BerlinIn Berlin war der Betrieb von Fitnessstudios bis zum Beschluss der neuen Maßnahmen für November noch mit Einschränkungen erlaubt. So musste das Training kontaktlos erfolgen, der Mindestabstand zwischen den Trainierenden eingehalten werden, und es war ein Schutz- und Hygienekonzept erforderlich. Außerdem war vorgesehen, dass die Besucher einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn sie sich nicht sportlich betätigen. Diese Vorschriften senken die Ansteckungsgefahr.

Aber es kommt zusätzlich auf das Zusammenspiel von Räumlichkeit, Aktivitäten und Disziplin der Personen an, um die Lage konkret zu bewerten. Grundsätzlich sind Fitnessstudios wohl als eher kritisches Umfeld zu betrachten – vor allem, weil bei körperlicher Aktivität intensiver ein- und ausgeatmet wird. Auf diese Weise steigt das Risiko, womöglich infektiöse Partikel einzuatmen.

Der Sportbiologe Professor Henning Wackerhage von der Technischen Universität München rät zum Beispiel, starke sportliche Anstrengungen lieber nach draußen zu verlegen. Denn während man in Ruhe rund 5 bis 10 Liter Luft pro Minute ein- und ausatme, könne der Wert bei maximaler Belastung auf bis zu über 100 Liter pro Minute und bei Leistungssportlern auf bis zu 200 Litern pro Minute ansteigen, sagte der Experte der Apotheken-Umschau. Sollten Viren in der Luft sein, nähme man also zwangsläufig mehr davon auf. Wackerhage: „Falls man selbst infiziert ist, gibt man mehr Virus ab, wird sozusagen zur Virenschleuder.“ Vereinssport in Turnhallen habe im Vergleich zu Fitnessstudios den Vorteil, dass die Räume sehr hoch seien und man ein recht großes Luftvolumen habe.

Bei steigenden Infektionszahlen ist man allerdings gut beraten, sportliche Aktivitäten generell nach draußen zu verlagern – auch wenn man sich in der kalten Jahreszeit dazu stärker überwinden muss. Die verschärften Schutzmaßnahmen machen in der nächsten Zeit ohnehin nichts anderes möglich.

Generell gilt:

Ansteckungen hängen von einem komplexen Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren ab. Die Wissenschaftler lernen jeden Tag dazu: zu den Übertragungswegen und Behandlungsmöglichkeiten, zu den Haupttreibern der Pandemie und zu möglichen Covid-19-Spätfolgen. Die gute Nachricht: Sie wissen mehr als zu Beginn der Pandemie, als das Virus uns zum Lockdown zwang. Die universelle Regel bleibt so oder so: AHA-L-A

-         Abstand von mindestens 1,5 Metern halten – das ist etwa die Länge eines Einkaufswagens – zu anderen Personen im öffentlichen Raum. Beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen oder beim Spaziergang im Park. Menschenmassen unbedingt vermeiden. Bleiben Sie, so oft es geht, zu Hause. Beschränken Sie insbesondere die persönlichen Begegnungen mit älteren oder chronisch kranken Menschen zu deren Schutz. Treffen Sie Freunde und Familie möglichst draußen. Wenn es eine Möglichkeit gibt, arbeiten Sie von zu Hause aus. Und wenn nicht, versuchen Sie mit dem Fahrrad oder Auto zur Arbeit zu fahren und öffentliche Verkehrsmittel zu vermeiden.

-         Hygieneregeln beachten: Husten und niesen Sie in ein Taschentuch oder in die Armbeuge, damit werden die Tröpfchen eingefangen. Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich 20 bis 30 Sekunden die Hände mit Seife, das ist so lange wie zwei Mal „Happy Birthday“ singen. Vermeiden Sie es, sich ins eigene Gesicht zu fassen.

-         Immer da, wenn ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen nicht sicher eingehalten werden kann, sollte eine Alltagsmaske (Mund-Nasen-Schutz) getragen werden – draußen sowieso drinnen. Diese kann das Risiko, sich anzustecken, deutlich senken. Vergessen Sie nicht, die Stoffmaske regelmäßig bei 60 Grad zu waschen beziehungsweise sie auszuwechseln. Die Maske muss die Nase und den Mund komplett bedecken, eng anliegen und auch unters Kinn gezogen werden. Abgenommen werden soll sie an den Bändern.

-         In geschlossenen Innenräumen zusätzlich wichtig: Lüften Sie in regelmäßigen Abständen für einige Minuten. Das ist deshalb so wichtig, weil virushaltige Aerosole minutenlang in der Luft bleiben können. Je mehr Menschen sich in einem Raum befinden, desto öfter sollte gelüftet werden.

-         Nutzen Sie außerdem die Corona-Warn-App: Die App benachrichtigt Sie, wenn Sie Begegnungen mit Personen hatten, die mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert waren. Damit sollen Infektionsketten schnell durchbrochen werden. Wer keine Möglichkeit hat, die App zu installieren, kann ein Kontakt-Tagebuch führen. Festzuhalten sind folgende Punkte: Datum, Kontaktperson, Uhrzeit und Dauer der Begegnung, der Ort, wo man sich getroffen hat (drinnen oder draußen?), und die Angabe, ob man einen Mundschutz getragen hat. Vorlagen gibt es im Internet.

Bleiben Sie unbedingt zu Hause, wenn Sie kränkeln, krank sind oder sich angeschlagen fühlen. Helfen Sie denen, die Hilfe benötigen. Versorgen Sie ältere, chronisch kranke Angehörige oder Nachbarn und alleinstehende und hilfsbedürftige Menschen mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs. Und sprechen Sie unbedingt mit anderen über Ihre Ängste und Sorgen. Versuchen Sie sich Zeit für sich zu nehmen und zu entspannen.