Berlin - Das Jahr 2021 soll nun wieder bitte ein ganz normales Jahr werden. Am liebsten stinknormal. Kein Jahrhundertsommer, kein besonderer Winter, keine besonderen Lieben, einfach ein Jahr. Fertig. Überall reden wir darüber, was wir gerade nicht haben, was wir vermissen und wer schuld daran ist. Wer hat welche Fehleinschätzung der Lage im ersten Lockdown getroffen, welcher Politiker hat wann was gesagt. Eine bulgarische Kollegin im Kreißsaal sagt zu mir: „Ihr Deutschen seid immer so negativ. Danach Schlaumeiern bringt ja auch nichts.“

Ich fange an, Menschen zu fragen, auf was sie sich am meisten freuen, wenn Corona vorbei ist: „Ich freue mich auf das Reisen, einfach so losfahren, wohin ich will“ / „Mit der Oma um den See laufen“ / „Mit Freunden kochen“ / „In einer Bar sitzen“ / „Am Ostsee-Strand Volleyball spielen“ / „Popcorn im Kino essen“ / „Menschen ohne Maske sehen“ / „Freunde in London besuchen“ / „Ein rauschendes Hochzeitsfest feiern“ / „Eine Nacht durchtanzen“ / „Einen Fremden in einer Bar küssen“ / „Mit meinen Freunden in der Sauna sitzen“ / „Die Route-66 in den USA langfahren“ / „Den Geburtstag meines Uropas feiern und mit ihm einen Walzer tanzen“ / „Die Abiturfeier meiner Tochter besuchen“ / „Mit Freunden im Garten grillen“ / „Ich möchte gern wieder Schwimmen gehen“ / „Meine Lieblingsband auf einem Konzert live sehen“ / „Ich möchte einfach wieder ins Büro gehen“ / „Ich freue mich auf das Fitnessstudio“ / „Endlich keine Maske mehr tragen müssen“ / „Keine Angst mehr haben, mich anzustecken“ / „Ein unbeschwertes Kita-Sommerfest“ / „Ich will so gern wieder auf ein Festival gehen“ / „Eine Frau nach der Geburt umarmen können, einfach so“ / „An einem Baby riechen“ / „Nicht mehr zurückschrecken, wenn jemand keine Maske trägt“ / „Meine Freiheit zurückhaben“ / „Jemandem die Hand geben“ / „ Meinen alten Job zurückhaben“ / „In ein Restaurant gehen und mit Freunden an einem großen Tisch sitzen“ / „Ins Fußballstadion gehen“ / „Einfach jemanden umarmen“ / „Zum Gottesdienst gehen“ / „Mich verlieben können – in der Realität“ / „Shoppen gehen“ / „Mit meinen Jungs Fußball spielen und danach ein Bier trinken“ / „Mit Freunden im Kaffee sitzen“ / „Wenn meine Kinder wieder in die Schule gehen“ / „Keine Livestreams mehr“ / „Freunde nicht mehr fragen zu müssen, ob sie getestet sind“ / „Meine Familie besuchen“ / „Ich freue mich auf den Karneval in Köln“ / „Keine Angst mehr um meine alten Eltern haben“ / „Ich freue mich darauf, bald wieder im Chor singen zu können“ / „Wenn Bordelle wieder offen sind“ / „Zum Friseur gehen“ / „Nicht mehr sagen zu müssen‚ bleib gesund‘“ / „Zum Yoga gehen“ / „Stabilität“ / „Partys feiern“ / „Ins Theater gehen mit meiner Frau“ / „Zu meiner Weltreise aufbrechen“ / „Tinder in der Realität“ / „Einen neuen Job finden“ / „Den Jakobsweg gehen“ / „Wenn alle endlich geimpft sind“ / „Endlich meine Hüft-OP zu haben“ / „‚Kommst du heute Abend mit‘, sagen können“ / „Spontanität“.

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