus Neuseeland bringt Deutsche nach Hause

Nach einem Stopp von Rückführungsflügen aus Neuseeland ist ein erster Flieger mit in dem Land gestrandeten Deutschen auf dem Weg in die Heimat. Eine Maschine der Air New Zealand verließ Auckland am späten Freitagnachmittag (Ortszeit) in Richtung Vancouver, hieß es von der Fluggesellschaft. An Bord sind 342 Passagiere. Nach einem Halt in Vancouver sollte der Flieger am frühen Samstagmorgen Frankfurt erreichen. (dpa)

Bundesregierung plant in Corona-Krise weiteres riesiges Programm 

Die Bundesregierung plant in der Corona-Krise ein zusätzliches riesiges Programm, um im Mittelstand eine Pleitewelle zu verhindern. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr, geht es um Verbesserungen bei Laufzeiten und Haftungsfreistellung. Im Gespräch ist demnach, Kredite für mittelständische Firmen für eine begrenzte Zeit mit einer 100-prozentigen Staatshaftung abzusichern. Die Höchstgrenze könnte bei 500 000 Euro pro Firma liegen. Der Staat könnte dafür Garantien in einem Gesamtvolumen von bis zu 300 Milliarden Euro übernehmen. Die EU-Kommission müsse noch zustimmen. Zuvor hatte der «Tagesspiegel» (Samstagausgabe) darüber berichtet. (dpa)

Bonus-Zahlungen für Beschäftigte bis 1500 Euro ab sofort steuerfrei 

Bonus-Zahlungen an Arbeitnehmer für ihren Einsatz in der Coronavirus-Pandemie sind ab sofort steuer- und sozialversicherungsfrei. Das gelte für Beihilfen oder Sachleistungen bis zu einer Höhe von einmalig 1500 Euro in diesem Jahr, wie Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Freitag mitteilte. Die Beschäftigten müssen sie zwischen dem 1. März und dem 31. Dezember bekommen, und zwar "zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn". (AFP)

Schwere Vorwürfe gegen USA: 400.000 Atemschutzmasken für Berliner Polizei umgeleitet

Am Flughafen Bangkok (Thailand) sollen 400.000 für Berlin bestimmte Atemschutzmasken in die USA umgeleitet worden sein. Das hat der Tagesspiegel berichtet. Nach Informationen von rbb24 Recherche soll es sich dabei um eine Bestellung der Berliner Polizei handeln. Die Masken waren bei der Firma 3M bestellt worden. Der US-amerikanische Hersteller lässt seine Masken auch in China produzieren. 3M ist einer der größten Anbieter von Atemschutzmasken für Industrie und Gesundheitswesen. Die Lieferung sollte in Bangkok umgeladen und von dort per Luftfracht nach Deutschland transportiert werden. In Bangkok wurde die Lieferung dann in die USA „umgeleitet“, bestätigte die Berliner Polizei. Bei der Generalzolldirektion in Bonn, die im Bereich der Bundesregierung für die zentrale Beschaffung von Atemschutzmasken im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums tätig ist, gibt es bislang keine Erkenntnisse, dass für Deutschland bestellte Lieferungen durch Behörden oder Mittelsmänner in die USA umgeleitet wurden. (BLZ)

Spahn: Aufbau von hiesiger Maskenproduktion unterstützen 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will angesichts der Coronavirus-Epidemie den Aufbau der heimischen Produktion von Schutzmasken vorantreiben. «Das was geht, kaufen wir von ausländischen Herstellern», sagte Spahn am Freitag nach dem Besuch des zentralen Umschlaglagers im thüringischen Apfelstädt für die vom Bund beschaffte medizinische Schutzausrüstung. «Aber die Epidemie und die Entwicklung der vergangenen Wochen zeigt auch, dass wir auf Dauer nicht so abhängig sein sollten vom internationalen Markt.» Dieser sei hart umkämpft.

Die Bundesregierung habe deshalb ein Angebot an die heimische Wirtschaft gemacht und wolle diese beim Aufbau der Schutzmaskenproduktion unterstützen. Es gehe dabei um eine Sicherheit bei Abnahme und Preis. Derzeit liefen Gespräche mit Unternehmen aus dem Maschinenbau und der Textilindustrie. (dpa)

Kanzlerin kehrt nach Corona-Quarantäne ins Kanzleramt zurück 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Freitag nach zweiwöchiger Corona-Quarantäne ins Kanzleramt zurückgekehrt. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, hat sie ihre Geschäfte wieder persönlich in der Regierungszentrale aufgenommen. Selbstverständlich würden dort die bestehenden Abstandsregelungen beachtet. Gespräche mit anderen Regierungschefs führe sie per Telefon oder per Videoschalte. «Jetzt geht die Arbeit wieder aus dem Kanzleramt weiter», sagte Seibert.

Merkel hatte drei Corona-Test machen lassen, die alle drei negativ waren. Sie hatte aber zunächst die Dienstgeschäfte noch aus ihrer häuslichen Quarantäne wahrgenommen, um die übliche zweiwöchige Quarantäne einzuhalten. Merkel war dort seit dem 22. März, nachdem sie darüber unterrichtet worden war, dass sie am 20. März mit einem Arzt Kontakt hatte, der dann positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Der Mediziner hatte Merkel vorbeugend gegen Pneumokokken geimpft. (dpa)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)
Foto: imago images/IPON

Wie hoch ist die Dunkelziffer: Tausende Corona-Bluttests in München 

Mit Tausenden Bluttests wollen Forscher in München der Dunkelziffer bei den Corona-Infektionen auf die Spur kommen. Ab Sonntag sollen Mediziner und Wissenschaftler bei zufällig ausgewählten Menschen in München um Blutproben für eine breit angelegte Studie bitten. Viele Infizierte spürten nichts von ihrer Infektion, sagte Professor Michael Hoelscher, Leiter der Abteilung Infektions- und Tropenmedizin am Klinikum der Universität München, am Freitag in München. Daher sei davon auszugehen, dass es inzwischen eine erhebliche Dunkelziffer an Infektionen gebe - Schätzungen gingen von zwischen eins und zehn Prozent der Bevölkerung aus. Er kündigte an, dass für die Proben 3000 Haushalte zufällig ausgesucht würden.

Mit der Studie könne herausgefunden werden, wie sich das Virus tatsächlich in der Gesellschaft ausgebreitet habe. Hoelscher bat alle Münchner um ihre Unterstützung. Die Forscher würden bei den Proben von der Polizei begleitet, so sei klar erkennbar, dass es sich nicht um Betrüger handle. Pro Probe müssten nur drei Milliliter Blut abgegeben werden. Das Blut werde dann auf Antikörper getestet. Hat ein Mensch Antikörper gegen Sars-CoV-2 im Blut, ist oder war er von einer Infektion betroffen. Hoelscher betonte, er gehe davon aus, dass die Ergebnisse der Studie für die Erforschung der Krankheit in ganz Deutschland nutzbar seien. (dpa)

Corona-Krise: Ukraine verhängt Ausgangssperre für Senioren 

Die Ukraine hat mit einer Ausgangssperre für über 60-Jährige die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus im Land verstärkt. Von Montag an dürfen Senioren das Haus nur dann noch für Besorgungen in einem Umkreis von zwei Kilometern verlassen, wenn sie allein leben, wie in einer Regierungsanordnung vom Freitag in Kiew heißt. Das Ausführen von Haustieren ist ebenfalls vom Verbot ausgenommen, wenn keine andere Person dies übernehmen kann. Für alle Ukrainer gilt zudem eine Mundschutzpflicht außer Haus, Parkbesuche und Gruppen über zwei Personen sind ebenfalls verboten. (dpa)

Heil erwägt Anhebung des Kurzarbeitergeldes

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erwägt in der Coronavirus-Krise eine Anhebung des Kurzarbeitergeldes. Er werde mit Arbeitgebern und Gewerkschaften darüber reden, «ob wir das Kurzarbeitergeld noch einmal anheben können», sagte er der «Rheinischen Post» (Freitag) in Düsseldorf. Zugleich stellte er eine mögliche Verlängerung in Aussicht: «Ihr habt die erleichterten Regeln für Kurzarbeit, mit denen wir Brücken über diese Krise bauen. Wenn es nötig ist, bauen wir die auch noch länger.» Das gewerkschaftsnahe Forschungsinstitut IMK hatte sich bereits am Donnerstag für eine Aufstockung von Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I ausgesprochen, um die Folgen der Corona-Pandemie einzudämmen.

Beschäftigte in Kurzarbeit erhalten 60 Prozent und in Haushalten mit Kindern 67 Prozent des entgangenen Nettoentgelts. In einigen Branchen und Betrieben gibt es tarifvertragliche Regelungen zur Aufstockung des Kurzarbeitergeldes. (dpa)

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Kanzleramt strebt rasche Stichproben mit Anti-Körper-Tests an

Die Bundesregierung will im Kampf gegen das Coronavirus sofort nach Vorliegen eines zuverlässigen Antikörpertests repräsentative Stichproben in der Bevölkerung machen lassen. Das kündigte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung «maybrit illner» an. Ziel sei ein Überblick, wie groß der Anteil der Menschen in der Bevölkerung ist, die Antikörper gegen das Virus haben. Einen Test auf Antikörper im Blut gebe es schon, er sei «aber noch nicht so genau, wie wir ihn brauchen», sagte Braun.

Der derzeit vorliegende Test könne «den fatalen Fehler
machen, dass er einem suggeriert, man sei schon immun und es stimmt am Ende gar nicht». Sobald dies behoben ist, solle «eine große Serie von Menschen, die glauben, sie hätten nie etwas mit Corona zu tun gehabt», freiwillig getestet werden. Dies werde zeigen, wie viele Menschen die Erkrankung «still» durchmachten und wie groß die
Infizierten-Dunkelziffer sei. (dpa)

Die Wissenschaftlerin Katharina Kleilein prüft im Labor mit einer Farbreaktion, ob sich Antikörper auf einer Elisa Platte an ein Antigen gebunden haben. Das Startup-Unternehmen forscht zur Entwicklung menschlicher Antikörper und versucht so Medikamente gegen Covid-19 zu entwickeln.
Foto: Ole Spata/dpa

Spahn sieht Hinweise auf wirksame Corona-Medikamente

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hofft, dass zur Behandlung der Lungenkrankheit Covid-19 bald auch zielgerichtete Medikamente eingesetzt werden können. «Es gibt erste Hinweise, dass bestimmte Medikamente zu helfen scheinen», sagte der CDU-Politiker in «Bild live». Dazu sollten Studien «schnellstmöglich möglich» gemacht werden. Allerdings müsse auch aufgepasst werden: Die Patienten müssten geschützt werden, da jedes Medikament auch Nebenwirkungen habe. Es gebe auch in Deutschland bereits eine Reihe von Studien, auch zu dem «alten Malaria-Mittel» Resochin (Wirkstoff Chloroquinphosphat) des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer. Es gebe aber auch weitere Medikamente, die helfen könnten. (dpa)

Trump: In Kürze neue Empfehlungen zu Gesichtsmasken gegen Corona 

Die US-Regierung will in Kürze landesweite neue Empfehlungen für das Tragen von Gesichtsmasken als Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus verkünden. Das sagte US-Präsident Donald Trump bei einem Briefing am Donnerstag (Ortszeit) in Washington, wie der US-Sender CNN berichtete. Verbindlich solle ein Tragen der Masken aber nicht werden, betonte Trump demnach: «Amerikaner, die eine Gesichtsbedeckung tragen wollen, können das für sich selbst entscheiden.» (dpa)

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Google veröffentlicht anonymisierte Bewegungstrends in Corona-Krise

Google veröffentlicht in der Coronavirus-Krise eine Auswertung anonymisierter Bewegungsdaten. Das soll den Behörden zusätzliche Anhaltspunkte zum Verständnis der Verhaltenstrends liefern. In Deutschland wird auf Bundesland-Ebene gezeigt, wie sich die Zahl der Menschen etwa in Parks und Einkaufsläden sowie auf Bahnhöfen entwickelt hat. Dabei bekommt man nur eine prozentuale Veränderung insgesamt zu sehen, nicht aber die Entwicklung an einzelnen Orten.

Mit der Zeit könnten die Daten auch auf tiefere regionale Ebenen heruntergebrochen werden, erklärte der Internet-Konzern zur Vorstellung des Plans am Freitag. In den USA etwa sind die Trends bereits auf County-Ebene verfügbar.

Die Trends decken einen Zeitraum von mehreren Wochen ab, die jüngsten Daten sind 48 bis 72 Stunden alt. Die Daten sind für 131 Länder verfügbar. In Zukunft könnten mit den Daten möglicherweise auch Annahmen zur weiteren Entwicklung getroffen werden.

Google greift für die Auswertung auf anonymisierte Daten von Nutzern zurück, die ihre Aufenthaltsorte in ihren Google-Profilen aufzeichnen lassen. (dpa)

Bundeswehr: 15.000 Soldaten ab heute einsatzbereit zur Amtshilfe 

Zur Bewältigung der Corona-Krise hält die Bundeswehr von heute an 15.000 Soldaten bereit zur Unterstützung von Ländern und Kommunen. Die Männer und Frauen seien dann unterschiedlich schnell - beispielsweise binnen 12 bis 72 Stunden - abmarschbereit, sagte ein Sprecher der Bundeswehr. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte die Bundeswehr auf einen langen Kriseneinsatz eingestellt.

Allerdings leidet auch die Bundeswehr unter der Knappheit von Schutzausrüstung, es fehlen insbesondere Schutzmasken für Fachkräfte. Hilfsgesuche aus den Ländern seien deshalb immer eine schwierige Abwägung, weil das entsprechende Material und Personal dann in den eigenen Krankenhäusern fehle, hieß es. (dpa)

Soldaten testen in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut eine COVID19-Tracking App in der Julius-Leber-Kaserne. 
Foto: Torsten Kraatz/Bundeswehr/Bundeswehr/Torsten Kraatz

Sloweniens Parlament billigt «Corona-Paket» für Wirtschaft

Das slowenische Parlament hat ein Finanz- und Sozialhilfe-Paket in Höhe von drei Milliarden Euro beschlossen. Damit soll Unternehmern wie Bürgern erleichtert werden, die Corona-Pandemie durchzustehen. Das Paket sieht unter anderen vor, dass der Staat 80 Prozent der Lohnkosten von zeitweilig nicht beschäftigten Arbeitnehmern übernimmt, wie die Nachrichtenagentur STA berichtete. (dpa)

China will der Coronavirus-Opfer gedenken - Flaggen auf Halbmast

China will an diesem Samstag der Coronavirus-Opfer im eigenen Land gedenken. Wie der Staatsrat in Peking am Freitag mitteilte, sollen die Flaggen landesweit auf Halbmast gesetzt werden. Zudem soll es drei Schweigeminuten geben.

China gedenkt an diesem Samstag ohnehin traditionell seiner Toten. Während des Qingming-Festes pilgern Angehörige zu den Friedhöfen, wo die Gräber gesäubert werden. Blumen, Essen und andere Gegenstände werden für die Toten abgelegt, außerdem werden Totengeld und Räucherstäbchen verbrannt. Das Datum des Totengedenktags wird nach einem traditionellen Kalender bestimmt und fällt in der Regel auf den 4. oder 5. April.

Nach Angaben der Pekinger Gesundheitskommission sind seit dem Ausbruch des Coronavirus 3322 Menschen auf dem chinesischen Festland an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. (dpa)

Chinesische Stadt verbietet Verzehr von Hunden und Katzen 

Vor dem Hintergrund des Coronavirus-Ausbruchs hat die südchinesische Stadt Shenzhen das Essen von Hunden und Katzen verboten. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, soll das Verbot ab dem 1. Mai gelten. Es ist Teil einer weitreichenderen Verordnung, die den Verzehr von Wildtieren untersagt. «Hunde und Katzen haben eine viel engere Beziehungen zum Menschen aufgebaut als alle anderen Tiere», hieß es in einer Erläuterung. Ein solches Verbot sei auch in Industrieländer sowie Hongkong und Taiwan gängige Praxis. (dpa)

Auch Tour de Suisse wegen Coronavirus-Pandemie abgesagt 

Wegen der Coronavirus-Pandemie wird die 84. Tour de Suisse in diesem Jahr nicht stattfinden. Die Radrundfahrt sollte vom 7. bis 14. Juni ausgetragen werden, die Organisatoren sahen sich wegen der gravierenden Auswirkungen aber zu einer Absage gezwungen. (dpa)

Israel erklärt Coronavirus-Hotspot zum Sperrgebiet

Israel hat die strengreligiöse Stadt Bnei Brak bei Tel Aviv wegen der massiven Ausbreitung des Coronavirus zum Sperrgebiet erklärt. Zeitgleich erließ die Regierung eine Notverordnung, wonach Bereiche mit einer hohen Anzahl von Coronavirus-Infizierten abgeriegelt werden können, wie ein Sprecher von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am späten Donnerstagabend mitteilte. Dieser Schritt ermögliche es, das Betreten und Verlassen der Gebiete einzuschränken. (dpa)

Wegen Corona: Giffey plant anderen Berechnungsmodus bei Elterngeld 

Werdende oder frischgebackene Eltern sollen wegen der Corona-Krise keine Abstriche beim Elterngeld hinnehmen müssen. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) strebt dafür eine Änderung im Berechnungsmodus an. Das sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Grundlage für die Höhe des Elterngeldes ist normalerweise das durchschnittliche Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate vor der Geburt. Bei Müttern und Vätern, die das Elterngeld jetzt oder demnächst beantragen und wegen der Krise Einkommenseinbußen hinnehmen müssen, sollen die entsprechenden Monate nicht mit in die Berechnung einfließen, weil das die Elterngeldhöhe negativ beeinflussen würde.

Über diese und weitere Regelungen habe sie bereits mit den Ländern gesprochen, sagte Giffey. Auch mit den Bundestagsfraktionen sei sie im Gespräch, wie das zügig umgesetzt werden könne. «Es wird sich in den nächsten Tagen klären, welchen Weg wir da gehen.» (dpa)

Trump zum zweiten Mal negativ auf Coronavirus getestet 

US-Präsident Donald Trump ist ein zweites Mal negativ auf das Coronavirus getestet worden. Trump sagte am Donnerstagabend (Ortszeit) bei seiner täglichen Pressekonferenz im Weißen Haus, er habe sich einem neuen Schnelltest «vor allem aus Neugier» unterzogen, um zu sehen, wie lange ein Ergebnis dauere. Das Resultat habe innerhalb von «14 oder 15 Minuten» vorgelegen. Der Test selbst habe «buchstäblich eine Minute» gedauert und sei deutlich angenehmer als die erste Untersuchung gewesen. Auch das Weiße Haus veröffentlichte das negative Testergebnis. (dpa)

DHL: Paketmengen inzwischen auf «Vorweihnachtsniveau» 

Der Paket-Dienstleister DHL meldet nach einigen Wochen Corona-Krise mittlerweile doch steigende Paketzahlen. Zu Beginn der Einschränkungen hatte sich zunächst kein nennenswerter Effekt bemerkbar gemacht. Man sehe nun «eine täglich steigende Zahl von Sendungen, deren Menge mittlerweile sehr spürbar über der des Vorjahres zu dieser Zeit liegt», sagte ein Post-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Über Ostern werde die Menge voraussichtlich noch weiter steigen.

«Der sehr plötzliche Anstieg auf nunmehr schon Vorweihnachtsniveau pro Tag in unserem Netzwerk zeigt uns, dass gerade auch kleine Händler verstärkt auf DHL setzen, um ihre Waren auch bei Schließung der Ladenlokale an den Konsumenten zu bringen», sagte Post-&-Paket-Vorstand Tobias Meyer. Es könne dadurch auch vereinzelt zu Verzögerungen kommen, etwa bei Abholungen. Man sei aber dabei, Kollegen aus derzeit weniger gefragten Bereichen - etwa dem Brief- oder dem Landfrachtgeschäft - vermehrt für die Pakete einzusetzen. (dpa)

Bussen und Bahnen brechen die Einnahmen weg 

Die Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise setzen die Verkehrsunternehmen zunehmend unter Druck. Bei den Bartickets wie Einzelfahrscheinen und Monatskarten sind die Verkäufe um 70 bis 90 Prozent eingebrochen, wie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Sie machen sonst etwa die Hälfte aller Ticketeinnahmen aus. «Wir haben 80 bis 90 Prozent weniger Fahrgäste», erklärte Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff.

