Szene aus dem Dokumentarfilm „Unrest“ (2017). Sie zeigt die amerikanische Journalistin und Harvard-Doktorandin Jennifer Brea während einer Untersuchung. In ihrem Film dokumentiert Jennifer Brea ihre ME/CFS-Erkrankung. Der Film hat viel dafür getan, die Krankheit bekannter zu machen, an der immerhin 17 Millionen Menschen weltweit leiden.
Foto: Jason Frank Rothenberg/Shella Films

Berlin - Mehr als hundert Wissenschaftler aus aller Welt unterstützen eine Resolution, die das Europäische Parlament vor einigen Tagen mit großer Mehrheit verabschiedet hat. Darin wird gefordert, eine der am meisten unterschätzten Krankheiten der Gegenwart endlich europaweit anzuerkennen, die Fachkräfte des Gesundheitswesens und die Bevölkerung darüber aufzuklären und Fördermittel für eine angemessene biomedizinische Forschung bereitzustellen. Es geht um die Krankheit Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrome (ME/CFS). Vier deutsche Patientenorganisation haben am 22. Juni in einem offenen Brief dazu aufgerufen, einen Runden Tisch einzurichten. Bundespolitiker, Betroffene und Wissenschaftler sollen gemeinsam beraten, wie die Forderungen des Europäischen Parlaments umgesetzt werden können.

Erst am 12. Mai hatte der Berliner Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk in der Berliner Zeitung die Politik aufgefordert, sich für die etwa 250.000 Menschen einzusetzen, die allein in Deutschland an ME/CFS erkrankt sind, unter ihnen 40.000 Kinder und Jugendliche. Sie gehören auch zu den am meisten gefährdeten Risikogruppen bei Covid-19. Kowalczuk outete sich selbst als Betroffener, auch wenn sein Krankheitsbild noch „einigermaßen erträglich“ sei. Er schilderte dauerhafte Ganzkörperschmerzen und Schlafstörungen. Bereits kleinere körperliche Anstrengungen verursachten tagelange Verschlimmerungen seines Zustands. Mitunter liege er wochen- oder gar monatelang flach.

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