Menschen mit Schutzmaske.
Foto: dpa/Luca Bruno

BerlinIn der chinesischen Millionenmetropole Wuhan ist das tödliche Coronavirus erstmals auf Menschen übergesprungen - vermutlich auf einem Tiermarkt. Seither breitet sich die Lungenkrankheit aus. Die Inkubationszeit ist meist etwa zehn Tage. Die kürzeste registrierte Zeitspanne betrug aber nur einen Tag - die längste könnte nach neuesten Erkenntnissen bis zu 24 Tage dauern.

Die wichtigsten Fakten

  • Bereits mehr Tote durch Corona als durch Sars
  • Berliner Senat betreibt unter (030)-9028-2828 zwischen 8 und 20 Uhr eine Hotline für Bürger, die den Verdacht haben, sie könnten infiziert sein.
  • USA erklären wegen Coronavirus "gesundheitliche Notlage"
  • WHO erklärt internationale Notlage

+++ 23. Februar +++

Coronavirus-Verdacht: Österreich stellt Zugverkehr über Brenner nach Italien ein

Aus Furcht vor Coronavirus-Infektionen hat Österreich den Zugverkehr mit Italien auf der zentralen Brenner-Route eingestellt. Die staatliche österreichische Eisenbahngesellschaft ÖBB teilte am Sonntagabend mit, alle Zugverbindungen über den italienisch-österreichischen Grenzübergang Brenner seien ausgesetzt, weil bei zwei aus Italien kommenden Bahn-Passagieren der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus bestehe. (dpa)

Regionalpräsident: Karneval in Venedig wegen Coronavirus abgesagt

Der berühmte Karneval in Venedig wird aus Sorge wegen der Ausbreitung des Coronavirus im Norden Italiens abgesagt. Das teilte der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, am Sonntag mit. „Wir müssen uns drastischen Maßnahmen anpassen“, sagte Zaia Reportern in der Region Venetien. Dazu zähle die Absage des Venezianischen Karnevals „und sogar noch mehr“.

Nach Angaben des Regierungschefs der nordöstlichen Region ist die Zahl der mit dem Virus Sars-CoV-2 Infizierten auf 19 gestiegen. Darunter seien nun auch zwei ältere Personen, die direkt in der Lagunenstadt Venedig im Krankenhaus seien. Die eigentlich bis Dienstag stattfindenden Feste und Umzüge des Karnevals von Venedig gehören zu den größten und berühmtesten Veranstaltungen des weltweiten Narrentreibens. (dpa)

Kostümierte Menschen feiern alljährlich Karneval in Venedig. Dieses Jahr findet er nicht statt.
Foto: Jin Yu/XinHua

Zahl der Coronavirus-Fälle in Italien steigt auf mehr als 100

In Italien ist die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus auf mehr als hundert gestiegen. Allein in der norditalienischen Region Lombardei seien 89 Menschen infiziert, sagte Regionalpräsident Attilio Fontanaam Sonntag dem Fernsehsender SkyTG24. Er forderte „verschärfte Kontrollen“ an den Grenzen. Am Samstag hatte die Zahl der Infektionen in Italien noch bei 79 gelegen, zwei Menschen starben nach Behördenangaben an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Aus Furcht vor einer weiteren Ausbreitung des Virus hatte die italienische Regierung am Samstag die Isolation von elf Städten angeordnet. Die als Epidemiezentren geltenden Gebiete dürften von ihren Bewohnern nicht verlassen und von Auswärtigen nicht betreten werden, sagte Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte. Die Menschen könnten sich nur mit „besonderen Ausnahmeregelungen“ bewegen. Conte verfügte zudem die Schließung von Unternehmen und Schulen sowie die Absage von öffentlichen Veranstaltungen wie Karnevalsfeiern und Sportwettbewerben. Die Behörden sagten drei für Sonntag geplante Spiele der ersten Fußballliga ab; sie sollen nachgeholt werden. Betroffen ist auch ein Spiel des Spitzenclubs Inter Mailand, der noch um die Meisterschaft kämpft. (dpa)

China-Rückkehrer aus Quarantäne in Berlin entlassen

20 China-Rückkehrer in Berlin sind aus der zweiwöchigen Quarantäne wegen des neuartigen Coronavirus entlassen worden. Am Sonntagmorgen durften die Menschen vom Isolierbereich auf dem Gelände der DRK Kliniken im Stadtteil Köpenick nach Hause, wie das Deutsche Rote Kreuz mitteilte. „Wir sind sehr erleichtert, dass bei keinem der Rückkehrer ein Coronavirus nachgewiesen werden konnte. Wir sind glücklich, dass die Isolation aufgehoben werden konnte. Die Belastung für alle Beteiligten war enorm“, sagte DRK-Generalsekretär Christian Reuter laut einer Mitteilung. Ein vierter und letzter Test auf das Virus Sars-CoV-2 war am Freitag laut Gesundheitsverwaltung negativ ausgefallen. DRK-Mitarbeiter hatten sich im Schichtdienst um die Rückkehrer gekümmert. Die 16 Erwachsenen und 4 Kinder hatten sich zuvor längere Zeit in der stark von dem Virus betroffenen chinesischen Stadt Wuhan aufgehalten und waren ausgeflogen worden. (dpa)

+++ 22. Februar +++

Frau gestorben: Mutmaßlich zweites Coronavirus-Todesopfer in Italien

In Italien ist ein weiterer Mensch gestorben, der als Verdachtsfall einer Coronavirus-Infektion galt. Es handele sich um eine Frau in der nördlichen Region Lombardei, teilte ein Sprecher des italienischen Zivilschutzes am Samstag mit. Am Vorabend hatten die Behörden den Tod eines Mannes in Venetien vermeldet, der sich mutmaßlich mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt hatte. Der 78-jährige Rentner war zuvor wegen Beschwerden, die nicht im Zusammenhang mit einem Coronavirus-Verdacht standen, in ein Krankenhaus in der Provinz Padua gekommen. Beide Fälle wurden als Coronavirus-Todesfälle behandelt, auch wenn eine finale Bestätigung erster positiver Tests auf das Virus noch ausstand.

In Italien lag die Zahl der Infizierten bei 29 am Samstag: 27 in der Lombardei sowie zwei Fälle in Venetien. In zehn Gemeinden der Lombardei wurden Schulen und ein Großteil der Geschäfte vorübergehend geschlossen und Bewohner aufgerufen zuhause zu bleiben. Großveranstaltungen wie Gottesdienste, Karnevalsfeste oder Sportevents wurden verboten. Auch in Venetien wurden ähnliche Maßnahmen vorbereitet, die eine mögliche Ausbreitung des Virus verhindern sollten. (dpa)

Coronavirus lässt Autoverkäufe in China drastisch einbrechen

Nach dem Ausbruch des Coronavirus sind die Neuwagenverkäufe in China drastisch eingebrochen. Wie der chinesische Autoverband CPCA mitteilte, gingen die Verkäufe vom 1. bis 16. Februar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 92 Prozent zurück. Waren 2019 in den ersten beiden Februarwochen noch 59 930 Autos verkauft worden, konnten die Händler demnach jetzt nur noch 4909 Fahrzeuge absetzen. Große Teile der chinesischen Wirtschaft sind wegen der vom Coronavirus ausgelösten und Covid-19 genannten Lungenkrankheit sowie den damit verbundenen Maßnahmen in den vergangenen Wochen praktisch zum Erliegen gekommen.

Für deutsche Hersteller wie Mercedes-Benz, Audi, BMW, Volkswagen und Porsche ist China der wichtigste Markt. Bei VW steht die Volksrepublik für gut 40 Prozent der Auslieferungen. Und bei der Umstellung auf Elektro-Autos sind die Konzerne auf Batteriezellen aus China angewiesen.

Eine Studie der Beratungsgesellschaft BCG hatte diese Woche davor gewarnt, dass das Coronavirus der globalen Autoindustrie empfindlich schaden könnte. Allein in der besonders betroffenen Provinz Hubei würden an gut einem Dutzend Standorte fast zwei Millionen Autos pro Jahr gefertigt. (dpa)

Im Iran zwei weitere Todesopfer durch neuartiges Coronavirus

Die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus im Iran ist auf 18 gestiegen - davon vier mit tödlichem Ausgang. Von den 13 neuinfizierten Menschen seien zwei gestorben, teilte der Sprecher des iranischen Gesundheitsministeriums, Kianusch Dschahanpur, am Freitag via Twitter mit. Die ersten Infektionen im Iran waren am Mittwoch aus der zentraliranischen Stadt Kom gemeldet worden. Von den nun vermeldeten Neuinfektionen wurden sieben in Kom registriert, vier aus der Hauptstadt Teheran und zwei aus Gilan am Kaspischen Meer. In den meisten Fällen handele es sich entweder um Menschen aus Kom oder solchen, die in den vergangenen Tagen oder Wochen in Kom waren, erläuterte Dschahanpur. Zur möglichen Infektionsquelle machte der Ministeriumssprecher keinerlei Angaben. Zumindest die ersten beiden Todesopfer, zwei ältere Menschen, hatten den Iran nach Behördenangaben nicht verlassen. Kom ist sowohl ein Zentrum für islamische Studien als auch ein beliebtes Touristenziel. Wegen der Coronavirus-Todesfälle untersagte das Gesundheitsministerium im benachbarten Irak bis auf Weiteres den Reiseverkehr zwischen beiden Ländern. Die Fluggesellschaft Kuwait Airways setzte alle Flüge in den Iran aus. Im Iran wurde am Freitag ein neues Parlament gewählt. Staatliche Medien beteuerten aber, die Coronavirus-Fälle hätten „den revolutionären Eifer des Volkes von Kom“ hinsichtlich des Urnengangs nicht gemindert. (dpa)

Coronavirus in Südkorea: Fallzahlen in 24 Stunden mehr als verdoppelt

Nach dem Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 in Südkorea hat sich die Zahl der infizierten Menschen in dem Land innerhalb von 24 Stunden mehr als verdoppelt. Die Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention meldeten im Verlauf des Samstags 229 neue Fälle. Nach 142 Fällen über Nacht seien bis zum Nachmittag (Ortszeit) 87 hinzugekommen. Damit stieg die Zahl der Menschen, die sich mit dem Erreger der zuerst in China ausgebrochenen Krankheit angesteckt haben, in Südkorea auf 433. Bisher gab es dort zwei Todesfälle in Verbindung mit dem Virus Sars-CoV-2. Die Mehrheit der Fälle konzentriert sich weiterhin auf die südöstliche Großstadt Daegu und deren Umgebung. Mehr als die Hälfe der gesamten Infizierungen steht in Verbindung mit einer christlichen Sekte und einem Krankenhaus in Cheongdo in der Region. 100 weitere Infizierungen wurden allein am Samstag unter Mitgliedern der Shincheonji-Kirche von Jesus in Daegu und auch an anderen Orten gemeldet. Die Behörden vermuten, die rasante Verbreitung des Virus unter den Mitgliedern könnte von einer infizierten 61-jährigen Sektenanhängerin ausgegangen sein. Sie habe trotz Krankheitssymptomen zunächst einen Virustest verweigert.