«Für viele Verkehrsunternehmen sind die wirtschaftlichen Folgen durch wegbrechende Fahrgeldeinnahmen schon jetzt verheerend.» Es müsse dringend geklärt werden, wie der Verlust ausgeglichen werde. Grob beschrieben trägt der gesamte Fahrkartenverkauf in normalen Jahren mehr als die Hälfte zur Finanzierung des Nahverkehrs bei. Der Rest kommt von den Kommunen. (dpa)

Fußballclubs in den USA dürfen frühestens am 25. April trainieren 

In der amerikanischen Profifußball-Liga MLS dürfen die Teams frühestens am 25. April wieder mit dem Training beginnen. Wie die Liga am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte, bleiben die Trainingsgelände der Clubs bis einschließlich 24. April wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossen. Ausnahmen gibt es nur für Spieler, die eine medizinische Behandlung brauchen oder in der Reha sind. (dpa)

Kreuzfahrtschiff «Zaandam» in Hafen in Florida eingelaufen 

Die Odyssee des vom Coronavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffes «Zaandam» ist vorbei. Die «Zaandam» und kurz danach auch das Schwesterschiff «Rotterdam» legten am Donnerstag (Ortszeit) im Hafen von Fort Lauderdale in Florida an. Die Passagiere sollten von der Stadt nahe Miami aus zum Großteil ausgeflogen werden. Einige Erkrankte sollten aber auch vor Ort medizinisch versorgt werden oder zur Quarantäne an Bord bleiben, wie der Bürgermeister von Fort Lauderdale, Dean Trantalis, mitteilte. (dpa)


+++ 2. April +++

Weltweit mehr als eine Million Menschen mit dem Coronavirus infiziert

Laut der Johns Hopkins University sind mittlerweile 1.002.159 Menschen weltweit mit dem Coronavirus infiziert. Mehr als 50.000 Menschen sind gestorben. Am Abend lag die Zahl der Toten bei 51.335.  Für Deutschland meldet die Universität Deutschland 84.264 Corona-Fälle, 1074 Menschen sind hierzulande an dem Virus gestorben (Stand: 21.24 Uhr). (BLZ)

Robert-Koch-Institut rät nun doch zum Mundschutz

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat seine Einschätzung für das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes nun auch offiziell geändert. Nun empfiehlt das RKI auch Menschen ohne Krankheitssymptomen das Tragen von Atemschutzmasken. Auf der Internetseite des Institutes heißt es: Durch das Tragen einer sogenannten Behelfsmaske „können Tröpfchen, die man z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, abgefangen werden. Das Risiko, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken, kann so verringert werden“. Wissenschaftlich belegt sei dies jedoch nicht.

Das RKI weist darauf hin, dass solche Masken auch einen psychologischen Effekt haben können: Sie könnten „das Bewusstsein für 'physical distancing' und gesundheitsbewusstes Verhalten unterstützen“. Das Institut betont aber weiterhin, dass solche einfachen Masken den Träger nicht selbst vor einer Ansteckung schützen. Und es weist darauf hin, dass das Tragen von Masken auf keinen Fall dazu führen dürfe, dass Hygieneregeln wie Händewaschen oderAbstand zu anderen Menschen nicht mehr eingehalten werden. (BLZ)

RKI: 2300 medizinische Mitarbeiter in Kliniken mit Corona infiziert

2300 medizinische Mitarbeiter in deutschen Krankenhäusern sind laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) mit dem Coronavirus infiziert. Dies teilte das RKI der «Süddeutschen Zeitung» auf Anfrage mit. Erfasst seien in dieser Zählung nur die Mitarbeiter von Krankenhäusern, nicht die von Arztpraxen, Laboren, Senioren- und Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediensten. Deshalb müsse von höheren Zahlen ausgegangen werden. (BLZ)

WHO: Fünf Prozent der Corona-Todesopfer unter 60 Jahre

Fast alle Opfer des Coronavirus in Europa gehörten zu der Gruppe der älteren Menschen. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte, waren 95 Prozent der Verstorbenen 60 Jahre oder älter. Zugleich warnte die WHO vor der Einschätzung, dass jüngere Menschen nicht durch das Virus bedroht seien. Auch bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen könne die Krankheit einen schweren Verlauf nehmen, so WHO-Vertreter Hans Kluge. Bei den unter 50-Jährigen seien dies insgesamt zwischen zehn und 15 Prozent. (BLZ)

Ein Arzt arbeitet auf der Covid-19-Intensivstation des San Matteo Krankenhauses.
Foto: dpa/LaPresse/Claudio Furlan

Kabinett für Gutscheine bei abgesagten Veranstaltungen und Reisen

Bei abgesagten Reisen und Kultur- oder Sportveranstaltungen sollen die Verbraucher nach dem Willen der Bundesregierung Gutscheine statt einer sofortigen Rückzahlung bekommen. Das „Corona-Kabinett“ stimmte am Donnerstag einer entsprechenden Lösung zu, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr. Bevor sie umgesetzt werden kann, muss sie allerdings noch von der EU-Kommission abgesegnet werden. Neben Deutschland wollen auf EU-Ebene viele weitere Mitgliedsstaaten ähnlich vorgehen. Die Gutscheine sollen bis Ende 2021 befristet sein und für alle Tickets gelten, die vor dem 8. März gekauft wurden. Hat der Kunde seinen Gutschein bis Ende 2021 nicht eingelöst, muss der Veranstalter ihm den Wert erstatten. Geplant sind auch Härtefallklauseln für alle Kunden, denen ein Gutschein wegen ihrer finanziellen Situation nicht zumutbar ist. (dpa)

Weitere deutsche Kredithilfen von Brüssel genehmigt

Die Bundesregierung hat grünes Licht aus Brüssel für weitere Teile ihrer milliardenschweren Krisenhilfen an Unternehmen. Die EU-Kommission billigte am Donnerstag die Ausweitung des Programms verbilligter Kredite, die Firmen in der Corona-Krise finanziell flüssig halten sollen.

Die Brüsseler Wettbewerbshüter hatten das ursprüngliche Konzept bereits genehmigt, wonach die KfW-Gruppe solche Kredite ausreichen durfte. Nun hatte Berlin angemeldet, dass auch andere Institutionen und Banken die Unterstützung zu denselben Konditionen vergeben dürfen. Auch dagegen hat die EU-Kommission keine Bedenken.

Die Bundesregierung hatte am 13. März Kreditgarantien in unbegrenzter Höhe versprochen. Die EU-Kommission hat wegen der Krise die sonst sehr strengen europäischen Beihilferegeln gelockert. Nun werden Unterstützungsmaßnahmen der EU-Staaten für ihre Wirtschaft im Eiltempo geprüft und in aller Regel genehmigt. (dpa)

US-Demokraten verschieben Nominierungsparteitag wegen Corona-Krise

Die US-Demokraten verschieben wegen der Coronavirus-Krise ihren ursprünglich für Juli geplanten Nominierungsparteitag für die Präsidentschaftswahl um einen Monat. Der Parteitag solle nun Mitte August in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin stattfinden, teilte die Demokratische Partei am Donnerstag mit. Ursprünglich war das Treffen dort für den 13. bis 16. Juli angesetzt gewesen. Angesichts der großen Ungewissheit der aktuellen Lage sei es am besten, sich zusätzliche Zeit zu nehmen, um die Situation weiter zu beobachten, hieß es zur Begründung. Die Sicherheit der Parteitagsteilnehmer und der Menschen in Milwaukee stehe an erster Stelle. (dpa)

In Italien sterben erneut mehr als 750 Corona-Infizierte

In Italien sind innerhalb eines Tages erneut Hunderte von Corona-Patienten gestorben. Die Zahl der Menschen, die aktuell mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert sind, kletterte am Donnerstag um knapp 2500 Menschen im Vergleich zum Vortag. Doch insgesamt zeigten die Corona-Zahlen, die der Zivilschutz in Rom am Abend vorstellte, weiter eine Stabilisierung des Trends. Demnach sind dort seit Beginn der Coronawelle im Februar 13.915 Menschen im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gestorben, das waren 760 mehr als am Vortag. Insgesamt zählten die Behörden 115.242 Corona-Fälle.

Die Experten hatte zuvor gesagt, dass Italien vermutlich das «Plateau» der Ansteckungswelle erreicht haben dürfte. Wichtig für die überlasteten Krankenhäuser ist auch, dass die Zahl der Intensivpatienten seit Tagen fast stabil ist. Auch aus der besonders hart getroffenen Lombardei meldeten die Behörden in vielen Bereichen stabile Trends. Italien hat die strengen Ausgangbeschränkungen in dieser Woche bis zum Ostermontag verlängert. (dpa)

Putin verlängert arbeitsfreie Zeit in Russland bis 30. April

Der russische Präsident Wladimir Putin hat im Kampf gegen die Corona-Krise die arbeitsfreie Woche für die Menschen in seinem Land um einen Monat verlängert. Bis 30. April bleibe der Zustand wegen der anhaltenden Gefahr erhalten, sagte der Kremlchef am Donnerstag. Bei seiner zweiten Fernsehansprache zur Corona-Pandemie betonte er, dass die Lage im flächenmäßig größten Land der Erde ernst sei. (dpa)

Erntehelfer dürfen unter Auflagen doch nach Deutschland kommen

Um drohende Ernteausfälle zu verhindern, sollen in diesem und im kommenden Monat jeweils 40.000 Saisonarbeiter aus Osteuropa nach Deutschland einreisen dürfen. Darauf haben sich Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) am Donnerstag verständigt.

Laut einem Konzeptpapier der beiden Ressorts dürfen die Arbeiter ausschließlich in Gruppen und mit dem Flugzeug einreisen. Vorgesehen ist außerdem eine Gesundheitsprüfung. Liegen Anhaltspunkte auf eine Corona-Infektion vor, soll die Einreise verweigert werden. Die neu eingereisten Helfer müssen demnach in den ersten 14 Tagen nach ihrer Ankunft getrennt von anderen Beschäftigten arbeiten und dürfen den Betrieb nicht verlassen.

Daneben wird angestrebt, für April und Mai jeweils rund 10.000 Menschen aus dem Inland für die Landwirtschaft zu gewinnen - etwa Arbeitslose, Studierende, Asylbewerber oder Kurzarbeiter. (dpa)

Neue Rekord-Totenzahl in Spanien: 950 Corona-Opfer in 24 Stunden 

Spanien hat am Donnerstag einen neue Rekordzahl an Todesopfern durch das Coronavirus verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden seien 950 Menschen gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Mittag mit. Zuvor hatte das Land fünf Tage hintereinander mehr als 800 Tote zu beklagen, jedoch gab es noch nie mehr als 900 Opfer. Damit sind in Spanien insgesamt bereits rund 10 000 Menschen an Covid-19 gestorben. Gleichzeitig kletterte aber auch die Zahl der geheilten Patienten auf eine Höchstmarke: Seit Mittwoch wurden fast 4100 Menschen als gesund entlassen. (dpa)

Coronavirus: Lage am US-Arbeitsmarkt verschlechtert sich dramatisch

In den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erneut dramatisch angestiegen. Ihre Zahl hat sich in der Woche bis 28. März von 3,3 Millionen auf nunmehr 6,65 Millionen etwa verdoppelt, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Die Zahl der Erstanträge in der Vorwoche war bereits die höchste seit Beginn der Erfassung der Daten gewesen, nun gibt es einen neuen Rekord.

Die Erstanträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der größten Volkswirtschaft der Welt. Sie deuten inzwischen auf einen dramatischen Wirtschaftseinbruch infolge der Corona-Krise hin. Bis vor wenigen Wochen hatte die Zahl der Erstanträge noch regelmäßig unter 100.000 pro Woche gelegen. (dpa)

Mehr als 1000 Corona-Tote in Großbritannien innerhalb von 24 Stunden

In Großbritannien ist die Zahl der Todesopfer innerhalb nur eines Tages von 1600 auf 2921 angestiegen, wie das Gesundheitsministerium des Landes mitteilte. Bisher seien knapp 163.200 Bürger auf das Virus getestet worden, rund 33.700 dieser Tests fielen positiv aus. (BLZ)

EU-Kommission will Beschäftigte in Krise mit 100 Milliarden Euro unterstützen 

Die EU-Kommission will Arbeitnehmer und Selbstständige in der Corona-Krise mit bis zu 100 Milliarden Euro unterstützen. Ihre Behörde schlage ein "neues Solidaritätsinstrument" vor, "um Menschen im Job und Unternehmen am Laufen zu halten", erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag. Die dafür nötigen Kredite sollten sich aus "Garantien" der Mitgliedstaaten speisen. (AFP)

Mehr als hunderttausend Österreicher laden sich "Stopp Corona"-App aufs Handy

Mehr als hunderttausend Menschen in Österreich haben sich bereits eine "Stopp Corona"-App des Roten Kreuzes aufs Handy geladen, die als eine Art Kontakttagebuch dienen soll. Es habe bereits gut 130.000 Downloads gegeben, sagte am Donnerstag ein Sprecher des Roten Kreuzes der Nachrichtenagentur AFP. Die App war erst in der vergangenen Woche gestartet worden. (AFP)

200 Milliarden Euro: Scholz plädiert für europäische Hilfsmaßnahmen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) plädiert im Kampf gegen die Corona-Krise einem Bericht zufolge für europäische Hilfsmaßnahmen von mindestens 200 Milliarden Euro. Er werbe für Kredite des Euro-Rettungsfonds (ESM) und der Europäischen Investitionsbank (EIB) sowie für eine neue Arbeitslosenrückversicherung, die Kurzarbeit finanzieren solle, berichtete das "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf Regierungskreise. SPD-Chef Norbert Walter-Borjans sagte der Zeitung: "Der Vorstoß, den Olaf Scholz jetzt über abgewandelte ESM-Kredite unternimmt, ist richtig." (AFP)

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Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD)
Foto: Peter Kneffel / POOL / AFP

USA kaufen Frankreich Masken aus China "auf dem Rollfeld" weg 

Die französische Corona-Krisenregion im Grenzgebiet zu Deutschland hat den USA vorgeworfen, ihr dringend benötigte Schutzmasken aus China wegzukaufen. Der Präsident der Region Grand Est, Jean Rottner, sagte am Mittwoch dem Sender RTL, die Amerikaner kauften von Frankreich bestellte Masken "auf dem Rollfeld" in China auf. "Sie zücken Bargeld und zahlen drei oder vier Mal so viel wie unseren Bestellpreis", kritisierte Rottner.

"Wir müssen kämpfen", fügte der Regionalpräsident hinzu. Wie viele Masken die USA weggekauft hätten, sagte er nicht. Die Regierung in Paris bestätigte die Angaben zunächst nicht. Frankreich hat wegen der Corona-Krise eine Milliarde Schutzmasken in China bestellt. Präsident Emmanuel Macron will das Land durch das Ankurbeln der heimischen Produktion bis Jahresende aber unabhängig von der Volksrepublik machen. (AFP)

Griechenland riegelt Flüchtlingslager wegen Coronavirus-Infektionen ab

Griechenland hat am Donnerstag ein Flüchtlingslager nahe Athen abgeriegelt, nachdem 21 Flüchtlinge positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden waren. Der Zugang zum Ritsona-Lager werde für zwei Wochen eingeschränkt, teilte das Migrationsministerium mit. Zudem werde zusätzliches medizinisches Personal in die Region geschickt.

Eine Frau aus dem Lager war diese Woche nach der Geburt ihres Kindes in einem Athener Krankenhaus positiv auf das Virus getestet worden. Es war der erste nachgewiesene Infektionsfall in einem griechischen Flüchtlingslager. Inzwischen seien auch 20 weitere Flüchtlinge positiv getestet worden, teilte das Ministerium mit. Mitarbeiter des Lagers hätten sich nicht infiziert. Insgesamt wurden 63 Menschen getestet.

Kurz zuvor hatte Regierungschef Kyriakos Mitsotakis noch die Schutzmaßnahmen in den griechischen Lagern gelobt. Die Behörden seien bei der Nachverfolgung von Kontakten im Falle einer Infektion gut aufgestellt, sagte er dem Sender CNN. "Wir werden weiterhin sehr, sehr genau beobachten, was in unseren Lagern passiert, und wir bauen die medizinischen Einrichtungen weiter aus."

In Griechenland sind bislang 1415 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden. 50 Infizierte starben. Die Sorge ist groß, dass sich das Coronavirus auch in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern in Griechenland ausbreiten könnte. (afp)

Krankenhaushygieniker: Selbst genähte Schutzmasken schützen vor Ansteckung

Im Gegensatz zum Robert-Koch-Institut (RKI) raten führende Hygieniker zum Tragen eines einfachen Mund-Nase-Schutzes, weil dieser effektiv vor einer Corona-Ansteckung schütze. Wer angehustet werde und einen Mundschutz trage, "schützt sich vor dem größten Teil der Tröpfchen, die im Tuch oder Stoff hängen bleiben", sagte Peter Walger, Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), der "Neuen Osnabrücker Zeitung". (AFP)

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Nach Ostern Mundschutzpflicht in Nordhausen in Thüringen 

Nach Jena führt nun auch der Landkreis Nordhausen in Thüringen schrittweise eine Mundschutzpflicht in Geschäften, Bussen und Taxis ein. Ab Montag gilt dies zunächst als Empfehlung, nach Ostern wird es laut neuer Allgemeinverfügung zur Pflicht. Ziel sei es, andere vor Infektionen zu schützen, betonte Landrat Matthias Jendricke (SPD). Da Mund und Nase auch per Tuch, Schal oder selbstgenähter Maske bedeckt werden könnten, brauche niemand medizinischen Mundschutz zu kaufen. «Wir wissen, dass diese momentan Mangelware sind.» Ladeninhaber und Busfahrer könnten Personen ohne Mund-Nasen-Schutz künftig den Zutritt verweigern. (dpa)

Philippinischer Präsident will Randalierer während Ausgangssperre erschießen lassen

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat die Sicherheitskräfte seines Landes angewiesen, Randalierer während der wegen der Corona-Krise verhängten Ausgangssperre zu erschießen. "Meine Befehle an die Polizei und das Militär lauten: Wenn es Ärger gibt oder Kämpfe ausbrechen und Euer Leben in Gefahr ist, erschießt sie", sagte er in einer Rede am Mittwochabend. "Statt Ärger zu machen, werdet Ihr von mir ins Grab geschickt."

Rund die Hälfte der 110 Millionen Philippinen sind derzeit von einer Ausgangssperre betroffen. Darunter sind auch viele Menschen, die in großer Armut leben und durch die strengen Beschränkungen ihren Jobs verloren haben.

Kurz vor Dutertes Ansprache waren rund zwei dutzend Menschen in einem Armenviertel der Hauptstadt Manila nach Protesten gegen die Regierung festgenommen worden. Sie hatten der Regierung vorgeworfen, den Armen keine Lebensmittel-Hilfen zukommen zu lassen. (AFP)

Spahn gegen zu frühe Aufhebung der Corona-Maßnahmen 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor einem zu frühen Ausstieg aus den Beschränkungen in der Corona-Krise gewarnt. Zu sehen sei zwar ein Abflachen bei den Steigerungsraten, dies sei aber noch kein abschließender Trend, sagte der CDU-Politiker in einem am Donnerstag veröffentlichen Podcast mit dem Journalisten Gabor Steingart. Dabei könnte es sich auch um statistische Effekte, Meldeeffekte handeln. Die stark einschränkenden Maßnahmen wie Schul- oder Geschäftsschließungen lägen noch nicht allzu lange zurück, betonte Spahn. Sie könnten sich teils in den Statistiken noch nicht bemerkbar machen. «Sagen wir die Richtung stimmt, ob sie dauerhaft anhält, das werden wir die nächsten Tage sehen.»

Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, die Ausgehbeschränkungen bis Sonntag nach Ostern zu verlängern. (dpa)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)
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imago images/photothek

Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland 

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Donnerstag mit 73.522 angegeben - ein Plus von 6156 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 77.981 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 872 Todesfälle, die JHU 931 Tote. (AFP)

KMK-Präsidentin dämpft Erwartungen an rasche Wiedereröffnung der Schulen nach der Osternn

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Stefanie Hubig (SPD), hat Erwartungen an eine rasche Wiedereröffnung der Schulen nach der Osterpause gedämpft. "Im Moment wissen wir nicht sicher, ob die Schulen am 20. April wieder öffnen können", sagte Hubig den Zeitungen der Funke Mediengruppe laut Vorabmeldung vom Donnerstag. (AFP)

Hamburg plant Bußgelder bis zu 25 000 Euro bei Corona-Verstößen 

In der Corona-Krise will Hamburg mit Bußgeldern schnell und spürbar Verstöße gegen die Auflagen bestrafen. Das sagte Innensenator Andy Grote (SPD) am Donnerstag im Sender NDR 90,3. Die meisten Hamburger hielten sich sehr gut an die geltenden Regeln, aber es gebe täglich eine etwa dreistellige Zahl an Verstößen.

