Impfstoff (Symbolbild).
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TübingenDas Tübinger Biotechunternehmen CureVac hat in Deutschland die Genehmigung für eine klinische Studie mit einem potenziellen Corona-Impfstoff erhalten. Das teilte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) des Bundes am Mittwoch in Langen mit. Erst vor zwei Tagen hatte die Bundesregierung bekannt gegeben, sich über die staatliche KfW-Bank mit 300 Millionen Euro an dem Unternehmen zu beteiligen.

Es ist das zweite Mal, dass in Deutschland eine klinische Studie mit einem möglichen Impfstoff gegen das neue Coronavirus genehmigt wird. Im April gab PEI grünes Licht für erste Tests mit einem Kandidaten des Mainzer Biotechnologieunternehmens BioNTech. Daneben genehmigte PEI im April und Mai klinische Studien mit dem Blutplasma von genesenen Corona-Infizierten als ein potenzielles Medikament zur Behandlung von schwer erkrankten Risikopatienten.

CureVac nutzt ebenso wie BioNTech die sogenannte RNA-Technologie zur Entwicklung von Medikamenten. Weltweit laufen inzwischen schon zahlreiche Testreihen von Forschungsinstituten und Pharmafirmen zur Entwicklung von Impfstoffen gegen das neuartige Coronavirus, bei denen unterschiedliche Ansätze verfolgt werden. Bei den nun genehmigten Tests handelt es sich um erste Studien mit gesunden Freiwilligen, bei denen die generelle Verträglichkeit geprüft wird.

Erst am Montag hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bekannt gegeben, dass sich der Bund mit 300 Millionen Euro an CureVac beteiligen wird. Der Einstieg über die staatliche KfW-Bank soll in diesen Tagen erfolgen. Altmaier begründete dies mit dem strategischen Ziel, unabhängiger bei der Impfstoffentwicklung zu werden. Im März hatten Berichte für Aufsehen gesorgt, wonach sich die USA den etwaigen CureVac-Impfstoff exklusiv sichern wollten.