Berlin - Ich stehe vor der Parkklinik in Berlin-Weißensee. Eine kleine, aber feine Klinik. Um die Ecke bin ich groß geworden, mit direktem Blick auf den See und in Hörweite der Freilichtbühne. Ich will da nicht rein. Ich will da heute nicht rein. Ich rauche wahrscheinlich schon meine fünfte Zigarette. Na ja, wenn man diese Elektrodinger noch Zigaretten nennen darf. Gibt es da nicht noch einen Anruf, den ich dringend machen muss? Da war doch auch noch eine E-Mail, die ich exakt jetzt beantworten muss.

Um die Ecke der Parkklinik habe ich meinen Zivildienst gemacht, in einem Heim für behinderte Kinder, darf man das noch so sagen? Ach, heute ist das alles egal. Ich muss da jetzt rein. Rein in die Parkklinik. Aber hatte ich meinen Zivildienst nicht extra im Kinderheim statt in dem Altersheim gemacht, damit ich keine Menschen sterben sehen muss? Seht Ihr, selbst beim Schreiben der Geschichte prokrastiniere ich. „Konzentrier dich, Eric!“ Ich gehe da jetzt rein. ICH GEHE DA JETZT REIN. Aus der E-Mail, die sie mir geschrieben hatte, wusste ich, dass ich angemeldet war. Besuch im Krankenhaus ist eigentlich eher schwierig in diesen Zeiten, aber wer stirbt, bekommt auch mal eine Extrawurst. Danke, Parkklinik.

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