Gallensteine können körperliche Beschwerden herbeiführen.
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BerlinEin üppiger Braten, eine leckere Torte – und schon rächt sich die Galle. Jeder zehnte Deutsche hat Gallensteine. Aber nur jeder vierte von ihnen spürt sie auch. Meist immer dann, wenn sich die Gallenblase zusammenzieht, die Steine wandern und die Gallenausgänge versperren. „Dann gibt es eine Kolik“, sagt Thomas Steinmüller, Chefarzt der Chirurgischen Klinik der DRK-Kliniken Berlin-Westend. „Wer einmal so einen schmerzhaften Anfall erlebt hat, wird diese Qualen nicht so schnell vergessen.“

Das Leiden entsteht, wenn sich die Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit verändert. „Gallensteine sollte man jedoch nur dann entfernen, wenn sie auch Beschwerden verursachen“, so Steinmüller. „Oft treten Koliken nach einer fettreichen Mahlzeit auf. Dann kommt es zu wellenartig auftretenden Schmerzen in der Magengegend oder im rechten Oberbauch, die in die rechte Schulter oder in den Rücken ausstrahlen können.“

Gegen diese Schmerzen helfen vorübergehend krampflösende Medikamente. Oft muss der Notarzt eine Spritze geben. Danach sollte man sich vom Hausarzt oder Internisten untersuchen lassen. 90 Prozent aller Steine liegen in der Gallenblase. Das kann der Arzt mit einer Ultraschalluntersuchung erkennen. Nur wenn sich Steine in den Gallengängen zum Zwölffingerdarm festgesetzt haben, sind sie im Ultraschall häufig nicht zu sehen. Dann empfehlen Mediziner eine Gallengangsspiegelung. Dazu muss der Patient einen Magenschlauch schlucken. Damit kann der Internist die Steine aus dem Gallengang meist auch gleich ohne OP herausziehen. Manchmal reicht eine Kernspintomographie.

Liegen die Steine in der Gallenblase, hat sich die Schlüsselloch-Operationstechnik bewährt. Steinmüller: „Wir Chirurgen entfernen die Steine zusammen mit der Gallenblase. Dafür brauchen wir nur noch drei bis vier kleine Ein-Zentimeter-Schnitte in die Bauchdecke und führen durch diese Öffnungen endoskopische Operationsinstrumente ein.“ Vorteile für die Patienten: Kaum sichtbare Narben, weniger Schmerzen nach dem Eingriff, nur drei Tage Klinik, schnellere Heilung und geringere Infektionsgefahr. Anschließend können die Patienten ohne Gallenblase normal weiterleben. Die Gallenflüssigkeit wird von der Leber weiter gebildet und fließt direkt in den Darm.