Die Regierung hatte Daegu und Cheongdo zu speziellen Kontrollzonen erklärt. Dort soll unter anderem medizinisches Personal der Streitkräfte eingesetzt werden. Über 6000 Menschen stehen in Südkorea unter Quarantäne. (dpa)

+++ 21. Februar +++

Erster Coronavirus-Impfstoff könnte ab April an Menschen getestet werden

Ein erster Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus dürfte nach Einschätzung der chinesischen Behörden ab Ende April bei Menschen getestet werden. Mehrere Forscherteams arbeiteten mit unterschiedlichen Techniken an der Entwicklung eines Impfstoffs, sagte der chinesische Vize-Forschungsminister Xu Nanping am Freitag bei einer Pressekonferenz in Peking. „Der erste dürfte gegen Ende April in klinischen Tests erprobt werden.“ Der Vize-Direktor von Chinas Nationaler Gesundheitskommission, Zeng Yixin, erläuterte die unterschiedlichen Methoden bei der Entwicklung eines Impfstoffs. Die chinesischen Forscher verwenden demnach unter anderem deaktivierte Viren oder produzieren mit Gentechnik Proteine, die als Antikörper gegen den Erreger dienen sollen. Ein weiterer Ansatz ist die Modifizierung von bestehenden Grippe-Impfstoffen. Einige der Substanzen würden derzeit an Tieren getestet, sagte Zeng. Außer chinesischen Wissenschaftlern arbeiten auch Forschungseinrichtungen und Unternehmen in anderen Ländern wie etwa das Institut für Virologie der Philipps-Universität im hessischen Marburg an einem Impfstoff. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Dienstag erklärt, es werde mindestens ein Jahr dauern, bis ein im großen Maßstab einsetzbarer Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus vorliege. Das Virus war im Dezember in China erstmals bei Menschen festgestellt worden. Es löst die Atemwegserkrankung Covid-19 aus. In Festlandchina steckten sich nach Behördenangaben bislang rund 75.000 Menschen mit dem Virus an, mehr als 2200 von ihnen starben. In etwa 25 weiteren Ländern, darunter Deutschland, wurden insgesamt rund 1100 Infektionen nachgewiesen, elf Infizierte starben. (AFP)

Coronavirus verbreitet sich in Chinas Gefängnissen

In chinesischen Gefängnissen in mindestens drei Provinzen des Landes haben sich bislang mehr als 450 Insassen und 7 Aufseher mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Betroffen seien Haftanstalten in der schwer von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina, aber auch in Ostprovinzen Zhejiang und Shandong, wie die Zeitung „Global Times“ an Freitag berichtete.

Als Konsequenz seien Verantwortliche der Haftanstalten und Justiz in Zhejiang und Shandong ihrer Posten entbunden worden. Allein in der Provinz Hubei seien 220 Infektionen gemeldet worden - in einem „handschriftlichen Bericht“ der Gefängnisverwaltung, weil es kein computerbasiertes Meldesystem gebe, wie die Zeitung berichtete.

Im Rencheng-Gefängnis in Shandong gebe es weitere 207 Infektionen, darunter 7 Polizeibeamte. Der Parteichef des Justizverwaltung der Provinz sei entlassen worden, weil er den Ausbruch nicht verhindert habe, so die Zeitung. Auch in der Provinz Zhejiang seien in der Shilifang-Haftanstalt 34 Insassen infiziert, berichtete das Blatt auf Twitter. Sie seien zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht worden. In den engen und überfüllten chinesischen Gefängnis mit schlechter medizischen Versorgung könne sich das Virus leicht ausbreiten, zitierte die „Global Times“ einen Beamten, der namentlich nicht genannt werden wollte. „Es ist nicht einfach, mit mangelhaften medizinischen Einrichtungen in Haftanstalten verdächtige Patienten zu entdecken und die Übertragungswege rechtzeitig zu unterbinden.“ (dpa)

+++ 20. Februar +++

Deutsche Kreuzfahrt-Passagiere kommen nach Berlin

Berlin erwartet am kommenden Wochenende deutsche Passagiere von Bord des in Japan liegenden Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“, auf dem das neuartige Coronavirus grassiert. „Voraussichtlich an diesem Samstag wird es eine Landung in Tegel geben, wieder im militärischen Teil, weil auch zwei Berlinerinnen und Berliner unter den Passagieren sind“, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Beide seien negativ auf Sars-CoV-2 getestet.

Geplant sei, sie zunächst 14 Tage zu Hause zu isolieren. Das Verfahren sei mit allen beteiligten Behörden in Bund und Ländern abgestimmt. Weitere Details nannte Kalayci zunächst nicht. Vor knapp zwei Wochen waren 20 China-Rückkehrer in Berlin-Tegel gelandet und in einem separaten Teil der DRK Kliniken Köpenick unter Quarantäne gestellt worden. Sie können die Quarantäne voraussichtlich am kommenden Sonntag verlassen. (dpa)

Angst vor Coronavirus in Ukraine: Bewohner sperren Straße zu Quarantänestation

Aus Angst vor dem neuartigen Coronavirus Sars-Co-V2 haben in der Zentralukraine Anwohner eine Verbindungsstraße zu einer Quarantänestation blockiert. Dabei sei es auch zu Rangeleien mit der Polizei gekommen, teilte die Behörde in Poltawa am Donnerstag mit. Auch in westukrainischen Städten gab es ähnliche Proteste.

Es ist geplant, Dutzende Ukrainer in einem Sanatorium der ukrainischen Nationalgarde in der Ortschaft Nowi Sanschary knapp 300 Kilometer östlich von Kiew unterzubringen. Sie wurden neben anderen Staatsangehörigen am Donnerstag mit einem Charterflug aus der chinesischen Stadt Wuhan ausgeflogen. An Bord befinden sich 45 Ukrainer und 27 Angehörige anderer Staaten. Alle Passagiere müssen für zwei Wochen in Quarantäne, wie es vom Gesundheitsministerium hieß.

In der Ukraine wurde bisher keine Sars-CoV-2-Infektion gemeldet. (dpa)

Neues Coronavirus: Erstmals Covid-19-Patient in Südkorea gestorben

Erstmals ist in Südkorea ein Mensch gestorben, der mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert war. Die betroffene Person sei in einem Krankenhaus in der südöstlichen Stadt Cheongdo in Behandlung gewesen, teilten die Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention am Donnerstag mit. Die genaue Todesursache werde noch untersucht, sagte eine Sprecherin. Ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelte, wurde zunächst nicht bekanntgegeben. Die Zahl der Infektionsfälle stieg derweil in Südkorea innerhalb eines Tages um 53 auf 104. Zunächst waren am Morgen 31 neue Fälle gemeldet worden. Allein in dieser Woche kamen damit in Südkorea mehr als 70 bestätigte Infektionen mit dem Erreger der zuerst in China ausgebrochenen Lungenkrankheit Covid-19 hinzu. (dpa)

Covid-19: Quarantäne in Peking gilt für Deutsche nicht immer

Deutsche, die derzeit nach Peking reisen, sind nicht grundsätzlich von den Quarantäneregeln betroffen, die die chinesische Hauptstadt wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 verhängt hat. Das geht aus einem Schreiben des Auswärtigen Amts an Staatsbürger in China hervor. Demnach sind deutsche Staatsangehörige, die sich länger als 14 Tage außerhalb von China aufgehalten haben und die über die beiden internationalen Flughäfen Pekings einreisen, von der 14-tägigen Quarantänezeit befreit.

Es gebe zudem eine Zusage des chinesischen Außenministeriums, auf Provinzen in anderen Teilen Chinas in diesem Sinne einzuwirken, falls diese eigene Quarantäne-Vorschriften einführen sollten oder schon eingeführt haben. Dennoch wird in dem Schreiben gewarnt, dass die Umsetzung konkreter Quarantänemaßnahmen häufig provinzspezifisch und dezentral erfolge – zum Teil auf Ebene der Stadtteilverwaltung oder einzelner Wohnblocks.

Auch diejenigen, die aus Deutschland oder anderen Ländern einreisen, müssten so derzeit damit rechnen, nach ihrer Einreise zu einer 14-tägigen Quarantänezeit verpflichtet zu werden. (dpa)

Südkorea mit deutlichem Anstieg der Coronavirus-Fälle

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Südkorea ist deutlich angestiegen. Die Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention meldeten am Donnerstag 31 neue Fälle. Dadurch erhöhte sich in dem ostasiatischen Land die Zahl der bisher bestätigten Infektionen mit dem Erreger der in China ausgebrochenen Lungenkrankheit Covid-19 auf 82. Allein in dieser Woche kamen damit über 50 Fälle dazu.

Von den neuen Fällen steckten sich den Angaben zufolge vermutlich weitere 23 Menschen bei einer Patientin in der südöstlichen Stadt Daegu an. Es wird angenommen, dass bisher 40 positiv auf Sars-CoV-2 getestete Personen mit der Frau in Kontakt gekommen sind, als sie in Daegu einen Gottesdienst einer christlichen Sekte besuchten. Es war zunächst unklar, wie sich die Frau infiziert hat.

Die neuen Fälle lösten in Südkorea die Sorge über einen sogenannten Superverbreiter (engl. Superspreader) aus, der viele andere Menschen anstecken kann. An diesem Punkt gehe die Regierung in Seoul davon aus, dass „sich Covid-19 lokal in einem begrenztem Umfang“ ausbreite, wurde der stellvertretende Gesundheitsminister Kim Kang Lip von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert. (dpa)

Coronavirus: Zwei Passagiere der „Diamond Princess“ gestorben

Zwei mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infizierte Passagiere von Bord des Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“ in Japan sind gestorben. Wie der japanische Fernsehsender NHK am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise in Tokio berichtete, handelt es sich bei den Opfern um einen 87 Jahre alten Japaner und eine 84 Jahre alte Japanerin. Sie waren positiv getestet und vom Schiff ins Krankenhaus gebracht worden, wo sie nun starben. Damit beklagt Japan inzwischen drei Todesopfer infolge von Virus-Infektionen im Land. Unterdessen ging die Ausschiffung der Passagiere der in Yokohama liegenden „Diamond Princess“ weiter.

