Erfurt - Diese Tiere sind streng geschützt und der Handel mit ihnen ist verboten: Die Erfurter Kriminalpolizei verhaftete am Montag eine Frau, die drei Lisztaffen (Saguinus oedipus) verkaufen wollte. Das Angebot entdeckt hatte die Mitarbeiterin einer Tierschutzorganisation, sie informierte die Behörden und die wiederum initiierten einen Scheinkauf.

Ende gut, alles gut?

In dem Bericht der Polizei heißt es: „Als die drei Affen übergeben werden sollten, staunte die Verkäuferin nicht schlecht, als die Behörden statt Bargeld winkten. Die Tiere wurden beschlagnahmt. Die Kripo ermittelt nun gegen die 44-jährige Frau.“ Eine Wiederholungstäterin, ihr wurden laut Bericht erst kürzlich Weißbüschelaffen weggenommen.

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Soll dem Komponisten Franz Liszt ähnlich sehen: der Lisztaffe.

Lisztaffen sind ausschließlich im nordwestlichen Kolumbien beheimatet, wo sie in der Region an der Karibikküste vorkommen. Den Namen erhielten die zur Familie der Krallenaffen zählenden Primaten übrigens wegen der Ähnlichkeit ihrer wallenden Kopfhaartracht mit der schlohweißen Mähne des österreichisch-ungarischen Komponisten Franz Liszt.

Als Laboraffen missbraucht

In den 1960er- und 70er-Jahren wurden Lisztaffen zu Tausenden gefangen und als Labortiere in die USA exportiert. Das ist heute verboten, stattdessen macht ihnen die fortschreitende Zerstörung ihres Lebensraums schwer zu schaffen. In den Wäldern Kolumbiens gibt es zwar drei Schutzgebiete, aber der Tierschutz wird hier nur unzureichend durchgesetzt.

Die Weltnaturschutzunion schätzt, dass in den letzten 18 Jahren (drei Generationen) die Gesamtpopulation der Lisztaffen um über 80 Prozent zurückgegangen ist, und führt die Art als „vom Aussterben bedroht“ (critically endangered) auf ihrer Roten Liste.