Berlin - Seit nunmehr 50 Jahren ernennen der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) einen „Vogel des Jahres“ und nutzen diese Kür, um auf bedrohte Arten aufmerksam zu machen – die Wahl darf mithin als Politikum gelten. Im vergangenen Jahr etwa wurde die Turteltaube zum Vogel des Jahres ernannt, nicht etwa nur, um in schöner Harmlosigkeit das Glück und die Liebe zu beschwören, sondern vor allem, um darauf hinzuweisen, dass sich durch die industrielle Landwirtschaft und den damit verbundenen Rückgang der Erdraucharten die Lebensbedingungen dieser kleinen Taubenart erheblich verschlechtert haben. 

Die Vogelkür ist wie ein Wahlkampf organisiert

Nun soll wieder gewählt werden, doch im Jubiläumsjahr werden nicht länger nur Experten und ihre Agenda eine Rolle spielen: Erstmals darf sich auch die Bevölkerung an der Vogelkür beteiligen, und zwar noch bis zum 19. März. Am selbigen Tag wird dann der gefiederte Wahlsieger verkündet und zum „Vogel des Jahres 2021“ ernannt. Zur Wahl steht wie gehabt auch das bedrohte Federvieh, etwa die Rauchschwalbe, der Goldregenpfeifer oder die Feldlerche. Aber in der Gunst des breiteren Publikums liegt bei den mittlerweile über 200.000 abgegeben Stimmen derzeit das gänzlich ungefährdete Rotkehlchen ganz vorn.

Foto: imago images/Christian Spicker
Stadttauben in Berlin, ihr Wahlspruch: „Das harte Pflaster ist mein Revier.“

Noch aber ist das Rennen offen: Unter www.vogeldesjahres.de können alle ihrem Favoriten eine Stimme geben. Die Aktion ist wie ein Wahlkampf organisiert: Alle Top-Ten-Kandidaten haben eigene Wahlprogramme und -forderungen, um für den Schutz ihrer Art zu werben, anstelle eines Wahl-O-Mats gibt es einen Bird-O-Mat. Ganz ohne „politisches Programm“ geht es also nicht. „Vogel des Jahres 2021“ wird, wer die meisten Stimmen bekommt. Die Kandidaten neben den erwähnten Rotkehlchen, Goldregenpfeifer, Feldlerche und Rauchschwalbe: Stadttaube, Amsel, Blaumeise, Eisvogel, Haussperling und Kiebitz.