Bis zum Vortag waren 621 Infektionen unter den Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffes nachgewiesen worden. Alle Betroffenen kamen in Krankenhäuser. Die Ausschiffung der rund 3000 Menschen auf dem Schiff werde mindestens bis Freitag dauern, hatte die Regierung erklärt. (dpa)

Zahl neuer Coronavirus-Fälle in China auf tiefstem Stand seit einem Monat

Die Zahl der in China täglich offiziell neu registrierten Krankheitsfälle durch das neuartige Coronavirus ist auf den niedrigsten Stand seit fast einem Monat gesunken. Wie die chinesische Regierung am Donnerstag mitteilte, wurden seit dem Vortag insgesamt nur 673 neue Ansteckungsfälle verzeichnet. 628 davon traten in der Provinz Hubei auf, von wo die Epidemie ihren Ausgang genommen hatte. Die offizielle Gesamtzahl der Ansteckungsfälle in China stieg damit auf knapp 75.000. Hubei ist weiterhin die mit Abstand am stärksten von der Epidemie betroffene Region. Die Behörden haben die Provinz weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. (AFP)

+++ 19. Februar +++

China weist gleich drei Journalisten des „Wall Street Journals“ aus

Aus Protest gegen einen als beleidigend empfundenen Kommentar im „Wall Street Journal“ zum Ausbruch der Lungenkrankheit weist China drei Korrespondenten der Zeitung aus. Ihnen werde mit sofortiger Wirkung die Akkreditierung entzogen, teilte der Sprecher des Außenministeriums, Geng Shuang, am Mittwoch vor der Presse in Peking mit. Es ist das erste Mal in der jüngeren Geschichte der Volksrepublik, dass gleich mehrere Korrespondenten einer internationalen Nachrichtenorganisation des Landes verwiesen werden.

Vizebürochef Josh Chin und Reporter Chao Deng, die US-Bürger sind, sowie Reporter Philip Wen, ein Australier, wurden aufgefordert, China innerhalb von fünf Tagen zu verlassen, berichtete die Zeitung. Die ungewöhnliche Ausweisung verschärft die Spannungen zwischen China und den USA. Washington war am Vortag gegen fünf chinesische Staatsmedien vorgegangen, indem diese künftig als direkte Organe der kommunistischen Führung in Peking stärker reglementiert werden. US-Außenminister Mike Pompeo verurteilte die Ausweisung der „Wall Street Journal“-Korrespondenten. (dpa)

Zwei Coronavirus-Patienten im Iran gestorben

Zwei Patienten im Iran sind an den Folgen ihrer Coronavirus-Infektion gestorben. Das gab der Leiter der Medizinischen Fakultät der Stadt Ghom im Zentraliran am Mittwoch laut Nachrichtenagentur Mehr bekannt. Bei den beiden waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch zum ersten Mal das neue Coronavirus nachgewiesen worden. Beide waren umgehend in Quarantäne geschickt worden. Bis jetzt hatte der Iran Berichte und Gerüchte über Covid-19-Fälle vehement zurückgewiesen. In den meisten Fällen verläuft eine Coronavirus-Infektion nicht so schwer.

In China liege die aus der Statistik abzulesende Sterberate bei etwa zwei Prozent, außerhalb davon bei 0,2 Prozent, sagte vor wenigen Tagen der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler. (dpa)

Hunderte Passagiere verlassen „Diamond Princess“ nach zweiwöchiger Quarantäne

Begleitet von heftiger Kritik an den Zuständen an Bord haben in Japan mehrere hundert Passagiere das vom neuartigen Coronavirus befallene Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ verlassen können. Die Urlauber hatten zuvor die 14-tägige über das Kreuzfahrtschiff verhängte Quarantäne ohne jedes Anzeichen für die Erkrankung beendet. Allerdings gibt es keinen Grund zur Entwarnung am größten Virus-Herd außerhalb Chinas: An Bord wurden 79 neue Infektionsfälle verzeichnet. Rund 500 negativ auf den Erreger getestete Passagiere konnten am Mittwoch in Yokohama die „Diamond Princess“ verlassen.

Die aus der Quarantäne Entlassenen wurden von städtischen Bussen sowie Taxis fortgebracht. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, dass es sich intensiv darum bemühe, den nicht erkrankten Deutschen eine baldige Rückkehr zu ermöglichen. Zwei infizierte Deutsche sind in Japan im Krankenhaus. An Bord bleiben müssen alle Passagiere, die entweder Kontakt mit Infizierten hatten oder deren Testergebnisse noch nicht vorlagen. Unter ihnen verbreitete sich das Virus nochmals weiter: Es seien 79 neue Infektionsfälle festgestellt worden, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Damit wurde an Bord inzwischen bei 621 Menschen der Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19 diagnostiziert.

Für die gesamte Besatzung der „Diamond Princess“ wurde am Mittwoch eine erneute Quarantäne angeordnet. (AFP)

Bisher keine Kreuzfahrt-Rückkehrer in Berlin

Es durfte aus Sorge vor einer Einschleppung des neuartigen Coronavirus in mehreren asiatischen Ländern nicht anlegen: Vom Kreuzfahrtschiff „Westerdam“ in Kambodscha sind bisher keine Passagiere nach Berlin zurückgekehrt. Das teilte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit am Mittwoch auf Anfrage mit. Wie am Dienstag bekannt wurde, sind zwei Brandenburger Passagiere heimgekehrt. Sie befänden sich derzeit in häuslicher Isolation und würden täglich befragt, hieß es. Insgesamt waren nach Angaben der Reederei 57 Deutsche an Bord.

Es scheint nicht ausgeschlossen, dass noch Kreuzfahrtpassagiere in Berlin eintreffen: Die Gesundheitsverwaltung sei wegen möglicherweise auch aus Berlin stammenden Rückkehrern von den Schiffen „Westerdam“ und „Diamond Princess“ mit dem Bund im Kontakt, „um die richtigen Vorkehrungen vor Ort treffen zu können“, hieß es. (dpa)

Nur noch drei Coronavirus-Patienten in Bayern in der Klinik

Von den ursprünglich 14 Coronavirus-Patienten in Bayern sind nur noch drei im Krankenhaus. Ein weiterer Betroffener aus der München Klinik Schwabing sei entlassen worden, teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. In dem Krankenhaus befinden sich nun noch drei mit dem Virus Sars-CoV-2 Infizierte. Alle 14 Infektionen im Freistaat standen in Zusammenhang mit dem Stockdorfer Autozulieferer Webasto. Dort hatte eine chinesische Kollegin den Erreger im Januar während einer Dienstreise unwissentlich eingeschleppt. Mehrere Mitarbeiter und einige Angehörige steckten sich an. (dpa)

+++ 18. Februar +++

Kein Coronavirus bei China-Rückkehrern in Berlin

Die 20 China-Rückkehrer in Berlin sind bisher nicht mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Die jüngsten Testergebnisse auf das Covid-19-Virus seien erneut negativ, sagte Lena Högemann, Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit, am Dienstag.

Die Deutschen und ihre Familienangehörigen hatten sich in der schwer vom Coronavirus betroffenen chinesischen Stadt Wuhan aufgehalten und waren vor mehr als einer Woche nach Berlin geflogen worden. Zwei Wochen sollen 16 Erwachsenen und 4 Kinder im Stadtteil Köpenick in Quarantäne bleiben. Gebe es auch weiterhin keinen Virus-Nachweis, könnten die Rückkehrer die Isolierstation an diesem Sonntag verlassen, ergänzte Högemann. (dpa)

Chinesische Coronavirus-Studie: 80 Prozent der Infektionen haben milden Verlauf

Laut der bisher umfassendsten Studie zum neuartigen Coronavirus in China haben die meisten Infektionen einen harmlosen Verlauf. 80,9 Prozent der Infektionen seien als mild einzustufen, heißt es in der Studie, die am Dienstag im „Chinese Journal of Epidemiology“ veröffentlicht wurde und für die das Chinesische Zentrum für Seuchenkontrolle und -vorbeugung Daten über 72.314 Infektionen auswertete. 13,8 Prozent der Fälle sind hingegen ernst, 4,7 Prozent der Infektionen sogar lebensgefährlich. Das höchste Sterberisiko bei einer Infektion haben der amtlichen Studie zufolge Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, gefolgt von Diabetikern, Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen und Bluthochdruck.

Unter Kindern bis zum Alter von neun Jahren gab es den Daten zufolge bislang keine Todesfälle, bis zum Alter von 39 Jahren sei die Todesrate mit 0,2 Prozent sehr gering. Insgesamt liegt die Todesrate bei 2,3 Prozent. Männer haben der Studie zufolge mit 2,8 Prozent ein deutlich höheres Todesrisiko als Frauen mit 1,7 Prozent. Eine Risikogruppe sind der Studie zufolge Mitarbeiter im Gesundheitsbereich. Von den untersuchten Infektionen wurden 3019 bei dieser Berufsgruppe festgestellt. Fast 86 Prozent der Infektionen wurden bei Menschen festgestellt, die in Wuhan, der Hauptstadt der Provinz Hubei, lebten oder dorthin gereist waren. Ihren ersten Höhepunkt hatte die Epidemie in China den Studienautoren zufolge zwischen dem 24. und 26. Januar. Seit dem 11. Februar gibt es der Studie zufolge einen „Abwärtstrend“, insbesondere außerhalb der Provinz Hubei. Zugleich warnte das Zentrum für Seuchenkontrolle und -vorbeugung davor, dass sich das Virus durch genetische Mutation anpassen könne und sich so womöglich schneller verbreiten werde. Ärzte müssten daher „wachsam“ bleiben.

