Berlin - Seit Dezember läuft die große Corona-Impfaktion in Deutschland, nach Angaben des Robert-Koch-Instituts haben bereits mehr als 10,8 Millionen Menschen hierzulande die Erstimpfung und knapp 4,6 Millionen Menschen die Zweitimpfung verabreicht bekommen. Doch darf ich mich als Allergiker überhaupt impfen lassen? Wie sieht es mit Alkohol oder Sport nach der Impfung aus? Die wichtigsten Informationen, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bereitgestellt wurden, im Überblick: 

Was ist vor und während der Corona-Impfung zu beachten?

Folgende Dokumente müssen für den Impftermin mitgebracht werden:

  • Personalausweis oder Reisepass für den Altersnachweis
  • Elektronische Gesundheitskarte (wenn möglich)
  • Impfpass, wenn dieser nicht vorhanden ist, wird eine Ersatzbestätigung im Impfzentrum ausgegeben
  • Terminbestätigung mit Termincode
  • Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens: eine Bescheinigung der Arbeitergeberin oder des Arbeitgebers beziehungsweise ein Beschäftigungsnachweis
  • Ärztlicher Attest, zum Beispiel bei chronisch Kranken

Vor dem Impfen muss kein Covid-19-Test gemacht werden, solange man keine Symptome aufweist. Die Verträglichkeit der Impfung wird durch eine akute Infektion aber auch nicht negativ beeinflusst. Vor Ort erfolgt ebenfalls kein Test.

Grundsätzlich gilt: Wenn man in der Vergangenheit eine Corona-Infektion durchgemacht hat, ist eine Impfung erst einmal nicht notwendig. Forschende gehen nämlich davon aus, dass man für eine gewisse Zeit immun ist, wie lange die Schutzwirkung allerdings anhält, ist noch nicht abschließend beantwortet. Bei einer unbemerkt durchgemachten Infektion ist eine Impfung aber auch nicht schädlich.

Dem Fachpersonal müssen alle Umstände mitgeteilt werden, die eventuell die Impfung beeinflussen könnten. Wer beispielsweise in der Vergangenheit nach Impfungen oder Spritzen unter anderem ohnmächtig wurde oder zu Sofortallergien neigt, teilt dies unbedingt dem Fachpersonal vor der Impfung mit, damit der Gesundheitszustand nach der Injektion länger beobachtet und gegebenenfalls reagiert werden kann. Grundsätzlich soll jede Person 15 Minuten nach der Injektion unter Beobachtung bleiben.

Wer an einer akuten Krankheit mit Fieber über 38,5 Grad leidet, soll erst nach Genesung geimpft werden. Eine Erkältung oder leichtes Fieber unter 38,5 Grad sind keine Gründe, die Impfung zu verschieben. Laut einem Positionspapier des Paul-Ehrlich-Instituts sollten bei Menschen, die auf die erste Dosis allergisch reagieren, die zweite Dosis nicht verabreicht werden. Bekannte Allergien gegenüber Lebensmitteln und Medikamenten seien keine Kontraindikation gegen ein Vakzin. Bei einer Überempfindlichkeit gegenüber einem Impfstoffbestandteil sollte nicht geimpft werden:

Inhaltsstoffe des Biontech/Pfizer-Vakzins:

  • mRNA
  • Lipide (((4-hydroxybutyl)azanediyl)bis(hexan-6,1-diyl)bis(2-hexyldecanoat)
  • 2 [(Polyethylenglykol)-2000]-N,N-ditetradecylacetamide
  • 1,2-Distearoyl-sn-glycero-3- Phosphocholin
  • Cholesterin
  • Kaliumchlorid
  • einbasiges Kaliumphosphat
  • Natriumchlorid
  • zweibasisches Natriumphosphat-Dihydrat
  • Saccharose

Inhaltsstoffe des Moderna-Vakzins

  • mRNA
  • Lipide (SM-102. Polyethylenglykol [PEG] 2000 Dimyristoyl-Glycerin [DMG],
  • Cholesterin
  • 1,2-Distearoyl-sn-glycero-3-Phosphocholin
  • Tromethamin
  • Tromethamin-Hyrochlorid
  • Essigsäure
  • Natriumacetat
  • Saccharose

Weil bei jüngeren Personen – mehrheitlich Frauen bis 55 Jahre – nach der Impfung mit dem Mittel des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca mehrere Fälle von sehr seltenen Hirnvenenthrombosen (Sinusthrombosen) aufgetreten sind, empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko), diesen Impfstoff fortan in erster Linie für Über-60-Jährige einzusetzen.

