Eine Arzthelferin in Schutzausrüstung hält einen Abstrichtest auf das Coronavirus Sars-Cov-2 in ihren Händen.
Foto: dpa/Patrick Pleul

BerlinNach Angaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) gab es am Donnerstagmorgen 73.522 bestätigte Krankheitsfälle. Das sind 6156 mehr als das RKI am Vortag gemeldet hatte. Damit hat sich die Zahl der Kranken innerhalb der letzten sieben Tage mehr als verdoppelt.

Dennoch ist die tägliche Steigerungsrate deutlich zurückgegangen. So stieg sie in den vergangenen fünf Tage im Vergleich zum jeweiligen Vortag um 7 bis 8 Prozent. In der letzten Märzwoche hatte die tägliche Steigerungsrate noch bei 12 bis 13 Prozent gelegen.

Kontaktbeschränkungen bis nach Ostern

Ob dies ein anhaltender Trend ist, der nach Ostern die ersten Lockerungen der in Deutschland geltenden Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen ermöglicht, lässt sich dadurch noch nicht absehen. Doch der Trend scheint eindeutig: Die Kurve wird wirklich flacher.

Die Situation in den Bundesländern ist nach wie vor uneinheitlich. Erstmals steht Bayern mit 141 Erkrankten pro 100.000 Einwohnern allein an der Spitze der Statistik. Hamburg, das in den vergangenen drei Wochen einen auffallend hohen Anteil an Erkrankten hatte, liegt hinter Baden-Württemberg auf Rang drei der am meisten betroffenen Bundesländer. Nach wie vor am Ende der Skala rangieren die östlichen Bundesländer.

BLZ/ Galanty; Quelle: Ourworldindata.org; AFP

Die Deutsche Presseagentur (dpa) meldete am Donnerstag als eigenes Rechercheergebnis höhere Zahlen als das RKI, das ausschließlich die von den Gesundheitsämtern offiziell gemeldeten Fälle registriert. Laut dpa-Umfrage in den Bundesländern gab es bis Donnerstagmittag mehr als 73.900 Covid-19-Erkrankte. Mindestens 879 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das RKI meldete am Donnerstag 872 Tote. Anfang April ist damit die Todesrate auf 1,1 Prozent gestiegen. Die Experten des RKI schätzen, dass inzwischen 21 400 Menschen in Deutschland, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten, wieder genesen sind.

40.000 Intensivbetten stehen bereit

Nach wie vor schwer einzuschätzen ist die Lage in den Kliniken. Die Deutsche Krankenhausgesellschafte meldete am Donnerstag, dass in Deutschland mittlerweile mehr als 40.000 Intensivbetten zur Verfügung stehen, 30.000 davon mit Beatmungsplätzen. Aus Pflegekreisen wird jedoch immer wieder auf das knappe Personal in den Kliniken hingewiesen.

Die Kanzlerin wiederum machte in einer Telefonkonferenz am Mittwoch darauf aufmerksam, dass die Covid-19-Verläufe länger dauerten als man bisher angenommen habe.