BerlinAufenthalte und Treffen im Freien sind immer die bessere Wahl im Vergleich zu Indoor-Events. Das liegt vor allem daran, dass sich potenziell infektiöse Partikel nicht in der Luft anreichern, sondern stark verdünnen und verwehen. Situationen im Freien gelten daher nach wie vor als unkritisch. So sind zum Beispiel auch keinerlei Corona-Ausbrüche bekannt, die von Tierparks und Zoos ausgehen. Und äußerst wenige Fälle hierzulande legten die Ansteckung bei einem Picknick nahe.

Erkenntnisse aus anderen Ländern bestätigen den Vorteil des Draußenseins. So hat eine chinesische Studie ergeben, dass von 318 zurückverfolgten Ausbruchsgeschehen nur eines im Freien stattfand. Dabei handelte es sich um eine jungen Mann, der sich im Freien mit jemandem unterhalten hatte, der kurz zuvor in Wuhan gewesen war.

Auszuschließen sind Übertragungen im Freien also nicht. Das zeigen zudem die auffällig vielen Corona-Fälle, die nach einer Veranstaltung im Rosengarten des Weißen Hauses in Washington auftraten. Bei diesem Event hatte kaum einer der Teilnehmer Masken getragen. Da das Risiko steigt, je dichter gedrängt sich die Menschen im Freien aufhalten, je lauter gesprochen und gesungen wird – sind die derzeitigen Absagen von Weihnachtsmärkten und Karnevalsveranstaltungen durchaus nachvollziehbar.

Das Risiko beim Einkaufen

Erledigungen im Supermarkt und andere Einkäufe bergen nach bisherigen Erkenntnisse keine große Infektionsgefahr, vor allem, wenn alle die AHA-Regeln einhalten. Allerdings kommt es hierbei – wie in den meisten anderen Situationen auch - auf die Dauer des Aufenthalts an, und wie eng es im Laden ist.

Grundsätzlich ist man eher infektiösen Partikeln ausgesetzt, wenn man den „Bannkreis“ von ein bis zwei Metern um eine potenziell ansteckende Person nicht beachtet. Bei Besuchen im Supermarkt und anderen Läden besteht aber üblicherweise kein sonderlich enger Kontakt zu anderen Menschen. Produkte oder Bargeld zu berühren, birgt auch keine große Gefahr. Denn die indirekte Übertragung durch kontaminierte Oberflächen ist nach Angaben des RKI nach derzeitigem Wissensstand weniger von Bedeutung.

Generell gilt:

Ansteckungen hängen von einem komplexen Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren ab. Die Wissenschaftler lernen jeden Tag dazu: zu den Übertragungswegen und Behandlungsmöglichkeiten, zu den Haupttreibern der Pandemie und zu möglichen Covid-19-Spätfolgen. Die gute Nachricht: Sie wissen mehr als zu Beginn der Pandemie, als das Virus uns zum Lockdown zwang. Die universelle Regel bleibt so oder so: AHA-L-A

-         Abstand von mindestens 1,5 Metern halten – das ist etwa die Länge eines Einkaufswagens – zu anderen Personen im öffentlichen Raum. Beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen oder beim Spaziergang im Park. Menschenmassen unbedingt vermeiden. Bleiben Sie, so oft es geht, zu Hause. Beschränken Sie insbesondere die persönlichen Begegnungen mit älteren oder chronisch kranken Menschen zu deren Schutz. Treffen Sie Freunde und Familie möglichst draußen. Wenn es eine Möglichkeit gibt, arbeiten Sie von zu Hause aus. Und wenn nicht, versuchen Sie mit dem Fahrrad oder Auto zur Arbeit zu fahren und öffentliche Verkehrsmittel zu vermeiden.

-         Hygieneregeln beachten: Husten und niesen Sie in ein Taschentuch oder in die Armbeuge, damit werden die Tröpfchen eingefangen. Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich 20 bis 30 Sekunden die Hände mit Seife, das ist so lange wie zwei Mal „Happy Birthday“ singen. Vermeiden Sie es, sich ins eigene Gesicht zu fassen.

-         Immer da, wenn ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen nicht sicher eingehalten werden kann, sollte eine Alltagsmaske (Mund-Nasen-Schutz) getragen werden – draußen sowieso drinnen. Diese kann das Risiko, sich anzustecken, deutlich senken. Vergessen Sie nicht, die Stoffmaske regelmäßig bei 60 Grad zu waschen beziehungsweise sie auszuwechseln. Die Maske muss die Nase und den Mund komplett bedecken, eng anliegen und auch unters Kinn gezogen werden. Abgenommen werden soll sie an den Bändern.

-         In geschlossenen Innenräumen zusätzlich wichtig: Lüften Sie in regelmäßigen Abständen für einige Minuten. Das ist deshalb so wichtig, weil virushaltige Aerosole minutenlang in der Luft bleiben können. Je mehr Menschen sich in einem Raum befinden, desto öfter sollte gelüftet werden.

-         Nutzen Sie außerdem die Corona-Warn-App: Die App benachrichtigt Sie, wenn Sie Begegnungen mit Personen hatten, die mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert waren. Damit sollen Infektionsketten schnell durchbrochen werden. Wer keine Möglichkeit hat, die App zu installieren, kann ein Kontakt-Tagebuch führen. Festzuhalten sind folgende Punkte: Datum, Kontaktperson, Uhrzeit und Dauer der Begegnung, der Ort, wo man sich getroffen hat (drinnen oder draußen?), und die Angabe, ob man einen Mundschutz getragen hat. Vorlagen gibt es im Internet.

Bleiben Sie unbedingt zu Hause, wenn Sie kränkeln, krank sind oder sich angeschlagen fühlen. Helfen Sie denen, die Hilfe benötigen. Versorgen Sie ältere, chronisch kranke Angehörige oder Nachbarn und alleinstehende und hilfsbedürftige Menschen mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs. Und sprechen Sie unbedingt mit anderen über Ihre Ängste und Sorgen. Versuchen Sie sich Zeit für sich zu nehmen und zu entspannen.