«Hier wollen wir einfach mit Bußgeldern jetzt dagegen noch etwas besser vorgehen können, weil das ist dann eine sehr schnelle spürbare Folge von Verstößen und damit versprechen wir uns dann noch bessere Durchsetzbarkeit», sagte Grote. Der Hamburger Senat will laut NDR die neue Verordnung zur Corona-Pandemie mit den Bußgeldern noch am Donnerstag beschließen, sie könnte dann am Freitag in Kraft treten.

Laut «Bild» werden 150 Euro fällig bei Nichteinhalten des Mindestabstands von 1,5 Metern in der Öffentlichkeit oder beim Betreten von Spielplätzen. Wer sogenannte Corona-Partys abhalte, muss laut «Bild» dann 1000 Euro zahlen. Ungenehmigte Ladenöffnungen würden demnach mit 2500 Euro und die Öffnung von Speiselokalen mit 4000 geahndet. Wer mehrfach erwischt werde, dem drohten Strafen von bis zu 25 000 Euro. (dpa)

Tragen von Schutzmasken wird auf den Philippinen zur Pflicht 

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat die Regierung der Philippinen das Tragen von Atemschutzmasken in der Öffentlichkeit angeordnet. Es seien auch wiederverwertbare oder selbst gemachte Masken, Gesichtsschutzmasken und Taschentücher erlaubt, um die Ansteckungsgefahr zu verringern, hieß es am Donnerstag in einer Erklärung. Die Pflicht gilt für die Hauptinsel Luzon, wo mehr als die Hälfte der über 100 Millionen Einwohner leben. Dort gelten seit dem 16. März bereits strenge Ausgangsbeschränkungen. (dpa)

Söder fordert europäischen Marshallplan wegen Corona-Krise 

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat einen "Marshallplan für ganz Europa" gefordert, um nach einer Überwindung der Corona-Krise die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. "Wir müssen die Wirtschaft gemeinsam in allen europäischen Ländern wiederaufbauen", sagte Söder dem "Handelsblatt". Gemeinsame europäische Anleihen, sogenannte Eurobonds, lehnte er aber erneut ab.

"Natürlich braucht es europäische Solidarität", betonte der Ministerpräsident. Diese sei auch im deutschen Interesse, denn "wir können uns nicht abkoppeln". Es werde darum gehen, ob Europa ökonomisch seinen Platz in der Welt behaupten könne.

"Corona-Bonds im Sinne einer europäischen Schuldenvergemeinschaftung kann es nicht geben", sagte Söder aber weiter. Stattdessen sollten bestehende Hilfsinstrumente wie der Euro-Rettungsfonds ESM genutzt werden, "um schnell und kraftvoll zu helfen". Anders als in der Finanzkrise solle dabei diesmal auf strikte Reformauflagen für betroffene Länder verzichtet werden. (AFP)

Auszahlung von Corona-Soforthilfen läuft an:1,3 Milliarden Euro bereits ausgezahlt

Nach dem großen Ansturm auf Corona-Soforthilfen für die Wirtschaft kommt die Auszahlung langsam in Gang. Bis Dienstagabend wurden allein in neun Bundesländern mehr als 370 000 Anträge bewilligt, wie eine Länderumfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Rund 1,3 Milliarden Euro flossen demnach bereits an in Existenznot geratene Unternehmen. (dpa)

Ein junger Mann versucht den Antrag für die Zuschüsse für Selbstständige mit Geldern des Berliner Senats herunterzuladen. 
Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Neuseeland erlaubt wegen Corona-Krise Rückreise Tausender Ausländer

Tausende wegen der Coronavirus-Krise in Neuseeland festsitzende Ausländer, darunter auch viele Deutsche, werden von Freitag an den Pazifikstaat verlassen können. Die Regierung in Wellington, die Rückführungsflüge zunächst gestoppt hatte, kündigte einen entsprechenden Plan an. Dieser werde die «sichere und geordnete Ausreise von Zehntausenden» Gestrandeter ermöglichen, sagte der stellvertretende Premierminister Winston Peters am Donnerstag. (dpa)

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Kramp-Karrenbauer: Schutzkleidung auch bei Bundeswehr knapp 

Auch die Bundeswehr leidet den Angaben von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) unter der Knappheit von Schutzausrüstung. «Wir haben auch Vorräte für eine gewisse kurze Frist», sagte Kramp-Karrenbauer am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin. «Ansonsten leiden wir natürlich wie alle im Moment darunter, dass wir noch nicht in einem ausreichenden Maße etwa Schutzmasken nachführen können, dass das Fachpersonal eben auch knapp ist.»

Hilfsgesuche aus den Ländern seien deshalb «immer eine schwierige Abwägung», weil das entsprechende Material und Personal dann in den eigenen Krankenhäusern fehle, erklärte die Ministerin. Die Bundeswehr hatte etwa vor knapp zwei Wochen damit begonnen, Ausrüstung wie Schutzmasken und Kittel nach Heinsberg in Nordrhein-Westfalen zu liefern. Der von der Corona-Krise besonders stark betroffene Kreis hatte zuvor um Hilfe gebeten. (dpa)

Paket- und Kurierbranche leidet unter Corona-Krise

Weniger Warenlieferungen aus Asien und Amerika und weniger Geschäftspost: Die Corona-Krise wirkt sich auch auf die Kurier- und Paketdienste nach Angaben aus der Branche negativ aus - trotz geschlossener Einzelhandelsgeschäfte.

«Im Durchschnitt fällt deutlich mehr weg als dazu kommt», sagt Andreas Schumann, Vorsitzender des Bundesverbands der Kurier-Express-Post-Dienste (BdKEP). Diesem gehören unter anderem Subunternehmen der großen Paketdienste wie DHL und DPD an.

Problematisch sei für viele Dienstleister unter anderem, dass lukrative Fahrten von Unternehmenszentralen zu Filialen ausblieben. Dabei werden normalerweise gleich mehrere Pakete an dieselbe Adresse geliefert. Auch die geschlossenen Grenzen haben laut dem BdKEP einen negativen Effekt. «Das Weltpostsystem ist sehr stark heruntergefahren. Sendungen fehlen in den Mengenströmen», sagt Schumann. (dpa)

Coronavirus: Deutsche Firmen in China kommen nur langsam in Schwung

Nach dem Abflachen der Coronavirus-Epidemie in China sehen deutsche Unternehmen zwar eine Verbesserung ihrer Lage, jedoch werden noch immer große Herausforderungen ausgemacht. Das geht aus den am Donnerstag veröffentlichten Ergebnissen einer Befragung unter den Mitgliedern der Deutschen Handelskammer in China hervor. «Deutsche Unternehmen in China sind technisch in der Lage, fast auf Vorkrisenniveau zu produzieren», sagte Maximilian Butek, Mitglied des Vorstands der Deutschen Handelskammer in der Region, anlässlich der Veröffentlichung der Studie.

Die Ergebnisse der März-Umfrage zeigten, dass sich Personalquote, Produktionskapazitäten und die interne Logistik für die meisten Befragten normalisiert haben. Die eigentliche Geschäftstätigkeit sei aber noch kaum wieder aufgenommen worden.

«Die wirtschaftlichen Auswirkungen auf Unternehmen sind nach wie vor gravierend», teilte die Kammer mit. Mehr als zwei Drittel der befragten Firmen prognostizierten demnach für das erste Halbjahr einen zweistelligen Umsatzrückgang. Das sind 20 Prozent mehr als bei einer Umfrage im Februar. Die meisten Unternehmen seien bestrebt, Investitionen zu verschieben oder sogar ganz abzublasen. Das Geschäft wird laut Kammer voraussichtlich erst zu Beginn des zweiten Halbjahres wieder auf das Vorkrisenniveau zurückkehren. (dpa)

US-Musiker Adam Schlesinger an Covid-19 gestorben 

Der US-Musiker Adam Schlesinger, der auch als Filmkomponist bekannt wurde, ist nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Dies teilte sein Anwalt Josh Grier laut der «New York Times» und dem Magazin «Rolling Stone» am Mittwoch mit. Der Emmy- und Grammy-Preisträger wurde 52 Jahre alt. Er war zuletzt in einem Krankenhaus an ein Beatmungsgerät angeschlossen. (dpa)

Neuinfektionen in Südkorea sinkt auf unter 100 

Die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist wieder auf unter 100 gesunken. Am Mittwoch seien 89 Menschen positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag mit. Die Gesamtzahl stieg auf 9976. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus kletterte um vier auf 169. (dpa)


+++ 1. April +++

Mehr als 200.000 Corona-Fälle in den USA nachgewiesen

In den USA sind mehr als 200.000 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden - so viele wie nirgendwo sonst auf der Welt. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore von Mittwoch hervor. Am Mittwochnachmittag (Ortszeit) verzeichnete die Universität 203.608 Fälle. Ein Großteil der Infektionen wurde im Bundesstaat New York registriert. Gemessen an der absoluten Zahl der bestätigten Infektionen sind die USA inzwischen weltweit am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffen. 

Die Werte der einzelnen Länder lassen sich wegen der unterschiedlichen Testquote und erwarteten hohen Dunkelziffer nur schwer vergleichen. Zudem hinkt der Vergleich der absoluten Zahlen wegen der unterschiedlichen Bevölkerungsgrößen. Gerechnet auf 100.000 Einwohner gibt es in Deutschland mehr nachgewiesene Infektionen als in den USA.

US-Präsident Donald Trump begründet die hohe Zahl der Infektionen immer wieder damit, dass die USA mehr als jedes andere Land testen würden. Das stimmt zwar in absoluten Zahlen, aber nicht gemessen an der Bevölkerungszahl. So hat beispielsweise Südkorea pro Kopf mehr getestet als die USA. Auch wenn in den USA mittlerweile deutlich mehr getestet wird, klagen unter anderem die Gouverneure immer noch über einen Mangel an Tests. (dpa)

Sechswöchiges Baby stirbt in den USA an Coronavirus-Infektion

In den USA ist ein sechswöchiges Baby an einer Coronavirus-Infektion gestorben. Der Gouverneur des Bundesstaates Connecticut, Ned Lamont, erklärte am Mittwoch, das Baby sei vergangene Woche leblos in ein Krankenhaus gebracht worden und habe nicht wiederbelebt werden können. Ein Test auf die Lungenerkrankung Covid-19, die durch das Coronavirus ausgelöst wird, sei nun positiv ausgefallen. Es handle sich vermutlich um eines der jüngsten Covid-19-Opfer überhaupt, schrieb Lamont im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Das bricht uns das Herz.“ (AFP)

UN-Klimakonferenz in Glasgow wird wegen Coronavirus verschoben

Die UN-Klimakonferenz wird wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben. Das teilte die britische Regierung am Mittwochabend mit. Die Konferenz sollte eigentlich im November im schottischen Glasgow stattfinden. (dpa)

WHO besorgt über raschen Anstieg der Corona-Zahlen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich besorgt über die "rasche Eskalation" der Coronavirus-Pandemie gezeigt. Die Zahl der Todesopfer habe sich innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt, so WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. In den kommenden Tagen sei mit einem Anstieg der Infektionszahlen auf eine Million und der Zahl der Todesopfer auf 50.000 zu rechnen, sagte er. Die Weltgesundheitsorganisation prüft nun, ob das Tragen von Mundschutz in der allgemeinen Öffentlichkeit die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen kann. "Die WHO trägt alle verfügbaren Informationen zusammen und wägt ab, ob das umfassendere Tragen von Mundschutz Ansteckungen eindämmen kann", sagte Tedros.(BLZ)

Mehr als 76.000 Infizierte in Deutschland gemeldet

In Deutschland sind mittlerweile 76.544 Corona-Fälle nachgewiesen (Johns Hopkins University, Stand 19 Uhr). 858 Menschen sind an den Folgen der Virus-Erkrankung gestorben. (BLZ)

Krankenhäuser in Paris überlastet - Erstmals über 4000 Tote

Im Ballungsraum Paris spitzt sich die Lage angesichts der Corona-Krise in den Krankenhäusern zu. «Wir hatten eine äußerst schwierige Nacht, da wir tatsächlich am Ende unserer Krankenhauskapazitäten sind», sagte Aurélien Rousseau, Direktor der regionalen Gesundheitsbehörde Île de France, am Mittwoch dem Sender Franceinfo. «In der Region Paris gibt es 1200 Intensivbetten. Zurzeit haben wir 2700 Patienten auf der Intensivstation.»

Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon sagte am Abend, dass in Frankreich erstmals mehr als 4000 Patienten der Covid-19-Krankheit erlegen seien. Es starben in Krankenhäusern 4032 Menschen, das waren 509 mehr als am Vortag. (dpa)

Wieder viele Tote in Italien - mehr als 110.000 Infektionen

Italien hat mehr als 720 Tote innerhalb eines Tages im Zuge der Corona-Pandemie vermeldet - allerdings bleibt der Anstieg der Zahl der aktuell Infizierten stabil. Bis Mittwoch stieg die Zahl der derzeit erfassten Positiven um 2937 auf 80 572, teilte der Zivilschutz mit. Das war ein Anstieg um weniger als vier Prozent. Eingerechnet der Toten und Geheilten lag die Summe der erkannten Infektionen bei insgesamt 110.574. Es kamen 727 Tote hinzu, insgesamt sind es nun 13.155. Der Druck auf die Kliniken scheint aber abzunehmen. Bei den Menschen auf der Intensivstation kamen nur 12 hinzu.

Die Regierung hat mittlerweile die Maßnahmen wie Ausgangssperren bis zum 13. April verlängert. (dpa)

Corona-Regeln missachtet: Boateng mit Geldstrafe belegt

 Ex-Weltmeister Jérôme Boateng ist vom FC Bayern München mit einer Geldstrafe belegt worden. Der Club bestrafte den Verteidiger, weil er sich trotz der geltenden Corona-Ausgangsbeschränkungen von seinem Wohnort entfernt hatte. Wie der deutsche Fußball-Rekordmeister am Mittwochabend mitteilte, habe der 31-Jährige am Dienstag ohne Genehmigung des Vereins München verlassen. Über die Höhe der Geldstrafe ist nichts bekannt.

Boateng kann die Strafe nicht verstehen. Er akzeptiere jede Strafe der Welt, wenn sie berechtigt sei, sagte er der «Bild». «Und ich weiß, dass es sicherlich ein Fehler war, den Verein nicht über meine Fahrt zu informieren, aber in dem Moment hatte ich nur meinen Sohn in Kopf. Ihm ging es gesundheitlich nicht gut», sagte der Ex-Nationalspieler. «Wenn ein Sohn seinen Vater ruft, dann fahre ich natürlich noch los, egal zu welcher Uhrzeit! Für ihn nehme ich jede Strafe in Kauf, das ist schließlich mein Sohn. Ich möchte den Vater sehen, der in so einem Moment nicht losfährt, um an der Seite seines vierjährigen Sohnes zu sein. Wenn es dafür dann eine Strafe gibt, dann Respekt. Ich finde das traurig.» (dpa)

Corona-Krise: Bulgariens Regierung will Ausnahmezustand verlängern

Bulgariens Regierung will im Kampf gegen das Coronavirus den seit 13. März geltenden Ausnahmezustand vom Parlament um einen Monat verlängern lassen. Der Druck auf das Gesundheitssystem durch die Ausbreitung des Coronavirus könne nur durch verlängerte Maßnahmen verringert werden, begründete die Regierung in Sofia ihre Entscheidung am Mittwoch. (dpa)

Corona-Krise: Putin unterzeichnet Gesetze für härtere Gangart

Kremlchef Wladimir Putin hat in der Corona-Krise den Weg freigemacht für massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Russland. Der Präsident unterzeichnete am Mittwochabend mehrere Gesetze, darunter auch eine Vollmacht für die Regierung, im ganzen Land den Ausnahmezustand zu verhängen. In Kraft traten durch Putins Unterschrift auch die vom Parlament am Vortag beschlossenen Gesetze für schärfere Strafen bei Verstößen gegen die Quarantänevorschriften und wegen der Verbreitung von Falschnachrichten. Möglich sind nun hohe Geld- und Haftstrafen.

Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa bat Putin darum, die aktuell laufende arbeitsfreie Woche noch zu verlängern. Der Kremlchef hatte die Corona-Ferien bei vollem Lohn per Erlass eingeführt. In Moskau und vielen anderen Regionen gelten Ausgangssperren. Das öffentliche Leben steht still. Erlaubt sind nur Wege zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt und zur Apotheke sowie zum Ausführen von Hunden.

In Moskau, der größten Stadt Europas, wird diskutiert, dass Bewohner künftig womöglich nur noch nach Online-Registrierung und mit Sondergenehmigungen der Stadt – in Form von QR-Codes – auf die Straße dürfen. Die Stadt teilte mit, dass die Technik dafür einsatzbereit sei. Details der Regelung waren unklar. Regierungskritiker warnen vor einem «digitalen Konzentrationslager» in der Hauptstadt. Die Hilfsorganisation «Doktor Lisa» forderte, die 15 000 Obdachlosen der Stadt in den nun leeren Hotels und Hostels unterzubringen. (dpa)

WHO-Chef verlangt wegen Corona-Krise Schuldenerlass für arme Länder

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Schuldenerlass für ärmere Länder gefordert, damit sie die Folgen der Coronavirus-Pandemie meistern können. „Wir müssen zusammenstehen, um dieses unbekannte und gefährliche Virus zu bekämpfen“, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus. „Obwohl es relativ wenig bestätigte Infektionen mit dem Virus, das Covid-19 auslösen kann, in Afrika, Zentral- und Südamerika gibt, ist uns klar, dass Covid-19 ernstzunehmende soziale, wirtschaftliche und politische Konsequenzen für diese Regionen haben könnten“, sagte der WHO-Chef. Auch dort müssten Länder aber in der Lage sein, Menschen zu testen, Infizierte zu isolieren und Kontakte von Infizierten zu überwachen. Zudem bräuchten ärmere Menschen Hilfe, die ihre Jobs wegen der Ausgangseinschränkungen verlieren. „Viele Entwicklungsländer werden es schwer haben, soziale Programme aufzulegen“, sagte Tedros. „Für diese Länder ist ein Schuldenerlass unumgänglich, damit sie in der Lage sind, sich um ihre Bevölkerung zu kümmern und den wirtschaftlichen Kollaps zu verhindern.“ (dpa)

Knappe Schutzmasken können ausnahmsweise wiederverwendet werden

Angesichts des riesigen Bedarfs wegen der Corona-Krise sollen Schutzmasken für das medizinische Personal unter bestimmten Voraussetzungen ausnahmsweise wiederverwendet werden können. Dazu seien besondere Sicherheitsauflagen einzuhalten, teilten das Gesundheits- und das Arbeitsministerium nach einer Sitzung des Krisenstabs der Bundesregierung am Mittwoch mit. Wenn nicht ausreichend persönliche Schutzausrüstung vorhanden ist, wird demnach ein Verfahren möglich, bei dem Masken einer Person zugeordnet und durch Erhitzen dekontaminiert werden können. So könnten besonders Atemschutzmasken mit Filterfunktion maximal drei Mal wieder aufbereitet werden. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erklärten, damit sei schnell und vorausschauend eine sichere Lösung für mögliche Lieferengpässe gefunden worden. Es würden zugleich alle Anstrengungen unternommen, ausreichend neue Schutzmasken auf dem Weltmarkt zu ordern. Der Schutz des Gesundheits- und Pflegepersonals habe oberste Priorität. (dpa)

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Bund und Länder wollen Kontaktbeschränkungen über Ostern verlängern

Bund und Länder verlängern die bestehenden scharfen Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Krise bis zum 19. April. Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer. In fast allen Bundesländern enden an diesem Tag die Osterferien der Schüler.

Wie Bund und Länder am Mittwoch in Berlin beschlossen, sollen die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum reduziert werden.

