Leidenborn - Mit Discolicht hat eine Schäferin in der Eifel einen Wolf in die Flucht geschlagen. Wie der Trierische Volksfreund berichtet, ertappte die 34-Jährige das Raubtier in der Nacht zu Sonntag in der Nähe von Leidenborn, als es sich daran machte, ihre Herde anzufallen. Es handelte sich mutmaßlich um denselben Wolf, der bereits in der Nacht zuvor sechs Schafe gerissen hatte. 

Dieses Mal war die Tochter des Eigentümers jedoch zur Stelle, und sie war vorbereitet: Sie richtete eine starke Taschenlampe mit Stroboskop-Funktion auf den Wolf. Das grelle Blinken verschreckte den Räuber, er ergriff die Flucht.

Die westliche Eifel ist seit Ende vorigen Jahres sogenanntes Wolfspräventionsgebiet. Mehrfach haben einzelne Tiere das Mittelgebirge durchstreift, die offenbar auf der Suche nach einem eigenen Revier und paarungsbereiten Artgenossen waren. Insgesamt gab es in der Region bislang zwanzig Wolfrisse. Die Halter werden entschädigt und erhalten Zuschüsse, um ihre Herden besser zu schützen.

Bundesweit gibt es nach Angaben des Bundesamts für Naturschutz vom vorigen Herbst 128 Wolfsrudel. Die meisten von ihnen leben in Ostdeutschland, vermehrt lassen sich die Raubtiere jedoch auch in Niedersachsen nieder. Das einzige Bundesland, in dem bislang kein Wolf gesichtet wurde, ist das Saarland.

Die Zahl der Wolfsrudel nimmt kontinuierlich zu. Noch 2019 lagen dem Bundesamt Meldungen zu bundesweit 105 Wolfsrudeln vor. 126 Wölfe wurden im vorigen Berichtsjahr tot aufgefunden. Die meisten von ihnen waren Opfer von Verkehrsunfällen. In elf Fällen waren die streng geschützten Tiere offenbar illegal geschossen worden.