In Festlandchina starben nach Behördenangaben mittlerweile fast 1900 Menschen an dem neuartigen Coronavirus. Mehr als 72.000 Infektionen wurden dort seit Ausbruch der Epidemie im Dezember nachgewiesen. In etwa 25 weiteren Ländern, darunter Deutschland, wurden hunderte weitere Infektionen registriert. Angesichts von zurückgehenden Neuinfektionen außerhalb von Hubei hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Sonntag vor vorschnellem Optimismus gewarnt. Es sei „unmöglich“, den weiteren Verlauf der Epidemie vorherzusagen, betonte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. (AFP)

Zahl der Infizierten von Kreuzfahrtschiff in Japan steigt weiter

Die Zahl der positiv auf das neue Coronavirus Sars-CoV-2 getesteten Passagiere und Crewmitglieder des Kreuzfahrtschiffes in Japan ist erneut deutlich gestiegen. Wie das japanische Gesundheitsministerium am Dienstag bekanntgab, erhöhte sich die Zahl um 88 auf inzwischen 542 Fälle. Von den 88, die nun positiv getestet wurden, zeigten 65 keine Symptome wie Fieber oder Husten, meldete der japanische Fernsehsender NHK unter Berufung auf das Gesundheitsministerium in Tokio weiter. Alle Betroffenen wurden in örtliche Krankenhäuser gebracht. Nach zweiwöchiger Quarantäne sollen an diesem Mittwoch die ersten Menschen von Bord der „Diamond Princess“ in Yokohama gehen dürfen. Die Ausschiffung werde voraussichtlich bis Freitag dauern, so das Gesundheitsministerium. (dpa)

Diebe stehlen 6000 OP-Masken aus Krankenhaus in Japan

Diebe haben aus einem Krankenhaus in Japan rund 6000 OP-Masken gestohlen. Vier Kisten mit den Schutzmasken, die wegen der Coronoavirus-Epidemie auch in Japan knapp und teuer geworden sind, verschwanden aus einem verschlossenen Lagerraum im Rot-Kreuz-Krankenhaus der Hafenstadt Kobe, wie ein Krankenhausvertreter am Dienstag mitteilte. Der Diebstahl sei zwar „bedauerlich“, die Klinik habe aber immer noch genug Masken für ihre tägliche Arbeit. Die japanische Polizei nahm Ermittlungen auf. Sie geht davon aus, dass die Diebe die Masken weiterverkaufen wollen. Schutzmasken, die im hygienebewussten Japan ohnehin seit Jahrzehnten zum Straßenbild gehören, sind angesichts der Coronavirus-Epidemie mittlerweile in vielen Geschäften ausverkauft. In Onlineshops sind die Preise explodiert. Im Kleinanzeigen-Portal Mercari wurde eine Schachtel mit 65 Masken für 50.000 Yen (knapp 420 Euro) angeboten. Das Portal forderte seine Nutzer daher auf, Masken nur in einem „sozialverträglichen Rahmen“ zu handeln. In Hongkong hatten bewaffnete Diebe angesichts panischer Hamsterkäufe am Montag hunderte Klopapierrollen gestohlen. Ein Lieferwagenfahrer wurde in der chinesischen Sonderverwaltungszone von drei Männern überfallen, die ihn mit Messern bedrohten und Toilettenpapier im Wert von mehr als 1000 Hongkong-Dollar (rund 120 Euro) stahlen. (AFP)

Krankenhausdirektor in Wuhan an Coronavirus gestorben

In der chinesischen Millionenmetropole Wuhan ist der Direktor eines Krankenhauses an der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Alle Bemühungen zur Rettung des Lebens von Liu Zhiming, des Leiters des Wuchang-Hospitals, seien vergeblich gewesen, berichtete der staatliche Fernsehsender CCTV am Dienstag. Es ist der erste bekannte Fall eines Krankenhausdirektors, der an den Folgen der Ansteckung mit dem Virus starb. Insgesamt sind damit nach offiziellen chinesischen Angaben mindestens sieben Mitarbeiter des medizinischen Personals des Landes durch die Epidemie gestorben, die von Wuhan ihren Ausgang genommen hatte. Weitere 1716 Ärzte und anderes medizinisches Personal haben sich angesteckt.

+++ 17. Februar +++

Hunderte US-Bürger von Corona-Schiff vor Japan geholt

Angesichts der Ausbreitung des Corona-Virus auf der „Diamond Princess“ haben die USA hunderte Staatsbürger von dem in Japan unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiff geholt. Auch die Bundesregierung erwog am Montag eine Rückholung der deutschen Passagiere. Die „Diamond Princess“ ist weltweit der größte Infektionsherd außerhalb Chinas. In der Volksrepublik starben inzwischen bereits 1770 Menschen an dem neuartigen Coronavirus. Die USA flogen in zwei Flugzeugen insgesamt rund 300 Passagiere der „Diamond Princess“ aus.

Die „Diamond Princess“ ist weltweit der größte Infektionsherd außerhalb Chinas.

Die Evakuierten müssen in der Heimat nun zwei Wochen unter Quarantäne verbringen. Nach Angaben des US-Außenministeriums sind unter den Heimkehrern auch 14 Menschen, die mit dem neuartigen Virus infiziert sind. Sie wurden im Flugzeug von den anderen Passagieren getrennt. Weitere rund 40 US-Passagiere der „Diamond Princess“ werden derzeit in japanischen Krankenhäusern wegen einer Infektion mit dem Virus behandelt.

Die Rückholaktion ihrer Regierung wurde von den Betroffenen unterschiedlich bewertet. Die 52-jährige Sarah Arana sagte der Nachrichtenagentur AFP vor dem Verlassen des Schiffes, sie sei froh, gehen zu können. Die US-Regierung hätte „viel früher“ handeln sollen. Andere US-Passagiere lehnten es jedoch ab, das Schiff zu verlassen. „Meine Gesundheit ist in Ordnung. Und meine zweiwöchige Quarantäne ist fast vorbei. Warum sollte ich mich mit anderen Menschen, von denen man annimmt, dass sie infiziert sind, in einen Bus und ein Flugzeug setzen lassen?“, schrieb der Anwalt Matt Smith, der zusammen mit seiner Frau an Bord war, im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Die „Diamond Princess“ wird seit Anfang Februar im Hafen von Yokohama unter Quarantäne gehalten. Auf dem riesigen Schiff mit mehr als 3000 Menschen an Bord befindet sich die größte Gruppe an Coronavirus-Patienten außerhalb Chinas. Bei neuen Tests wurden 99 weitere Infektionsfälle entdeckt, wie die japanischen Gesundheitsbehörden am Montag mitteilten. Damit sind mehr als 450 Menschen an Bord infiziert. Wegen Material- und Personalmangels konnten allerdings bisher nicht alle Insassen getestet werden. (AFP)

Coronavirus: Gewichtheber verlegen Meisterschaften

Die Asienmeisterschaften im Gewichtheben sind wegen des Ausbruchs des Coronavirus in China von Kasachstan nach Usbekistan verlegt worden. Kasachstan erlaube Chinesen derzeit keine Einreise und habe die Titelkämpfe zurückgegeben, berichtete der olympische Branchendienst „Inside the Games“. Nunmehr soll das Championat vom 16. bis 25. April in Taschkent stattfinden. Die Asienmeisterschaften sind ein wichtiges Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele in Tokio. Der Gewichtheber-Weltverband drängt darauf, dass auch chinesische Sportler teilnehmen dürfen. (dpa)

7 von 14 Quarantäne-Patienten in Bayern daheim - Rückkehrer erwartet

In Bayern sind inzwischen sieben der insgesamt 14 Menschen, die sich seit Ende Januar mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert hatten, wieder zuhause. Unter ihnen ist eine Familie aus dem Landkreis Traunstein, wie die Leitung der Kliniken Südostbayern am Montag mitteilte. Die Eltern mit ihren Kindern hätten das Krankenhaus in Trostberg schon am Freitag verlassen, alle seien geheilt und nicht mehr ansteckend. Vor allem für die Kinder war die Quarantäne demnach psychisch stark belastend. Zu den Voraussetzungen für eine Entlassung zählen mehrere negative Tests auf das Virus. (dpa)

Eurogruppenchef rechnet mit nur vorübergehendem Effekt von Coronavirus in Europa

Eurogruppenchef Mário Centeno rechnet mit überschaubaren wirtschaftlichen Folgen des neuartigen Coronavirus in der Eurozone. „Wir erwarten einen vorübergehenden Effekt“, sagte der portugiesische Finanzminister am Montag. „Darum müssen wir uns kümmern, aber wir müssen gleichzeitig auf die langfristigen Aussichten für die Eurozone schauen, und die sehen derzeit gut aus.“ Centenos Kollege, der italienische Finanzminister Roberto Gualtieri, mahnte dagegen zur Vorsicht. Es sei „zu früh“, um das Ausmaß der Folgen zu kennen. Die EU-Kommission rechnet laut ihrer Prognose vonvergangener Woche mit einem Wachstum von 1,2 Prozent in diesem Jahr. Sie warnte allerdings ausdrücklich vor möglichen negativen Folgen der Ausbreitung des Coronavirus. Zwar werde China im ersten Quartal am stärksten betroffen sein, allerdings stelle eine mögliche globale Ausbreitung ein erhebliches Risiko für globale Wertschöpfungsketten dar. Die bereits unter der anhaltenden Schwäche des verarbeitenden Gewerbes leidende deutsche Industrie wäre davon demnach besonders betroffen. (AFP)

+++ 16. Februar +++

Coronavirus-Patienten aus Klinik in Bayern entlassen

In Bayern sind am Wochenende weitere Coronavirus-Patienten aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag in München mit. Die Entlassungskriterien des Robert Koch-Institutes seien erfüllt, sagte eine Ministeriumssprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Nähere Angaben zu den Betroffenen wollte die Behörde nicht machen.

Der erste der insgesamt 14 in Bayern registrierten Patienten war am vergangenen Mittwoch aus einer Münchner Klinik entlassen worden. Die Person sei wieder vollständig gesund und nicht mehr ansteckend, hatte das Krankenhaus mitgeteilt. Alle 14 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 in Bayern stehen in Zusammenhang mit dem Stockdorfer Autozulieferer Webasto. Eine chinesische Kollegin hatte den Erreger im Januar bei einer Dienstreise eingeschleppt. Der Stammsitz war wegen der Infektionen zwei Wochen geschlossen und hatte am vergangenen Mittwoch wieder geöffnet.

Neben den 14 Fällen in Bayern gab es in Deutschland zwei weitere Infektionen. Die beiden Heimkehrer aus dem chinesischen Wuhan wurden am Freitag aus der Universitätsklinik Frankfurt entlassen.

Quarantäne für China-Rückkehrer endet

Nach rund zwei Wochen endet an diesem Sonntag die Quarantäne für die über 100 China-Rückkehrer in einer Bundeswehrkaserne im pfälzischen Germersheim. Die Ergebnisse weiterer Tests auf das Coronavirus Sars-CoV-2 seien negativ, sagte ein Sprecher der Luftwaffe am Sonntagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Alle Bürgerinnen und Bürger würden daher am Sonntag aus der Kaserne entlassen.

122 deutsche Staatsbürger und Familienangehörige waren aus der vom Sars-CoV-2-Virus besonders betroffenen chinesischen Stadt Wuhan nach Frankfurt am Main geflogen und am 1. Februar in die Kaserne nach Germersheim gebracht worden. Die angedachte Quarantänezeit von 14 Tagen rührt daher, dass die maximale Inkubationszeit, also die Frist von der möglichen Ansteckung bis zum Krankheitsausbruch, wahrscheinlich meist so lange dauert. Neben den Rückkehrern haben auch 22 Helfer des Deutschen Roten Kreuzes die vergangenen Tage in der Kaserne verbracht.