Ob es danach Lockerungen geben könne, sei vollkommen offen, wurde aus Teilnehmerkreisen betont. Nach dpa-Informationen mahnten Merkel für die Bundesregierung und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für die Regierungschefs der Länder an, dass es vor Ostern keinerlei Diskussion über Lockerungen der bestehenden Maßnahmen geben solle. Am 14. April - dem Dienstag nach Ostern - wolle man erneut über die Lage beraten. Es habe zudem große Einigkeit bestanden, dass es keine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken geben solle. Es sei deutlich gemacht worden, dass man sich an die bestehenden Auflagen halten müsse, selbst wenn man solche Masken trage. (BLZ)

SPD erwägt Vermögensabgabe zur Bewältigung von Corona-Krise

Die SPD findet eine Vermögensabgabe zur Bewältigung der finanzpolitischen Folgen der Corona-Krise überlegenswert. Eine einmalige Abgabe durch besonders wohlhabende Bürger sei „eine der Möglichkeiten, die Staatsfinanzen nach der Krise wieder in Ordnung zu bringen“, sagte Parteichefin Saskia Esken der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ von Mittwoch. Zuvor hatte dies bereits die Linke gefordert. Die FDP hingegen hält nichts davon. Scharfe Kritik kam aus der Union. Um die Folgen der Krise für den Staatshaushalt zu bewältigen, werde eine „faire Lastenverteilung“ gebraucht, sagte Esken. Diese könne für die SPD nur so aussehen, „dass sich die starken Schultern in Deutschland auch stark beteiligen“. (AFP)

Merkel: Besonderer Schutz für Pflegeheime notwendig

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus haben Bund und Länder die Notwendigkeit von Schutzvorkehrungen für Pflegeheime und Behinderteneinrichtungen unterstrichen. „Hier leben Menschen, die besonders anfällig für Infektionen sind, die müssen wir besonders schützen“, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten. Alle Länder wollten Maßnahmen treffen, durch die sichergestellt werde, dass durch neue Personen im Pflegeheim nicht die Gefahr steige, dass jemand sich mit dem Virus infiziere. Merkel versicherte, es müssten auch mit Nachdruck mehr Schutzmasken besorgt werden. (dpa)

Wimbledon wegen Coronavirus-Krise komplett abgesagt

Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg fällt Wimbledon aus. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie werde das vom 29. Juni bis 12. Juli angesetzte Tennis-Turnier nicht ausgetragen, teilten die Organisatoren am Mittwoch mit und kündigten die nächste Auflage für den 28. Juni bis 11. Juli 2021 an. (dpa)

Merkel würde Tracking-App auch selbst nutzen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für den Einsatz sogenannter Tracking-Apps in der Corona-Krise ausgesprochen, wenn diese in Tests erfolgversprechende Ergebnisse liefern. Merkel würde eine solche App nach eigenen Angaben auch selbst nutzen. „Klar ist jetzt schon, dass wir das auf freiwilliger Basis machen würden“, sagte sie am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder. Wenn sich bei Tests dieser Apps herausstelle, dass sie die Nachverfolgung von Kontaktfällen besser überprüfbar machten, dann würde sie „unbedingt dafür sein, dass den Bürgern zu empfehlen und wäre dann natürlich auch bereit für mich selber das anzuwenden und damit vielleicht anderen Menschen zu helfen“, sagte Merkel. (dpa)

Galeria Karstadt Kaufhof beantragt Schutzschirmverfahren

Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof hat angesichts der Umsatzausfälle infolge der Corona-Pandemie beim Amtsgericht Essen ein Schutzschirmverfahren beantragt. Das teilte der Konzern am Mittwoch in Essen mit. (dpa)

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Algerien und Irak entlassen Tausende Häftlinge wegen Coronavirus

Offenbar aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus sollen in Algerien und im Irak Tausende Gefangene entlassen werden. Algeriens Präsident Abdelmadjid Tebboune unterzeichnete am Mittwoch ein Dekret zur Begnadigung von mehr als 5000 Häftlingen. Ausgenommen sind Häftlinge, die wegen Terrorismus, Korruption, Spionage, Drogenhandel, Vergewaltigung oder Mord verurteilt wurden. In dem nordafrikanischen Land wurden bisher 716 Infektionen mit Sars-CoV-2 gemeldet, darunter 44 Todesopfer. Einen Grund für den Schritt nannte das algerische Präsidialamt nicht. In Algerien und vielen weiteren Ländern gibt es allerdings Sorgen, dass das Virus sich in Gefängnissen rasch ausbreiten könnte. In vielen Ländern Afrikas sowie in der arabischen Welt sind Gefängnisse Menschenrechtsorganisationen zufolge überfüllt. (dpa)

Ehemaliger Regierungschef von Somalia an Covid-19 gestorben

Der ehemalige Regierungschef von Somalia Nur Hassan Hussein hat sich in London mit dem Coronavirus infiziert und ist an den Folgen gestorben. Das sagte sein Sohn Haji Mohamed Nur Adde am Mittwoch dem somalischen Radiosender Radio Mogadischu. Hussein, genannt auch Nur Adde, sei zwei Wochen lang krank gewesen. Der 1938 geborene Politiker war von 2007 bis 2009 Ministerpräsident von Somalia. Sein Sohn nannte der Deutschen Presse-Agentur 1937 als Geburtsjahr. Das von Konflikten zerrüttete Land am Horn von Afrika hat bislang mindestens fünf offiziell bestätigte Fälle von Covid-19 und keine Tote. In Großbritannien haben sich mehr als 25 000 Menschen mit Sars-CoV-19 infiziert und mindestens 1700 Menschen sind gestorben. (dpa)

Verdopplung bei Infiziertenzahlen verlangsamt sich

Eine nicht unwesentliche Aussagekraft, wie die Anti-Corona-Maßnahmen funktionieren, hat die Frist, in der sich die Infiziertenzahl verdoppelt. Laut der «Süddeutschen Zeitung» liegt die Zeit, in der sich die Infizierten-Zahlen verdoppeln, in NRW bei 10,2 (Vortag: 9) Tagen, in Bayern bei 6,2 (Vortag: 5). Den größten Verlangsamungseffekt hat nach den Zahlen der Zeitung inzwischen Berlin mit 12,1 (Vortag: 9) Tagen. Für ganz Deutschland lag die Verdopplungsrate demnach am Mittwochvormittag bei 7,1 Tagen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte diese Zahl, also die Verlangsamung der Verdoppelung, zum Maßstab gemacht für mögliche Lockerungen der Maßnahmen. Nach den Worten ihres Kanzleramtschefs Helge Braun (CDU) haben sich die Zahlen bundesweit zunächst noch nach drei Tagen verdoppelt. Das Ziel müsse jedoch sein, dass sich die Infizierten-Zahlen erst nach «10, 12 oder 14 Tagen» verdoppeln. (dpa)

Studie: Ausgangsperre im chinesischen Wuhan hat womöglich 700.000 Ansteckungen verhindert

Die Ausgangssperre in der chinesischen Stadt Wuhan hat einer Studie zufolge womöglich 700.000 Ansteckungen verhindert und die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus signifikant verzögert. Die drastischen Maßnahmen in Wuhan, das als Epizentrum der Pandemie gilt, innerhalb der ersten 50 Tage hätten anderen Städten im Land wertvolle Zeit zur Vorbereitung eigener Beschränkungen verschafft, schreiben Forscher aus China, den USA und Großbritannien in einem am Dienstag in der Fachzeitschrift "Science" veröffentlichten Beitrag. (AFP)

Die Ausgangssperre in der chinesischen Stadt Wuhan hat einer Studie zufolge womöglich 700.000 Ansteckungen verhindert.
Foto: NOEL CELIS / AFP

Neue Höchstzahl von Corona-Toten in Spanien 

Spanien hat eine neue Höchstzahl beim Anstieg der Todesopfer durch die Coronavirus-Pandemie registriert. In den vergangenen 24 Stunden sei die Zahl der Corona-Toten um 864 auf mehr als 9000 gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Mittwoch mit.

Die Zahl der landesweit Infizierten stieg demnach auf 102.136 Fälle. Nur in Italien und den USA wurden bislang mehr Infektionen nachgewiesen. Allerdings verlangsamt sich die Ausbreitung des Virus in Spanien den Regierungsangaben zufolge. Am Mittwoch betrug der Anstieg der Infektionen acht Prozent, am Dienstag waren es noch knapp elf Prozent gewesen. (AFP)

Studie: Deutschland Schlusslicht bei Höhe des Kurzarbeitergelds 

Bei der Höhe des gesetzlich gezahlten Kurzarbeitergeldes ist Deutschland nach einer aktuellen Studie Schlusslicht unter den europäischen Ländern mit vergleichbaren Regelungen. Während in Deutschland die Beschäftigten lediglich 60 oder in Haushalten mit Kindern 67 Prozent des entgangenen Nettoentgelts erhalten, wird nach einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in vielen anderem europäischen Ländern ein deutlich höheres Kurzarbeitergeld von 80 bis zu 100 Prozent bezahlt. Die Forscher des zur gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gehörenden Instituts drängen deshalb auf eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes in Deutschland.

Von den 15 europäischen Ländern, die in der Untersuchung berücksichtigt wurden, zahlen demnach vier Staaten (Irland, Dänemark, die Niederlande und Norwegen) ein Kurzarbeitergeld, das bis zu 100 Prozent des Lohnausfalls kompensiert. In Schweden, Österreich, Großbritannien, Italien, Slowenien und der Schweiz liegt das Kurzarbeitergeld bei 80 Prozent oder mehr. In Spanien, Belgien und Frankreich wird der Lohnausfall zu 70 Prozent ausgeglichen. Portugiesen erhalten 66,6 Prozent ihres Bruttolohnes. In der Regel gehen großzügigere Leistungen der Studie zufolge allerdings mit einer kürzeren Bezugsdauer einher. (dpa)

Vier weitere Covid-19-Tote in Wolfsburger Pflegeheim

Im Wolfsburger Hanns-Lilje-Heim sind mittlerweile 22 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. In den vergangenen 24 Stunden seien vier weitere Opfer dazugekommen, sagte eine Sprecherin der Diakonie Wolfsburg am Mittwoch. Die Diakonie betreibt das Heim. Gleichzeitig gebe es auch gute Nachrichten: Vier Bewohner seien auf dem Weg der Besserung. «Die scheinen es tatsächlich zu schaffen.» Wie viele Infizierte insgesamt in dem Heim leben, konnte die Sprecherin zunächst nicht sagen. Am Montag hatte Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Dieter Mohrs (SPD) von insgesamt 79 positiv getesteten Menschen gesprochen. (dpa)

Laschet beruft Expertenrat in Corona-Krise ein 

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat in der Corona-Krise einen Expertenrat gegründet, der ihn im weiteren Umgang mit der Krise beraten und Exitstrategien für die Zeit nach der Pandemie entwickeln soll. Der Expertenrat solle "noch in dieser Woche starten", sagte Laschet am Mittwoch vor dem Düsseldorfer Landtag. Es gelte, bereits jetzt "über den Tag danach nachdenken" (AFP)

Corona: Eltern können Notfall-Kinderzuschlag online beantragen 

In der Corona-Krise haben viele Eltern mit Einkommenseinbußen zu kämpfen. Betroffene können in solchen Fällen einen Notfall-Kinderzuschlag erhalten. Der Antrag dazu lässt sich auch online stellen. Unter www.kinderzuschlag.de finden Eltern alle Informationen, die sie für einen Antrag brauchen. Schritt für Schritt werden sie durch das Formular geführt, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilt. (dpa)

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Coronavirus sorgt für Rekordzahl an Arbeitslosen in Österreich 

In Österreich waren seit 1946 noch nie so viele Menschen arbeitslos wie aktuell. Wie der Arbeitsmarktservice (AMS) am Mittwoch in Wien mitteilte, sind in der Alpenrepublik derzeit etwas mehr als 504 000 Menschen ohne Job - ein Anstieg um 52,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Hinzu kommen etwas mehr als 58 000 Menschen, die beim AMS derzeit eine Schulung machen. Allein zwischen dem 15. und dem 31. März stieg die Zahl der Arbeitslosen um fast 200 000. (dpa)

Los Angeles bringt Obdachlose in Corona-Krise auf Campingplatz am Meer unter 

Wegen fehlender Unterkünfte werden mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Obdachlose aus Los Angeles derzeit unter anderem auf einem Campingplatz am Meer untergebracht. Auf dem Campingplatz Dockweiler RV in der Nähe von LA wurden dazu etwa hundert weiße Wohnmobile aufgereiht. Die Eingänge werden von Wachleuten mit Schutzmasken bewacht, Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden in Schutzkleidung sind unterwegs, um die Infizierten zu betreuen. (AFP)

Ski-Anlagen in Schweden werden nun doch geschlossen 

Weil man die medizinischen Dienste nicht überlasten will, schließen nun auch in Schweden die größten Ski-Anlagen. Der Betreiber Skistar teilte am Dienstagabend mit, dass die Saison in den Anlagen in Sälen, Vemdalen und Åre am 6. April vorzeitig beendet werde. Damit folge man dem Rat der Gesundheitsbehörden. Andere Resorts wie Riksgränsen im Norden Schwedens, die nicht zu Skistar gehören, sind weiter geöffnet. In Norwegen wurde die Schließung der Skistar-Gebiete in Trysil und Hemsedal bereits am 12. März angeordnet. (dpa)

Galeria Karstadt Kaufhof stoppt Mietzahlungen

Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hat die Mietzahlungen für alle Warenhäuser, Sporthäuser, Reisebüros und Logistikimmobilien gestoppt. In einem Brief an die Vermieter schrieb das Unternehmen, die wegen der Corona-Pandemie staatlich angeordnete Schließung der Geschäfte lasse dem Unternehmen «keine andere Wahl». Zuvor hatte der «Spiegel» über den Mietstopp berichtet. Ein Unternehmenssprecher wollte sich am Mittwoch nicht dazu äußern. (dpa)

Zahl der Corona-Infizierten in China steigt mit neuer Zählweise 

In China ist die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen im Vergleich zum Vortag wegen einer neuen Zählweise deutlich gestiegen. Wie aus den Daten der Pekinger Gesundheitskommission vom Mittwoch hervorging, wurden erstmals auch solche Menschen in die offizielle Statistik aufgenommen, die zwar positiv auf das Virus getestet wurden, aber keine Symptome zeigten.

Laut der Kommission gab es im Vergleich zum Vortag 130 neue Nachweise dieser Art. Insgesamt stünden derzeit 1367 «asymptomatische» Fälle unter Beobachtung. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Symptomen stieg den offiziellen Daten zufolge um 36, wovon 35 bei Menschen nachgewiesen wurden, die aus dem Ausland nach China eingereist waren. Erneut wurden auch sieben Todesfälle gemeldet. (dpa)

Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes mit einer Probe eines Corona-Tests. 
Foto: Imago Images

Kampf gegen Corona: Italien verlängert Ausgangsverbote bis 13. April 

Italiens Regierung verlängert die strengen Ausgangsbeschränkungen für die 60 Millionen Bürger wegen der Corona-Krise bis zum 13. April. Das kündigte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza am Mittwoch in Rom im Senat an. Diese Verlängerung hatte die Regierung bereits Anfang der Woche in Aussicht gestellt. Seit 10. März dürfen sich die Menschen im Land nicht mehr frei bewegen. Schulen sind zu, viele Fabriken ebenfalls. Die Beschränkungen galten bisher bis 3. April.

Italien ist das am schwersten in Europa von der Covid-19-Krankheit betroffene Land. Die Zahl der Menschen, die positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet wurden, liegt über 105 000, mehr als 12 000 Menschen sind gestorben. (dpa)

Zahl der Corona-Toten in den Vereinigten Staaten steigt auf über 4000 

In den USA ist die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus auf über 4000 gestiegen. Die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in den Vereinigten Staaten betrug am Mittwoch 4076, wie aus den Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorging. Damit hat sich die Zahl der Todesopfer der Pandemie innerhalb von vier Tagen mehr als verdoppelt. Mehr als 40 Prozent der Todesfälle wurden demnach im US-Bundesstaat New York registriert. (AFP)

Rektorenpräsident für Verschiebung des Sommersemesters 

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Peter-André Alt, hat sich für eine Verschiebung des Sommersemesters ausgesprochen. «Wir sollten den Beginn des Sommersemesters nach hinten schieben und deutschlandweit etwas später starten – natürlich nur, wenn der Shutdown bis dahin aufgehoben ist», sagte Alt dem «Handelsblatt» (Mittwoch). «Danach organisieren wir eine möglichst komplette Vorlesungszeit, die später als üblich endet. Das Wintersemester würde dann ebenfalls etwas zeitversetzt, beispielsweise ab 1. oder 15. November beginnen. So könnten wir im Sommersemester 2021 wieder in den Normalmodus zurückehren.» (dpa)

Verein verlost in Corona-Krise sechsmonatiges Grundeinkommen 

In der Corona-Krise brechen vielen Menschen Aufträge und Einnahmen weg. Diskutiert wird in dem Zusammenhang auch wieder über das Thema Grundeinkommen. Der Deutsche Musikrat hatte kürzlich eine auf sechs Monate befristetes staatliche Zahlung in Höhe von 1000 Euro für Künstler gefordert. An diesem Mittwoch will der Verein «Mein Grundeinkommen» 40 bedingungslose Grundeinkommen von monatlich 1000 Euro für ein halbes Jahr verlosen. Wer freiberuflich arbeite, stehe durch die Corona-Krise vor Hartz IV, erklärte Vereinsgründer Michael Bohmeyer. Menschen, die in Kurzarbeit geschickt würden oder für die Kinderbetreuung unbezahlten Urlaub nehmen müssten, würden sich verschulden. «Das Grundeinkommen durchbricht diese Abwärtsspirale.» (dpa)

Walter-Borjans für Corona-Bonds: «Geht um die Rettung Europas» 

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans hat sich für Corona-Bonds - also gemeinsame europäische Anleihen - ausgesprochen. «Das gebietet nicht nur die europäische Solidarität, das gebietet auch der Eigennutz», sagte er am Mittwochmorgen im Deutschlandfunk. Europa könne sich wirtschaftlich nur so von der Corona-Krise erholen. (dpa)

Lufthansa schickt insgesamt 87.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit 

Der Lufthansa-Konzern will in der Corona-Krise rund zwei Drittel seiner weltweit Beschäftigten in die Kurzarbeit schicken. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Mittwoch in Frankfurt, dass die Sozialleistung in verschiedenen Ländern für insgesamt 87 000 Mitarbeiter beantragt worden ist. Je nach Gesellschaft und Unternehmensteil gilt das teils rückwirkend vom 1. März an, in der Masse aber ab April. Zuvor hatte das Portal «Business Insider» berichtet. Der größte Luftverkehrskonzern Europas beschäftigte 2019 rund 135 000 Männer und Frauen. (dpa)

Niederlande verlängern Maßnahmen bis Ende April

Die Niederlande haben die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie bis zum 28. April verlängert. «Wir haben es noch lange nicht geschafft», warnte Premier Mark Rutte am Dienstagabend in Den Haag. Schulen, Museen, Restaurants und Cafés bleiben geschlossen, öffentliche Veranstaltungen verboten. Bürger sollen soweit es geht, zu Hause zu bleiben. (dpa)

Taiwan spendet zehn Millionen Masken

Taiwan will zehn Millionen Schutzmasken an die am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder spenden. Die Inselrepublik wird sieben Millionen Masken in elf europäische Länder schicken, darunter Italien, Spanien und Deutschland, wie das Außenministerium in Taipeh der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Die USA werden demnach zwei Millionen Masken erhalten. Eine weitere Million Masken würden an diplomatische Verbündete Taiwans geschickt.

Taiwan ist der der zweitgrößte Maskenhersteller der Welt und wird bald 15 Millionen chirurgische Masken pro Tag herstellen können, wie Präsidentin Tsai Ing-wen am Mittwoch sagte, als sie die Spende verkündete. (dpa)

Coronavirus: Weißes Haus befürchtet nach Prognose bis zu 240 000 Tote in den USA

US-Präsident Donald Trump hat die Amerikaner wegen der Corona-Epidemie auf historisch schwierige Zeiten und auf dramatische Opferzahlen in naher Zukunft eingeschworen. «Die nächsten zwei oder drei Wochen werden zu den schwierigsten gehören, die wir in diesem Land jemals hatten», sagte Trump am Dienstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. «Wir werden Tausende Menschen verlieren.» Das Weiße Haus befürchtet nach einer Prognose zwischen 100 000 und 240 000 Tote in den USA durch das Coronavirus - trotz Maßnahmen zur Eindämmung.

Trump sagte, ohne Maßnahmen zur Eindämmung wären nach Prognosen zwischen 1,5 und 2,2 Millionen Tote zu befürchten gewesen. Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, sagte auf die Frage, ob sich die Amerikaner auf die Wahrscheinlichkeit von 100 000 Toten einstellen müssten: «Die Antwort ist ja, so ernüchternd diese Zahl ist. Wir sollten darauf vorbereitet sein.» Er hoffe weiterhin, dass diese Zahl nicht Wirklichkeit werde. (dpa)

Steinmeier und Co. rufen zu «globaler Allianz» gegen Corona auf 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zusammen mit vier weiteren Staatsoberhäuptern zur Bildung einer «globalen Allianz» gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. «Diese Pandemie wird kein Land verschonen, egal wie fortschrittlich seine Wirtschaft, seine Fähigkeiten oder seine Technologie sind», heißt es in einem gemeinsamen Namensartikel in der «Financial Times» (Mittwoch). «Vor diesem Virus sind wir alle gleich, und wir müssen alle zusammenarbeiten, um es zu bekämpfen.»

