Death Valley in den USA.
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WashingtonIm für seine unglaubliche Hitze berüchtigten Death Valley im US-Staat Kalifornien ist eine rekordverdächtige Temperatur gemessen worden. Der Nationale Wetterservice der USA twitterte am Sonntagnachmittag (Ortszeit), dass die Hitze um 15.41 Uhr Ortszeit am Besucherzentrum „Furnace Creek“ 130 Grad Fahrenheit (rund 54,4 Grad Celsius) erreicht habe. Das wäre mindestens eine der höchsten jemals gemessenen Temperaturen – wenn der Wert bestätigt wird. Aktuell wird der Südwesten der USA von einer extremen Hitzewelle heimgesucht.

Eigentlich gilt die Messung auf der Greenland Ranch im Death Valley – nur etwa eine halbe Stunde Fußmarsch vom jetzigen Messpunkt in Furnace Creek entfernt – vom Juli 1913 als Weltrekord. Damals wurden sagenhafte 56,7 Grad gemessen. Eine Untersuchung des Wetter-Historikers Christopher Burt aus dem Jahr 2016 kam allerdings zu dem Schluss, dass der Wert meteorologisch gesehen „nicht möglich“ gewesen sei. Die wahrscheinlichste Erklärung sei ein Fehler. Auch die zweithöchste Messung – 55 Grad in Kebili in Tunesien – hat Burt zufolge ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Probleme mit fehlerhaften Messungen gibt es immer wieder: Lange führte der Ort El Asisija in Libyen die Liste der heißesten Orte der Erde an. Dort wurde im September 1922 eine Temperatur von 58 Grad Celsius festgestellt. Vor einigen Jahren machte die Weltorganisation für Meteorologie dann jedoch einen Rückzieher – der Wert konnte wegen Problemen mit den Instrumenten und einer Messung auf asphaltähnlicher Oberfläche nicht weiter anerkannt werden. Weiterhin Gültigkeit haben dagegen die im Juli 2016 in Mitribah in Kuwait gemessenen 54 Grad.

Und auch jetzt betonte die Weltorganisation, sie müsse den neuen Wert vom Furnace Creek erst noch überprüfen. Sollten die 54,4 Grad Bestand haben, wäre es die dritthöchste jemals offiziell registrierte Temperatur auf Erden. Die Überprüfung kann mehrere Monate dauern.

Auf der Erde wurden zwar von Satelliten schon ein Temperaturmessungen vorgenommen, die noch weitaus höhere Werte von bis zu 80 Grad Celsius ergaben, aber solche Satellitenmessungen hätten absolut nichts mit Bodenmessungen zu tun, sagt Andreas Friedrich, vom Deutschen Wetterdienst (DWD): „Da werden Werte vom Satelliten gemessen, die nicht vergleichbar mit Messungen an Bodenstationen sind, wo in der Meteorologie nach genormten Verhältnissen gemessen wird.“ Bei Satellitenmessungen dagegen hätte man praktisch Verhältnisse, „als würde man in der Sonne messen“. Insofern wären diese für das Ermitteln von Temperaturrekorden nicht relevant.

Das Death Valley ist der heißeste, trockenste Ort und mit bis zu 86 Metern unter dem Meeresspiegel eine der tiefsten Stellen in den USA. Die Form des schmalen Beckens trägt dabei maßgeblich zu den Temperaturen bei, denn die steilen Berge drumherum strahlen die Hitze zurück ins Tal. Zudem sorgen die klare und trockene Luft sowie der spärliche Bewuchs von Pflanzen dafür, dass der Boden sich im Sonnenlicht stark erwärmt.