Berlin/Oddar Meanchey - Ein Happy End, zumindest vorläufig: Der als „einsamster Elefant der Welt“ bekannt gewordene Kaavan hat schon kurz nach seiner Ankunft in seinem neuen Zuhause bei Artgenossen Anschluss gesucht. Nachdem der Elefantenbulle acht Jahre lang einsam in einem pakistanischen Zoo gelebt hatte, suchte er am Dienstag in seiner neuen Heimat – einem Wildpark in der kambodschanischen Provinz Oddar Meanchey – gleich Kontakt zu einem anderen Elefanten auf. Die beiden Dickhäuter streckten sich ihre Rüssel entgegen.

„Der erste Kontakt mit einem Elefanten seit acht Jahren – das ist ein großer Moment für Kavaan“, sagte Martin Bauer von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. „Kavaan bekommt endlich die Chance, ein artgerechtes und friedliches Leben zu leben.“ Das ganze Vier-Pfoten-Team sei sehr bewegt gewesen, als es die vorsichtige Kontaktaufnahme seines Schützlings miterlebt habe. Bauer: „Er hat eine leuchtende Zukunft vor sich.“ Die Organisation hatte den Elefanten  monatelang auf seine Umsiedlung vorbereitet.

Foto: dpa/Environment Ministry
Die Ankunft Kaavans in der kambodschanischen Provinz Oddar Meanchey.

Der 36 Jahre alte, schwer übergewichtige Elefant war am Samstag im Zoo von Islamabad in einen Spezial-Container verfrachtet und zum Flughafen gebracht worden. Anschließend ging es per Flugzeug sieben Stunden lang nach Siem Reap, wo ihn die Pop-Legende Cher erwartete. Sie hatte sich für Kaavans Freilassung stark gemacht und auch einen großen Teil der Flugkosten übernommen.

In Kaavans neuem Zuhause leben rund 600 Elefanten. In einem umzäunten Gelände soll der Elefantenbulle sich nun an seine neue Heimat gewöhnen, bevor er in ein größeres Gebiet mit drei Elefantenkühen freigelassen wird. Die Tierschützer hoffen auf Nachwuchs.

Kaavan war 1985 im Alter von einem Jahr in den Zoo von Islamabad gekommen. Dort lebte er in einem kleinen Gehege fast ohne Laub und Schatten und seit dem Tod seiner Partnerin Saheli im Jahr 2012 völlig allein.