Zahl der Infektionen in China steigt auf 68.500

Die Zahl der Infektionen und Todesfälle durch das neuartige Coronavirus ist in China erneut gestiegen. Die Pekinger Gesundheitskommission teilte am Sonntag mit, dass an der auf den Namen COVID-19 getauften Lungenkrankheit erneut 142 Patienten starben, womit die Gesamtzahl der Opfer in China nun bei 1.665 liegt. Zudem wurden 2009 neue Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen. Seit Ausbruch der Krankheit sind damit 6. 500 Fälle auf dem chinesischen Festland bestätigt. Experten vermuten jedoch eine hohe Dunkelziffer.

+++ 15. Februar +++

Frankreich meldet ersten Coronavirus-Todesfall in Europa

Erstmals ist ein an dem Coronavirus erkrankter Mensch in Europa gestorben. Der chinesische Tourist sei in einer Pariser Klinik der Krankheit erlegen, teilte die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn am Samstag mit. Bei dem Mann handelte es sich demnach um einen 80-Jährigen.

+++ 14. Februar +++

Mehr als 60.000 Coronavirusfälle in China

In China stieg die landesweite Zahl der Virusfälle auf mehr als 60.000. Es soll mehr als 1300 Tote geben. Von einer Stabilisierung, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch am Mittwoch ausgemacht haben wollte, ist plötzlich keine Rede mehr.

Der dramatische Anstieg erklärt sich aus einer neuen Methode, wie Virus-Fälle gezählt werden. Bisher war ein DNA-Test auf das Virus Sars-CoV-2 für eine offizielle Bestätigung nötig. Nun reicht dafür auch eine klinische Diagnose auf die Lungenkrankheit Covid-19 aus.

Coronavirus: WHO beschleunigt Suche nach Impfstoff

Coronavirus und keine Ende? Es gibt Hoffnung. Im Kampf gegen die neue Lungenkrankheit Covid-19 will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt die Suche nach einem Impfstoff und wirksamen Medikamenten beschleunigen.

Darauf haben sich die 400 Fachleute geeinigt, die seit Dienstag in Genf tagen, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. Es gebe vier mögliche Kandidaten für einen Impfstoff, von denen sich hoffentlich zwei als vielversprechend herausstellen, sagte die Chefwissenschaftlerin der WHO, Soumya Swaminathan. Zu den drängendsten Aufgaben gehöre auch die Entwicklung einfacherer Tests zum Nachweis von Infektionen.

Tedros kritisierte, dass das aus Hongkong kommende Kreuzfahrtschiff „Westerdam“ in mehreren Häfen in Asien nicht anlegen durfte, obwohl es keine Hinweise auf Infektionen an Bord gab. „Einzelpersonen oder Länder zu stigmatisieren kann unsere Arbeit nur behindern“, sagte er. Die WHO werde zusammen mit der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation der UN an Regierungen appellieren, die freie Passage von Schiffen und die Rechte von Passagieren zu respektieren.

Nach Angaben von Swaminathan könnten schon in drei bis vier Monaten erste Impfstoff-Tests an Menschen beginnen. Ein zertifizierter Impfstoff für weitreichenden Einsatz stehe aber wahrscheinlich erst in 18 Monaten zur Verfügung. Mehrere bereits existierende Medikamente würden zur Zeit daraufhin geprüft, ob sie Covid-19-Kranken helfen können. Die WHO werde so schnell wie möglich Richtlinien dafür ausarbeiten.

In Bayern ist inzwischen der erste mit dem neuartigen Coronavirus Infizierte aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der Webasto-Mitarbeiter sei wieder vollständig gesund und nicht mehr ansteckend, teilte die München Klinik Schwabing mit. Die anderen acht isolierten Coronapatienten seien klinisch stabil und weitestgehend symptomfrei. Der Entlassung war ein intensiver Austausch mit den Behörden vorausgegangen.

Die in einer Kaserne in Rheinland-Pfalz untergebrachten China-Rückkehrer bereiten sich ebenfalls auf das Ende ihrer Isolation vor. Heute sollen alle 122 Rückkehrer und 22 Helfer des Deutschen Roten Kreuzes erneut auf das Coronavirus Covid-19 untersucht werden. Alle sind bis jetzt stabil.In der chinesischen Millionenmetropole Wuhan ist das gefährliche Coronavirus vor wenigen Wochen erstmals auf Menschen übergesprungen - vermutlich auf einem Tiermarkt. Seither breitet sich die Lungenkrankheit aus. Die Inkubationszeit ist meist etwa zehn Tage. Die kürzeste registrierte Zeitspanne betrug aber nur einen Tag - die längste 14 Tage.

Frau flieht aus Corona-Quarantäne und muss vor Gericht

Weil sie aus ihrer Coronavirus-Quarantänestation geflohen ist, muss sich eine Frau in Russland vor Gericht verantworten. Der Chef eines Krankenhauses in St. Petersburg habe Klage gegen Alla Iljina eingereicht, teilte das zuständige Gericht am Freitag mit. Die Frau hatte sich zuvor auf Online-Netzwerken darüber beschwert, dass sie eingesperrt sei und „ungenießbares“ Essen aufgetischt bekomme. „Ich werde hier Gewicht verlieren, weil das kein Essen ist hier“, sagte Iljina in einem Instagram-Video und zeigte auf einen Teller mit Kartoffelbrei und Erbsen aus der Konservendose.

Außerdem gebe es in ihrem Raum keine Lüftung. Auch ihre Flucht beschrieb Iljina genau: „Es gibt ein elektromagnetisches Sicherheitsschloss an der Tür. Ich habe den Schließkasten geknackt und die Kabel kurzgeschlossen. Dann habe ich meine Sachen genommen und bin zum Fahrstuhl gegangen.“ Iljina war am 1. Februar mit dem Flugzeug von der chinesischen Urlauberinsel Hainan zurückgekommen.

Sie wurde mehrmals untersucht und schließlich am 6. Februar mit der Diagnose „Viruserkrankung“ in Quarantäne gesteckt, wo sie zwei Wochen bleiben sollte. Die Diagnose habe nicht ausgeschlossen, dass es sich um das neuartige Coronavirus handeln könnte, erklärte die Gesundheitsbehörde zur Begründung. Iljina wiederum gab an, die Ärzte hätten ihr gesagt, dass ihre Tests keine Anzeichen für das Coronavirus gezeigt hätten. Eine erste Gerichtsanhörung in dem Fall soll am kommenden Montag stattfinden. Der Frau droht nach russischen Recht eine Geldstrafe. (AFP)

SAS und Finnair verlängern Flugstopp nach China

Die skandinavischen Airline SAS verlängert ihren Flugstopp nach China wegen des Coronavirus-Ausbruchs um weitere vier Wochen. Wegen der Lage in der Volksrepublik habe sich das Unternehmen entschlossen, Shanghai und Peking bis zum 29. März nicht mehr anzufliegen, teilte die Fluggesellschaft am Freitag in Stockholm mit. SAS hatte zunächst alle China-Flüge bis zum 9. Februar gestrichen, diese Maßnahme dann bis Ende Februar verlängert. Im normalen Betrieb bieten die Skandinavier zwölf regelmäßige Verbindungen nach Peking und Shanghai an. Hongkong wird dagegen weiter regulär bedient.

Zu einem ähnlichen Schritt entschloss sich auch die finnische Fluggesellschaft Finnair. Bis zum Ende der Wintersaison am 28. März werden alle Finnair-Flüge auf das chinesische Festland gestrichen. (dpa)

+++ 13. Februar +++

Erstes Todesopfer in Japan wegen Coronavirus

In Japan ist erstmals ein mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 infizierter Mensch gestorben. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend (Ortszeit) bekanntgab, handelt es sich bei dem Opfer um eine Frau in ihren 80ern in der Tokioter Nachbarprovinz Kanagawa. Nach Erkenntnissen der Behörden war die Frau in letzter Zeit nicht auf Auslandsreisen gewesen. Bislang sind in Japan mehr als 200 Infektionsfälle bestätigt. Die meisten davon sind Passagiere und Crewmitglieder des Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“, das in Yokohama zunächst noch bis zum Mittwoch der kommenden Woche unter Quarantäne gestellt ist.

Bei der nun gestorbenen Frau war das Virus erst nach ihrem Tod festgestellt worden. Sie lag seit dem 1. Februar im Krankenhaus. In Japan sollen in weniger als sechs Monaten die Olympischen Spiele in der Hauptstadt Tokio stattfinden. (dpa)

Direktflüge zwischen Berlin und Peking gestrichen

Die einzige direkte Flugverbindung zwischen Berlin und Peking ist wegen des Coronavirus bis Ende März ausgesetzt. Die zuständige Fluggesellschaft Hainan habe alle Flüge zwischen dem 13. Februar und dem 28. März gestrichen, sagte eine Flughafensprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Grund sei der Coronavirus, der inzwischen offiziell den Namen Sars-CoV-2 trägt. Betroffene Passagiere seien gebeten, sich auf der Internetseite der Fluggesellschaft über ihre Flüge zu informieren. Hainan Airlines fliegt in Deutschland nur ab dem Berliner Flughafen Tegel. (dpa)

Coronavirus: Zahl der Infizierten in China steigt sprunghaft

Die Zahl neu nachgewiesener Todesopfer durch das Coronavirus hat sich in China in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei im Vergleich zum Vortag mehr als verdoppelt. Die Zahl der neu nachgewiesenen Infektionen verzehnfachte sich dort sogar fast. Wie das chinesische Staatsfernsehen am Donnerstag berichtete, wurden in Hubei 242 neue Todesopfer registriert, womit die Gesamtzahl der Toten in der Provinz seit Ausbruch der Krankheit bei 1310 liegt.

