Dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit das eigene Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus deutlich verringert, ist nicht belegt.
Foto: Getty Images/Chung Sung-Jun

BerlinDie Zahl der Patienten, die sich mit dem neuartigen Coronavirus 2019-nCoV infiziert haben, steigt trotz drastischer Maßnahmen weiter deutlich an. Der Verlauf der Ereignisse und der sprunghafte Anstieg der Fälle wirft viele Fragen auf. Wir versuchen, einige zu beantworten.  

Wie hoch ist das Risiko, an dem neuen Virus zu sterben?  

Todesfälle traten bisher vor allem bei Patienten auf, die bereits zuvor an schweren Grunderkrankungen litten. Experten schätzen die Sterblichkeitsrate auf unter fünf Prozent – deutlich niedriger als bei den ebenfalls durch Coronaviren ausgelösten Krankheiten SARS (9,5) und MERS (34,5 Prozent). Der chinesische Wissenschaftler Zhong Nanshan sagt, dass die Sterblichkeitsrate bei 2019-nCoV dank lebenserhaltender Geräte und Anstrengungen des medizinischen Personals weiter sinken wird.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Um die Ausbreitung von Infektionskrankheiten der Atemwege zu vermeiden, sollten besonders in Regionen mit Erkrankungsfällen durch das neue Coronavirus gute Händehygiene sowie Husten- und Nies-Etikette gelten sowie Abstand zu Erkrankten gehalten werden. Diese Maßnahmen sind in Anbetracht der Grippewelle sowieso angeraten. Dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit das eigene Risiko einer Ansteckung deutlich verringert, ist nicht belegt.

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Welche Symptome haben Betroffene?

Gewöhnliche Coronaviren verursachen meist milde Erkältungszeichen mit Husten und Schnupfen. 2019-nCoV scheint mit einem schwereren Verlauf einherzugehen. 98 Prozent der Fälle wurden mit Fieber aufgenommen, meist höher als 38 Grad.

Ausfliegen und Abschotten

Die Bundeswehr wird in den nächsten Tagen 90 Deutsche und ihre Angehörigen aus der chinesischen Provinz Hubei ausfliegen, von der aus sich das Virus ausbreitet. Das hat der Krisenstab des Auswärtigen Amts entschieden.
Erste Fluggesellschaften ergreifen ebenfalls Maßnahmen. Lufthansa. Auch British Airways setzt ihre Flüge nach China aus.
In Australien ist es gelungen, das neue Virus im Labor nachzuzüchten. Das Virus sei einem infizierten Patienten entnommen und erfolgreich reproduziert worden. Dies könnte bei der Entwicklung eines Antikörpertests helfen.