Der Namensbeitrag unter der Überschrift «Für eine globale Allianz gegen die Pandemie» wurde von Bundespräsident Steinmeier, Jordaniens König Abdullah II., der Präsidentin Singapurs, Halimah Yacob, der Präsidentin Äthiopiens, Sahle-Work Zewde, sowie dem Präsidenten Ecuadors, Lenín Moreno Garcés, verfasst. «Wir alle stehen vor demselben Gegner, und es bringt uns nur Vorteile, wenn ihm die gesamte Menschheit vereint und entschlossen entgegentritt», schreiben sie darin weiter. (dpa)

Bayern-Star Coutinho lässt 20 Tonnen Lebens- und Hygienemittel verteilen 

Trotz Quarantäne im fernen München hat Bayern-Fußballstar Philippe Coutinho eine gewaltige Hilfsaktion in seiner Heimatstadt Rio de Janeiro angeleiert. Der 27-Jährige spendete laut dem Internetportal Globoesporte rund 20 Tonnen Lebens- und Hygienemittel, die seit Dienstag in Armenvierteln rund um das Stadion von Vasco da Gama, wo er seine Karriere begann, verteilt werden. (sid)

Panama: Frauen und Männer dürfen nicht mehr gleichzeitig vor die Tür 

In Panama dürfen wegen der Corona-Pandemie Männer und Frauen nicht mehr am selben Tag ihre Häuser verlassen. Diese neue Maßnahme zur Vermeidung von sozialen Kontakten trat am Mittwoch in Kraft, nachdem die Regierung des mittelamerikanischen Landes sie am Montag angekündigt hatte. Zur Begründung hieß es, zu viele Menschen hätten die bisher geltende Ausgangsbeschränkung missachtet.

Diese hatte Staatspräsident Laurentino Cortizo ab vergangenen Mittwoch auf unbestimmte Zeit verfügt. Jedem stehen demnach jeden Tag zwei bestimmte Stunden zwischen 6.30 und 19.30 Uhr draußen zu, um Dinge des Grundbedarfs einzukaufen - welche zwei Stunden, hängt von der letzten Ziffer der Ausweisnummer ab. Dies gilt weiterhin. Hinzu kommt nun, dass Frauen nur noch montags, mittwochs und freitags raus dürfen und Männer dienstags, donnerstags und samstags. Sonntags darf niemand mehr vor die Tür.

UN-Chef Guterres: Größte Herausforderung seit Weltkrieg 

Die Corona-Krise ist für UN-Generalsekretär António Guterres die größte Herausforderung an die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg. Diese Herausforderung brauche daher eine «stärkere und effektivere Antwort», die nur in der Solidarität aller Beteiligten bewältigt werden könne, sagte Guterres zum Ende einer Videokonferenz am Dienstagabend in New York. «Die Welt steht vor einer noch nie dagewesenen Prüfung», sagte der UN-Chef. «Und jetzt ist der Moment der Wahrheit.»

Der UN-Generalsekretär zeigte sich unzufrieden mit der seiner Ansicht nach schleppenden globalen Antwort im Kampf gegen das Coronavirus. «Wir bewegen uns langsam in die richtige Richtung, aber wir müssen schneller sein und viel mehr tun, wenn wir das Virus besiegen wollen.» Unter anderem gebe es noch immer keine koordinierten Handlungen aller Länder unter Führung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Deren Richtlinien würden in vielen Teilen der Welt noch immer nicht beachtet. (dpa)

Kalifornien will wegen Coronavirus Gefangene entlassen 

Kalifornien will wegen der Corona-Krise vorzeitig bis zu 3500 Häftlinge aus den Gefängnissen entlassen. Nach Mitteilung der Gefängnisbehörde am Dienstag haben sich nachweislich vier Insassen und 25 Angestellte mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Zur Entlastung der Anstalten wolle man unter anderem Inhaftierte mit geringen Reststrafen auf Bewährung freilassen. Ausgenommen seien Gefangene, die wegen Gewaltverbrechen, häuslicher Gewalt oder Sexualstraftaten einsäßen. (dpa)

Trotz Corona vorerst keine Evakuierung von US-Flugzeugträger 

Trotz der Ansteckung mehrerer Besatzungsmitglieder an Bord des US-Flugzeugträgers «USS Theodore Roosevelt» mit dem Coronavirus ist es nach Einschätzung von US-Verteidigungsminister Mark Esper derzeit nicht notwendig, das Schiff zu evakuieren. «Ich denke nicht, dass wir an diesem Punkt sind», sagte Esper dem Sender CBS am Dienstag (Ortszeit). «Wir verlegen eine Menge Vorräte und Hilfe, medizinische Unterstützung auf den Träger in Guam», sagte der Minister weiter. Der Flugzeugträger liegt derzeit mit mehr als 4000 Besatzungsmitgliedern vor der Pazifikinsel vor Anker. Nach Berichten von US-Medien gibt es an Bord mindestens 100 bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2. Keiner sei schwer erkrankt, sagte Esper. (dpa)


+++ 31. März +++

Russland schickt Corona-Hilfe in die USA

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie in den USA bereitet Russland einen Hilfsflug vor. Die Maschine mit medizinischer Ausrüstung und Schutzkleidung solle voraussichtlich noch am Dienstag starten, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Tagsüber seien sämtliche Vorbereitungen getroffen worden. Angesichts der „schrecklichen epidemiologischen Situation“ habe Russland diese Hilfe angeboten.

Kremlchef Wladimir Putin und sein US-Kollege Donald Trump hatten am Montag miteinander telefoniert. Das Angebot kommt überraschend, weil die Beziehungen zwischen Moskau und Washington seit Jahren angespannt sind. (dpa)

Mehr als 68.000 Infizierte in Deutschland gemeldet - 682 Tote

In Deutschland sind insgesamt 68.180 Corona-Fälle bekannt (Johns Hopkins University, Stand 19.30 Uhr). Das sind gut 4000 mehr als noch am Vortag. 682 Menschen sind an dem Virus gestorben. (BLZ)

Covid-19: Fast 500 Tote innerhalb von 24 Stunden in Frankreich

In Frankreich ist die Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten an einem Tag drastisch gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden habe es 499 neue Todesfälle zu verzeichnen gegeben, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Dienstagabend in Paris. Damit starben bisher die meisten Menschen an einem Tag seit Beginn der Coronavirus-Pandemie in Frankreich. Insgesamt gebe es 3523 Todesopfer, so Salomon.

Auch die Zahl der Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen, stieg demnach um mehr als 450. Fast 23.000 Menschen würden in Krankenhäusern behandelt, sagte Salomon. Mehr als 5000 davon auf Intensivstationen. (dpa)

Vier Corona-Tote in Schweinfurter Seniorenheim

Auch in einem Seniorenheim im bayerischen Schweinfurt ist es zu einer Häufung von Todesfällen nach Infektionen mit dem Coronavirus gekommen. Am Dienstagabend teilte das Gesundheitsamt mit, dass in der Pflegeeinrichtung drei an Covid-19 erkrankte Menschen gestorben seien. Alle seien über 80 Jahre alt gewesen und hätten Vorerkrankungen gehabt.

Von insgesamt sechs in Schweinfurt nach einer Erkrankung mit dem Erreger verstorbenen Menschen lebten damit den Angaben zufolge vier in demselben Pflegeheim. (dpa)

Spahn und Laschet gegen Maskenpflicht in Deutschland

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich gegen eine Tragepflicht für Schutzmasken in Deutschland ausgesprochen. «In der jetzigen Lage sehe ich keine Notwendigkeit zu einer Verpflichtung», sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Düsseldorf. Spahn hatte zuvor zusammen mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) das Universitätsklinikum in Düsseldorf besucht.

Der Minister sagte, es müsse unterschieden werden zwischen medizinischen Masken zum Schutz des medizinischen Personals vor einer Ansteckung und anderen in der Öffentlichkeit getragenen - auch selbstgenähten - Masken. Bei diesen gehe es darum, andere nicht anzustecken. Sie könnten «tatsächlich auch eine Hilfe sein dabei, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen». Er nehme wahr, dass es eine zunehmende Bereitschaft gebe, aus Solidarität mit anderen, diese Masken zu tragen, sagte Spahn.

Laschet nannte Spahns Äußerungen «treffend». Man sei jetzt prioritär damit beschäftigt, Masken für den medizinischen Bereich zu beschaffen. «Und wenn es sich gesellschaftlich entwickelt, dass jeder den anderen auch schützen will, dann ist das in Ordnung. Eine Pflicht sehe ich nicht.» (dpa)

Bayreuther Festspiele für 2020 abgesagt

Die Bayreuther Festspiele werden in diesem Jahr wegen der Corona-Krise nicht stattfinden. Die nachfolgenden Festspieljahrgänge müssten dadurch umdisponiert werden, teilten die Festspiele am Dienstagabend mit. Zuerst hatte BR-Klassik darüber berichtet. (dpa)

Trump und Erdogan beraten über Corona-Krise

US-Präsident Donald Trump und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan haben sich in der Coronavirus-Krise beraten. Nach Darstellung des Weißen Hauses waren sich die beiden Staatschefs in ihrem Telefonat am Dienstag einig, dass es derzeit für Konfliktländer wichtiger denn je sei, Vereinbarungen über einen Waffenstillstand einzuhalten und an Lösungen zu arbeiten - insbesondere im Fall von Syrien und Libyen. Die Präsidenten wollten eng im Kampf gegen das Virus und bei der Stärkung der Wirtschaft zusammenarbeiten, erklärte Sprecher Judd Deere. Aus dem türkischen Präsidialpalast hieß es, dass Erdogan und Trump über bilaterale und regionale Entwicklungen sowie über den Kampf gegen das neuartige Coronavirus gesprochen hätten. Man wolle Erfahrungen und Daten austauschen. (dpa)

Weltweit mittlerweile rund 800.000 bestätigte Corona-Infektionsfälle

Drei Monate nach den ersten gemeldeten Fällen gibt es weltweit mittlerweile rund 800.000 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus sowie fast 40.000 Covid-19-Todesfälle. Von den bis Dienstagvormittag nachgewiesenen 777.798 Infektionsfällen in aller Welt gehen 386.282 - also knapp die Hälfte - auf Europa zurück, wie eine Auflistung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) auf Twitter zeigte. International gibt es 37.272 registrierte Corona-Todesfälle, davon 26 110 in den Ländern der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums sowie in Großbritannien. (dpa)

H&M beantragt Kurzarbeitergeld für fast 20.000 Beschäftigte

Die schwedische Modekette H&M hat angesichts der Schließung aller Filialen in Deutschland durch die Corona-Krise für fast 20.000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld für den Zeitraum vom März bis Mai beantragt. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mit. Das Unternehmen kündigte an, es werde das Kurzarbeitergeld nach einer mit dem Gesamtbetriebsrat abgeschlossenen Vereinbarung im März auf 100 Prozent des Nettogehalts aufstocken, im April und Mai auf 90 Prozent. Auch für Minijobber und Werksstudenten seien Lösungen gefunden worden. (dpa)

Mehr als 1000 Tote durch Corona in den Niederlanden

Die Zahl erfasster Todesopfer in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion ist in den Niederlanden auf 1039 gestiegen. Das sind 175 mehr als am Vortag, wie die Gesundheitsbehörden am Dienstag meldeten. Die Zahl registrierter Infektionen stieg demnach um 845 auf 12 595. Die Behörden gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer bei den Infizierten und Toten aus. In den Niederlanden werden nur ernsthaft Erkrankte auf das Virus getestet. (dpa)

Heil: 470.000 Betriebe haben in Corona-Krise bislang Kurzarbeit angezeigt

In der Corona-Krise ist nach Angaben von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) bislang von 470.000 Betrieben eine Anzeige auf Kurzarbeit eingegangen. Wie viele Menschen von Kurzarbeit betroffen sein werden, lasse sich derzeit noch nicht genau abschätzen, sagte Heil am Dienstag in Berlin. Es sei aber damit zu rechnen, dass es mehr als während der Finanzkrise seien; damals betraf dies 1,4 Millionen Menschen. (AFP)

Bundesliga-Stopp bis 30. April

Die Zwangspause in der Bundesliga und der 2. Liga verlängert sich wie erwartet bis mindestens 30. April. Einen entsprechenden Vorschlag des DFL-Präsidiums beschlossen am Dienstag die Bosse der 36 Profiklubs bei der ersten virtuellen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) einstimmig.Der Spielbetrieb in der Bundesliga und der 2. Liga ist wegen der Corona-Pandemie seit dem 12. März und damit erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ausgesetzt. Der nun ausgeweiteten Unterbrechung fallen die Spieltage Nummer 28 bis 31 zum Opfer. (SID)

Russlands oberster Corona-Arzt hat sich angesteckt

Moskaus prominentester Coronavirus-Chefarzt hat sich mit der hochansteckenden Lungenkrankheit infiziert. Dennis Prozenko hatte erst in der vergangenen Woche den russischen Präsidenten Wladimir Putin durch das auf Infektionskrankheiten spezialisierte Krankenhaus Kommunarka in der Hauptstadt geführt. Der Gesundheitszustand des Mediziners sei normal, teilten die Ärzte der Agentur Interfax zufolge am Dienstag mit. Prozenko werde in der Moskauer Klinik behandelt. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, Putin werde regelmäßig auf das Coronavirus getestet. «Es ist alles in Ordnung.» In Russland gibt es mit Stand vom Dienstag 2337 Corona-Fälle. (dpa)

Athen: Erste Coronavirus-Infektion in griechischem Flüchtlingslager

Erstmals ist in Griechenland in einem Flüchtlingslager eine Infektion mit dem Coronavirus diagnostiziert worden. Betroffen ist eine Frau, bei der das Virus nach der Geburt ihres Kindes in einem Krankenhaus in Athen festgestellt wurde, wie das griechische Migrationsministerium am Dienstag mitteilte. Die Menschen, die mit der aus Afrika stammenden Frau in Kontakt gekommen sind, seien isoliert worden. Ähnliche Maßnahmen seien im Camp von Ritsona im Norden Athens getroffen worden. Es werde nun nachgeforscht, wo genau die Frau infiziert wurde. Im Lager von Ritsona - wo nach Schätzungen der Athener Medien rund 3000 Menschen leben - ist die Lage bei weitem nicht so schlimm wie in den Camps auf den Inseln im Osten der Ägäis. Weitere Informationen sollte es am frühen Abend in Athen beim täglichen Briefing des Coronavirus-Krisenstabes geben. (dpa)

Spanien meldet mit 849 Corona-Toten an einem Tag neuen Höchstwert

In Spanien ist mit 849 Todesopfer durch das Coronavirus binnen 24 Stunden ein neuer Höchstwert verzeichnet worden. Die Gesamtzahl der Todesfälle stieg damit auf 8189, wie die Regierung am Dienstag mitteilte. Weitere 9222 Menschen infizierten sich neu mit dem Virus. Damit verzeichnet das Land jetzt 94.417 offiziell bestätigte Infektionen.

Am Tag zuvor war die Zahl der neuen Todesfälle in Spanien leicht zurückgegangen. Dies hatte die Hoffnung geweckt, das Land könnte den Höhepunkt der Pandemie erreicht haben. Die Zahlen vom Dienstag machten diese Hoffnung aber wieder zunichte. Spanien weist nach Italien die weltweit höchste Zahl an Todesopfern durch die Coronavirus-Pandemie auf. (afp)

Sieben Jahre Haft: Russland beschließt strenge Strafen bei Quarantäne-Verstößen

In Russland werden Quarantäne-Verstöße künftig mit bis zu sieben Jahren Haft bestraft. Das Unterhaus des russischen Parlaments verabschiedete am Dienstag im Eilverfahren ein entsprechendes Gesetz. Zudem wurden die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie ausgeweitet. In mehr als 40 der 85 Regionen Russlands ist das öffentliche Leben damit weitgehend lahmgelegt.

Wer die Quarantäne missachtet und damit absichtlich viele Menschen infiziert oder den Tod eines anderen verursacht, dem drohen bis zu fünf Jahre Haft. Sterben zwei oder mehr Menschen, können bis zu sieben Jahre Haft verhängt werden. Die Abgeordneten der Duma verabschiedeten zudem ein Gesetz, das es der Regierung ermöglicht, den landesweiten Notstand auszurufen. Die Duma beriet am Dienstag zudem über einen Gesetzentwurf, der bis zu fünf Jahre Haft für das Verbreiten von Falschinformationen über das Coronavirus vorsieht.

In rund 40 russischen Regionen wurden am Dienstag Ausgangsbeschränkungen verhängt. den Anfang hatte am Montag die Hauptstadt Moskau gemacht. Dort dürfen die zwölf Millionen Einwohner ihre Wohnungen nur noch in Ausnahmefällen verlassen.

In Russland wurden nach offiziellen Angaben bis Dienstag 2337 Infektions- und 17 Todesfälle gemeldet, die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte jedoch höher liegen. In den vergangenen 24 Stunden wurden rund 500 Neuinfektionen gemeldet - der bislang höchste Anstieg binnen eines Tages. Die meisten Fälle wurden in Moskau registriert. (AFP)

Gegen Corona-Panik: Weißrusslands Staatschef redet die Gefahr klein

Volle Cafés, Fußball in Stadien und Schulbetrieb – inmitten eines allgemeinen Lockdowns in Europa gibt sich Weißrussland als Insel der Freiheit. Der autoritäre Staatschef Lukaschenko kämpft gegen die Panik - und redet die Gefahr klein. Doch es regt sich Kritik. (dpa)

RKI: Coronavirus-Sterberate in Deutschland wird steigen

Das Robert Koch-Institut (RKI) rechnet mit einer Erhöhung der Coronavirus-Sterberate in Deutschland. Im Moment liege die Rate bei 0,8 Prozent, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin. «Die Meldungen haben aber einen Zeitverzug. Die Menschen sterben erst nach einem gewissen Krankheitsverlauf», erläuterte er. «Wir haben jetzt ja auch leider Fälle in Pflege- und Altenheimen. Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Sterberate damit ansteigen wird.» 

Pro Woche würden rund 350 000 Menschen in Deutschland getestet, sagte Wieler. Mehr sei im Moment mit herkömmlichen Tests nicht möglich. Mit handfesten Zahlen zur bundesweiten Entwicklung der Pandemie rechnet er in wenigen Wochen. Bis Ostern lasse sich wahrscheinlich ein Trend ablesen, ergänzte er.

Die aus den vom RKI erfassten Fällen errechnete Sterberate liegt in Deutschland bisher deutlich niedriger als in der Europäischen Union insgesamt mit etwa 7,6 Prozent. Den Grund für die momentan noch moderate Quote sieht Wieler in frühen und vielen Tests. Deshalb seien in Deutschland auch viele leichte Fälle registriert, die nicht zum Tod führten. Bislang liege das Durchschnittsalter der Infizierten bei 47 Jahren. (dpa)

Lambrecht: Handydaten-Erfassung nur auf freiwilliger Basis 

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hält eine Nutzung von Handydaten zur Eindämmung des Corona-Virus nur unter dem Aspekt der Freiwilligkeit für möglich. «Die Freiwilligkeit ist ein ganz wichtiger Aspekt. Da können und wollen wir nicht drumherum», sagte sie am Dienstagmorgen im Deutschlandfunk. Zudem müsse klar sein, dass es nur eine Nutzung auf Zeit wäre und die Daten nach der Krise gelöscht würden. «Alle Einschränkungen dürfen nur so lange gebraucht werden, wie es absolut notwendig ist.»

Unter diesen Voraussetzungen könne sie sich vorstellen, dass mehr Menschen einer Erhebung von Bewegungsdaten über eine Handyapp zustimmen, sagte die SPD-Politikerin. «Es geht darum, Infektionsketten zu unterbrechen.»

