Berlin/Kerhonkson - Der Minnewaska State Park ist ein beeindruckendes Naturschutzgebiet voller einzigartiger Lebensräume. Es gibt dort Eishöhlen, hohe kiefernbestandene Gipfel und ausgedehnte Eichenwälder. Diese Ökosysteme sind Heimat vieler Pflanzen und Tiere, die sonst im Staat New York selten zu sehen sind. Ob Klapperschlangen, Rotluchse oder seltene Nachtfalter, in den Shawangunk Mountains gibt es viel zu entdecken. Auch für neugierige Hunde, wie es scheint.

Eine Spaziergängerin aus Ulster County war Ende vergangener Woche mit ihrer zwölf Jahre alten Hündin Liza im Park unterwegs, als das Tier außerhalb ihrer Sichtweite in eine Felsspalte fiel. Parkmitarbeiter konnten der bellenden, verängstigten Hündin zunächst nicht helfen, weil der zwölf Meter tiefe Felsspalt im Park nicht zugänglich und außerdem viel zu schmal war.

New York State Parks via AP
Aufnahme einer Rohrreinigungskamera: Die zwölf Jahre alte Hündin Liza steckte fünf Tage lang fest.

Fünf Tage lang musste Liza in der Klemme ausharren, ohne Nahrung, ohne Wasser. Vermutlich hatte die Hündin in ihrer Not die feuchten Wände der Felsspalte abgeleckt – was ihr wohl das Überleben sicherte. Derweil liefen die verzweifelten Versuche, zur Eingeklemmten vorzudringen. Laut einer Mitteilung der State Parks Agency erhielten herbeigerufene Tierschützer dabei Unterstützung von Mitgliedern einer regionalen Freiwilligengruppe, die sich auf Höhlenrettung spezialisiert hat.

Zwei Mitarbeiter des New Jersey Initial Response Team konnten zunächst eine Rohrreinigungs-Endoskopkamera, die eigentlich von Klempnern genutzt wird, tief genug hinablassen, um den Hund zu beobachten. Dieser konnte sich trotz der Enge noch bewegen und schien unverletzt zu sein. 

NY State Parks/dpa
Höhlenretterin Jessica Van Ord war die Einzige, die in den zwölf Meter tiefen Felsspalt kriechen konnte.

Am Ende war es Jessica Van Ord zu verdanken, laut Mitteilung das zierlichste Mitglied im Rettungsteam, dass die Hündin am Dienstag (Ortszeit) wieder an die Oberfläche geholt werden konnte. Ihr gelang es, in den Spalt zu kriechen und mit einer modifizierten Fangstange, an deren Ende ein Hotdog hing, die Eingeklemmte zu erreichen. Das Würstchen war für das ausgehungerte Tier Motivation genug, seinen Kopf in die Schlaufe zu stecken und so seine Rückkehr an die Oberfläche zu sichern.

Liza ist inzwischen wieder bei ihrer Besitzerin. Obwohl hungrig und durstig, war sie bei guter Gesundheit. Die Parkranger erinnerten aus gegebenem Anlass nochmals daran, dass es Vorschriften zum Schutz der Tiere und anderer Besucher gibt: Hunde sind zu jeder Zeit an der (kurzen) Leine zu führen.