Berlin/Chester - Naturschützer feiern im englischen Chester Zoo eine Rarität: die Geburt eines seltenen Baby-Okapis. Das weibliche Kalb, geboren von Mutter K'tusha (7) und Vater Stomp (17), kam nach einer 14-monatigen Schwangerschaft Ende Dezember gesund zur Welt. Die Kameras des Zoos nahmen die ersten wackeligen Schritte auf, als das Jungtier kurz nach der Geburt von seiner Mutter sanft auf die Beine gebracht wurde. 

Jetzt ist der schüchterne Neuankömmling zum ersten Mal nach draußen gegangen, nachdem er die ersten Lebenswochen im gemütlichen Nest verbracht hatte. Tierpfleger haben den entzückenden kleinen Paarhufer Nia Nia genannt – eine Hommage an ein kleines Dorf, das sich im Zentrum des Okapi Wildlife Reserve befindet, einem Ort, an dem die Partner des Zoos ansässig sind. Die Demokratische Republik Kongo ist das einzige Land der Welt, in dem Okapis in freier Wildbahn leben.

Die Geburt eines Okapi-Kalbs ist ein Grund zum Feiern, schreibt der Chester Zoo, der einer der größten Zoos im Vereinigten Königreich ist, auf seiner Internetseite. Die Tiere seien unglaublich selten und speziell. Mutter K'tusha kümmere sich bisher wunderbar um ihr Neugeborenes. Nia Nia gewinne jeden Tag an Selbstvertrauen. „Sie springt vor Energie und ist eifrig auf Entdeckungsreise. Es ist eine Freude, sie zu sehen.“ 

Mit nur 76 Okapis in Zoos in ganz Europa und noch selteneren Sichtungen in freier Wildbahn als zuvor ist jede Geburt für das Zuchtprogramm für gefährdete Arten von entscheidender Bedeutung. 

Das Okapi (Okapia johnstoni) wird manchmal auch Waldgiraffe genannt und ist ein Paarhufer aus der Familie der Giraffenartigen. In seinen Körperproportionen ähnelt es eher typischen Huftieren als den Giraffen. Typisch für die Art ist eine kontrastreiche Färbung aus rotbraun, schwarz und weiß sowie ein vergleichsweise langer Hals. Das Okapi bewohnt den Regenwald in Zentralafrika und wird von der IUCN als stark gefährdet eingestuft. Als sehr scheues Tier ist es bisher nur wenig erforscht. Es wurde als eines der letzten Großsäugetiere erst im Jahre 1901 beschrieben.