Über Handydaten ließen sich Kontaktpersonen von Infizierten prinzipiell finden und warnen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte ursprünglich geplant, den Gesundheitsbehörden bei einer «epidemischen Lage von nationaler Tragweite» zu erlauben, Kontaktpersonen von Erkrankten anhand von Handy-Standortdaten zu ermitteln. Nach heftiger Kritik aus der Opposition, aber auch der SPD, stellte Spahn diese Pläne zunächst zurück. Im Gespräch sind nun die Möglichkeiten einer App, die Bürger freiwillig installieren könnten und die sie anonymisiert warnt, wenn sie Kontakt mit einem bestätigten Infizierten hatten. (dpa)

Zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus wird die Nutzung von Handydaten diskutiert. 
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Jena plant Mundschutz-Pflicht 

Die Stadt Jena plant in der Coranavirus-Pandemie eine Maskenpflicht. «In einer Woche soll das Tragen eines Mund-und-Nasen-Schutzes in Jenaer Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr verpflichtend werden», teilte die Stadt mit. Die Maßnahme sei vom Fachdienst Gesundheit angemahnt worden. Ziel sei es, die Sicherheit des Personals im öffentlichen Leben zu erhöhen. Neben Masken seien auch Tücher oder Schals als Schutz möglich, wenn sie Nase und Mund bedeckten. (dpa)

Kardinal in Rom an Covid-19 erkrankt

Der Stellvertreter des Papstes für das Bistum Rom ist an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt. Der Kardinalvikar des Bistums, Angelo De Donatis, sei der erste Kardinal, der sich mit dem Coronavirus angesteckt habe, berichtete die vatikanische Medienplattform Vaticannews. Der 66-Jährig habe Fieber und sei im Krankenhaus, es gehe ihm aber gut, teilte das Bistum Rom am Montagabend mit. Er liegt in der römischen Klinik, in der auch Päpste behandelt werden.

Der Papst ist Bischof von Rom. Franziskus habe mit De Donatis aber in letzter Zeit keinen Kontakt gehabt, so Vaticannews. In dem kleinen Kirchenstaat gibt es mittlerweile einige wenige Corona-Fälle. Franziskus ist allerdings nicht betroffen, wie der Vatikan am Wochenende mitgeteilt hatte. (dpa)

Corona-Krise: Infektionsgebiet im Nordosten Rumäniens gesperrt 

Rumänien sperrt die im Nordosten gelegene Stadt Suceava und acht benachbarte Dörfer, weil dort mehr als ein Viertel aller Infektionen mit dem neuen Coronavirus aufgetreten sind. Das beschloss die Regierung am späten Montagabend. Von den landesweit 2109 Patienten, die mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert sind, leben 593 in der Kreishauptstadt Suceava, die rund 92 000 Einwohner hat.

Vor allem das Kreiskrankenhaus von Suceava gilt als Infektionsherd. Dazu hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz aufgenommen, wie am Dienstag bekannt wurde. Etwa die Hälfte der Patienten sowie 100 Ärzte und Pfleger haben sich infiziert. Der Direktor der Klinik wurde daraufhin entlassen. Er soll es zudem unterlassen haben, Corona-Todesfälle zu melden, wie das lokale Gesundheitsamt erklärte. Von den bisher landesweit 65 Corona-Todesopfern kommen 13 aus Suceava, teilte die Regierung in Bukarest mit.

Der Großraum Suceava soll nun von Polizei und Militär überwacht werden. Zugang haben nur noch Pendler, die dort im Bereich Lebensmittelversorgung, öffentliche Dienstleistung und Verwaltung arbeiten. Auch Warentransporte sind weiter zugelassen. (dpa)

Verband: 100 Millionen Euro Soforthilfe für Zoos dringend nötig 

Der Verband der Zoologischen Gärten hat wegen der Corona-Krise ein Soforthilfe-Programm in Höhe von 100 Millionen Euro für mehr als 50 Zoos in Deutschland gefordert. In einem Brief wandte sich Verbandschef Jörg Junhold, selbst Zoodirektor in Leipzig, am Dienstag auch an Kanzlerin Angela Merkel und wies auf die Notwendigkeit sofortiger Unterstützung hin. «Anders als andere Einrichtungen können wir unseren Betrieb nicht einfach runterfahren – unsere Tiere müssen ja weiterhin gefüttert und gepflegt werden.»

Nach Junholds Worten arbeiten Zoos derzeit ohne Einnahmen, aber mit gleichbleibend hohen Ausgaben weiter. Ein einzelner Zoo müsse in der aktuellen Krise einen wöchentlichen Umsatzverlust von etwa einer halben Million Euro verkraften. Insgesamt werden 56 deutsche Zoos vom Verband mit Sitz in Berlin vertreten. In den Einrichtungen werden mehr als 180 000 Wirbeltiere gepflegt und gezüchtet. Viele von ihnen sind bedrohte Arte. (dpa)

Johns-Hopkins-Universität meldete 66.885 Infizierte in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag mit 61.913 angegeben - ein Plus von 4615 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 66.885 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 583 Todesfälle, die JHU 645 Tote. (AFP)

Laborärzte: Flächendeckende Coronavirus-Tests «illusorisch» 

Für großflächige Coronavirus-Tests in der Bevölkerung sieht der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) momentan keine Möglichkeiten. «Die wünschenswerte "flächendeckende" Testung ist derzeit illusorisch», sagte der BDL-Vorsitzende Andreas Bobrowski der Deutschen Presse-Agentur. Die Testmaterialien wie Entnahmesets und Reagenzien für die Labore würden von Tag zu Tag knapper. Auch die Lieferzeiten der ebenfalls erforderlichen PCR-Geräte seien derzeit extrem lang. Bei PCR-Tests werden Abstriche aus Nase oder Rachen genommen und im Labor mit Hilfe dieser Geräte auf Viren-Erbgut untersucht.

Tests müssten derzeit nach medizinischen Notwendigkeiten priorisiert werden, wozu das Robert-Koch-Institut Kriterien erarbeitet habe, sagte Bobrowski. Damit Hausärzte und Fachärzte weiterhin diese «wichtige medizinische Priorisierung» durchführen und gezielt Hilfe leisten könnten, brauche es ausreichend Schutzkleidung und Atemschutzmasken für die Mediziner, sagte der BDL-Vorsitzende. Wer getestet wird, entscheiden im Moment Kliniken und Ärzte selbst. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) liegt die Kapazität in Deutschland zur Zeit bei rund 300 000 bis 500 000 Tests pro Woche.

Die Idee, auch tiermedizinische Labore zu nutzen, lehnt der Laborärzteverband ab. «Tiermedizinische Labore haben keine Zulassung für die Untersuchung von humanpathogenen Proben. Es fehlt darüber hinaus das gesamte Know-how des Patientenmanagements und dem damit verbundenen Schutz der persönlichen Daten», sagte Bobrowski. Maßnahmen zur Ausweitung der Tests sollten immer von den fachärztlichen Diagnostikern im Labor ausgehen, wie dies derzeit der Fall ist. (dpa)

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Söder fordert «nationale Notfallproduktion» von Schutzmasken 

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine «nationale Notfallproduktion» von Schutzmasken gefordert. «Was wir dringend brauchen sind mehr Masken und zwar die hochwertigen Masken für unser gesamtes Personal in den Krankenhäusern und Arztpraxen», sagte der CSU-Chef am Dienstag im «ARD Morgenmagazin». «Wichtig ist, dass wir eine nationale Notfallproduktion endlich bekommen.» Die deutsche Wirtschaft müsse jetzt darauf umstellen. Es brauche einen ausreichenden Vorrat in Krankenhäusern, Arztpraxen und Altersheimen, forderte er. (dpa)

Flugverkehr in Frankfurt geht weiter kräftig zurück 

Der Verkehr am Frankfurter Flughafen nimmt wegen der Coronavirus-Pandemie immer stärker ab. In der 13. Kalenderwoche (23. bis 29. März) sei die Passagierzahl im Vergleich zum Vorjahr um 91 Prozent auf knapp 119 000 gesunken, teilte der Flughafenbetreiber Fraport am Dienstag in Frankfurt mit. Das waren noch mal deutlich weniger als noch in der Vorwoche, als noch etwas mehr als 331 000 Passagiere abgefertigt wurden. (dpa)

Trump: Einreisestopp für Europäer soll verlängert werden 

Der zunächst auf einen Monat begrenzte Einreisestopp der US-Regierung für Besucher aus Europa soll verlängert werden. Diese und ähnliche Beschränkungen würden in Kraft bleiben und möglicherweise sogar verschärft werden, sagte US-Präsident Donald Trump am Montag im Garten des Weißen Hauses. Dies werde dabei helfen, die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu begrenzen, sagte Trump. «Es ist sehr wichtig, Grenzen zu haben.»

Es blieb zunächst unklar, bis wann der Einreisestopp, der eigentlich Mitte April auslaufen sollte, verlängert werden sollte. Trump hatte am Sonntag bekanntgegeben, dass die restriktiven Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie in den USA bis Ende April verlängert werden sollen. (dpa)

Zwischenbilanz: Wenige neue Corona-Tests in Klinik Wolfsburg positiv

Nach der Corona-Infektion mehrerer Mitarbeiter im Klinikum Wolfsburg ist bislang ein kleiner Teil der neuen Tests positiv ausgefallen. Rund die Hälfte der seit Sonntag untersuchten Proben von Patienten und anderen Kontaktpersonen der ursprünglich 14 positiv getesteten Klinik-Mitarbeiter sei ausgewertet, teilte die Stadt Wolfsburg am Montagabend mit. «Nur ein geringer Teil ist positiv», heißt es in der Mitteilung. Konkrete Zahlen werden nicht genannt. Für Rückfragen war die Stadt am Abend zunächst nicht zu erreichen.

Die übrigen Ergebnisse würden für Dienstag erwartet. «Bis die ausstehenden Testergebnisse vorliegen, kann noch keine endgültige Entscheidung getroffen werden, wie der Betrieb weiterlaufen kann», teilte die Stadt mit. «Nach den heutigen Ergebnissen sind wir zuversichtlich, dass das Klinikum - sobald wir ein vollständiges Bild haben - den Wolfsburgerinnen und Wolfsburgern ab Mittwoch wieder wie vorher zur Verfügung steht», wird Oberbürgermeister Klaus Mohrs zitiert. (dpa)

Angst vor Corona: Experten warnen vor Folgen psychischer Belastung 

Die psychische Belastung der Bundesbürger durch die Coronavirus-Pandemie ist nach Ansicht von Experten in Krisenplänen noch nicht ausreichend berücksichtigt. «Die Fachleute müssen sich darauf einstellen, dass sowohl eine Welle von Gesunden kommen wird, die plötzlich Ängste hat, die behandelt werden müssen - als auch auf die Verschlechterung der Symptomatik von bereits psychisch Erkrankten», sagte die Berliner Psychiaterin Iris Hauth, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde. In China hätten sich Krisentelefone als hilfreich erwiesen. Bereits psychisch erkrankte Menschen benötigten weitergehende Hilfen wie zum Beispiel Video-Sprechstunden.

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hat bereits eine anonyme und kostenlose Corona-Hotline geschaltet. Die aktuelle Situation löse Unsicherheit und Befürchtungen aus, hieß es vom Verband. Die Hotline mit der Nummer 0800 777 22 44 sei täglich von 8 bis 20 Uhr geschaltet. (dpa)

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China meldet 48 weitere Infektionen mit Coronavirus 

China hat 48 weitere Infektionen mit der Lungenkrankheit Covid-19 gemeldet. Wie die Gesundheitskommission in Peking am Dienstag mitteilte, wurden sämtliche Fälle erneut bei Menschen nachgewiesen, die nach China eingereist sind. Schon seit Wochen gibt es in der Volksrepublik fast ausschließlich nur noch solche «importierte Fälle». Die Ausbreitung im Inland ist dagegen nach offiziellen Angaben unter Kontrolle gebracht worden. Allerdings machen die Behörden keine Angaben dazu, wie viele Menschen täglich getestet werden. Zudem scheint unklar, inwieweit die offizielle Statistik die wahre Lage spiegelt und wie hoch die Dunkelziffer ist. (dpa)

Coronavirus: Südkorea mit Anstieg von Neuinfektionen 

Die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist wieder auf mehr als 100 gestiegen. Am Montag seien 125 Fälle hinzugekommen, teilten die Gesundheitsbehörden am Dienstag mit. Damit wurden bisher 9786 Menschen positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus kletterte um vier auf 162. (dpa)

Athletendorf der PanAm-Spiele öffnet Tore für Coronavirus-Patienten 

Sieben Monate nach den Panamerikanischen Spielen in Perus Hauptstadt Lima wird das Athletendorf mit mehr als 1000 Wohnungen seine Tore für die Coronavirus-Patienten des südamerikanischen Landes öffnen. Am Montag wurden in zwei Wohntürmen 900 Betten für die Intensivbehandlung von an COVID-19 erkrankten Patienten freigegeben.

Staatspräsident Martin Vizcarra versprach für den Bedarfsfall gar 3000 Betten in den sieben bis zu 20 Stockwerken hohen Komplexen, die während der Mini-Olympiade des amerikanischen Kontinents sowie der paralympischen Wettbewerbe bis 1. September 2019 von Sportlern belegt waren. (sid)


+++ 30. März +++

Zahl der Corona-Ansteckungen in Italien stabilisiert sich - Regierung will Ausgangssperre verlängern

Italien wagt die vorsichtige Hoffnung auf eine Besserung in der Corona-Pandemie: Der Anstieg der Zahl der aktuell positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen ist so niedrig wie seit Beginn der landesweiten Ausgangssperren nicht. Ihre Zahl nahm bis Montag um 1648 auf 75.528 zu - so wenig wie seit dem 10. März nicht. Darin sind Tote und Genesene nicht eingerechnet. Die Gesamtinfektionen stiegen auf 101 739, wie der Zivilschutz in Rom mitteilte. Auch hier war der prozentuale Anstieg geringer. Die Zahl der Verstorbenen ist allerdings nach wie vor so hoch wie in keinem anderen Land der Welt. Bis Montag kamen 812 Tote hinzu, insgesamt sind es nun 11.591.

Dennoch wolle die Regierung die Beschränkungen bis mindestens Ostern (12. April) verlängern, teilte das Gesundheitsministerium am Montagabend mit. In diese Richtung bewege sich die Regierung nach Beratungen mit einer Expertenkommission. (dpa)

USA: Rund 150.000 bestätigte Corona-Infektionen und fast 3000 Tote

In den Vereinigten Staaten gibt es nach Angaben von US-Experten inzwischen mehr als 150.000 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Dort gibt es damit weiterhin mehr bekannte Infektionen als in jedem anderen Land der Welt, noch vor Italien, Spanien und China. Bis Montagnachmittag (Ortszeit) gab es 153.000 Infektionen mit Sars-CoV-2, wie aus einer Übersicht der Universität Johns Hopkins hervorging. Mehr als 2800 Menschen kamen in den USA laut Johns Hopkins infolge der Lungenerkrankung Covid-19 ums Leben. (dpa)

Coronavirus - Mehr als 3000 Tote in Frankreich

In Frankreich ist die Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten am Montag auf mehr als 3000 angestiegen. Innerhalb von 24 Stunden wurden 418 weitere Todesfälle verzeichnet, wie die Behörden am Montag mitteilten. Mehr als 5000 Menschen befänden sich auf Intensivstationen, hieß es weiter. Insgesamt seien aktuell fast 21 000 Covid-19-Patientinnen und -Patienten im Krankenhaus. Rund 34 Prozent der schwer Erkrankten seien jünger als 60 Jahre, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon. Insgesamt zählt Frankreich 44.550 bestätigte Infektionen. (dpa)

WHO gegen allgemeines Mundschutztragen 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus keinen Nutzen im allgemeinen Mundschutztragen. Es gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass damit etwas gewonnen wäre, sagte der WHO-Nothilfedirektor Michael Ryan am Montag in Genf. Vielmehr gebe es zusätzliche Risiken, wenn Menschen die Masken falsch abnehmen und sich dabei womöglich infizieren. „Unser Rat: wir raten davon ab, Mundschutz zu tragen, wenn man nicht selbst krank ist“, sagte Ryan. (dpa)

Hoffnung für Tausende Touristen: Rückflüge aus Südafrika in Sicht

Für mehr als 10.000 in Südafrika festsitzende ausländische Touristen zeichnet sich trotz einer Einstellung des kommerziellen Flugbetriebs eine Lösung ab. Dank intensiver Gespräche mit der Regierung des Kap-Staates könnten Rückflüge schon bald starten, sagte der deutsche Botschafter Martin Schäfer am Montag dem südafrikanischen TV-Sender SABC. Eventuell zum Ende der Woche schon seien erste Rückflüge nach Europa mit der nationalen südafrikanischen Fluggesellschaft SAA möglich. „Wir haben einen Deal mit SAA, brauchen aber noch Genehmigungen“, sagte er später dem Sender eNCA. (dpa)

Erste Coronavirus-Infektion in Kriegsgebiet Ostukraine

Im Kriegsgebiet Luhansk im Osten der Ukraine haben die Behörden der Separatisten erstmals eine Infektion mit dem gefährlichen Coronavirus bestätigt. Der Patient sei in einem Krankenhaus isoliert worden, teilte der zuständige Arzt, Dmitri Dokaschenko, am Montag in Luhansk örtlichen Medien zufolge mit. Mehr als 200 Menschen befinden sich in dem Gebiet unter Beobachtung in medizinischen Einrichtungen. Im benachbarten Donezker Rebellengebiet soll es dagegen bisher keine Infektionen geben. Die Donezker Aufständischen untersagten den Bewohnern jegliche Ausreisen. (dpa)

Fast 64.000 Corona-Nachweise in Deutschland

Die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen in Deutschland liegt aktuell bei 63.929 (Johns Hopkins University, Stand: 19.30 Uhr). 560 Menschen sind an dem Virus bisher verstorben.

Auch dritter Corona-Test bei Kanzlerin Merkel negativ

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kann immer mehr aufatmen: Auch bei ihrem dritten Test auf das neuartige Coronavirus ist keine Infektion festgestellt worden. Das teilte ein Regierungssprecher am Montag in Berlin mit. Er ergänzte: „Die Bundeskanzlerin wird auch in den nächsten Tagen die Dienstgeschäfte aus ihrer häuslichen Quarantäne wahrnehmen.“ Merkel hatte sich am 22. März in häusliche Quarantäne begeben, nachdem sie darüber unterrichtet worden war, dass sie am 20. März mit einem Arzt Kontakt hatte, der dann positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Der Mediziner hatte Merkel vorbeugend gegen Pneumokokken geimpft. (dpa)

Militär kämpft in Spanien mit Desinfizierungsaktionen gegen Corona

In Spanien kämpft das Militär auch mit gewaltigen Desinfizierungsaktionen gegen das Coronavirus. Im Rahmen der „Operation Balmis“ seien bislang landesweit mehr als 1300 Seniorenheime, 500 Krankenhäuser, 64 Flughäfen, 22 Häfen und fast 250 Metro-Stationen, Bahnhöfe und Bushaltestellen entseucht worden, teilte das Verteidigungsministerium in Madrid am Montag mit. Tausende Soldaten sind im Einsatz. (dpa)

Prinz Charles nach Corona-Infektion aus häuslicher Quarantäne entlassen

Nach seiner Infektion mit dem neuartigen Coronavirus hat der britische Thronfolger Prinz Charles die Quarantäne wieder verlassen können. In Absprache mit seinem Arzt habe der älteste Sohn von Königin Elizabeth II. am Montag die Selbst-Isolation beendet, teilte sein Büro mit. Der 71-Jährige sei „wohlauf“ und habe nur leichte Symptome der durch den Erreger ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gehabt. Der Prinz war vor einer Woche positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Er begab sich deshalb zusammen mit seiner ein Jahr älteren Frau Camilla, die sich nicht angesteckt hatte, in Schottland in Selbst-Isolation. Die Ärzte gehen den Angaben zufolge davon aus, dass Charles sich am 13. März angesteckt hat - genau einen Tag, nachdem er zuletzt seine Mutter, die Queen, gesehen hatte. (AFP)

Neue Eilanträge beim Bundesverfassungsgericht wegen Corona-Regeln

Beim Bundesverfassungsgericht sind weitere Eilanträge im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie eingegangen. Einmal geht es um die in Berlin und Brandenburg verhängten Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionskrankheit, wie ein Sprecher des Gerichts in Karlsruhe am Montag sagte (Az. 1 BvR 712/20). Die zweite Verfassungsbeschwerde richtet sich demnach gegen die in der vergangenen Woche beschlossene Regelung, wonach Mietern in den nächsten drei Monaten nicht gekündigt werden darf, wenn sie wegen der Corona-Krise die Miete nicht zahlen können (Az. 1 BvR 714/20). Zuvor hatte die „Neue Osnabrücker Zeitung“ darüber berichtet. Die Richter haben im Eilverfahren schon drei Corona-Klagen abgewiesen. Zwei Strafrechtler aus München hatten vergeblich versucht, laufende Hauptverhandlungen zu stoppen, die der Vorsitzende Richter trotz möglicher Ansteckungsrisiken fortsetzen wollte. Zwei Studenten wehrten sich dagegen, dass Proteste und Demonstrationen im Moment generell verboten sind - auch das ohne Erfolg. (dpa)

Umstrittenes Corona-Notstandsgesetz in Ungarn verabschiedet

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban.
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Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat seine Macht mit Hilfe der Corona-Krise erheblich ausgebaut: Das Parlament in Budapest billigte am Montag mit deutlicher Mehrheit einen Gesetzentwurf der Regierung, der es Orban nun ermöglicht, im Rahmen eines Notstands von unbegrenzter Dauer per Dekret zu regieren. Kritiker in Ungarn und im Ausland werfen Orban vor, die Pandemie als Vorwand zu nutzen, um die Machtstellung seiner nationalkonservativen Regierung noch weiter auszubauen.

