Berlin - Hiltrud Deniz kennt sie, die Geschichten vom Absperren, vom Aussperren. Sie hat das ja selbst erlebt. Nicht in dem Pflegeheim vom Unionhilfswerk, wo sie sonst sterbende Menschen begleitet. In einer anderen Einrichtung, in der es einen Verdacht auf Covid-19 gab und diese Frau, die im Sterben lag und nun keinen Besuch mehr empfangen durfte – nicht Hiltrud Deniz, nicht einmal die eigene Tochter. Die wandte sich an eine zentrale Beschwerdestelle in Berlin. „Sie haben ihr angeboten, dass sie mit der Polizei reingehen kann“, erzählt Hiltrud Deniz, 72.

Das passierte vor etwa zwei Monaten. Einige Einrichtungen haben sich während der Pandemie abgeschottet, weil dort das Virus ausbrach. Am Montag rückte die Feuerwehr zu einem Seniorenheim in Friedrichshain aus, mehr als 50 Bewohner waren positiv auf Covid-19 getestet worden. Die Sorge vor Ansteckung wächst mit steigenden Infektionszahlen. „Die Situation fordert alle“, sagt Hiltrud Deniz. „Die Heimbewohner, uns Sterbebegleiterinnen, vor allem auch die Pfleger.“

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