Die Zahl der nachgewiesenen Infektion stieg um 14.840 auf nun 48.208 bekannte Fälle. Am Vortag waren in Hubei noch 97 Todesopfer und 1638 neue Infektionen gemeldet worden. Landesweit lagen am Donnerstag zunächst keine neuen Angaben über die Verbreitung des Virus vor. Allein durch die neuen Infektionen in Hubei, wo die Lungenkrankheit in der Stadt Wuhan ursprünglich ausgebrochen war, ist die Gesamtzahl der Infektionen auf dem chinesischen Festland aber auf über 59.000 gestiegen. (dpa)

Vietnam stellt Dörfer mit 10.000 Bewohnern wegen Coronavirus unter Quarantäne

Aus Angst vor einer Ausbreitung des Coronavirus Covid-19 sind in Vietnam mehrere Dörfer mit insgesamt rund 10.000 Einwohnern unter Quarantäne gestellt worden. Die Behörden ließen am Donnerstag die rund 40 Kilometer von der Hauptstadt Hanoi entfernte Kommune Son Loi abriegeln, zu der mehrere Dörfer gehören. Die Maßnahme gilt demnach zunächst für 20 Tage. In der ländlichen Gegend wurden bislang sechs Fälle von Covid-19-Infektionen registriert. Behördenvertreter in Schutzanzügen sprühen durchfahrende Fahrzeuge mit Desinfektionsmittel ein. Die Bewohner waren bereits zuvor aufgefordert worden, Menschenansammlungen zu meiden. Die Quarantänezone in Vietnam ist die erste größere außerhalb Chinas. (AFP)

44 weitere Coronavirus-Infizierte auf Kreuzfahrtschiff in Japan

An Bord des unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes im japanischen Yokohama ist bei weiteren 44 Menschen eine Infizierung mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 festgestellt worden. Das gab das japanische Gesundheitsministerium am Donnerstag bekannt. Damit erhöht sich die Zahl der Infizierten an Bord auf 218. An Bord des Kreuzfahrtschiffes sind auch zehn deutsche Staatsangehörige. Die Quarantäne gilt noch bis zum 19. Februar.

Gesundheitsminister Katsunobu Kato gab jedoch am Donnerstag bekannt, dass die Regierung Senioren mit chronischen Krankheiten früher von Bord gehen lassen werde als geplant, sofern sie negativ getestet wurden. Möglicherweise schon an diesem Freitag. In diplomatischen Kreisen sind zunehmend Zweifel an der Art und Weise aufgekommen, wie die japanische Regierung mit dem Fall des Kreuzfahrtschiffes umgeht. (dpa)

Japan hält trotz Coronavirus an Olympischen Spielen fest

Japan will ungeachtet der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus wie geplant die Olympischen Spielen im Sommer austragen. Der Chef des japanischen Olympischen Komitees, Yoshiro Mori, bekräftigte am Donnerstag bei einem Treffen mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Tokio, dass die Planung für die Spiele nicht durch die neue Lungenkrankheit Covid-19 beeinträchtigt werde. „Ich möchte noch einmal klarstellen, dass eine Absage oder Verschiebung der Tokio-Spiele nicht erwogen wurden“, sagte Mori zum Auftakt eines zweitägigen Vorbereitungstreffens mit dem IOC. Man werde mit der japanischen Regierung zusammenarbeiten und „ruhig“ mit jeglichen Problemen infolge des neuartigen Virus umgehen, sagte Mori. (dpa)

+++ 12. Februar +++

Formel 1 verschiebt China-Rennen wegen Coronavirus

Die Formel 1 verschiebt wegen des Coronavirus den Großen Preis von China. Das eigentlich für den 19. April geplante Rennen in Shanghai soll zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr nachgeholt werden, wenn die Situation sich verbessert, wie die Rennserie am Mittwoch mitteilte. (dpa)

Wieder fast 100 neue Todesopfer durch Coronavirus in China

Das Coronavirus hat in China innerhalb von 24 Stunden erneut fast 100 Todesopfer gefordert: Wie die Nationale Gesundheitskommission am Mittwoch mitteilte, kamen landesweit im Vergleich zum Vortag 97 Todesfälle hinzu. Die Zahl der Infektionen stieg demnach um 2015 Fälle. Sowohl die Zahl der neuen Opfer als auch die der neu erkrankten Patienten ging den offiziellen Angaben zufolge damit im Vergleich zum Vortag etwas zurück. Am Dienstag waren noch 108 Todesfälle und 2478 neue Infektionen gemeldet worden. Allerdings wird eine hohe Dunkelziffer vermutet. (dpa)

+++ 11. Februar +++

Webasto-Zentrale wird nach Coronavirus-Fällen wieder eröffnet

Der von mehreren Coronavirus-Infektionen in der Belegschaft getroffene Autozulieferer Webasto will seine seit zwei Wochen geschlossene Firmenzentrale an diesem Mittwoch wieder öffnen. Seit Anfang vergangener Woche habe es keinen neuen Fall gegeben, erklärte Vorstandschef Holger Engelmann. Eine Spezialfirma hat die Firmenzentrale im Münchner Vorort Stockdorf zudem gereinigt und desinfiziert.


Eine chinesische Webasto-Mitarbeiterin hatte den Erreger unwissentlich bei einer Dienstreise nach Stockdorf eingeschleppt. Insgesamt acht Webasto-Mitarbeiter hatten sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt, sie alle befinden sich nach wie vor in Krankenhäusern. „Wir sind mit allen in regem Kontakt und freuen uns, dass einige von ihnen bereits komplett beschwerdefrei sind und voraussichtlich in Kürze entlassen werden“, sagte Engelmann. Seit der Schließung arbeiten die meisten der mehr als 1000 Mitarbeiter von zuhause aus. Zum uneingeschränkten Normalbetrieb wird Webasto vorerst noch nicht zurückkehren: Dienstreisen von und nach China soll es bis voraussichtlich Ende Februar nicht geben. Außerdem gelten verschärfte Hygienevorgaben. (dpa)

Coronavirus: Zahl der Toten in China steigt auf über 1000

Das Coronavirus hat in China schon mehr als 1000 Menschen das Leben gekostet. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden fielen der Lungenkrankheit weitere 108 Menschen zum Opfer, womit bislang insgesamt 1016 Menschen in China an der Lungenkrankheit gestorben sind. Das teilte die Gesundheitskommission in Peking am Dienstag mit.

Allein 103 neue Opfer wurden aus der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei gemeldet. Während die Zahl der Toten so schnell stieg wie noch nie seit Ausbruch der Krankheit, ging die Zahl neuer Infektionen am Dienstag im Vergleich zum Vortag zurück. Landesweit wurden 2478 weitere Erkrankungen gemeldet, somit stieg die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen auf dem chinesischen Festland auf 42.638. (dpa)

Zwei „Bürgerjournalisten“ in Wuhan festgesetzt

Zwei chinesische „Bürgerjournalisten“, die über den Ausbruch des Coronavirus und die überfüllten Krankenhäusern in Wuhan im Internet berichtet haben, sind von der chinesischen Polizei festgesetzt worden. Wie die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch am Dienstag unter Hinweis auf Familie und Freunde berichtete, hätten Polizisten den Anwalt Chen Qiushi und den Blogger Fang Bin „unter dem Vorwand der Quarantäne abgeholt“.

Seither seien beide nicht mehr über ihr Handy erreichbar, was in Isolation normalerweise möglich sein müsste. Keiner von beiden habe Symptome einer Infektion gehabt. „Wer in normaler Quarantäne steckt, kann telefonieren“, sagte die in New York ansässige Forscherin Wang Yaqiu von Human Rights Watch. „Beide haben die Zustände in Wuhan untersucht und unverblümt darüber gesprochen.“

Die Videos von Fang Bin, der auch Leichensäcke gefilmt und auf Youtube hochgeladen hatte, waren um die Welt gegangen. Auch Chen Qiushi hatte in den überforderten Krankenhäusern der schwer betroffenen Stadt Wuhan gefilmt. (dpa)

+++ 9. Februar +++

Bereits mehr Tote durch Corona als durch Sars

Die Zahl der Todesopfer in China übersteigt inzwischen die der Sars-Pandemie vor 17 Jahren. Mit 89 neuen Todesfällen durch die Lungenerkrankung, die Chinas Gesundheitsbehörde am Sonntag bestätigte, kletterte die Gesamtzahl der Opfer weltweit auf 813. An dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (Sars) waren 2002/2003 laut WHO 8096 Menschen erkrankt und weltweit 774 gestorben. Allein in Festland-China und Hongkong hatte es 648 Todesfälle geben. Die Zahl der bestätigten Infektionen durch das Virus stieg am Sonntag in China um weitere 2656 auf 37.198 Fälle. Außerhalb Chinas sind bislang mehr als 300 Infektionen bestätigt, davon 14 in Deutschland. Am Sonntag wurde der erste Fall auf Mallorca bekannt.

+++ 8. Februar +++

Coronavirus: Berlin empfängt Rückkehrer aus China

Berlin bereitet sich auf die Ankunft von etwa 20 Menschen aus der schwer vom Coronavirus betroffenen Stadt Wuhan in China vor. „Die Bundesregierung hat entschieden, weitere Rückkehrerinnen und Rückkehrer aus Wuhan in Berlin landen zu lassen“, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Samstag. Die Rückkehrer sollen an diesem Sonntag mit einem Flugzeug auf dem militärischen Teil des Flughafens Berlin-Tegel landen. Dort werden sie laut Gesundheitsverwaltung von einem Amtsarzt in Empfang genommen. Sie sollen in einem Isolierbereich in den DRK-Kliniken in Berlin-Köpenick am südöstlichen Stadtrand von Berlin untergebracht werden. Alle Passagiere würden auf das Coronavirus getestet. Mit einem Ergebnis wird für Montagmittag gerechnet. Die Rückkehrer sollen nach den derzeitigen Plänen 14 Tage in dem Krankenhaus bleiben, untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Dafür ist die Stadt gut vorbereitet, sagte Kalayci. Die Abläufe in Berlin würden von der Senatsgesundheitsverwaltung koordiniert.

Zwei Ausländer in China am Coronavirus gestorben

Nach dem Ausbruch des Coronavirus sind in China die ersten ausländischen Todesopfer bestätigt worden. Wie die US-Botschaft in Peking am Samstag mitteilte, kam ein mit dem Virus infizierter 60-jähriger US-Bürger in der besonders schwer betroffenen Stadt Wuhan am 6. Februar ums Leben. Welches Geschlecht das Opfer hat, ließ die Botschaft offen.

Auch ein Japaner starb in Wuhan, wie Japans Außenministerium mitteilte. Demnach handelte es sich um einen Mann in seinen 60ern, bei dem eine Infektion mit dem Virus vermutet wurde. Der Patient habe an einer schweren Lungenentzündung gelitten.

Infektionen und Totenzahl kräftig gestiegen

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen und der Toten durch das Virus stieg bis Samstag erneut kräftig an. Die Zahl der Patienten, bei denen das Virus nachgewiesen wurde, kletterte innerhalb eines Tages um 3399 auf 34.546. Das teilte die Gesundheitskommission in Peking mit. Die neu nachgewiesenen Infektionen nahmen damit im Vergleich zum Vortag wieder zu, nachdem sie in den vergangenen zwei Tagen leicht zurückgegangen waren. Auch die Zahl der Toten legte erneut deutlich um 86 auf 722 zu. Allein die Provinz Hubei, wo das Virus ursprünglich in der Metropole Wuhan ausgebrochen war, meldete 81 neue Todesopfer. Außerhalb von Festland-China gibt es in mehr als zwei Dutzend Ländern über 270 weitere Fälle, davon 14 in Deutschland.