Wer mit dem Covid-Impfstoff von Astrazeneca geimpft wurde, sollte auf folgende Symptome achten und beispielsweise bei starken, anhaltenden Kopfschmerzen umgehend zum Arzt gehen oder sich in die Notaufnahme eines Krankenhauses begeben:

Warnsignale einer Sinusthrombose

  • starke, anhaltende Kopfschmerzen, die ab dem vierten Tag nach der Impfung auftreten und auch mit Schmerzmitteln nicht weggehen
  • neurologische Symptome, möglich sind Seh- oder Sprachstörungen, taube Arme oder Beine
  • Kurzatmigkeit
  • Schmerzen in der Brust
  • Schwellung im Bein
  • anhaltende Bauchschmerzen
  • kleine Blutflecken unter der Haut jenseits der Injektionsstelle

Jüngere Menschen können auf eigenen Wunsch und nach ärztlichem Ermessen trotzdem mit Astrazeneca geimpft werden. In Frage kommen könnten Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes oder Adipositas, die ein höheres Risiko für schwere Covid-19-Verläufe haben. Auch hier gilt: Bei einer Überempfindlichkeit gegenüber einem Impfstoffbestandteil sollte nicht geimpft werden:

Inhaltsstoffe des Astrazeneca-Vakzins:

  • L-Histidin
  • L-Histidin Hydrochlorid Monohydrat
  • Magnesiumchlorid-Hexahydrat
  • Polysorbat 80
  • Ethanol
  • Saccharose
  • Natriumchlorid
  • Dinatrium-EDTA-dihydrat
  • Wasser

Was muss ich nach der Impfung beachten?

Nach der Impfung muss der Geimpfte beobachten, ob ungewöhnliche Nebenwirkungen auftreten. Am häufigsten treten leichte bis moderate Schmerzen an der Einstichstelle auf, Erschöpfung sowie Kopfschmerzen, die vorübergehend auftreten und normalerweise innerhalb von wenigen Tagen verschwinden. Nebenwirkungen müssen unmittelbar der eigenen Hausärztin, dem Hausarzt oder in der Apotheke gemeldet werden. Auch wenn der Hausarzt nicht geimpft hat, ist er der Ansprechpartner für die Bewertung der Nebenwirkungen, einer möglichen Diagnose und Folgebehandlung. Nebenwirkungen können auch noch zusätzlich beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) oder über die SafeVac-2.0-App (Download über Google Play Store oder App Store) des PEI gemeldet werden.

Bei Schmerzen oder Fieber nach der Impfung können schmerzlindernde beziehungsweise fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol eingenommen werden. Auch hierzu kann die Hausärztin beraten.

Es spricht nichts gegen eine leichte körperliche Belastung nach einer Impfung. Übertreiben sollte man allerdings nicht: Extreme Ausdauersportarten oder Trainings mit hoher Gewichtsbelastung sollten unmittelbar nach der Impfung besser vermieden werden. Denn bei starker körperlicher Belastung kann es vorkommen, dass eine Impfreaktion – zum Beispiel Schmerzen an der Einstichstelle – verstärkt wird.

Nach der Impfung auf Alkohol verzichten

Alexander Ginzburg, Direktor des Gamaleja-Instituts für Epidemiologie und Mikrobiologie, das den russischen Impfstoff Sputnik V entwickelt hat, rät nach einem Bericht des New Scientist dazu, drei Tage nach jeder Injektion mit dem Corona-Impfstoff auf Alkohol zu verzichten. Alkohol könne demnach die Immunantwort erheblich abschwächen. Diese Warnung gelte nicht nur für den Sputnik-V-Impfstoff, sondern für alle Covid-19-Impfstoffe, so Ginzburg. Die Immunologin Eleanor Riley von der Universität von Edinburgh in Großbritannien ergänzte, dass überschüssiger Alkohol eine Art Immunsuppressivum sei. Menschen, die viel trinken, hätten eine schlechte Immunfunktion und seien mitunter anfälliger für Infektionen.

Wie bei jedem Impfstoff schützt die Impfung mit Comirnaty nach Angaben der EMA möglicherweise nicht jeden Geimpften. Denkbar ist laut RKI auch, dass ein Geimpfter bei Kontakt mit dem Erreger zwar selbst nicht erkrankt, das Virus aber an andere weitergeben kann. Bis zum Vorliegen neuer Daten müssten auch nach einer Impfung die AHA+A+L-Regeln weiter eingehalten werden: Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen und regelmäßig Lüften sowie die Corona-Warn-App nutzen. Biontech und Pfizer rechnen damit, dass bis Februar Daten zur Ansteckungswahrscheinlichkeit vorliegen.