Berlin/Friedrichskoog - Junge Seehunde, die ihre Mutter verloren haben und seit Tagen nicht mehr gesäugt wurden, geben markante Laute von sich, die wie ein tiefes, heiseres Hupen klingen. Daher werden sie Heuler genannt – was nicht in die Irre führen sollte, schließlich ist das Heulen kein Klagen, sondern ein normaler Kontaktlaut des Jungtiers, mit dem es seine Mutter ruft. In jüngerer Zeit wird an manchen Orten versucht, verlassene Tiere zu retten. Die erste erfolgreiche Aufzucht eines Heulers datiert auf das Jahr 1956. In den Siebzigern wurden dann an der Nordseeküste feste Aufzuchtstationen errichtet – wie die Seehundstation Friedrichskoog.

In der Einrichtung an der schleswig-holsteinischen Wattenmeerküste hat man jetzt den ersten Heuler der Saison ausgewildert. Das Tier mit dem Namen Lønne wurde als Frühgeburt und erster Heuler des Jahres 2021 am 11. Mai mit einem Gewicht von 8,6 Kilogramm in List auf Sylt gefunden. Mittlerweile wiegt Lønne 25,4 Kilogramm. Weitere kleine Seehunde werden in den kommenden Wochen ebenfalls zurück in die Freiheit gelangen. Derzeit befinden sich über 120 Heuler in der Seehundstation Friedrichskoog.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.