Die kambodschanische Ratte Magawa hat sich ihre Medaille redlich verdient.
Foto: Pdsa/PA Media/dpa

BerlinSelten war ein Preis so verdient: Die Gambia-Riesenhamsterratte Magawa versteht sich auf das Aufspüren von Landminen und ist nun für ihre Leistungen mit dem höchsten britischen Tierorden für Tapferkeit ausgezeichnet worden. Großbritanniens führende gemeinnützige Tierorganisation PDSA verlieh ihr die Goldmedaille „für ihre lebensrettende Tapferkeit und Hingabe an die Pflicht“. Der fünf Jahre alte Nager hat in Kambodscha, einem der am stärksten verminten Länder der Welt, bereits 39 Landminen und 28 nicht explodierte Sprengkörper aufgespürt.

Magawa stammt ursprünglich aus Tansania und wurde von der belgischen NGO Apopo ausgebildet, die seit 1997 von der tansanischen Stadt Morogoro aus arbeitet und Riesenhamsterratten zu Spürratten abrichtet, die dann für die Suche nach Landminen und zur Tuberkulose-Schnellerkennung eingesetzt werden. Mit seiner Trefferquote ist der kleine Nager Magawa die erfolgreichste Ratte der gesamten Organisation. Die Arbeit von Magawa und Apopo verändere das Leben von zahlreichen Menschen in Kambodscha, erklärte PDSA. Zwischen 1975 und 1998 wurden in Kambodscha Millionen Landminen gelegt, die Erben des Krieges fordern immer noch regelmäßig Menschenleben.

In diesem Video ist Magawa bei der Arbeit zu sehen.

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Magawa ist in der Lage, innerhalb einer halben Stunde ein Gebiet so groß wie ein Tennisplatz nach Sprengkörpern absuchen. Mit einem Metalldetektor würde die gleiche Arbeit vier Tage in Anspruch nehmen. Da Magawa sehr leicht ist – Gambia-Riesenhamsterratten wiegen nur zwischen einem und anderthalb Kilo – lösen sie die Minen nicht aus. Haben sie einen Sprengkörper gefunden, scharren sie mit den Pfoten in der Erde, um die Minen-Entschärfer darauf aufmerksam zu machen. Belohnt wird Magawa mit ihren Lieblingsspeisen: Bananen und Erdnüssen.

Der Tierorden ist vergleichbar mit dem Georgs-Kreuz, der höchsten zivilen Auszeichnung für Tapferkeit im Vereinigten Königreich. Insgesamt half Magawa dabei, ein Areal von mehr als 141.000 Quadratmetern – das entspricht etwa 20 Fußballfeldern – von Minen zu befreien und wieder sicher fürs Wohnen und Arbeiten zu machen.