Das Riesenotterjunge (Pteronura brasiliensis) bei der Fütterung.
Foto: AFP/ Mauro Pimentel

Davongekommen: Dem Riesenotterbaby auf unserem Bild geht es gut. Es wurde aus der Feuerhölle des Pantanals gerettet. In dem brasilianischen Sumpfgebiet – es gehört zu den größten Binneland-Feuchtgebieten der Erde – wüten die schlimmsten Brände seit 47 Jahren. Neben vielen anderen ist hier auch der Riesenotter heimisch. Er ist mit einer Länge von zwei Metern (davon entfallen 70 Zentimeter auf den Schwanz) und einem Gewicht über 20 Kilogramm der mit Abstand größte im Süßwasser lebende Otter. Nur am Rande bemerkt: Der Seeotter ist zwar deutlich schwerer, allerdings kürzer als der Riesenotter. Und: Im Gegensatz zum entfernt verwandten europäischen Fischotter ist der Riesenotter tagaktiv und gesellig.

Und so leben die Tiere entlang der südamerikanischen Flüsse in Gruppen von fünf bis acht, selten bis zu zwanzig Individuen, wie uns Wikipedia aufklärt. Im Wasser jagen sie nach Fischen, fressen aber auch Wasservögel, Mäuse und Vogeleier. Die Jagd wird in der Gruppe organisiert, das heißt, die Mitglieder einer Ottergruppe treiben sich die Fische gegenseitig zu. Ein Wurf umfasst ein bis fünf Junge. Die große Zahl der Feinde junger Otter (etwa Kaimane oder Jaguare) macht zwei Geburten pro Jahr notwendig. Nach zehn Monaten haben die Jungen die Größe der Elterntiere erreicht und sind im Alter von zwei Jahren geschlechtsreif. Die Lebenserwartung der Riesenotter beträgt etwa zehn Jahre.

Auch gerettet: ein junger Sumpfhirsch (Blastocerus dichotomus) in den Armen einer Tierretterin.
Foto: AFP/Mauro Pimentel

Unterdessen hat eine ungewöhnliche Allianz aus 230 Umweltgruppen und Agrarunternehmen in Brasilien ein rasches Vorgehen gegen die Vernichtung des Amazonas-Regenwaldes gefordert. In einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an Präsident Jair Bolsonaro verlangt die Allianz „sofortige und dauerhafte“ politische Maßnahmen zum Schutz des Regenwaldes. Das Bündnis reicht von der Umweltorganisation WWF bis zum brasilianischen Fleischkonzern JBS und trägt den Namen „Koalition Brasilien, Wälder und Landwirtschaft“. Zu den Unterzeichnern gehören etwa auch die Lebensmittelriesen Danone und Unilever, die Agrarkonzerne Amaggi und Cargill sowie Wissenschaftler.

Der Brief enthält mehrere Vorschläge zum Schutz des Regenwaldes. Dazu gehört, dass keine Eigentumstitel mehr nachträglich für Ländereien vergeben werden sollen, die seit dem Jahr 2008 illegal übernommen und abgeholzt wurden. Diese Praxis befördert nach Angaben von Umweltschützern die massive Vernichtung von Regenwaldflächen, um sie dann für die Land- und Viehwirtschaft zu nutzen. Auch fordert das Bündnis, dass zehn Millionen Hektar Fläche als staatlich geschützter Wald ausgewiesen werden sollen.

Der Amazonaswald ist für den Schutz des Erdklimas von zentraler Bedeutung – er gilt als „grüne Lunge“ des Planeten. Unter dem ultrarechten Staatschef Jair Bolsonaro hat die Vernichtung des Regenwaldes jedoch dramatisch zugenommen.