BerlinKaum sind sie da, sollen sie auch schon wieder geschossen werden, streng nach Vorschrift, versteht sich. Dass immer mehr Wölfe in Deutschland in freier Wildbahn leben, ist ja durchaus erfreulich: 128 Rudel zählten die Behörden in der Saison 2019/20, wie das Bundesamt für Naturschutz (BfN) jetzt in Bonn unter Berufung auf amtliche Zahlen bekannt gab – das sind 23 Wolfsrudel mehr als im Vergleichszeitraum 2018/19. Solche guten Nachrichten wecken natürlich Begehrlichkeiten. Der Deutsche Jagdverband (DJV) reagierte sofort und forderte eine Aufnahme der Wölfe ins Jagdrecht, um deren Bestand zu regulieren. Rohr frei! Weidmanns Heil!

Zur näheren Begründung des Abschussbegehrens erklärte der DJV: Die Zahlen des BfN hinkten der Realität hinterher. Will sagen: Es gebe eigentlich noch viel mehr Wölfe. Die Behörden berücksichtigten den Nachwuchs im Frühjahr nicht, machte der Jagdverband geltend, und stellten somit ihre Berichte auf der Grundlage veralteter Zahlen her. „Wir fordern künftig eine zeitnahe und an der realen Situation ausgerichtete Informationspolitik“, teilte also Vizepräsident Helmut Dammann-Tamke mit. In Deutschland habe sich außerdem ein Wolfsbestand etabliert, der weit über den in Nachbarländern jeweils zugelassenen nationalen Bestandsgrenzen liege.

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