Gut getarnt: der Nagelrochen im ostfriesischen Wattenmeer.
Foto: dpa/Uilke van der Meer

Zugegeben, unser Foto genügt heute nicht den Anforderungen sogenannter Topshots, allerdings zeigt es ein Topsensation: Auf dem Weg zur ostfriesischen Düneninsel Baltrum haben Wanderer eigenen Angaben zufolge einen Nagelrochen im Wattenmeer entdeckt. In seiner mehr als 30-jährigen Tätigkeit in Ostfriesland habe er ein solches Tier zum ersten Mal gesehen, sagte Nationalpark-Wattführer Uilke van der Meer, der auch das Nationalparkhaus in Dornumersiel leitet. Nagelrochen (Raja clavata) gibt es hier eigentlich seit etwa 1980 nicht mehr.

Laut den Umweltschützern vom WWF gehörte der Nagelrochen noch Anfang des 20. Jahrhunderts zu den häufigsten Rochenarten der europäischen Meere. Das Wattenmeer sei früher eine Kinderstube des Plattenkiemers gewesen, heißt es im Artenlexikon der Organisation im Internet. Seinen Namen verdankt der Nagelrochen den zahlreichen charakteristischen Dornen auf der Körperoberseite. Um 1910 seien in Ostfriesland noch jährlich bis zu 18.000 Glatt- und Nagelrochen gefischt worden, heißt es von der Schutzstation.

Zoologischer Garten Berlin: So sieht Raja clavata im klarem Wasser des Aquariums.
Foto: Imago Images/Olaf Wagner

Die Art sei lange Zeit mehr oder weniger die häufigste Rochenart in deutschen Gewässern gewesen, wurde allerdings durch jahrzehntelange intensive Befischung und Beifang stark dezimiert, erklärt dann auch Christoph Stransky vom Thünen-Institut für Seefischerei in Bremerhaven. Die gute Nachricht: „In der gesamten Nordsee sehen wir seit ungefähr 10 Jahren einen stetigen Anstieg des Bestands.“ Bleibt anzumerken, dass nur durch die Einrichtung größerer fischereifreier Zonen ein Schutzraum geschaffen wird, in den Nagelrochen zurückkehren.