Thüringen, Roßleben: der gesperrte Unstrut-Radweg. Irgendwo muss hier das Kroko sein.
Foto: dpa/Sebastian Willnow

Ein bewährtes Sprichwort rät uns, man solle die Tonne rausstellen, solange es regnet. Eben das tut man beim Landratsamt des Kyffhäuserkreises in Sondershausen und verkündet, wegen eines Krokodils auch an diesem Wochenende ein Huhn am Fluss Unstrut aufgehängt zu haben. Gewissermaßen der Lockvogel für das sehnsüchtig erwartete Sommerlochtier des Jahres 2020. Selbstverständlich geht das Landesamt, das möglicherweise auf unfassbar große Touristenscharen hofft, vollkommen seriös vor: Das tote Huhn werde am Abend ab- und am Morgen wieder aufgehängt, um zu verhindern, dass sich in der Nacht ein anderer Räuber – etwa ein Fuchs oder ein Waschbär – daran zu schaffen macht. „Nicht, dass uns jemand die Spur verwischt“, so eine Sprecherin.

Die Fotofalle: Im Monitor der Wildkamera an der Unstrut ist zu sehen – kein Krokodil.
Foto: dpa/Sebastian Willnow

Zur Beweismittelerhebung sei eine Fotofalle aufgebaut worden, auch soll der Fluss weiterhin gesperrt bleiben. Zeugen gaben vor Tagen an, ein Reptil an der Unstrut beim thüringischen Schönewerda beziehungsweise in Sachsen-Anhalt gesichtet zu haben. Alle Suchaktionen blieben bislang erfolglos. Das Huhn starb zuerst – die Hoffnung stirbt zuletzt.