Berlin - Nun also Novavax, ein Präparat auf Proteinbasis. Es wird von diesem Freitag an in Deutschland ausgeliefert. Novavax soll der erlahmten Impfkampagne gegen Sars-CoV-2 neuen Schwung verleihen, soll all jene umstimmen, die sich bisher nicht haben impfen lassen wollen, das impfskeptische Viertel der deutschen Bevölkerung.

Große Hoffnungen begleiten daher Novavax, schließlich funktioniert dieses Vakzin anders als die bisher verabreichten, auf Vektor- und mRNA-Technologie basierenden Produkte. Vor allem in der Pflege von Kranken und Alten soll Novavax auch die Letzten überzeugen. Dort, wo schon in Kürze eine Impfpflicht in Kraft tritt. Wer als Pflegekraft bis Mitte März nicht geimpft ist, ist raus. Zwar sind im Gesundheitswesen weniger Menschen nicht immunisiert als im Bundesdurchschnitt, doch jeder Beschäftigte, der in diesem seit Jahren chronisch unterbesetzten Sektor seinen Job aufgibt, ist einer zu viel.

Große Hoffnungen jedoch tragen die Gefahr einer großen Enttäuschung in sich. Novavax gilt zwar als klassischer Impfstoff, anders aber als artverwandte Mittel gegen Hepatitis B oder Influenza enthält er einen neuartigen Wirkverstärker, über dessen Wirkweise noch nicht allzu viel bekannt ist. Dieser Umstand dürfte sich gerade in der Pflege herumgesprochen haben.

Wie so oft in der Pandemie wird es auf klare Kommunikation ankommen. Auf Transparenz und offenen Umgang – mit den Stärken des neuen Impfstoffs, insbesondere aber auch mit möglichen Schwächen. Eine  Impfpflicht für bestimmte Branchen mag am Ende dazu führen, dass dort tatsächlich nur Geimpfte arbeiten. Mit einer Impfpflicht lassen sich jedoch keine Skeptiker überzeugen. Das gelingt nur mit überzeugend vermittelten Fakten.