Remscheid - Grobi macht Sachen. Vor gut einem Monat berichteten wir über den Riesenseeadler aus dem Bergischen Land, der zum wiederholten Male seinen Besitzern entflogen war. Das habe mit seinem schreckhaften Wesen zu tun, erklärte die Falknerin Carola Schossow damals: Grobi sei ein regelrechter „Schisser“. Hartnäckige Krähen hätten dem majestätischen Raubvogel während eines Freiflugs so massiv zugesetzt, dass er in Panik das Weite suchte. Die gute Nachricht: Grobi ist jetzt wohlbehalten in die Falknerei Bergisch Land zurückgekehrt.

Schön doof: Grobi biss sich den Sender am Fuß ab

Der Vogel hat eine längere Reise hinter sich. Ende April gab es noch eine Sichtung in Österreich, kurz darauf wurde er im ungarischen Őrségi Nemzeti Park – dem Nationalpark Őrség – eingefangen. Hier konnten Ranger den ausgehungerten Grobi offenbar mit einer Hühnermahlzeit anlocken und bekamen ihn an seinem Lederriemen zu fassen. Im Zoo von Budapest wurde er bis zu seinem Rücktransport betreut. Am Sonntag nun kam er nach einer zwölfstündige Fahrt in einer Spezialkiste wieder im nordrhein-westfälischen Remscheid an.

Den Straßentransport habe er gut überstanden, sagte Carola Schossow. „Jetzt ist er in der großen Voliere und erst mal ganz entspannt.“ Und muss wieder zu Kräften kommen: Grobi habe immerhin rund 1000 Kilometer zurückgelegt und wie schon bei seinen „Ausflügen“ zuvor kaum etwas gegessen – allein käme er wohl nicht über die Runden. Die Suche nach ihm sei nicht zuletzt deswegen so schwierig gewesen, weil er unterwegs seinen Sender, den er um ein Bein trug, abgebissen habe. Damit verlor sich seine Spur. Kurzum, Grobi hatte ganz schön viel Glück.

Grobi und sein Vorbild aus der Sesamstraße

Riesenseeadler leben eigentlich an der russischen Pazifikküste und in Japan. Anders als beispielsweise Steinadler gelten sie als besonders schreckhaft. Haliaeetus pelagicus, so der wissenschaftliche Name, ernährt sich von Fischen, Wasservögeln und Aas. Der Bestand umfasst etwa 5000 Exemplare und nimmt weiter ab; die Weltnaturschutzunion stuft ihn deswegen auf der Roten Liste als „vulnerable“ (gefährdet) ein.

dpa/Henning Kaiser
Grobi und seine Besitzerin, die Falknerin Carola Schossow.

Fun Facts: Seinen Namen erhielt Grobi von einem Azubi der Falknerei, angeblich, weil er als  Jungvogel mit seinen Federbüscheln auf dem Kopf dem hyperaktiven Monster Grobi aus der Sesamstraße ähnelte. Der Vogel hat eine imposant großen gelben Schnabel und eine Spannweite von 2,50 Metern und war vor einem Jahr schon einmal weg. Damals fand ihn die Falknerei aber nach neun Tagen wieder. (mit dpa)