Neu Delhi - Ein von seiner Herde verstoßener Elefant richtet in dem ostindischen Bundesstaat Jharkhand großes Unheil an: Binnen zwei Monaten hat der ausgewachsene Bulle mindestens 14 Menschen getötet. Wie die Times of India berichtet, werden angesichts der steigenden Opferzahlen unter den Bewohnern der Region von Santhal Pargana, wo sich der marodierende Dickhäute derzeit aufhält, immer mehr Stimmen laut, den „bösen Jungen“ zu erschießen. Denn obwohl die Behörden mittlerweile mit einigem Aufwand versuchten, den „Schurkenelefanten“ aufzuspüren, sei es ihm immer wieder gelungen, ihnen zu entwischen.

Ein älteres Ehepaar mit seinem Rüssel zu Tode geschleudert

Rajiv Ranjan, der oberste Wildhüter des Staates, rät allerdings zu Besonnenheit: „Den Berichten zufolge hat der Elefant am Mittwochabend den Barakar-Fluss überquert und geht in Richtung der Tundi-Wälder, von wo er stammt,“ sagte er der Times of India. „Unser Ziel ist es sicherzustellen, dass sich der Elefant wieder seiner Herde anschließt. Dies wird das Chaos und den Verlust von Menschenleben stoppen.“

Der Tierschutzbeauftragte Satish Chandra Rai vermutet, der etwa 15 Jahre alte Dickhäuter habe sich paaren wollen und sei von seinen Nebenbuhlern vertrieben worden. Derzeit versuche er, wieder zu seiner Herde zurückzukehren, bestätigte Rai gegenüber der AFP: „Wir werden sehen, ob er von der Herde wieder akzeptiert wird. Wenn nicht, dann ist klar, dass er ein böser Junge ist.“ Ob er dann doch zum Abschuss freigegeben wird?

Rai geht davon aus, dass der ungewollte Einzelgänger nur dann Menschen angreift, wenn sie ihm versehentlich in die Quere kommen oder ihn provozierten. Noch nie sei er etwa in Häuser eingebrochen. Doch Obacht: Erst am Dienstag soll der Elefant ein älteres Ehepaar mit seinem Rüssel in die Luft gehoben und zu Tode geschleudert haben.

Schrumpfende Lebensräume: mehr tödliche Vorfälle mit Elefanten

Indien beherbergt die größte wilde Population des Asiatischen Elefanten innerhalb der Grenzen eines Landes mit schätzungsweise 26.000 bis 28.000 Tieren. Rund die Hälfte davon lebt im südlichen Teil des Landes, ein weiteres Drittel im Nordosten. In den letzten Jahren gab es immer mehr tödliche Vorfälle mit Elefanten.

Das hängt vor allem damit zusammen, dass Menschen immer  mehr Lebensraum beanspruchen. Der Bestand der Art gilt als stark gefährdet und ist vor allem durch Landschaftszerstörung und Wilderei im Rückgang begriffen.