Köln - Kosmetik, Tee, Bier, Erotik – all das gibt es mittlerweile hübsch verpackt in Adventskalendern. Fast jede Branche mischt in diesem Geschäft mit, das sich zunehmend auch auf Erwachsene konzentriert. Und so sollte einem der neueste Renner unter den Adventskalendern eigentlich auch nicht mehr überraschen: ein Marihuana-Kalender.

Richtig gelesen. Eine kanadische Firma vertreibt in diesem Jahr einen ganz besonders Adventskalender: Hinter 24 Türchen befinden sich insgesamt 26 Gramm getrocknetes Cannabis sowie weihnachtliche Haschkekse. Der Adventsrausch kostet zwischen 200 und 230 kanadische Dollar (130 bis 150 Euro).

Hersteller von großem Erfolg überrascht – lange Warteliste für Kunden

Lorilee Fedler vom Online-Versandhandel „Coast to Coast Medicinals“ sagte der „Huffington Post Canada“, ihr Unternehmen komme mit der Produktion der berauschenden Adventskalender kaum hinterher. 150 Kalender wurden inzwischen verkauft, 300 weitere seien in Produktion und rund 1500 Menschen auf der Warteliste, so die Kanadierin. Durch einen Bier-Kalender sei sie auf die Idee gekommen, erzählt sie. Der Adventskalender sei eher als „etwas Lustiges und was Anderes“ für Erwachsene geplant gewesen, sie „hätten niemals damit gerechnet, dass er so beliebt sein würde“, sagte Fedler.

Der Firma ist klar, dass sie sich mit ihrem Advents-Rausch rechtlich auf dünnem Eis bewegen, das räumt Fedler selbst ein. Denn der Konsum von Cannabis ist in Kanada noch nicht erlaubt. Die Regierung hat aber konkrete Pläne, Cannabis ab den 1. Juli 2018 auch „zur Entspannung“ zuzulassen. Bis dahin dürfen in Kanada nur Schmerzpatienten Marihuana medizinisch nutzen.

Rechtliche Lange ist nicht geklärt, Drogen-Experten üben Kritik

Laut des Unternehmens habe die Polizei aber bislang keine Einwände erhoben. Kritik an dem Produkt üben allerdings Drogen-Experten. Sie bemängeln, dass der Kalender nicht offiziell geprüft und zugelassen wurde. So warnt Rebecca Jesseman vom Centre on Substance Use and Addiction: „Wir haben es hier mit einem nicht-lizenzierten Produkt zu tun, das weder geprüft noch für den Verkauf zugelassen wurde. Wir wissen nicht, wie hoch der THC-Gehalt des Cannabis ist und welche anderen Cannabinoide enthalten sind.“ Laut der Expertin könnte der Cannabis-Kalender auch andere gesundheitsgefährdende Zusätze wie Pestizide oder Spuren von Schimmel und Pilzen enthalten. (sar)