+++ 7. Februar +++

Entdecker des Coronavirus selber an der Infektion gestorben

Ein chinesischer Mediziner, der als einer der ersten vor dem neuartigen Coronavirus gewarnt hatte, ist nun selber an der Infektion gestorben. Dies teilte am Freitag das Zentralkrankenhaus der Millionenmetropole Wuhan mit, an dem der 34-jährige Li Wenliang tätig war. Li habe sich im Kampf gegen das Virus selber angesteckt. Die „umfassenden Anstrengungen“, sein Leben zu retten, seien vergeblich gewesen. Li war als Augenarzt an dem Krankenhaus tätig. Er stellte Ende des vergangenen Jahres bei Patienten Symptome fest, die jenen des Sars-Erregers ähnelten. An dem Sars-Virus waren laut der offiziellen Bilanz in den Jahren 2002 und 2003 insgesamt 349 Menschen in Festlandchina gestorben.

In einer Botschaft an Kollegen vom 30. Dezember informierte Li über seine Erkenntnisse. Zusammen mit sieben Kollegen, die ebenfalls von der Existenz des neuartigen Virus berichtet hatten, wurde er daraufhin von der Polizei wegen der „Verbreitung von Gerüchten“ ermahnt. Li steckte sich später bei der Behandlung eines Patienten an.

Nach neuen Zahlen der chinesischen Regierung vom Freitag starben inzwischen 636 Menschen in Festlandchina an den Folgen der Infektion. (AFP)

14 Coronavirus-Fälle in Deutschland

Nach einem weiteren Nachweis ist die Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle in Deutschland auf 14 gestiegen. Der Erreger wurde bei der Frau eines Infizierten aus Bayern nachgewiesen, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Freitagabend mitteilte. Die Frau werde medizinisch überwacht und ist in der München Klinik Schwabing isoliert. Weitere Einzelheiten teilte das Ministerium nicht mit. Damit gibt es in Bayern zwölf Fälle, alle stehen in Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto. Dort hatten sich Mitarbeiter bei einer Kollegin aus China angesteckt. (dpa)

US-Regierung unterstützt Kampf gegen Coronavirus mit Millionen

Die USA wollen China und andere vom Coronavirus betroffene Länder mit bis zu 100 Millionen US-Dollar unterstützen. Das Außenministerium habe diese Woche den Transport von etwas mehr als 16 Tonnen an gespendeten medizinischen Hilfsgütern an China ermöglicht, darunter Masken, Kittel und Atemschutz, teilte das Ministerium am Freitag mit.

US-Präsident Donald Trump hatte bereits Ende Januar gesagt, China und Präsident Xi Jinping „jegliche notwendige Hilfe“ angeboten zu haben. Allerdings übte China scharfe Kritik am Einreiseverbot der USA wegen des Virus und wies die Darstellung Trumps, bedeutende Hilfe angeboten zu haben, zurück. (dpa)

+++ 6. Februar +++

Bundesregierung will weitere Deutsche aus China holen

Die Bundesregierung will wegen der Ausbreitung des Coronavirus in China weitere deutsche Staatsbürger und ihre Angehörigen aus der Millionenstadt Wuhan zurück nach Deutschland holen. Entsprechende Informationen des „Spiegel“ bestätigte das Auswärtige Amt am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe in Wuhan „einzelne Personen“, die sich erst nach dem Rückholflug am vergangenen Samstag gemeldet oder es nicht rechtzeitig zum Flughafen geschafft hätten, hieß es aus dem Ministerium. „Wir bemühen uns intensiv darum, auch diesen Personen eine Ausreise zu ermöglichen.“

Das gefährliche Coronavirus hatte sich von Wuhan aus verbreitet. Laut „Spiegel“ befinden sich in der Region noch rund 20 Deutsche. Möglicherweise sollen sie in einer Maschine mitreisen, die am Wochenende eine größere Gruppe von britischen Staatsbürgern ausfliegen soll. Auch für die Neuankömmlinge aus China würde eine 14-tägige Quarantäne gelten. Sie sollen nach Informationen des „Spiegel“ in einer Klinik in Berlin-Köpenick untergebracht werden. (dpa)

Coronavirus-Gerüchte im Internet lösen Ansturm auf Klopapier aus

Im Internet kursieren zum neuartigen Coronavirus in China viele Gerüchte. In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong haben sie zu Hamsterkäufen von Klopapier und anderen Gütern des alltäglichen Bedarfs geführt. Auf Videoaufnahmen sind lange Schlangen in Supermärkten zu sehen und Menschen, die panisch ihre Einkaufswagen mit mehreren Klopapierpackungen und anderen Produkten vollstopfen, weil sie deren Mangel befürchten. In der Hektik gerieten einige Kunden aneinander.

Auch die britische Lehrerin Lois Strange erlebte die Hamsterkäufe. In ihrem Supermarkt in Hongkong hätten sich am Mittwoch chaotische Szenen abgespielt, sagte sie AFP. „Er war gerammelt voll. Jeder schnappte sich so viel Klopapier, wie er konnte, Packungen über Packungen davon.“ Sie selbst habe sich auch etwas Toilettenpapier geschnappt, weil sie Zuhause nun einmal wirklich nur noch eine Rolle gehabt habe, sagte die 32-Jährige.

Der Gründer des Hongkonger Papier-Recycling-Unternehmens Mil Mill, Harold Yip, sagte, er habe allein am Mittwoch mehr als hundert Anfragen zu Toilettenpapier erhalten. Der Sender RTKH News berichtete, in einem Supermarkt im Bezirk Wan Chai, der noch in der Nacht neue Waren bekommen hatte, seien Toilettenpapier und Reis am Donnerstag eine halbe Stunde nach Ladenöffnung ausverkauft gewesen. Die Supermarktkette Wellcome sah sich gezwungen zu versichern, dass die Gerüchte über Lieferengpässe falsch seien.

Auch die Behörden bemühten sich um Schadensbegrenzung. Falschinformationen über Knappheit bei Waren wie Klopapier und Reis hätten zu „Panikkäufen und sogar Chaos“ geführt, erklärte die Hongkonger Regierung am Mittwochabend. Menschen „mit bösen Absichten“ hätten die Gerüchte gestreut, gerade jetzt, wo die Stadt gegen die Virus-Krankheit kämpfe. „Es gibt genügend Vorräte an Grundnahrungsmitteln wie Reis und Nudeln“, versicherte die Regierung in ihrer Mitteilung. „Es gibt keinen Grund für die Öffentlichkeit, sich Sorgen zu machen.“ (AFP)

Coronavirus bei Frau von Infiziertem in Bayern nachgewiesen

Mit einem weiteren Nachweis auf das Coronavirus ist die Gesamtzahl in Deutschland auf 13 gestiegen. Der Erreger wurde bei der Frau von einem der Infizierten aus Bayern nachgewiesen, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. In den vergangenen Tagen war bereits bekannt geworden, dass sich auch zwei Kinder des Paares angesteckt haben. Sie sind nach Ärzte-Angaben - ebenso wie die Mutter - symptomfrei. Auch der gesundheitliche Zustand des Vaters ist stabil. Die Familie ist in einem Krankenhaus.

Deutschlandweit gibt es nun 13 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert haben. Bei zwei von ihnen wurde das Virus nachgewiesen, nachdem sie am Wochenende mit einem Flug der Bundeswehr aus China nach Deutschland geholt worden waren. Sieben Fälle stehen wie auch die betroffene Familie in Zusammenhang mit dem bayerischen Autozulieferer Webasto in Stockdorf bei München. Dort war eine chinesische Mitarbeiterin zu Gast gewesen, deren Infektion erst nach ihrer Rückkehr nach China nachgewiesen wurde.

Am Donnerstag wurde zudem bekannt, dass der deutsche Coronavirus-Patient auf der spanischen Insel La Gomera ebenfalls aus Bayern stammt. Er habe Kontakt mit einem Mitarbeiter der Firma Webasto gehabt, teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit. Zunächst hatte die „Süddeutsche Zeitung“ darüber berichtet. Der 26-Jährige sei derzeit isoliert, hieß es. (dpa)

Air France setzt alle Flüge von und nach China bis 15. März aus

Die französische Fluggesellschaft Air France hat die Aussetzung der Flüge von und nach China wegen des Coronavirus bis 15. März verlängert. Dies sei nach einer Neubewertung der Informationen entschieden worden, teilte die Airline am Donnerstag mit. Die Airline hatte die Flüge zuvor nur bis zum 9. Februar ausgesetzt.

„Ab dem 16. März 2020 wollen Air France und KLM je nach Entwicklung der Situation den Flugbetrieb von und nach Shanghai und Peking schrittweise wieder aufnehmen und abwechselnd einen täglichen Flug zu jedem Zielort durchführen“, hieß es weiter. Auf diese Weise würden Schanghai und Peking täglich von Europa aus bedient, entweder über Paris mit Air France oder über Amsterdam mit KLM.

Ab dem 29. März 2020 solle dann der normale Flugplan wieder aufgenommen werden. Die Wiederaufnahme der Air-France-Flüge von und nach Wuhan sei ebenfalls für den 29. März geplant. Die chinesische Metropole ist von dem neuartigen Virus besonders betroffen. (AFP)

Human Rights Watch kritisiert Chinas Umgang mit neuem Coronavirus scharf

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat den Umgang der chinesischen Behörden mit dem neuartigen Coronavirus scharf kritisiert. „Es hat große Probleme bei Chinas Antwort auf das Coronavirus gegeben, die den Ausbruch verschlimmert haben“, sagte HRW-Chef Kenneth Roth am Donnerstag in Genf. Er verwies insbesondere auf die „Unterdrückung“ von Berichten über die Krankheit zu Beginn des Ausbruchs. „Es gibt keinen Platz für Geheimhaltung bei der Bekämpfung einer Epidemie“, kritisierte der HRW-Chef.

Angesichts der Ausbreitung des Virus sei es an der „Zeit für vollständige Transparenz, auch wenn es unangenehm ist“. Die öffentliche Gesundheit müsse „vor den Erhalt einer bestimmten politischen Macht gestellt“ werden, forderte Roth. „Traurigerweise ist das nicht Pekings Ansatz.“ Der HRW-Chef warf der chinesischen Regierung eine „Holzhammer“-Methode im Umgang mit dem Virus vor. Damit bezog er sich darauf, dass in China eine Reihe von Städten mit insgesamt rund 56 Millionen Menschen de facto unter Quarantäne stehen. „Quarantänen dieser Art funktionieren üblicherweise nicht“, sagte Roth.

