Die zwei geretteten Bärenjungen Mish (l.) und Lucy kühlen sich in ihrem neuen Zuhause ab.
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Berlin/Herne BayDie vergangenen Wochen waren für Mish und Lucy wahrlich nicht leicht. Die kleinen Braunbären haben eine Odyssee hinter sich, die ihren Anfang in den albanischen Bergen nahm. Sie wurden von ihrer Mutter verlassen und waren ohne ihre Obhut dem Tode geweiht. Es wird vermutet, dass die Mutter vor dem Lärm illegaler Holzfäller oder vor Wilderern geflohen war. Ihre nur wenigen Wochen alten Jungen fand man allein in einer Schneeverwehung, der Bedrohung durch Wilddiebe und Raubtiere schutzlos ausgesetzt. Mehrere Versuche, sie in freier Wildbahn anzusiedeln, scheiterten – die Bären waren zu jung, um ohne ihre Mutter überleben zu können.

Also wurde der britische Wildwood Trust angefragt: ein Wildpark inmitten eines 40 Hektar großen Waldes in der englischen Grafschaft Kent, mit über 200 einheimischen Arten aus Vergangenheit und Gegenwart. Bären, Wölfe, Bisons, Hirsche, Eulen, Füchse, Eichhörnchen, Wildschweine, Luchse, Wildpferde, Dachs und Biber teilen sich an zwei Standorten ein großzügiges, baumbestandenes Areal.

Auch Mish und Lucy sind inzwischen, rechtzeitig vor dem Wintereinbruch, in Kent angekommen, nachdem sie noch einen Zwischenstopp in Belgien hinlegen mussten. Jetzt darf im neuen Zuhause erst mal ausgiebig geplanscht und gespielt werden. Es gibt ein Wasserbecken, Klettertürme und viele Möglichkeiten zum Erkunden, Spielen und Futtersuchen – alles Verhaltensweisen, die sie auch in freier Wildbahn gelernt hätten.

Erfahrung mit geretteten Bären haben die Mitarbeiter bereits: 2014 rettete Wildwood erfolgreich die zwei Bären Fluff und Scruff vor entsetzlichen Zuständen in einer verlassenen Jagdanlage in Bulgarien. Im Park in Kent konnten sie sich erholen und in Frieden aufwachsen – mit Pool, versteht sich. Bärige Aussichten!