Dem Gesetz zufolge kann die Regierung den am 11. März wegen der Pandemie verhängten Notstand ohne die Zustimmung des Parlaments unbegrenzt verlängern. Sie erhält das Recht, „die Anwendung bestimmter Gesetze per Dekret auszusetzen“, feste Vorgaben nicht einzuhalten und „andere außergewöhnliche Maßnahmen einzuführen, um die Stabilität des Lebens, der Gesundheit, der persönlichen und materiellen Sicherheit der Bürger wie der Wirtschaft zu garantieren“. 

Orbans Kritiker befürchten angesichts seiner Politik in den vergangenen zehn Jahren einen Missbrauch der neuen Sonderrechte: Zahlreiche unabhängige Organisationen verweisen darauf, dass es in Ungarn seit 2010 vielfache Angriffe auf den Rechtsstaat in den Bereichen Justiz, Zivilgesellschaft und Meinungsfreiheit gegeben habe. Für Beunruhigung sorgt auch eine Klausel in dem Entwurf, welche die Möglichkeit einer „erzwungenen parlamentarischen Pause“ vorsieht. (AFP)

Drosten: Corona in Pflegeheimen „Beginn einer neuen Entwicklung“

Coronavirus-Fälle in deutschen Pflegeheimen markieren aus Sicht des Virologen Christian Drosten eine neue Phase in der Epidemie, die auch mit mehr gemeldeten Todesfällen einhergeht. „Wir sehen jetzt in diesen Tagen die Eintragungen zum Beispiel in Seniorenpflegeheime und haben hier dann den Beginn einer neuen Entwicklung“, sagte Drosten am Montag im NDR-Podcast.

Wegen mehrerer Effekte gleichzeitig werde man jetzt zwangsläufig ein Ansteigen der berichteten Fallsterblichkeit sehen, sagte Drosten. Man sehe das jetzt schon an der Statistik: Sie liege nicht mehr bei 0,2 bis 0,4, sondern im Bereich 0,8 Prozent. Das liege daran, dass andere Altersgruppen als bisher von Sars-CoV-2 betroffen seien. Hinzu komme, dass man bei der Diagnostik nicht mehr einer exponentiellen Entwicklung hinterherkommen könne: „Ich glaube nicht, dass wir unsere jetzige Testkapazität realistischerweise noch deutlich steigern können“, sagte Drosten mit Blick auf PCR-Tests. Davon könnten derzeit mehr als eine halbe Million pro Woche in Deutschland gemacht werden. Er sei aber unsicher, wie lange die Industrie dem großen Bedarf an Laborreagenzien noch nachkommen könne, so der Charité-Virologe. (dpa)

BASF in Schwarzheide: Rund 200 Mitarbeiter müssen in die Kurzarbeit

Der Chemiekonzern BASF schickt am Standort Schwarzheide (Oberspreewald-Lausitz) 213 seiner rund 2000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Das Unternehmen reagiert nach eigenen Angaben damit auf den deutlichen Nachfragerückgang in Abnehmerbranchen wie etwa der Automobilindustrie. Dort habe der Produktionsstopp verschiedener Hersteller zu Absatzeinbrüchen für mehrere Betriebe am Lausitzer Produktionsstandort geführt, wie BASF am Montag weiter mitteilte. Von Kurzarbeit betroffen sind zunächst Mitarbeiter, die in Anlagen arbeiten, in denen technische Kunststoffe, Wasserbasislacke und Schaumstoffe hergestellt werden. (dpa)

Wichtige Arbeiter sollen leichter über EU-Grenzen kommen

Zehntausende Erntehelfer und Altenpflegerinnen sollen nach neuen Leitlinien der EU-Kommission möglichst freie Fahrt an den innereuropäischen Grenzen haben. Sie sollten wie Ärzte, Feuerwehrleute, Polizisten, Lastwagenfahrer, Beschäftigte der Lebensmittelbranche und einige andere Berufe als „systemrelevant“ eingestuft werden, erklärte die Brüsseler Behörde am Montag. Für sie alle sollen an der Grenze spezielle Schnellverfahren eingeführt werden. Das schließe verhältnismäßige Gesundheitskontrollen ein. (dpa)

Slowakei lockert Corona-Sperren für Geschäfte

Die slowakische Regierung hat ihre für Geschäfte geltenden Vorschriften zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus vorsichtig gelockert. Um den Schaden für die Wirtschaft zu begrenzen, dürfen seit Montag zahlreiche Geschäfte wieder öffnen, die bisher geschlossen bleiben mussten. Betroffen von der Lockerung sind beispielsweise Bau- und Gartenmärkte mit einer maximalen Verkaufsfläche von 1000 Quadratmetern, Optiker, Läden mit Stoffen und Kurzwaren, Fahrradgeschäfte, Autowerkstätten und technische Prüfanstalten sowie Notare und Anwaltskanzleien. Bisher durften nur Grundversorger wie Lebensmittelläden, Drogerien und Tankstellen offen bleiben.

Um die Lockerung nutzen zu können, müssen die Ladenbesitzer aber strikte Bedingungen einhalten. So gibt es eine von der Verkaufsfläche abhängige Obergrenze für Kunden, die gleichzeitig ins Geschäft gelassen werden. Auch müssen die Händler dafür sorgen, dass sich ihre Kunden am Geschäftseingang die Hände desinfizieren und Handschuhe tragen. Die Lockerung stelle somit eine „Prüfung für das Verantwortungsbewusstsein“ dar und könne jederzeit wieder zurückgenommen werden, hatte der konservative Regierungschef Igor Matovic schon am Wochenende erklärt. Weitere Schutzmaßnahmen wie das verpflichtende Tragen eines Mundschutzes beim Verlassen der eigenen Wohnung bleiben unverändert in Kraft. Bis auf Widerruf bleiben auch alle Schulen und Kindergärten geschlossen. (dpa)

Sauberere Luft wegen Corona-Sperren auch in deutschen Städten

Die Luftverschmutzung in deutschen Städten hat im Zuge der Corona-Ausgangsbeschränkungen bereits deutlich abgenommen. Dies zeigt ein Vergleich von Satellitenbildern aus den vergangenen Tagen mit jenen ein Jahr zuvor, die die Europäische Allianz für öffentliche Gesundheit EPHA am Montag veröffentlichte. Das ist ein Bündnis nichtstaatlicher Organisationen für Gesundheits- und Umweltschutz.

Die Bilder des Satelliten «Sentinel-5» aus der Zeit vom 5. bis 25. März 2019 und derselben Zeit 2020 zeigen drastische Unterschiede für Großstädte wie Düsseldorf, Essen, Köln oder Frankfurt. Die europäische Agentur ESA hatte bereits vorige Woche Bilder für Europa veröffentlicht. Jetzt hat die EPHA Vergleichsdaten einzelner Städte aufgeführt. (dpa)

Niedersachsen verhängt Aufnahmestopp für Pflegeheime

Das Land Niedersachsen hat nach mehreren Corona-Toten in einem Wolfsburger Pflegeheim einen Aufnahmestopp für alle entsprechenden Einrichtungen verhängt. Das sagte Landessozialministerin Carola Reimann (SPD) am Montag in Hannover. Ausnahmen gebe es nur für Pflegeheime, die eine 14-tägige Quarantäne für neue Bewohner garantieren könnten. (AFP)

Bund: Inzwischen 20 Millionen Schutzmasken ausgeliefert 

Für den Kampf gegen das Coronavirus sind über den Bund inzwischen 20 Millionen dringend benötigte Atemschutzmasken beschafft worden. Sie wurden an Länder und Kassenärztliche Vereinigungen für die Verteilung an Kliniken, Praxen und Pflegeheime ausgeliefert, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montag in Berlin sagte. Die Beschaffung von Schutzausrüstung laufe weiter. Auch Unternehmen anderer Branchen hätten mittlerweile umgestellt und produzierten Masken, darunter etwa in der Textilindustrie.

Zur Frage, ob auch Privatleute Masken tragen sollten, machte die Regierung deutlich, dass dies eine freiwillige Entscheidung sei - mit einem normalen nicht-medizinischen Mund-Nase-Schutz könne man andere vor einer Ansteckung schützen. Dies sei vielleicht «eine sinnvolle Ergänzung», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Es dürfe aber nicht zu einem falschen Sicherheitsgefühl führen und dass man dann Hygieneregeln wie Abstandhalten und Händewaschen vernachlässige. (dpa)

Schwedische Bestatter kennzeichnen Särge von Covid-19-Toten 

Bestatter in Schweden wollen die Särge von Covid-19-Toten mit einem speziellen Tropfensymbol kennzeichnen. Damit solle darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Särge beim Transport von der Leichenhalle nicht geöffnet werden sollten, sagte der Leiter des Verbandes der schwedischen Bestattungsunternehmen, Ulf Lernéus, am Montag der Zeitung «Aftonbladet». Bislang könne niemand ein von den Leichen ausgehendes Ansteckungsrisiko ausschließen. Weil es sich um eine Tropfeninfektion handele, sei das Symbol dreier Tropfen zur Kennzeichnung gewählt worden. Lernéus' Verband repräsentiert 430 autorisierte Bestatter in dem skandinavischen EU-Land. (dpa)

Neuer Termin: Olympische Spiele starten am 23. Juli 2021

Die auf 2021 verlegten Olympischen Spiele in Tokio sollen am 23. Juli eröffnet werden und am 8. August enden. Diesen neuen Termin fast genau ein Jahr nach der eigentlich geplanten Eröffnungsfeier gab das Internationale Olympische Komitee am Montag bekannt. (dpa)

Die auf 2021 verlegten Olympischen Spiele in Tokio sollen am 23. Juli eröffnet werden.
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Ärztepräsident: Schulen könnten regional bis Jahresende zu bleiben

Der Präsident des Weltärzteverbands, Frank Ulrich Montgomery, geht davon aus, dass Schulen in einigen Regionen Deutschlands für den Rest des Jahres geschlossen bleiben. Montgomery sprach sich am Montag in der "Bild"-Zeitung für ein nach Corona-Infektionsschwerpunkten gestaffeltes Vorgehen aus. Demnach könnten erste Schulen ab Mai wieder öffnen.

"Wenn sich die Zahlen weiter so entwickeln wie jetzt, sollten wir im Mai damit rechnen können, dass Schulen wieder aufmachen in Regionen, die nicht extrem belastet sind", sagte der Ärztepräsident. Man müsse dann aber auch bereit sein, regional Schulen wieder zu schließen, wenn sich die Lage ändere. In Corona-Hotspots drohe eine Schließung bis Jahresende.

Der langjährige Präsident der Bundesärztekammer warnte vor einem vorschnellen Lockern der geltenden Kontaktsperren und einem raschen Wiederhochfahren der Wirtschaft. "Wir dürfen erst wieder die Kontaktschleusen öffnen, wenn wir sicher sind, dass es dadurch nicht zu einem Anstieg der Todeszahlen kommt." Demnach müsse sich zunächst die Zeitspanne, innerhalb derer sich die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland verdoppelt, auf 14 Tage erhöhen. (AFP)

Bundesregierung sieht noch kein Ende der Corona-Beschränkungen 

Die Bundesregierung hat Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Corona-Beschränkungen gedämpft. "Wir brauchen alle Maßnahmen unvermindert", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. "Derzeit ist die Geschwindigkeit der Ausbreitung des Virus noch deutlich zu hoch, um die Einschränkungen zu lockern." Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei "überzeugt, es wäre unverantwortlich, Hoffnungen zu wecken, die hinterher nicht erfüllt werden können", sagte Seibert. "Dann kämen wir vom Regen in die Traufe."

Die Bundesregierung bewerte die Lage ständig neu, beteuerte Seibert. "Die Bundeskanzlerin wäre die erste, die auf Basis der Fakten die Lockerung der Maßnahmen verkünden würde - und zwar mit Freude, denn sie weiß, dass diese Einschränkungen vielen Menschen zu Zeit sehr viel abverlangen." Am Mittwoch wolle Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder in einer Telefonkonferenz eine Zwischenbilanz zu den Corona-Maßnahmen vornehmen. (AFP)

Barca-Spieler verzichten auf 70 Prozent der Gehälter 

Die Spieler des spanischen Fußballmeisters FC Barcelona um Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen werden in der Coronakrise nun doch auf große Teile ihres Gehalts verzichten. In einer Erklärung über die sozialen Medien kündigten Superstar Lionel Messi und Sturmkollege Luis Suarez an, dass die Mannschaft auf 70 Prozent ihrer Bezüge verzichten werde. (sid)

Netanjahu in Quarantäne - Beraterin mit Coronavirus infiziert 

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begibt sich vorsorglich in Quarantäne, weil sich Medienberichten zufolge eine seiner Beraterinnen mit dem Coronavirus infiziert hat. Der Regierungschef und sein enger Mitarbeiterstab würden vorerst in Quarantäne bleiben, bis die notwendigen Untersuchungen abgeschlossen seien, teilte sein Büro am Montag mit. Anschließend würden das Gesundheitsministerium und Netanjahus Leibarzt ein Ende der Quarantäne festlegen. Zuvor war Netanjahus Beraterin für strengreligiöse Angelegenheiten positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, wie israelische Medien berichteten. (dpa)

Bayern verlängert Ausgangsbeschränkungen bis Ende der Osterferien 

Die seit dem 21. März wegen des Coronavirus geltenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern werden bis zum Ende der Osterferien am 19. April verlängert. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. (dpa)

Mundschutz wird in Österreich beim Einkaufen Pflicht

Die österreichische Regierung hat im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie die Maßnahmen verschärft und unter anderem eine Mundschutz-Pflicht für Einkäufe angekündigt. Bundeskanzler Sebastian Kurz sagte am Montag in Wien, dass die Supermärkte voraussichtlich ab Mittwoch mit der Verteilung von Masken an den Eingängen beginnen werden. Derzeit werde auf entsprechende Lieferungen gewartet. «Es ist jetzt schon klar, dass viele Menschen an dieser Krankheit sterben werden - das lässt sich auch nicht verhindern. Aber wir müssen zumindest unser Möglichstes tun, damit nicht mehr Menschen sterben, als sterben müssen», sagte Kurz. (dpa)

Erneut mehr als 800 Corona-Tote in Spanien 

Im schwer von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Spanien sind binnen 24 Stunden 812 neue Todesopfer gezählt worden. Das teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Montag mit. Damit waren bereits am dritten Tag in Folge mehr als 800 Tote zu beklagen. Die Zahl erfasster Nachweise lag Montag bei mehr als 85 000 - gut 6000 mehr als am Vortag. (dpa)

Wirtschaftsweise fürchten Einbruch der Wirtschaft um bis zu 5,4 Prozent 

Die deutsche Volkswirtschaft wird wegen der Corona-Pandemie deutlich schrumpfen. Die sogenannten Wirtschaftsweisen rechnen in einem am Montag veröffentlichen Sondergutachten mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP)  im schlimmsten Fall von 5,4 Prozent im Gesamtjahr. Bei einer kürzeren Dauer der Einschränkungen wegen der Krise und einer schnellen Erholung der Wirtschaft könnte das BIP demnach auch nur um 2,8 Prozent zurückgehen. Die zweite Variante wird laut dpa von den Ökonomen als das wahrscheinlichste Szenario beschrieben. Dabei normalisiert sich die wirtschaftliche Lage über den Sommer hinweg. Im anderen Fall dauert die Erholung bis ins nächste Jahr. 

Spaniens «Winterschlaf» gegen Corona beginnt erst am Dienstag 

In Spanien tritt die ebenso drastische wie umstrittene Verschärfung der Ausgangssperre zur Bekämpfung der Corona-Pandemie erst am Dienstag voll in Kraft. Am Montag dürften die betroffenen Personen und Unternehmen «die letzten unbedingt erforderlichen Arbeiten» zur Einstellung der Aktivitäten erledigen, heißt es in dem in der Nacht zum Montag im Amtsblatt veröffentlichten Dekret. Ursprünglich sollte der «Winterschlaf», wie die Finanzministerin und Sprecherin der linken Regierung María Jesús Montero sich ausdrückte, am Montag beginnen. (dpa)

Herzstörungen nach Einnahme von "Corona-Mittel" in Frankreich 

In Frankreich haben mehrere Menschen gefährliche Herzrhythmusstörungen bekommen, nachdem sie ohne ärztliche Aufsicht ein angebliches Mittel gegen das Coronavirus eingenommen hatten. In einigen Fällen sei sogar die Einweisung auf eine Intensivstation nötig gewesen, erklärte die regionale Gesundheitsbehörde in Bordeaux am Sonntagabend. Die Menschen hatten den Wirkstoff Hydroxychloroquin eingenommen.

Das Mittel wird eigentlich gegen Malaria eingesetzt. Er dürfe "in keinem Fall zur Selbstmedikation eingenommen werden", sondern allenfalls unter Aufsicht eines Arztes, warnte die Gesundheitsbehörde. Sie verwies auf die starken Nebenwirkungen des Mittels, zu denen neben Herzrhythmusstörungen unter anderem auch neurologische Probleme gehören. Eine Überdosis kann tödlich sein. (AFP)

Ansturm auf Website zur Meldung von Corona-Verstößen führt zum Crash 

Eine Website, auf der Neuseeländer Verstöße gegen die Ausgangssperre wegen des Coronavirus melden können, ist wegen des großen Ansturms nach kurzer Zeit zusammengebrochen. Die am Sonntagnachmittag bereitgestellte Website sei von meldewilligen Neuseeländern geradezu überrannt worden, sagte Polizeisprecher Mike Bush am Montag. Innerhalb kürzester Zeit habe es bereits rund 4200 Meldungen gegeben.

"Das zeigt, wie wichtig es den Kiwis (Neuseeländern) ist, dass alle sich daran halten", zeigte sich Bush überzeugt. Gemeldet worden sei beispielsweise eine Party von rund 60 Leuten in einem Hostel für Rucksackreisende in Queenstown oder Fälle von Touristen, die trotz Ausgangsbeschränkungen weiter im Wohnmobil durchs Land reisten. (AFP)

Mediziner: Corona-Patienten gleichmäßig verteilen

Intensivmediziner in Deutschland fordern die bundesweit zentrale Verteilung von Coronavirus-Patienten auf die Kliniken des Landes. Sollte in "zwei bis vier Wochen" der Höhepunkt der Infektionszahlen erreicht werden, seien die Belastungsgrenzen für Kliniken in einigen Regionen überschritten, warnte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, in den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Bundesregierung müsse deshalb so schnell wie möglich eine zentrale Stelle einrichten, die Patienten bundesweit auf weniger ausgelastete Kliniken verteile. Dabei sollten das Robert-Koch-Institut (RKI), das Gesundheitsministerium, das Innenministerium und die Bundeswehr beteiligt werden, forderte Janssens. 

Damit eine solche länderübergreifende Verteilung funktioniere, müssten zudem Kliniken mit Intensivstationen staatlich verpflichtet werden, ihre Kapazitäten im bundesweiten Intensivregister der DIVI zu melden, sagte Janssens. Von den rund 1160 Kliniken haben nach seinen Angaben erst rund 700 ihre freien und belegten Intensivbetten gemeldet.

Corona-Patienten statt Eurovision Song Contest in Rotterdam 

Notklinik statt Musikfest: Dort, wo eigentlich Sänger um das beste europäische Lied wetteifern sollten, sollen nun Corona-Patienten versorgt werden. Das Rotterdamer Veranstaltungszentrum Ahoy richtet seit Montag einige Hallen als Not-Klinik ein. Zunächst werde Platz für 88 Patienten geschaffen, teilte Ahoy auf seiner Website mit. Die Kapazität könne auf 680 Betten erweitert werden. (dpa)

Expertin: Leben in Großbritannien könnte sich im Herbst normalisieren

Das Leben in Großbritannien dürfte sich nach Expertenangaben frühestens in etwa einem halben Jahr normalisieren. Ein zu schnelles Aufheben der Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie könnte eine zweite Infektionswelle auslösen, warnte Jenny Harries, die die Regierung in Medizinfragen berät, am Sonntagabend in London. «Das bedeutet aber nicht, dass wir sechs Monate lang eine komplette Ausgangssperre haben werden.» Die Maßnahmen müssten regelmäßig überprüft und angepasst werden.