Vielmehr empfählen Experten gezieltere Quarantäne-Maßnahmen. Roth lobte jedoch, dass die chinesischen Behörden früh die Gensequenz des neuen Coronavirus anderen Ländern zugänglich gemacht hätten. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde China für seine entschlossenen Maßnahmen gegen die Epidemie gelobt. In China sind nach Behördenangaben mittlerweile mehr als 28.000 Menschen an dem Erreger 2019-nCoV erkrankt, mehr als 560 Infizierte starben. Die chinesischen Behörden haben Fehler im Umgang mit der Epidemie eingeräumt. Ihnen wird vorgeworfen, Informationen über die Atemwegskrankheit bis Ende vergangenen Jahres wochenlang zurückgehalten zu haben. (AFP)

Expertengipfel bei der WHO zum Coronavirus geplant

Die weltweit führenden Experten zum Coronavirus werden sich am nächsten Dienstag und Mittwoch in Genf treffen. Sie sollen alle aktuellen Erkenntnisse zur vor allem in China verbreiteten neuen Lungenkrankheit zusammentragen, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag ankündigte. Das globale Forschungstreffen werde sich nicht nur auf Fragen der Forschung und Entwicklung wie Therapien und Impfstoffe konzentrieren, sondern sich auch mit der möglichen Quelle des Virus und seiner Übertragbarkeit befassen. Außerdem werde es um die Entwicklung schneller Diagnosen und serologischer Test gehen, kündigte die WHO an. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen durch das neue Coronavirus ist in China inzwischen auf mehr als 28 000 gestiegen. Die Zahl der Toten kletterte auf mehr als 550. (dpa)

Trotz Coronavirus: Olympia-Planungen laufen „wie geplant“ weiter

Die Organisatoren der Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio haben vor Panikmache und Falschmeldungen im Zuge der Epidemie des neuartigen Coronavirus gewarnt. Die Vorbereitungen auf das Großereignis vom 24. Juli bis 9. August sollen „weiterlaufen wie geplant“, sagte Toshiro Muto, Chef des Organisations-Komitees, am Donnerstag.„Es ist wichtig, objektiv zu bleiben und einen kühlen Kopf zu bewahren“, sagte Muto: „Wir wollen nicht für Alarmstimmung in der Öffentlichkeit sorgen. Die Infektion ist immer noch begrenzt, und es gibt auf Grundlage der aktuellen Situation keine Probleme, die Olympischen Spiele auszutragen.“

Bislang sind rund 560 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem neuen Coronavirus gestorben, rund 28.000 sind erkrankt - die große Mehrheit jeweils in Festland-China. Dort wurden bereits diverse Sportveranstaltungen abgesagt, darunter die Hallen-WM der Leichtathleten. (SID)

Keine Deutschen unter neuen Fällen von Coronavirus in Japan

Unter zehn neuen Fällen des Coronavirus an Bord eines unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes in Japan befindet sich kein Deutscher. Nach Angaben vom Donnerstag handelt es sich bei den neuen Patienten um vier Personen aus Japan, zwei aus Amerika, zwei aus Kanada, eine aus Neuseeland und eine weitere aus Taiwan.

Niemand von ihnen habe Kontakt zu einem mit dem neuen Erreger infizierten 80 Jahre alten Mann aus Hongkong gehabt, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Der Mann war am Samstag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er sei am 20. Januar in der Tokioter Nachbarstadt Yokohama zugestiegen und fünf Tage später in Hongkong von Bord des Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“ gegangen.

An Bord des Schiffes sind auch acht deutsche Staatsangehörige. Sie und die übrigen der insgesamt 2666 Passagiere, etwa die Hälfte davon Japaner, sowie 1045 Crew-Mitglieder sollen nach Angaben des japanischen Gesundheitsministeriums zunächst für zwei Wochen an Bord bleiben, da die Untersuchungen in Japan auf den Erreger weitergehen.

Mit der Bekanntgabe von zehn weiteren Fällen durch das japanische Gesundheitsministerium erhöht sich die Zahl der Infizierten an Bord des vor der Tokioter Nachbarprovinz Kanagawa liegenden Kreuzfahrtschiffes auf 20. Die Betroffenen wurden in Krankenhäuser gebracht. In Japan sind damit bisher 45 Fälle des Virus bestätigt. (dpa)

+++ 5. Februar +++

Tote durch Coronavirus in China: Offizielle Gesamtzahl der Verstorbenen auf 563 gestiegen

Die Zahl der Toten durch das neuartige Coronavirus in China ist so stark gestiegen wie noch nie. Innerhalb eines Tages waren bis Donnerstag 73 neue Tote zu beklagen, wie die chinesische Gesundheitskommission in Peking berichtete. Damit legte die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 563 zu. Die bestätigten Infektionen mit der Lungenkrankheit kletterten auch wieder stark um 3694 auf 28.018 Fälle. Die Kommission sprach zusätzlich von mehr als 24.000 Verdachtsfällen. Außerhalb von Festland-China sind in mehr als einem Dutzend Ländern mehr als 240 weitere Fälle bestätigt. In Hongkong und auf den Philippinen gab es auch zwei Tote. (dpa)

Spahn: Höhepunkt der Coronavirus-Infektion noch nicht erreicht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass die Zahl der nachgewiesenen Infektionen durch das neue Coronavirus weiter steigen wird. „Der Höhepunkt ist noch nicht erreicht. In China nicht, was die Infektionszahlen und die Entwicklung angeht und damit auch für die Welt und für Deutschland nicht“, sagte Spahn am Mittwoch vor der Quarantäne-Station im pfälzischen Germersheim.

Er wünsche sich nichts mehr, als dass es keine weiteren Infektionen gebe, dies sei aber derzeit nicht auszuschließen. Deutschland sei gut vorbereitet und könne mit der „dynamischen Lage“ gut umgehen. „Den zwölf Infizierten in Deutschland wünschen wir schnelle, vollständige Genesung.“

In der Bundeswehrkaserne in Germersheim sind rund 120 Menschen untergebracht, die am Samstag an Bord einer Sondermaschine in Frankfurt gelandet waren. Bei zwei der Rückkehrer aus China wurde das Virus bereits nachgewiesen, worauf diese in die Uniklinik Frankfurt gebracht wurden. Außerdem gibt es zehn registrierte Infizierte in Bayern, die in Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto stehen.

Spahn bedankte sich bei den Hilfskräften in Germersheim, vor allem bei der Bundeswehr und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK). „Wir können allen dankbar sein, die das vor Ort möglich gemacht haben.“ In den nächsten Tagen solle es ein Treffen der EU-Gesundheitsminister geben. (dpa)

Österreich führt wegen Coronavirus Fiebermessungen am Flughafen Wien ein

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus werden die Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen von Wien verschärft. Ab Donnerstagmorgen werde am Flughafen der österreichischen Hauptstadt bei Passagieren, die per Direktflug aus Peking kommen, die Temperatur gemessen, kündigte Niederösterreichs Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig im Sender ORF an. Sieben Österreicher, darunter ein Kind, waren am Sonntag aus der chinesischen Provinz Hubei, von wo die Epidemie ihren Ausgang genommen hatte, ausgeflogen worden. Bislang fielen die Tests bei den Rückkehrern nach Behördenangaben negativ aus. Sie befinden sich in Wien in Quarantäne. Die österreichische Regierung kündigte Unterstützung der chinesischen Behörden im Kampf gegen den Erreger an. Demnach werden 2000 medizinische Sicherheitsbrillen, 50.000 OP-Schutzmasken und 2,4 Millionen Untersuchungshandschuhe nach China geschickt. Von der Volksrepublik aus hat sich das Virus in mindestens 25 Länder ausgebreitet, darunter auch nach Deutschland.

Mailänder Modewoche kümmert sich um fernbleibende Kunden aus China - Schauen sollen live gestreamt werden

Das neuartige Coronavirus aus China hat die Mailänder Modewoche noch vor ihrem Beginn am 18. Februar erreicht: Angesichts der erwarteten Absagen von chinesischen Einkäufern, Journalisten oder Designern will Italiens Modekammer alle Schauen im Internet live übertragen. „Wir werden alles tun, um denjenigen, die weit weg sind von den Laufstegen, die Emotionen und modischen Ideen zu übermitteln“, sagte Modekammer-Präsident Carlo Capasa bei der Vorstellung der Initiative „China we are with you“ (China, wir sind mit dir). Die Modewoche eröffnen soll ein chinesischer Designer, dessen Name bisher allerdings geheimgehalten wird. Drei Marken, darunter - Angel Chen - haben ihre Teilnahme an den Mailänder Schauen bereits abgesagt, weil sie wegen der geschlossenen Fabriken nicht mehr rechtzeitig fertig wurden mit ihren Kollektionen. Auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP sagte der Berufsverband der US-Modedesigner (CFDA) hingegen, er habe keine Informationen über mögliche Absagen von Schauen während der New Yorker Fashion Week vom 7. bis 12. Februar. Mehrere chinesische Modehäuser wie etwa Mukzin oder Sheguang Hu hätten bereits ihre Präsenz in New York zugesichert. (AFP)

WHO braucht Millionen für Vorkehrungen gegen Coronavirusausbreitung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) braucht in den kommenden drei Monaten zusätzlich mehr als 600 Millionen Euro für die Eindämmung des in China aufgetauchten neuen Coronavirus. Nach den Berechnungen sind 675 Millionen Dollar (613 Millionen Euro) nötig, um auch ärmeren Ländern zu helfen, sich auf einen möglichen Ausbruch vorzubereiten, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. „675 Millionen Dollar ist viel Geld, aber es ist deutlich weniger als das, was auf uns zukommen könnte, wenn wir nicht jetzt in die Vorkehrungen investieren“, sagte Tedros.

Er äußerte Verständnis für die Menschen weltweit. „Wir verstehen, dass die Menschen besorgt sind“, sagte er. „Aber dies ist nicht der Zeitpunkt für Angst oder Panik. Dies ist ein Zeitpunkt für rationales Handeln, so lange wir noch ein Fenster haben, diesen Ausbruch unter Kontrolle zu bringen.“ China hatte am Morgen fast 4000 neue Fälle und insgesamt mehr als 24 000 Fälle gemeldet. Es sei der stärkste Anstieg innerhalb von 24 Stunden gewesen, sagte Tedros.
Die WHO verschicke 250 000 Testsets an 70 Labore weltweit, um den Nachweis von Infektionen zu beschleunigen, sagte Tedros. Zudem würden unter anderem eine halbe Million Gesichtsmasken und 350.000 Paar Handschuhe an Einrichtungen in 24 Länder verschickt. (dpa)