Berlin - Was für Meldungen es dieser Tage gibt. Da berichten große Nachrichtensendungen über eine kleine Gemeinde in Sachsen, in deren Krematorium die Betreiber kaum mehr Herr der Lage sind. Da stapeln sich Särge, alle mit den drohenden Aufschriften. Man wartet nur auf Szenen wie in Bergamo. Andere Bestatter fordern für sich „schnelle Impfungen“ und klagen sehr über den immensen „Mehraufwand“ durch Corona. Da wird beschrien, was alles nicht mehr möglich sei. Gerne würde ich den Schreihälsen eine warme Decke und Kakao bringen. Beide Kollegen-Lager sind weit weg von der Realität.

Aber schauen wir genau. Seit letztem Dezember gibt es eine Übersterblichkeit von teilweise zehn bis 15 Prozent. Das kann man aus den aktuellen Statistiken erlesen, nachdem es seit Beginn der Pandemie eher weniger Verstorbene gab. Und ja, diese Übersterblichkeit hat zu einer Mehrbelastung geführt: der Mehrbelastung, dass pro Tag in Deutschland 300 bis 500 Menschen mehr als sonst sterben. Und natürlich trifft das die Hotspots, zu denen auch die kleine Gemeinde Meißen zählt. Dort ist die Übersterblichkeit noch einmal höher als im Bundesschnitt.

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