Berlin - Sie hat schon Millionen Menschen das Leben gerettet: die Defibrillation. Sie besteht aus den Begriffsteilen „weg“ und „flimmern“, soll also das gefährliche Kammerflimmern beenden, eine Herzrhythmusstörung, die zum Tode führt. Einer der Erfinder des „Defis“ ist der amerikanische Kardiologe Bernard Lown, der zudem Friedensnobelpreisträger war. Knapp vier Monate vor seinem 100. Geburtstag ist er nun gestorben, am 16. Februar 2021, wie die deutsche Sektion der IPPNW jetzt mitteilte.

Die IPPNW war nur eine von Bernard Lowns großen Lebensleistungen. Die Abkürzung bedeutet International Physicians for the Prevention of Nuclear War, übersetzt Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges. Lown hatte sie 1980 gemeinsam mit dem russischen Kardiologen Jewgenij Tschasow gegründet. Damals war der Kalte Krieg mit dem Rüstungswettlauf zwischen Ost und West auf dem Höhepunkt. Ein Atomkrieg konnte jederzeit ausbrechen. „Bernard Lown verstand Krieg als Krankheit und den Atomkrieg als ihre extremste Form“, erklärte Helmut Lohrer von der deutschen IPPNW-Sektion. „Lown war überzeugt, dass die Überwindung der nuklearen Bedrohung nur gelingen kann, wenn die Ungleichheit auf unserem Planeten abnimmt, anstatt immer weiter zu wachsen.“

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