Geht auch: ein Eichhörnchen im städtischen Raum.
Foto: dpa/Felix Kästle

Die Temperaturen sind milde, überall liegt genügend Futter herum, auf Friedhöfen, in Gärten, Parks und Wäldern: Den Eichhörnchen geht es zurzeit so richtig gut. Das teilt uns der Naturschutzbund Deutschland (NABU) mit. „Wir gehen davon aus, dass sich die Eichhörnchen recht früh dieses Jahr fortpflanzen und auch alle Jungen großziehen konnten“, erklärt uns Stefan Bosch vom NABU. Vermehrt würden sie daher zurzeit auch in Dörfern und Städten gesichtet. Eigentlich seien die Tiere zwar Waldbewohner. Man rechne etwa einen Hektar Waldfläche pro Tier, sagt Bosch. Wenn die Reviere dort aber alle besetzt seien und es den Eichhörnchen zu eng werde, wichen sie aus in Wohngebiete oder Gartenanlagen. „Dort kommen sie dann in höherer Dichte vor.“

Langfristig sehe das allerdings anders aus, so der Experte. Infolge des Klimawandels veränderten sich die Wälder und es sei daher gut möglich, dass die Zahl der Tiere deutlich schrumpfe. Eichhörnchen ernährten sich etwa von Baumsamen, vornehmlich von denen der Fichte. „Die Fichte kommt aber mit der Trockenheit nicht zurecht“, warnt Bosch. „Wenn da großflächig andere Bäume gepflanzt werden, könnte es für das Eichhörnchen schwer werden.“ Zum anderen drohe auch Konkurrenz durch das Grauhörnchen. Wegen dieser aus Nordamerika stammenden Art seien die Eichhörnchen in Großbritannien bereits vom Aussterben bedroht. In wenigen Jahrzehnten könnte diese Nagerart auch hier ankommen und das Eichhörnchen vertreiben.