Das Coronavirus kann überall übertragen werden.
Foto: AFP/National Institutes of Health

BerlinDas Coronavirus wird uns noch eine Zeit lang beschäftigen. Es hat Deutschland endgültig erreicht. Die Mehrzahl der Betroffenen hat das Virus allerdings nicht importiert, sondern sich hier bei uns in Deutschland angesteckt. Ein reines Reisephänomen  sind das Virus Sars-CoV-2 und die von ihm verursache Erkrankung COVID-19 also nicht mehr. Dennoch stellen Reisen immer noch eine besondere Herausforderung dar, wenn es darum geht, Keime zu vemeiden. Lesen Sie hier Informatonen des CRM, des Centrums für Reisemedizin.

„In den meisten Weltgegenden ist das Risiko einer Ansteckung noch immer gering“, sagt Prof. Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Die Situation entwickelt sich jedoch sehr dynamisch. Wer vorhat zu verreisen, sollte sich daher stets über die aktuelle Lage im Zielland informieren – etwa auf den Seiten des Auswärtigen Amtes, das für Reisewarnungen zuständig ist.

Warnungen des Auswärtigen Amtes beachten

Dort wird derzeit nur vor Reisen in das schwer betroffene Hubei in China gewarnt. Von nicht notwendigen Reisen in andere Regionen mit erhöhten Infektionszahlen – darunter eine Stadt und eine Provinz in Norditalien – wird lediglich abgeraten. Ebenfalls informieren sollte man sich über die aktuellen Reiseverbindungen zu oder aus den betroffenen Regionen: Viele Fluggesellschaften streichen derzeit Flüge, manche Länder verweigern Passagieren aus Risikogebieten die Einreise. Deutsche und Österreicher dürfen zum Beispiel nicht mehr nach Israel einreisen.

Wer sich in einem Risikogebiet aufhält oder in den vergangenen 14 Tagen von dort zurückgekehrt ist, sollte umgehend einen Arzt konsultieren, sobald er die erkältungsähnlichen Symptome einer COVID-19-Erkrankung an sich bemerkt. „Am häufigsten treten Fieber, ein trockener Husten und Kurzatmigkeit auf“, erläutert Jelinek. Bei rund 80 Prozent der Patienten verlaufe die Erkrankung mild mit nur leichten bis mittleren Erkältungssymptomen. Bei rund 20 Prozent kommt es zu einer heftigeren Lungenentzündung, die bei rund jedem Vierten (sechs Prozent aller Erkrankten) einen schweren bis kritischen Verlauf nimmt.

Quelle: BZgA

Eine Impfung gegen das Coronavirus gibt es nicht

Eine Impfung gegen Sars-CoV-2 gibt es bislang nicht. Wer in eine Region mit erhöhtem Ansteckungsrisiko reist, muss sich daher auf die allgemeinen Regeln zum Infektionsschutz verlassen. „Die mit Abstand wirksamste Maßnahme ist das häufige und sorgfältige Händewaschen“, sagt Jelinek. „Dieses sollte man prinzipiell auf Reisen beachten.“ Hierfür reichten im Prinzip Wasser und Seife aus, auf Reisen mit womöglich eingeschränktem Zugang zu Waschgelegenheiten seien jedoch alkohol-basierte Desinfektionssprays zu empfehlen. Mit den Händen sollte zudem nicht ins Gesicht gefasst werden, denn über die Schleimhäute von Augen, Nase und Mund gelangen die Viren leicht in den Körper. Zu offensichtlich erkälteten Personen sollte Abstand gehalten werden.

Das Coronavirus wird durch Tröpfcheninfektion (Niesen) übertragen. Auch eine Übertragung durch Schmierinfektion (Toliette) ist möglich. Herkömmliche Mittel wie Mundshcutz und Desinfektionsmittel helfen nicht ausreichend. Hygiene ist wichtig.
Foto: Imago Images

Das Coronavirus verursacht auch Durchfall

„Eine Gesichtsmaske empfiehlt sich dann, wenn man sich selbst nicht ganz gesund fühlt“, so Jelinek. Der Mundschutz helfe dabei, den beim Husten oder Niesen entstehenden virushaltigen Sprühnebel zurückzuhalten. Die handelsüblichen Produkte schützten jedoch nicht vor einer Infektion. Hierzu wären sogenannte partikeldichte Masken notwendig, durch die das Atmen jedoch langfristig sehr anstrengend wird. Selbstverständlich sollte zudem die sogenannte Niesetikette sein: Beim Husten oder Niesen den Mund mit der Ellenbeuge oder einem Taschentuch bedecken, das Tuch sofort entsorgen und die Hände waschen.

Da eine Sars-CoV-2-Infektion manchmal auch mit Durchfall einhergeht, ist auch eine Übertragung per Schmierinfektion vermutlich nicht ausgeschlossen. „Gerade auf Reisen, wenn man sich sein Essen häufig nicht selbst zubereiten kann, sollte daher auf eine gute Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene geachtet werden“, sagt Jelinek.

Quelle: BZgA

Maßnahmen gegen Influenza können vorbeugen

Trotz der fortschreitenden Ausbreitung von Sars-CoV-2 mahnt das CRM dazu, andere Gesundheitsgefahren nicht aus dem Blick zu verlieren: Das Erkrankungs- und Komplikationsrisiko durch eine Influenza ist immer noch deutlich höher als durch das neue Virus, heißt es auf der Website des CRM (Link siehe unten). Es wäre daher viel gewonnen, wenn möglichst viele Reisende, aber auch Nicht-Reisende, gegen Influenza geimpft wären. Dann ließen sich auch Doppelinfektionen und unnötige COVID-19-Verdachtsfälle vermeiden.

Wichtige Informations-Adressen


Centrum für Reisemedizin (CRM): https://www.crm.de/aktuell/

Robert Koch-Institut (RKI): COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2) https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

Auswärtiges Amt (AA) aktualisiert regelmäßig Informationen für Reisende: https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/chinasicherheit/200466

Merkblatt: COVID-19 (Neuartiges Coronavirus): https://www.auswaertiges-amt.de/blob/2294930/8c3dc45c9cb9e3b95a8216534b1a5a87/ncov-data.pdf

Center for System Science and Engineering at Johns Hopkins University: Aktuelle Falllzahlen: https://gisanddata.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6

WHO: Aktuelle Fallzahlen und tägliche Kurzreports: https://www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019/situation-reports

European Centre for Disease Prevention and Control: mehr Informationen zur Situation in Europa:  https://www.ecdc.europa.eu/en/novel-coronavirus-china