BerlinEine Analyse der privaten Krankenkasse DKV gibt Aufschluss über mögliche Folgen einer Covid-19-Infektion. Demnach haben Patienten noch lange nach ihrer Behandlung im Krankenhaus mit der Erkrankung zu kämpfen. Die Krankenkasse hat mehr 10.000 Daten ihrer Kunden ausgewertet, bei denen bis Anfang November eine Corona-Infektion diagnostiziert wurde - und Erkenntnisse zu Krankheitsverlauf, Vorerkrankungen und der gesundheitlichen Entwicklung in der Post- Covid-19-Phase von Infizierten gewonnen.

Die Daten verdeutlichen, dass an Covid-19-Erkrankte nach Abschluss einer stationären Behandlung oft noch nicht wieder richtig fit waren. Die durchschnittlichen Behandlungskosten pro Tag hätten sich nach der Erkrankung um mehr als 50 Prozent erhöht. „Patienten sind noch lange nicht gesund, nur weil sie als nicht mehr infektiös gelten“, schlussfolgert Clemens Muth, Vorstandsvorsitzender der DKV, aus den Daten. Eine Covid-19 Infektion belaste die Gesundheit weit über die direkte Erkrankung hinaus. 

Viele Patienten ohne Vorerkrankungen

Des Weiteren würden sich bisherige Trends der Pandemie in der Analyse widerspiegeln: So ist der Anteil der DKV-Versicherten, die einen schweren Covid-19-Verlauf hatten, mit zunehmendem Alter deutlich angestiegen. Gleichzeitig haben sich seit Beginn der zweiten Welle vor allem verhältnismäßig viele unter 20-Jährige infiziert. Laut der Analyse bleiben jüngere Patienten im Schnitt sechs bis acht Tage im Krankenhaus, bei über 70-Jährigen sind es dagegen zwölf bis 13 Tage.

Bei den Vorerkrankungen traten nach der DKV-Analyse Herzerkrankungen und Bluthochdruck besonders häufig auf. Auch Personen mit Atemwegserkrankungen sind überproportional oft an dem Coronavirus erkrankt. Bei mehr als der Hälfte der Covid-19-Patienten wurden zudem Störungen des Fettstoffwechsels, eine Fettleber oder erhöhte Harnsäurewerte im Vorfeld oder während der Behandlung diagnostiziert.

Bei etwa 15 Prozent der stationär aufgenommenen Covid-19-Infizierten unter den DKV-Versicherten waren jedoch keine Vorerkrankungen bekannt. Sie hatten zumindest seit 2018 bis zu ihrer Covid-19-Infektion keine Leistungen für Behandlungen möglicher Vorerkrankungen eingereicht und galten als kerngesund.