Blutproben für einen Corona-Antikörper-Test.
Foto: dpa/Marijan Murat

Berlin - Sechs Monate nach dem ersten Auftreten der neuartigen Krankheit Covid-19 in Deutschland besitzen viele Patienten keine neutralisierenden Antikörper gegen Sars-CoV-2 mehr. Was Forscher bereits in mehreren Studien feststellten, bestätigt jetzt auch Deutschlands erster Corona-Patient in einem intern geführten Interview, das der bayerische Automobil-Zulieferer Webasto veröffentlicht hat. „Seit April habe ich keine neutralisierenden Antikörper mehr“, sagt der Webasto-Mitarbeiter, dessen Erkrankung am 27. Januar 2020 bekannt geworden war. 

Bereits Ende Mai hatten Forscher des Instituts für Mikrobiologe der Bundeswehr in München herausgefunden, dass sich bei zwei von zehn Infizierten der „Münchner Kohorte“ keine neutralisierenden Antikörper mehr im Blut fanden. Bei einem weiteren konnten von Beginn so gut wie keine Antikörper nachgewiesen werden. Eine Lübecker Studie mit 110 Infizierten ergab im Juni ein ganz uneinheitliches Bild. Viele Patienten hatten zwar deutliche Covid-19-Symptome, entwickelten aber keine Antikörper. Umgekehrt gab es Infizierte, die kaum etwas spürten, aber später deutlich messbare Antikörper im Blut zeigten. Schon früh wiesen Forscher darauf hin, dass das Vorhandensein von Antikörpern nur begrenzte Aussagen über die Dauer der Immunität nach einer Infektion zulasse. Aus diesem Grund wird auch ein sogenannter Immunitätsausweis auf der Grundlage von Antikörpertests kontrovers diskutiert.

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