Hurrikan Irma, der 2017 in Florida wütete, verursachte Schäden in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar.
Foto: Imago/Scott Keeler

KopenhagenHurrikane treten in den USA heute dreimal so häufig auf wie vor 100 Jahren – und sind auch noch schädlicher. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer neuen Studie von Forschern der Universität Kopenhagen. 

Die Forscher bezeichneten den Anstieg als "eindeutig", und sie gehen davon aus, dass es eine Verbindung  zur globalen Erwärmung gebe. Sie entwickelten eine Methode, um den Schadensverlauf von Stürmen miteinander vergleichen zu können. Denn die enorm gestiegenen Kosten für die Schadensbeseitigung könnten ja auch daran liegen, dass Stürme inzwischen wohlhabendere Gebiete trifft.

Frühere Untersuchungen deuteten genau darauf hin, dass der Anstieg der Schäden mit reicheren  Bevölkerungsgruppen, die betroffen sind, und nicht mit einer Änderung der Hurrikanhäufigkeit zusammenhängt. Die Studie der Universität Kopenhagen entkräftet die frühere Aussage in gewissem Maße.

Das Forscherteam untersuchte die Daten von über 240 Stürmen zwischen 1900 und 2018. Statt sich auf wirtschaftliche Schäden zu konzentrieren, untersuchte es die Menge an Land, die durch die Stürme zerstört wurde.

Die Studie verwendete das Beispiel des Hurrikans Irma, der 2017 in Florida landete. Während des  Sturms lebten rund 1,1 Millionen Menschen auf einer Fläche von 10.000 Quadratkilometern auf dem Weg des Hurrikans. Mit einem geschätzten Pro-Kopf-Einkommen von 194.000 Dollar kamen die Forscher zu dem Schluss, dass das gesamte Vermögen in der Region 215 Milliarden Dollar  betrug.

Der Hurrikan verursachte Schäden in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar, was 23 Prozent des Wohlstands in der Region ausmacht. Unter Berücksichtigung von 23 Prozent der 10.000 km² betrug die Gesamtzerstörungsfläche 2.300 km².

Auf diese Weise konnten die Stürme der vergangenen 100 Jahre verglichen werden. Ergebnis: Die Anzahl der schädlichsten Hurrikane ist in dem Jahrhundert um 330 Prozent gestiegen.

Die Studie wurde in auf der Science-Seite PNAS veröffentlicht.