Wildgänse fliegen am trüben Himmel über der Lausitz.
Foto: dpa-Zentralbild/dpa/Patrick Pleul

PotsdamDer erste Fall von Vogelgrippe mit dem Erreger H5N8 in dieser Saison in Deutschland wurde wahrscheinlich durch Zugvögel eingeschleppt. Davon sei auszugehen, da der Erreger bei einem Wildvogel nachgewiesen wurde, sagte Elke Reinking, Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit gebe es viele Zugvogelbewegungen. Übergänge von H5N8 auf den Menschen sind bislang nicht bekannt

Lesen Sie hier mehr über die Afrikanische Schweinepest >>

Der Geflügelpest-Erreger wurde dem Verbraucherschutzministerium in Brandenburg zufolge bei einer Blessgans in der Nähe von Forst im Kreis Spree-Neiße nahe der polnischen Grenze nachgewiesen. Ob sich in den kommenden Wochen eine so verheerende Epidemie wie im Winterhalbjahr 2016/2017 entwickeln könnte, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen, so Reinking.

2016/17: Die bislang schwerste Vogelgrippe-Epidemie

Damals hatte H5N8 für Ausbrüche in etlichen Geflügelhaltungen gesorgt, Hunderttausende Tiere wurden getötet, um die weitere Verbreitung einzudämmen. Es war nach FLI-Angaben die bislang schwerste erfasste Vogelgrippe-Epidemie in Europa und auch in Deutschland. Das Virus war mit Zugvögeln aus Asien nach Europa gekommen.

Die Vogelgrippe ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem Hühner, Puten und Enten befällt. Der Geflügelpesterreger H5N8 breitet sich seit Jahresbeginn sehr schnell in Osteuropa aus, unter anderem in Polen. Den letzten gemeldeten Fall eines hochpathogenen Vogelgrippeerregers in Deutschland gab es im September 2018 - ein H5N6-Virus in Mecklenburg-Vorpommern.