Berlin - Das Thema musste ja irgendwann aufkommen: Laut der Bild-Zeitung haben bis zu 90 Prozent der Covid-19-Intensivpatienten einen Migrationshintergrund. Dies habe eine telefonische Umfrage unter Chefärzten ergeben. Angeblich habe RKI-Chef Lothar Wieler in internen Gesprächen beklagt, dass die hohen Corona-Fallzahlen unter Menschen mit Migrationshintergrund „tabuisiert“ werden, es sich aber um ein „riesengroßes Problem“ handle. Sprachliche Barrieren würden den Umgang mit den Erkrankten, aber auch die Prävention erschweren.

Diverse Medien sind darauf angesprungen und haben händeringend versucht, den Schwachsinn der Bild zu relativieren. So wurde festgehalten, dass nicht der Migrationshintergrund oder Verständnisprobleme ein Risikofaktor für Covid-19 darstellen, sondern die Arbeits- und Lebensbedingungen. Viele Menschen mit Migrationsgeschichte sind dem Virus ausgeliefert, weil sie häufig in der Pflege und im Gesundheitssystem tätig sind, also an vorderster Front für ihre Mitmenschen kämpfen, oder einen schlechtbezahlten Job im Supermarkt haben. Weil große Familien auf engem Raum zusammenleben, nicht selten die Großeltern zu Hause gepflegt werden.

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