In Großbritannien sind bereits mehr als 1200 Menschen an den Folgen der Covid-19-Lungenkrankheit gestorben, darunter mindestens zwei Ärzte. Die Regierung steht unter starkem Druck, weil sie nach Ansicht vieler Kritiker zu spät und zu lasch auf den Ausbruch reagiert habe. Ein großes Problem in Großbritannien ist, dass viel zu wenig Beatmungsgeräte bereitstehen und der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) chronisch unterfinanziert und marode ist. Es mangelt unter anderem auch an Schutzausrüstungen wie Masken. (dpa)

Easyjet stellt gesamten Flugbetrieb ein

Easyjet hat seinen regulären Flugbetrieb wegen der Corona-Krise vorerst eingestellt. Sämtliche Flugzeuge blieben bis auf Weiteres am Boden, teilte der britische Billigflieger am Montag mit. Das Unternehmen begründete die Entscheidung mit den weltweiten massiven Reisebeschränkungen und den Beschränkungen des öffentlichen Lebens in zahlreichen Ländern Europas, berichtet die Agentur AFP. Wann der kommerzielle Flugbetrieb wieder aufgenommen wird, ließ Easyjet offen. Die Airline hatte bereits vergangene Woche fast alle Flüge gestrichen. Zugleich beteiligte sich Easyjet aber an der Rückholung von Kunden aus dem Ausland. Nach eigenen Angaben startete das Unternehmen dafür 650 Flüge und brachte mehr als 45.000 Menschen zurück.

Corona-Maßnahmen bleiben bis mindestens 20. April: Städtetag zeigt Verständnis 

Der Deutsche Städtetag hat verständnisvoll auf die Einschätzung des Kanzleramts reagiert, dass vor dem 20. April die Beschränkungen in der Corona-Krise nicht gelockert werden. Städtetagspräsident Burkhard Jung machte aber auch deutlich, dass Deutschland den Ausnahmezustand nicht monatelang durchhalten werde. Er könne die Aussage von Kanzleramtschef Helge Braun gut verstehen, sagte der Leipziger Oberbürgermeister der Deutschen Presse-Agentur. «Der Erfolg der Maßnahmen zeigt sich nicht nach ein oder zwei Wochen.» Es brauche genügend Zeit, um das Gesundheitssystem besser vorzubereiten. Gesundheit und Menschenleben zu retten habe nun Priorität.

«Antworten auf die Fragen in der Bevölkerung zur Dauer der Maßnahmen und zu einer stufenweisen Rückkehr zur Normalität brauchen wir allerdings auch», sagte Jung. Der Alltag in den Städten habe sich so stark verändert, «dass wir das nicht monatelang durchhalten können». Der Ausnahmezustand müsse vorübergehend sein. «Wir brauchen danach Strategien der Lockerung, eventuell auch erneuter Zügelung und möglicherweise noch gezieltere Maßnahmen, bis wir nach einigen Monaten wieder zur Normalität zurückkehren können.»

Die Regierung will nach Ostern entscheiden, wie es nach dem dann folgenden Wochenende weitergeht. In den meisten Bundesländern müssten die Schüler nach den Osterferien eigentlich am 20. April wieder zur Schule gehen. (dpa)

Donald Trump rechnet mit 100.000 Corona-Toten in den USA

US-Präsident Donald Trump befürchtet, dass die Coronavirus-Krise in den USA 100 000 Menschen das Leben kosten könnte. Wenn es gelinge, die Todeszahl durch die getroffenen Eindämmungsmaßnahmen auf 100 000 zu begrenzen, «dann haben wir alle zusammen einen guten Job gemacht», sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. «Das ist eine furchtbare Zahl.» Trump verwies auf eine am 16. März veröffentlichte Studie des Imperial College in London, die von 2,2 Millionen Toten in den USA ausgeht - allerdings ohne Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Der Präsident begründete damit die Verlängerung der Schutzmaßnahmen seiner Regierung.

Noch vor Kurzem sprach Donald Trump von vollen Kirchen zu Ostern - nun hat der US-Präsident seine Vorhersagen stark revidiert. Er  erwartet nun doch kein rasches Abflauen der Pandemie in seinem Land mehr. Anfang Juni würden sich die USA auf dem Weg hinaus aus der Krise befinden, sagte Trump am Sonntag. Bislang hatte er davon gesprochen, dass die Maßnahmen nach Ostern wieder gelockert werden.  Am Sonntag sagte er: «Wir können erwarten, dass wir bis zum 1. Juni auf dem Weg der Besserung sein werden.»

Die Zahl der verzeichneten Corona-Infektionsfälle in den USA stieg nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität bis zum Sonntagabend (Ortszeit) weiter deutlich an und erreichte rund 142.350. Damit rangieren die Vereinigten Staaten mit immer deutlicherem Abstand vor Italien, China und Spanien. Die Zahl der registrierten Todesfälle durch die Pandemie in den USA nahm der Universität zufolge auf 2494 zu.

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Trump äußerte am Sonntag die Erwartung, dass die Rate der Todesfälle in den USA zu Ostern - also in zwei Wochen - ihren Höhepunkt erreichen werde. Danach werde die Zahl neuer Todesfälle nachlassen, und zwar "hoffentlich sehr substanziell". Noch kürzlich hatte der Präsident eine deutliche Besserung der Lage bereits zu Ostern vorausgesagt. (AFP)

Präsdent Donald Trump und sein Berater in Corona-Fragen  Anthony Fauci am Sonntag im Rosengarten des Weißen Haus in Washington. 
Foto: Patrick Semansky/AP

US-Behörde lässt beschränkte Nutzung von Malariamitteln gegen Coronavirus zu 

Die US-Arzneimittelbehörde hat im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie die Nutzung von zwei Malaria-Medikamenten in Notfällen erlaubt. Die US-Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) habe die Herausgabe oder Verschreibung von Chloroquin und Hydroxychloroquin "durch Ärzte an im Krankenhaus liegende jugendliche und erwachsene Patienten mit Covid-19" genehmigt, teilte das US-Gesundheitsministerium am Sonntag (Ortszeit) mit. Dies sei angebracht, wenn kein klinischer Test verfügbar oder machbar sei. (AFP)

Easyjet lässt komplette Flotte wegen Pandemie am Boden 

Die britische Fluggesellschaft Easyjet lässt wegen der Corona-Pandemie seit Montag ihre gesamte Flotte am Boden. Bereits zuvor hatte die Airline ihren Flugverkehr infolge der Grenzschließungen und Reisebeschränkungen stark eingeschränkt. Easyjet führte nach eigenen Angaben bis Sonntag noch über 650 Rückführungsflüge durch und brachte mehr als 45 000 Kunden nach Hause. «Wir werden weiterhin mit Regierungsbehörden zusammenarbeiten, um zusätzliche Rückführungsflüge nach Bedarf durchzuführen», teilte das Unternehmen mit. Wann die kommerziellen Flüge wieder aufgenommen werden können, sei noch nicht absehbar. (dpa)

Arbeitsfreie Woche in Russland im Kampf gegen Corona-Pandemie 

Russland will mit einer arbeitsfreien Woche die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie eindämmen. Das ist eine von mehreren Maßnahmen, die an diesem Montag in Kraft tritt. Auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin sollen große Teile der russischen Geschäftswelt ruhen. Die Löhne sollen aber weiter gezahlt werden. Supermärkte, Apotheken und Krankenhäuser bleiben geöffnet. Die Bevölkerung sollte jetzt «Disziplin und Verantwortung» zeigen und zu Hause zu bleiben, hatte Putin an seine Landsleute appelliert.

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin verhängte zudem am Sonntagabend eine allgemeine Ausgangssperre. Sie soll ebenfalls von diesem Montag an gelten - wie lange, war zunächst unklar. Die Wohnung dürfe nur verlassen werden, wer etwa zur Arbeit, zum Arzt oder einkaufen gehen müsse, heißt es in der Anordnung. Solche Einschränkungen gab es bislang nur für Menschen im Alter von über 65 Jahren. (dpa)

Chinas Notenbank senkt kurzfritige Zinsen für Geschäftsbanken 

Die chinesische Notenbank greift der Wirtschaft des Landes im Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise mit niedrigeren kurzfristigen Zinsen für die Banken unter die Arme. Der Zinssatz für Notenbankgeld, das den Geschäftsbanken den Landes für einen Zeitraum von sieben Tagen zur Verfügung gestellt wird, werde von zuvor 2,4 Prozent auf 2,2 Prozent gesenkt, teilte Chinas Zentralbank am Montagmorgen mit. (dpa)

Twitter löscht zwei Botschaften von Brasiliens Präsident zu Corona-Krise 

Der Internetdienst Twitter hat zwei Botschaften des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro gelöscht, in denen der Staatschef den Sinn von Isolationsmaßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in Zweifel gezogen hatte. Die Botschaften hätten gegen die bei Twitter geltenden Regen verstoßen, erklärte das US-Unternehmen am Sonntag. Es würden solche Botschaften gelöscht, die den Informationen der Gesundheitsbehörden zu der Pandemie widersprächen und das Risiko einer Weiterverbreitung des Virus erhöhen könnten. (AFP)

Braun: Tragfähigkeit des Gesundheitssystems bestimmt Maßnahmendauer

Die Dauer der Kontaktbeschränkungen zur Abwehr des Coronavirus richtet sich nach den Worten von Kanzleramtsminister Helge Braun nach der Tragfähigkeit des Gesundheitssystems. Dieses dürfe nicht überfordert werden, erklärte der CDU-Politiker am Sonntagabend im ZDF. «Der essenziellste Maßstab ist wirklich, dass jeder, der bei uns so krank wird, dass er eine stationäre Behandlung braucht, die auch gut bekommt.»

Der Bund werde mit den Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch noch einmal beraten. Ein wesentlicher Teil der Maßnahmen sei schon am 12. März in Kraft gesetzt worden und gelte in den Bundesländern zum Teil bis zum 20. April. Auf die Frage, ob die Maßnahmen darüber hinaus verlängert werden könnten, sagte er: «Das können wir noch nicht sagen.»

Vor Beginn der Maßnahmen verdoppelte sich die Zahl der Infektionsfälle nach Brauns Angaben alle drei Tage, jetzt sind es ihm zufolge etwa sechs Tage. «Wir brauchen 10, 12 oder 14 Tage», sagte er. «Dann hätten wir erstmal den Punkt erreicht, dass unser Gesundheitssystem nicht überfordert wird.» (dpa)

Aufnahmestopp am Klinikum Wolfsburg wegen Corona-Infektion 

Das Klinikum Wolfsburg nimmt aufgrund von Corona-Infektionsfällen unter den Mitarbeitern bis auf wenige Ausnahmen keine neuen Patienten mehr auf. Diese werden auf umliegende Krankenhäuser verteilt, wie die Stadt am Sonntag mitteilte. Davon ausgenommen seien die Notaufnahme der Kinderklinik und der Kreißsaal, wie eine erste «intensive Analyse der Situation» am späteren Sonntagabend ergeben habe. Zuvor hieß es zudem, dass ab sofort keine Besuche mehr erlaubt seien, «auch nicht die bisherigen Ausnahmen». Die Stadt hat stark mit der Coronavirus-Pandemie zu kämpfen - in einem Wolfsburger Alters- und Pflegeheim sind insgesamt 15 Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben. (dpa)

Coronavirus: Südkorea meldet weniger Neuinfektionen 

Die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist erneut auf unter 100 gesunken. Am Sonntag seien 78 Menschen positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Montag mit. Die Gesamtzahl erreichte damit 9661. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus wurde mit 158 angegeben.

Zwar hatte sich in diesem Monat im Vergleich zum Februar ein deutlicher Abwärtstrend bei den Neuansteckungen eingestellt. Doch Sorgen bereiten den Behörden nach wie vor lokale Häufungen sowie «importierte» Fälle. (dpa)


+++ 29. März +++

Norwegen will sich mit Zufallstests besseres Corona-Bild verschaffen

Ein Mitarbeiter des Norwegischen Roten Kreuzes geht durch eine Turnhalle einer Grundschule in Oslo.
Foto: dpa/Heiko Junge

Norwegen will bald auch Menschen ohne Symptome testen. Damit wolle man ein besseres Bild von der Zahl der Coronavirus-Infektionen im Land  erhalten, berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf den norwegischen Rundfunksender NRK. Die norwegischen Gesundheitsbehörden bereiteten sich demnach darauf vor, solche zufälligen Tests in die Wege zu leiten. Derzeit werde abgeklärt, wie dies durchgeführt und finanziert werden solle, sagte ein Vertreter des nationalen Gesundheitsinstituts dem Sender NRK. Ziel solcher Zufallstests soll sein, die tatsächliche Ausbreitung des Coronavirus besser einschätzen zu können.

Vorbild soll dabei Island sein, das in Rekordzeit die an der Einwohnerzahl gemessen meisten Tests weltweit auf die Beine gestellt hatte. Bis Mitte der Woche sind auf der Nordatlantik-Insel nach Angaben der isländischen Regierung 12 000 der rund 360 000 Einwohner getestet worden, darunter Tausende, die symptomfrei gewesen sind. Ziel soll es letztlich sein, die gesamte Bevölkerung zu testen.

Bis Sonntag wurden in Norwegen nach Behördenangaben 4102 Infektionen nachgewiesen. 22 Menschen sind bislang nach einer Coronavirus-Infektion gestorben, ihr Durchschnittsalter lag bei 84 Jahren. Rund 85 000 Menschen wurden bis dato auf Sars-CoV-2 getestet, was bedeutet, dass die Tests bei etwa vier Prozent positiv ausgefallen sind. (BLZ)

Zahl der Coronafälle in Italien steigt langsamer

In Italien hat sich der Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus deutlich verlangsamt. Aber auch am Sonntag gab es wieder Hunderte Todesfälle. Wie der Zivilschutz am Abend mitteilte, stieg die Zahl der Corona-Toten um 756 auf 10.779. Dies ist die höchste Zahl weltweit.

Die Gesamtzahl der Infizierten in Italien seit Beginn der Pandemie stieg am Sonntag um 5217 auf jetzt 97 689. Der Tagesanstieg ist deutlich geringer als am Samstag (5974) und entspricht einer Zunahme um 5,6 Prozent. Vor einer Woche waren die Zuwachsraten noch zweistellig, am Samstag waren es noch 6,9 Prozent.

Robert Koch-Institut meldet rund 4000 neue Infektionen an einem Tag

Innerhalb eines Tages ist die Zahl der registrierten Corona-Infizierten in Deutschland um mindestens 4000 Fälle gestiegen. Das geht aus den Daten hervor, die das Robert Koch-Institut am Sonntagvormittag veröffentlichte (Stand Sonntag 00.00 Uhr). Demnach zählte es bislang insgesamt 52.547 Fälle - 63 pro 100.000 Einwohner. Das waren 3965 Fälle mehr als am Vortag. Insgesamt seien bislang 389 Infizierte gestorben. Die Zahlen lassen sich nicht einfach von Tag zu Tag vergleichen. So hat das RKI nach eigenen Angaben am Samstag von drei Bundesländern keine Zahlen übermittelt bekommen.

Nach Daten der Deutschen Presse-Agentur sind in den Bundesländern bis Sonntagmittag (Stand 13.30 Uhr) insgesamt mehr als 56.500 Infektionen registriert worden. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit 13 630 nachgewiesenen Fällen und 110 Toten (Stand 29.3.), Bayern mit 13.263 Fällen und ebenfalls 110 Toten (Stand 29.3.) sowie Baden-Württemberg mit 10.819 Fällen und 118 Toten (Stand 28.3.).

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 105,1 die meisten Infektionen. Es folgt Bayern mit 101,4. Im Bundesschnitt waren es 66,9. Die Zahl der Toten in Deutschland ist nach dpa-Daten auf mindestens 428 gestiegen.

Experten gehen auch in Deutschland von einer hohen Dunkelziffer bei den Infektionszahlen aus. (dpa)

Spanien meldet mit 838 neuen Höchststand an Corona-Todesfällen an einem Tag

Ein Rettungswagen in Madrid.
Foto: Imago

Mit 838 Todesopfern durch das neuartige Coronavirus binnen 24 Stunden hat Spanien einen neuen traurigen Rekord gemeldet. Die Gesamtzahl der Corona-Opfer in dem Land stieg damit auf 6528, wie das Gesundheitsministerium in Madrid am Sonntag mitteilte.

Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg innerhalb eines Tages um 9,1 Prozent auf 78.797 Fälle. Mit Ausnahme von Donnerstag war die Zahl der neu hinzugekommenen Corona-Opfer in Spanien in den vergangenen Tagen stetig gestiegen.

Gleichzeitig stieg die Zahl der bereits wieder genesenen Patienten seit Samstag um 19,7 Prozent auf 14.709, wie das Ministerium weiter mitteilte. (afp)

Katze steckt sich bei einem Menschen mit Coronavirus an 

Eine Katze hat sich in Belgien bei einem Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Von dem Fall berichtet die belgische Behörde für Lebensmittelsicherheit AFSCA auf ihrer Webseite. Bisher gebe es aber keine Hinweise, dass sich das Virus von Haustieren auf Menschen oder auf andere Tiere übertrage.

Die Katze in Belgien und zwei Hunde in Hongkong seien die einzige bekannten Fälle, bei denen sich Haustiere bei infizierten Menschen angesteckt hätten. Die Hunde hätten keine Symptome gezeigt, die Katze aber habe vorübergehend Atem- und Verdauungsbeschwerden gehabt. Am Freitag hatten die Gesundheitsbehörden unter Berufung auf die veterinärmedizinische Fakultät der Universität Lüttich über den Fall informiert.

Die AFSCA betonte: «Das Risiko einer Übertragung des Virus von Haustieren auf den Menschen ist im Vergleich zum Übertragsrisiko durch direkten Kontakt von Menschen untereinander zu vernachlässigen.» Trotzdem werde dringend empfohlen, die üblichen Hygieneregeln zu befolgen. Dazu gehöre, allzu engen Kontakt zum Tier zu vermeiden, vor allem, wenn man selbst krank sei. Nach jedem Streicheln sollte man sich die Hände waschen und sich nicht vom Haustier im Gesicht lecken lassen, schreibt die AFSCA. (dpa)

+++ 28. März +++

Kanzleramtschef: Corona-Maßnahmen bleiben bis 20. April bestehen

Helge Braun CDU, Chef des Bundeskanzleramts.
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Die wegen der Corona-Pandemie in Deutschland geltenden Einschränkungen bleiben laut Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) mindestens bis zum 20. April bestehen. "Wir reden jetzt bis zum 20. April nicht über irgendwelche Erleichterungen", sagte Braun dem "Tagesspiegel". "Bis dahin bleiben alle Maßnahmen bestehen", betonte Braun. "Läden, Restaurants, Schulen und die Universitäten sind geschlossen."

Unmittelbar nach Ostern werde feststehen, wie es nach dem 20. April weitergehe, sagte der Kanzleramtschef. Entscheidend sei hierbei die Entwicklung der Infektionsgeschwindigkeit. "Wenn wir es schaffen, die Infektionsgeschwindigkeit so zu verlangsamen, dass wir zehn, zwölf oder noch mehr Tage haben bis zu einer Verdopplung, dann wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte Braun.

Als Vorbild im Kampf gegen die Corona-Pandemie nannte Braun Südkorea. "Die haben zum einen genau solche Kontaktbeschränkungen gemacht, wie wir das jetzt in Deutschland praktizieren. Sie haben darüber hinaus ein digitales Tracking verwendet, über das man quasi vollautomatisiert erfährt, falls man Kontakt zu Infizierten hatte."

Zudem habe das Land einen "sehr breiten Ansatz beim Testen" verfolgt, sagte Braun. Auch die Bundesregierung setze auf eine Ausweitung der Testkapazitäten. Es solle auch ein Test entwickelt werden, um zu sehen, wer schon infiziert war, ohne es zu merken und sich so bereits immunisiert hat. Die Nutzung spezieller Apps im Kampf gegen Corona müsse mit dem Datenschutz in Deutschland vereinbar sein, betonte Braun.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Freitag haben sich in Deutschland fast 42.300 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. 253 Patienten starben. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete mehr als 50.0000 Infizierte und 342 Tote in Deutschland. (afp)