Berlin - Auf großes Interesse ist in den vergangenen Tagen ein Überblick des griechisch-amerikanischen Forschers John Ioannidis gestoßen. Dieser hat weltweit Studien ausgewertet, um genauere Zahlen zur Sterblichkeit bei Corona zu erhalten. Bisher konzentrierte man sich vor allem auf offiziell gemeldete Zahl der Todesfälle in Relation zur Zahl der positiv Getesteten. Ioannidis fragte jedoch, wie hoch die Todesrate unter allen Infizierten ist, die sogenannte Infektionssterblichkeitsrate (IFR).

Ioannidis wertete insgesamt 61 Studien aus, in denen es darum ging, wie viele Menschen eines Landes oder einer bestimmten Bevölkerungsgruppe Antikörper gegen Sars-CoV-2 im Blut haben. Daraus schätzte er ab, wie viele Personen tatsächlich infiziert gewesen sein könnten. Das erste Ergebnis war, dass es zwischen Ländern und Regionen große Unterschiede gab. Die höchste errechnete Sterblichkeit fand Ioannidis in zwei Orten im US-Bundesstaat Louisiana (1,63 Prozent), die geringste bei der Auswertung von Blutspenderstudien im chinesischen Guangzhou und Kenia (null Prozent). Sogar in San Francisco, USA, war bis zum 4. Mai kein Todesfall verzeichnet worden.

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