Ein grüner Trieb sprießt aus dem Stamm eines von einem Buschfeuer betroffenen Baumes am Peregian Beach an der Sunshine Coast.
Foto: dpa/Darren England

Melbourne/CanberraIn den australischen Brandgebieten geht der Kampf gegen die Flammen weiter. In der Küstenstadt Melbourne war am Mittwoch die Luft durch den Rauch so schlecht, dass sich Spiele der Qualifikationsrunde beim Tennisturnier Australian Open erneut verzögerten. In der zweitgrößten Stadt des Landes meldeten sich viele Menschen wegen Atembeschwerden bei der Notfallambulanz. Am Flughafen gab es Verspätungen.

Bei Benefizspielen der Tennisstars um Alexander Zverev und Roger Federer für die Betroffenen der Brände kamen derweil fast fünf Millionen Dollar zusammen. Das teilten die Organisatoren der Australian Open am Mittwoch mit. Tags zuvor hatten Profis während der Qualifikation und bei einem Einladungsturnier in Melbournes Stadtteil Kooyong über Atemprobleme, Husten und Schwindel geklagt.

28 Menschen durch Buschfeuer gestorben

Seit Monaten wüten vor allem im Südosten Australiens heftige Buschbrände, nach Angaben der Regierung starben 28 Menschen. Allein im Bundesstaat Victoria, dessen Hauptstadt Melbourne ist, sind noch 1500 Feuerwehrleute im Einsatz.

Bei den Bergungs- und Löscharbeiten hilft das australische Militär. Umgestürzte und verbrannte Bäume mussten von einer wichtigen Fernstraße geholt werden, dem „Princes Highway“ im Südosten des Landes. In Tamboon suchten etwa ein Dutzend Menschen am Strand Schutz vor den Feuern.

Das Militär hatte in den vergangenen zwei Wochen über Luft und Wasser mehr als 1500 Menschen aus dem eingeschlossenen Küstenort Mallacoota geholt. Für Australien ist es nach Angaben der Nachrichtenagentur AAP die größte Rettungsaktion in Friedenszeiten - seit dem Zyklon „Tracy“ im Jahr 1974.

Wälder beginnen, sich zu erholen

In Melbourne erreichte die Luftqualität zwischenzeitlich rekordverdächtig miserable Werte: Nach Angaben der zuständigen Gesundheitsbehörde wurden am Dienstag nirgendwo sonst in der Welt schlechtere Luftwerte gemessen. Am Mittwochmittag (Ortszeit) war die Luftqualität dann immerhin „mäßig“.

Grasbaum-Pflanzen sprießen aus der verkohlten Erde.
Foto: dpa/Joel Carrett

Für einen Hoffnungsschimmer sorgten derweil Bilder aus den Wäldern Australiens. Mancherorts sprießen dort schon unmittelbar nach den Flammen neue Pflanzen: Im Bundesstaat New South Wales etwa wachsen bereits grüne Grasbaum-Pflanzen aus dem Boden. Und auch aus Bäumen in den betroffenen Regionen sprießen vereinzelt wieder neue Triebe, wie auf Fotos von der Sunshine Coast im Osten des Kontinents zu sehen ist.