BerlinAus den Impfstofffläschchen von Biontech/Pfizer können künftig mehr Impfstoffdosen entnommen werden. Wie die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA mitteilt, darf das medizinische Personal sechs statt fünf Dosen aufziehen – vorausgesetzt, es handelt sich um ein volles Volumen von 0,3 Milliliter (ml). Dies könne laut der Behörde nur mit speziellen Spritzen und Nadeln erfolgen, in denen nur geringe Restmengen an Impfstoff zurückbleiben.

„Wenn Standardspritzen und -nadeln verwendet werden, reicht der Impfstoff möglicherweise nicht aus, um eine sechste Dosis aus einer Durchstechflasche zu extrahieren“, heißt es in der Mitteilung weiter. Wenn die nach der fünften Dosis verbleibende Impfstoffmenge keine vollständige Dosis von 0,3 ml liefere, müsse das Personal die Durchstechflasche und ihren Inhalt entsorgen. Das schützende Serum aus mehreren Ampullen zu sammeln und zusammenzugießen, ist weiterhin strikt verboten.

Veränderung könnte über 1,5 Millionen zusätzliche Impfungen bis März bedeuten

Der Hersteller überfüllt die Fläschchen mit insgesamt 2,25 ml fertigem Impfstoff zur Sicherheit ganz bewusst und hatte die EMA schon vor der Zulassung des Comirnaty-Vakzins auf die Möglichkeit der „extra Dosis“ hingewiesen. Nach Informationen des Magazins Spiegel hatte Biontech/Pfizer einen Antrag auf eine Veränderung der Zulassungsbedingungen eingereicht. Diese hat EMA nun genehmigt.

Die Mengen könnten sich so voraussichtlich um bis zu 20 Prozent steigern, teilten die Behörde und ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums mit. Nach Berechnungen des Spiegel könnte diese Veränderung im Falle Deutschlands bedeuten, dass bis Ende März mehr als 1,5 Millionen zusätzliche Impfungen zustande kämen. 

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