Bisher gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) keine klaren Beweise für eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch.
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BerlinEin bislang unbekannter Virus aus Asien, der nun nach Europa eingeschleppt werden könnte. Eine mysteriöse Lungenkrankheit, die bei der Weltgesundheitsorganisation zu Krisensitzungen führt. Das sind Nachrichten mit Gruselfaktor. Schon erklingt der Ruf nach Fieberkontrollen an Flughäfen. Doch aus deutscher oder europäischer Sicht wäre das zumindest jetzt noch eine übertriebene Maßnahme.

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Es handelt sich um einen Erreger ähnlich jenem, der 2003 ausgehend von China zu einer Pandemie mit hunderten Toten geführt hatte. Man kann nicht sagen, dass die Volksrepublik beim damaligen Ausbruch von Sars ein Musterbeispiel von Transparenz und Kooperation mit den internationalen Gesundheitsbehörden war. Man sollte also über nationale und europäische Vorsorgemaßnahmen nachgedenken.

Experten hierzulande schätzen Gefahr gering ein

Doch dabei gilt es, auf alles, was Pandemie-Panik unnötig befördern könnte, zu verzichten. Folgt man nämlich den Einschätzungen der Experten hierzulande, ist das Corona-Virus deutlich weniger gefährlich als der Sars-Erreger, der 2003 Angst und Schrecken verbreitete. Zur Erinnerung: Damals gab es laut Weltgesundheitsorganisation weltweit 8096 Infektionen, in 774 Fällen waren sie tödlich.

Auch wenn es zynisch anmuten mag, muss man die Zahlen ins Verhältnis setzen: Bei der Grippewelle 2017/18 starben nach offizieller Schätzung mehr als 25.000 Menschen. Diese Zahl hat einen hohen Gruselfaktor, da sie sich wohlgemerkt allein auf Deutschland bezieht. Allzu große Erregung über den neuen Erreger aus dem fernen China ist daher zumindest bis jetzt nicht angebracht.